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    <title>814700ac</title>
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    <item>
      <title>Katechismus für ein liberales Christentum</title>
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      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           Christsein in der Nachfolge Jesu Christi
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            ﻿
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           Im Juni 2025 veröffentlichte der Autor im Deutschen Pfarrerinnen- und Pfarrerblatt "40 Thesen zum Reform des Christentums". Er ergänzte diese Thesen  noch mit dem nachfolgenden "Katechismus für ein liberales Christen", in dem 14 der wichtigsten christlichen Themen behandelt werden. Der Katechismus erschien im Januar 2026 ebenfalls im Deutschen Pfarrerinnen- und Pfarrerblatt.
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           von Kurt Bangert
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           1 Christ sein
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           1.1 Warum nennen wir uns Christen?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wir nennen uns Christen, weil wir uns als Nachfolger von Jesus Christus verstehen und wir unser Leben nach seiner Botschaft und seinem Beispiel ausrichten wollen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           2 Die Botschaft Jesu
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           2.1 Welche Botschaft hat Jesus verkündigt?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Jesus verkündigte den Menschen die „gute Botschaft“ (griech. Evangelium) vom „Reich Gottes“. Diese Botschaft zielte auf den Einzelnen ab wie auch auf die gesamte Gesellschaft.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           2.2 Was bedeutete Jesu Botschaft für den Einzelnen?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Jesus wollte die Menschen von ihren leiblichen, psychischen und sozialen Krankheiten heilen und sie von ihren Ängsten und Nöten befreien. Er wollte, dass die Menschen ein Leben „in Fülle haben“ (Joh. 10,10 und 17,13).
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           2.3 Was ist mit der „Fülle des Lebens“ gemeint?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Was mit der „Fülle des Lebens“ gemeint ist, darf jeder Mensch letztlich für sich entscheiden. Die Fülle des Lebens hat u.a. zu tun mit dem Einsatz unserer persönlichen Talente und Möglichkeiten zum eigenen Glück und zum Wohl unserer Mitmenschen. Ein Jünger Jesu schrieb: „Barmherzigkeit und Frieden und Liebe seien mit euch in Fülle!“ (Judas 2)
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           2.4 Was lehrte Jesus über unser Verhältnis zu anderen Menschen?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Jesus sagte: „Was ihr wollt, dass euch die Leute tun, das tut ihr ihnen auch!“ (Mt. 7,12) Wenn wir andere Menschen so behandeln, wie wir selbst behandelt werden wollen, dürfen wir hoffen, dass andere Menschen auch uns gut behandeln. Jesus wollte, dass wir Menschen fair und wahrhaftig miteinander umgehen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           2.5 Was ist mit der von Jesus verkündigten „Nächstenliebe“ gemeint?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Jesus predigte: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“ (Mk. 12,31). Er forderte von den Menschen gerechtes Handeln gegenüber ihren Mitmenschen und Mitgefühl für deren Nöte und Bedürfnisse. Er lud sie dazu ein, den Menschen zu dienen, statt über sie zu herrschen (Mt. 23,11f). Er lehrte sie, nicht nur gerecht zu sein (Mt. 6,33), sondern auch barmherzig (Lk. 6,36). Jesus gebot sogar die Feindesliebe: „Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen.“ (Mt. 5,44).
