Neue Publikationen

Dieses Buch ist eine klarsichtige, radikale und illusionslose Kritik an den Kirchen, aber zugleich auch eine warmherzige Verteidigung eines aufgeklärten liberalen Christseins. Nur ein durch das Denken hindurchgegangenes Christentum werde robust genug sein, die Menschheit in die Zukunft zu begleiten, so der Autor. Und weiter: "Ich wünsche mir, dass die Kirchen nicht an Skandalen zerbrechen, sondern sich erneuern und überleben. Dass ihnen genug Autorität verbleibt, um die Liebes- und Friedensbotschaft des Evangeliiums wirksam durch die Zeiten zu tragen. Dass sie sich nicht selbst abschaffen." (S. 124)

Dieses beachtenswerte Buch enthält Vorträge, Gedanken und Thesen von Diakoniefachmann Dr. Horst Schmidt, der sich intensiv mit dem historischen Jesus befasst hat und hier die Konsequenzen seiner Erkenntnisse für die Diakonie fruchtbar macht. Der Mensch stand im Mittelpunkt des Wirkens Jesu und sollte auch im Mittelpunkt der Kirche sein. Wie in kaum einem anderen Buch wird hier aufgezeigt, dass Jesus nur verstanden werden kann, wenn wir seinen Dienst an den Menschen – vor allem an den bedürftigen und ausgegrenzten Menschen – würdigen. Jesus war daran gelegen, dass es dem einzelnen Menschen gut gehe. Er konnte nicht leiden, wenn andere Menschen litten. Mitleid trieb ihn an. „Die lodernde Flamme des Mitleidens in seiner Seele entzündete sich immer wieder beim Anblick äußerer Zeichen von Not, die inneres Leiden widerspiegelten. Der christliche Glaube versucht, die Erfahrungen der Verkündigung und des Verhaltens Jesu zu erkunden, nachzuempfinden und in die Lebensdienlichkeit der eigenen Existenz zu integrieren, so der Autor. Das Buch ist zu beziehen über die Geschäftsstelle des VEDD (Gemeinschaft@Hephata.de) (kb)

Die christliche Religion muss sich wandeln, wenn sie verständlich bleiben will. Der notwendige Rückbezug jeder Religion auf ihre Tradition darf nicht dazu führen, dass die Religion zum Museumsstück verkommt. Daher braucht die Religion die Selbstkritik und die stete Veränderung. Matthias Kroeger beschreibt den dringend überfälligen Wandel ebenso konkret wie einleuchtend. Seine Überlegungen sind nicht nur für suchende und fragende Christen hilfreich, sie sind auch von grundsätzlicher und bleibender Bedeutung für ein lebendiges Christentum. Prof. Dr. Joachim Kunstmann hat dieses zwischenzeitlich vergriffene Buch wieder neu aufgelegt.

"Glaube", "Kirche" und "Religion" sind überkommene Begriffe. Ihren Inhalt bestimmen frühere Herausforderungen. Doch dadurch sind sie zunehmend weniger an die heutige Lebenswelt anschlussfähig. Demgegenüber präsentiert Christian Grethlein Christsein als Lebensform in der Spannung zwischen den Impulsen des Auftretens, Wirkens und Geschicks Jesu und der heutigen Situation (ökologische Krise, Digitalisierung, demografischer Wandel). Daraus resultiert eine inhaltliche Neuprofilierung von "Glauben", "Kirche" und "Religion", wie an exemplarischen Praxisbeispielen gezeigt wird.

Alle Umfrageergebnisse der letzten Jahrzehnte zur christlichen Religion in Mitteleuropa enthalten die gleiche Botschaft: Die Kirchenaustrittszahlen liegen seit Jahrzehnten hoch, die Zustimmungswerte zu den Kernthemen des traditionell formulierten christlichen Glaubens und die Teilnahme an den religiösen Praktiken der Kirchen sinken, und zwar mit zunehmender Tendenz. Daraus wird der Schluss gezogen: Nicht nur der christliche Glaube, sondern die Religion generell sei in der Krise. Die Kirchen versuchen diesem Aderlass mit europäischen „Evangelisations-Offensiven“ entgegenzuwirken. Andere reagieren darauf mit Rückbaumaßnahmen oder wirtschaftsstrategisch mit neuen Marketing-Konzepten. Die Kirchen sollten ihren Plausibilitätsverlust im Zusammenhang mit dem Paradigmenwechsel in der europäischen Kultur verstehen lernen und darauf so reagieren, wie sie zu allen Zeiten auf den Wechsel oder Wandel der Kultur reagiert haben, indem sie nämlich ihre Botschaft in den sprachlichen und geistigen Plausibilitätsstrukturen ihrer Zeitgenossen zum Ausdruck bringen. Dafür wird die längst anstehende öffentliche Reflexion der Gottesfrage in den Gemeinden notwendig sein.

Für Freunde und Unterstützer unseres Netzwerks möchten wir auf eine neue Publikation unseres Mitglieds Bernd Winkelmann verweisen, der im Sinne unserer liberalen Position soeben das Buch "Das Ganze sehen. Die Evolution des Seins, die Menschwerdung des Menschen und die Frage nach Gott" veröffentlicht hat.
Bernd Winkelmann will Das Ganze sehen: die Evolution des Seins vom Urknall und von der Evolution des Kosmos über die Entstehung und
Evolution des Lebens bis zur Entfaltung der menschlichen Zivilisation. Wie in einem Zeitraffer arbeitet er dabei zwei Sichtweisen heraus. Zum einen betrachtet er die Aufwärtsentwicklung der Evolution und das außerordentlich Staunenswerte in den ›Wundern‹ der Evolution innerhalb der Naturgesetze. Zum anderen schildert er die Zwiespältigkeit des Menschen – den Widerstreit zwischen aggressiven, imperialen Bestrebungen und seiner geistigen, sozialethischen Reifung.
In den gegenwärtigen Krisen steht die Menschheit vor einer Schwellensituation zwischen globaler Selbstzerstörung und einem Hindurchkommen in eine progressive ›zweite Halbzeit‹ der Evolution (Ken Wilber). Bei all dem geht der Autor der Gottesfrage nach. Winkelmann versteht und interpretiert Gott nicht mehr als jenseitige Gottesperson, sondern als Urkraft und Sinngebung allen Seins. In einem transreligiösen und evolutionären Gottesverständnis kann die neu zu entdeckende Kraft liegen für eine lebenswerte Zukunft.
Bernd Winkelmann hat jüngst einen Vortrag zum Thema "Die Entkirchlichung unserer Gesellschaft und die Frage nach Gott" gehalten. Seine Power Point Präsentation können Sie mit Klick auf diesen Button einsehen:.