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           2.6 Was sagte Jesus in seiner Bergpredigt?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           In seiner Bergpredigt pries Jesus all diejenigen „glückselig“, die sanftmütig und barmherzig sind, die Frieden stiften und sich nach Gerechtigkeit sehnen (Mt. 5; Lk. 6). Wer sich für das Wohl und Glück anderer einsetze, werde selbst Glück erfahren. Jesus versprach den Hungernden, dass sie satt werden; den Weinenden, dass sie wieder lachen können; den Leidtragenden, dass sie getröstet werden; den Armen, dass ihnen das Reich Gottes gehöre.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           2.7 Was bedeutete Jesu Botschaft vom „Reich Gottes“?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Jesus wollte, dass nicht nur der Einzelne ein Leben in Fülle lebt, sondern dass die ganze Gesellschaft von Freiheit, Frieden und sozialer Gerechtigkeit geprägt sei. Er sprach von dieser „besseren Welt“ als dem „Königreich Gottes“ (griech. basileia tou theou). Er glaubte, dass jeder an seinem Platz an der Verbesserung der menschlichen Lebensverhältnisse mitwirken kann.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           3. Das Leben Jesu
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           3.1 Wer war Jesus?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Jesus wurde als „Nazarener“ bezeichnet, was mit seinem Geburtsort Nazareth in Galiläa in Verbindung gebracht wird. Deshalb wird er als „Jesus von Nazareth“ bezeichnet.* Wie sein Vater Josef dürfte auch Jesus den Beruf des Zimmermanns bzw. des Bauhandwerks (griech. tekton) ausgeübt haben, bevor er als Wanderprediger seine Botschaft verkündigte. Wegen dieser Botschaft wurde er von den Römern zum Tode verurteilt und gekreuzigt. Seine Nachfolger glaubten, Gott habe ihn von den Toten auferweckt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           *
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Anmerkung:
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Jesus wurde auch als Nazoräer bezeichnet, was manche Ausleger mit den im Alten Testament vorkommenden Naziräern (hebr. nazir) in Verbindung bringen. Mit den Naziräern waren Asketen gemeint, die sich u.a. des Alkohols enthielten und ihren Bart nicht schnitten.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           3.2 Wie lebte Jesus?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Jesus predigte nicht nur eine gute Botschaft, sondern lebte auch danach. Er kümmerte sich um die Nöte seiner Mitmenschen, vor allem die der Bedürftigsten. Er ermutigte seine Zeitgenossen, seinem Beispiel zu folgen und ein Leben in Wahrhaftigkeit, Gerechtigkeit und Barmherzigkeit zu leben. Andererseits verurteilte er Unwahrhaftigkeit und Ungerechtigkeit, Hass und Hartherzigkeit, Lieblosigkeit und Gleichgültigkeit.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           3.3 Warum kümmerte sich Jesus vor allem um die Leidenden und die Armen?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Jesus sagte: „Die Gesunden bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken.“ (Lk. 5,31) Er kümmerte sich um Arme und Aussätzige, um Blinde und Behinderte, um körperlich und seelisch Kranke. Er litt mit den Menschen, die „geängstigt und zerstreut wie die Schafe waren, die keinen Hirten haben“ (Mt. 9,36). Er wollte, dass auch die gescheiterten, verirrten, verurteilten und an den Rand der Gesellschaft gedrängten Menschen die Fülle des Lebens erführen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           4. Das „Reich Gottes“
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           4.1 Woher stammt der Begriff des „Reiches Gottes“?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das „Reich Gottes“ stand ursprünglich für die Hoffnung der nach Babylon entführten Juden auf Wiederherstellung ihres jüdischen Staates, in dem die gottgegebenen Gesetze wieder gelten würden. Später, als die Wiederherstellung eines jüdischen Staates in weite Ferne gerückt schien, verbanden viele Juden und Christen mit dem „Gottesreich“ ein am Ende der Zeit von Gott aufzurichtendes endzeitliches Paradies auf Erden.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           4.2 Was verstand Jesus unter dem „Reich Gottes“?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Unter dem „Reich Gottes“ (oder der „Gottesherrschaft“) verstand Jesus eine bereits im Hier und Jetzt beginnende Veränderung der menschlichen Gesinnung (Lk. 17,21) zum Wohle einer Gesellschaft, in der Freiheit, Frieden, Gerechtigkeit und Wahrhaftigkeit herrschen. Jeder sei aufgerufen, bei sich selbst zu beginnen, um an der Verbesserung der Gesellschaft mitzuwirken. In seinen Erzählungen („Gleichnissen“) ermunterte Jesus seine Zuhörer, selbst gerecht, fair, friedvoll, barmherzig und wahrhaftig zu sein. Sie sollten sich um die Ärmsten und Hungernden, die Kranken und Behinderten, die Opfer von Gewalt und Ungerechtigkeit kümmern. Wenn Menschen durch den Geist Gottes heil würden, so Jesus, sei das Gottesreich bereits zu ihnen gekommen (Mt. 12,28; Lk. 11,20).
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           4.3 Wie wurde Jesu Botschaft vom Reich Gottes aufgenommen?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Jesu Botschaft wurde von vielen seiner Zeitgenossen enthusiastisch aufgenommen. Sie freuten sich, wenn Menschen körperlich oder seelisch heil wurden oder wenn sie durch einen Sinneswandel („Bekehrung“) ihr Leben zum Positiven veränderten. Viele verbanden mit Jesu Wirken die Hoffnung auf eine bessere, gerechtere, ja heile Gesellschaft. Einige wollten ihn sogar zum König eines neuen Reiches machen und bezeichneten ihn darum als „Messias“ (= Christus). Es gab aber auch solche, die Jesus als Ketzer verurteilten; und letztlich wurde Jesus sogar als Aufrührer und selbsternannter „König der Juden“ gekreuzigt (Mk. 15,26).
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           4.4 Wofür steht der Name „Christus“ (Messias)?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Weil Jesus häufig vom „Reich Gottes“ sprach, sahen seine Jünger und Nachfolger in ihm den zum König dieses Gottesreiches gesalbten Messias bzw. Christos. Das griechische Wort Christos ist eine Übersetzung des hebräischen Wortes Messias, das „Gesalbter“ bedeutet und für den Anwärter des Königsthrons stand (also einen Kronprinzen). Wir heutigen Christen sehen in Jesus den Verkündiger des Gottesreiches und damit den Begründer einer besseren Welt, die er selbst bereits in Ansätzen zu verwirklichen begann. Indem wir uns Christen nennen, bekennen wir uns zu seiner „Reich-Gottes“-Botschaft.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           5. Der Tod Jesu
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           5.1 Warum wurde Jesus gekreuzigt?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Weil Jesus immer wieder vom „Königreich Gottes“ sprach und manche Zeitgenossen in ihm bereits den zukünftigen König eines jüdischen Reiches sahen, geriet er in den Verdacht, ein politischer Aufrührer zu sein, und wurde als solcher von den Römern zum Tode verurteilt. An seinem Kreuz ließ man die ironisch gemeinte Inschrift „König der Juden“ anbringen (Mk. 15,26; Joh. 19,19-22).
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           5.2 Wie hat sich Jesus selbst verstanden?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Jesus hat sich nie als zukünftigen „König der Juden“ noch als politischen Aufrührer verstanden. Er wollte kein Umstürzler sein. Das „Reich Gottes“, von dem er sprach, war zwar „revolutionär“ in seinem Idealismus, sollte aber nicht durch eine gewaltsame Revolution, sondern durch ein geistiges Wachstum herbeigeführt werden – wie das Wachsen einer Ähre oder eines Senfkorns (vgl. Mk. 4,29; Mt. 13,31ff). Insofern wurde Jesus unschuldig verurteilt und gekreuzigt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           5.3 Welche Bedeutung gewann der Tod Jesu im Hinblick auf die weit verbreiteten Tieropfer?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Sowohl in Judäa als auch in der restlichen Welt wurden zur Zeit Jesu noch Tieropfer (und gelegentlich sogar Menschenopfer) gebracht, um die Götter gnädig zu stimmen. Mit dem Tod Jesu zeigten Christen sich überzeugt, dass es solcher Opfer nicht mehr bedürfe, da mit Jesus das ultimative Opfer dargebracht worden sei. Gottes Gnade und Barmherzigkeit würden fortan ohne jegliche Menschen- oder Tieropfer gelten.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           5.4 Welche Bedeutung kann der Tod Jesu für uns heute haben?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Weil Jesus schuldlos gekreuzigt wurde, sehen wir in seiner Kreuzigung vor allem einen Märtyrertod. Immer wieder haben die Mächtigen dieser Welt Unschuldige getötet. Die Tötung schuldloser Menschen ist auch heute noch eine traurige Realität. Jesu Tod kann darum für alle unschuldigen Opfer dieser Welt stehen, derer wir gedenken. Der Tod Jesu steht auch für die aufrechte Haltung Jesu, lieber den eigenen Tod in Kauf zu nehmen, als die eigenen Überzeugungen von Gerechtigkeit, Liebe und Wahrhaftigkeit zu verraten. Darum wurde der Tod Jesu auch als Gottes Gegenwart in äußerstem Leid verstanden. Gott wurde so zum Leidensgenossen aller Leidenden.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           5.5 Wie ist die „Auferweckung“ Jesu zu verstehen, von der die Jünger sprachen?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das Neue Testament berichtet, dass Jesus aus der Hölle der Verdammnis „auferweckt“ wurde und den Jüngern erschienen sei, bevor er „in den Himmel“ aufgenommen wurde (Eph. 4,9f, Lk. 24,51). Die moderne Theologie geht davon aus, dass es sich bei diesen Erscheinungen vor den Jüngern um Visionen handelte – wie bei Paulus, dem Jesus ebenfalls in einer Vision erschien (Apg. 9,3ff). Weil wir das dreigeteilte Weltbild mit Unterwelt, Erde und Himmel heute nicht mehr akzeptieren, verstehen viele Christen die Auferweckung Jesu nur noch metaphorisch und haben sich von einer leiblichen Auferweckung verabschiedet. Die Auferweckung Jesu bleibt aber ein wichtiges christliches Symbol, das für die nachträgliche Rehabilitation von Jesu Person und Botschaft steht. Die Jünger waren überzeugt: Mit dem Tode Jesu war nicht alles aus, sondern begann seine Geschichte erst richtig. Darum verkündigten sie seine Botschaft umso beherzter.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           6. Die Bibel
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           6.1 Warum ist die Bibel die wichtigste Grundlage der christlichen Verkündigung?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Bibel enthält Berichte vom Leben, Wirken und Sterben Jesu. Sie enthält auch viele Zeugnisse von Menschen, die Erfahrungen mit ihrem Gott gemacht haben und von diesen Gotteserfahrungen berichten – in der Hoffnung, dass auch die Leser und Leserinnen ihre eigenen Erfahrungen mit Gott machen. Für Martin Luther war in der Bibel vor allem das wichtig, „was Christum treibet“.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           6.2 Aus welchen Teilen besteht die Bibel?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Bibel ist eine zweigeteilte Bibliothek: Das Alte Testament enthält 39 Schriften, das Neue Testament 27. Daneben gibt es noch sieben apokryphe Schriften, die von Katholiken als biblisch, von Protestanten als außerkanonisch, aber nützlich und gut zu lesen angesehen werden. Das Alte Testament (jüdisch: Tanach) besteht aus den „Fünf Büchern Moses“ (Torah oder auch Pentateuch genannt), den „Prophetischen Büchern“ (nebiim) sowie den „Schriften“(ketubim). Das Neue Testament besteht aus den vier Evangelien Matthäus, Markus, Lukas und Johannes; der Apostelgeschichte des Lukas; den Briefen der Apostel Paulus, Petrus und Johannes sowie der Apokalypse des Johannes.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           6.3 Worum geht es im Alten Testament?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Im Alten Testament geht es um das Volk Israel, das mehrere Gotteserfahrungen machte, darunter (1) die Befreiung des Volkes aus der Knechtschaft in Ägypten, (2) die Gesetzgebung am Gottesberg Sinai zur Regulierung sozialer Verhältnisse, (3) die Landnahme Palästinas und Gründung des Königreichs Israel, sowie (4) die Rückkehr nach Jerusalem und Judäa nach der Wegführung nach Babylon. Im Wesentlichen ging es bei diesen Erfahrungen um Freiheit und Gerechtigkeit sowie um ein Leben im Einklang mit dem Gott Israels.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           6.4 Worum geht es im Neuen Testament?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das Neue Testament berichtet in den vier Evangelien vom Leben, Wirken und Sterben Jesu. Die Apostelgeschichte berichtet von der frühen christlichen Gemeinschaft zur Zeit der Apostel (= Jünger Jesu). Und die Briefe, die Paulus, Petrus und Johannes zugeschrieben wurden, erläutern, was es heißt, ein Christ zu sein. Das Buch der Offenbarung (Apokalypse) enthält geheimnisvolle Visionen von den Konflikten der Endzeit und der Erlösung der Gläubigen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           6.5 Ist die Bibel als „Heilige Schrift“ und als „Wort Gottes“ zu verstehen?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Bibel wird von Christen als „Heilige Schrift“ betrachtet. Sie ist „heilig“ (d.h. jenseits des Alltäglich-Profanen), weil darin von den Erfahrungen der Menschen mit Gott berichtet wird; Erfahrungen, die auch für uns beispielgebend sein können. Die Bibel wird auch als „Wort Gottes“ verstanden, insofern Gott durch sie zu uns redet. Um aber mit Hilfe der Bibelworte Gottes Stimme zu hören, bedarf es unserer persönlichen Empfängnisbereitschaft.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           6.6 Wie ist die Bibel auszulegen?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Bibel ist die Grundlage unseres christlichen Glaubens. Sie will aufzeigen, wie Menschen im Einklang mit Gott und mit ihren Mitmenschen leben können. Aber die Bibel ist kein historisches, biologisches, geologisches oder astronomisches Textbuch. Sie spiegelt die Weltbilder damaliger Menschen wider. Es hat sich darum bewährt, mit Hilfe „historisch-kritischer Methoden“ zwischen den zeitbedingten menschlichen Vorstellungen und den wichtigen theologischen Wahrheiten zu unterscheiden.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           7. Die Kirche
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           7.1 Welchem Zweck dient die Kirche?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Kirche ist eine Glaubens-, Hoffnungs- und Handlungsgemeinschaft. Sie dient dem Zweck, das christliche Erbe zu bewahren und den Menschen zu dienen. Sie hat eine vierfache Aufgabe zu erfüllen, nämlich die (1) der Verkündigung und (2) des aktiven Dienstes sowie (3) der Stiftung von Gemeinschaft und (4) der rituellen Begleitung des Lebens der Gläubigen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           7.2 Worin besteht die kirchliche Aufgabe der Verkündigung (martyria)?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Kirche hat die Aufgabe, das Evangelium Jesu vom Reich Gottes zu verkündigen. Diese Botschaft Jesu ist eine Botschaft des Heils für den Einzelnen und der ganzen menschlichen Gemeinschaft, die von Frieden, Freiheit und sozialer Gerechtigkeit gekennzeichnet sein soll. Insbesondere zielt die kirchliche Botschaft aber auf diejenigen, die durch Armut, Behinderung, Krankheit oder Andersartigkeit ausgegrenzt werden, um sie wieder aktiv in die menschliche Gesellschaft einzugliedern.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           7.3 Worin besteht die kirchliche Aufgabe des Dienstes (diakonia)?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Der Dienst der Kirche gilt prinzipiell allen Menschen, vor allem aber den körperlich und seelisch Kranken, den Armen und Hungernden, den Blinden und Behinderten, den Beladenen und Bedürftigen, den Ausgegrenzten und Aussätzigen, den Leidenden und Trauernden, den Gefolterten und Gefangenen. Sie dürfen lernen, Benachteiligungen zu kompensieren; und die Gesellschaft soll lernen, sie als vollgültige Bürger zu akzeptieren und zu integrieren.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           7.4 Worin besteht die kirchliche Aufgabe der Gemeinschaftspflege (koinonia)?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Kirche ist die Gemeinschaft gläubiger Christen, die sich als Nachfolger Jesu verstehen und seine Botschaft ernst nehmen wollen. Die Kirche stiftet Gemeinschaft und will Christen für die Verkündigung und zum Dienst an ihren Mitmenschen zurüsten.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           7.5 Worin besteht die kirchliche Aufgabe des rituellen Dienstes (leiturgia)?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Kirche hat auch die Aufgabe, in Gottesdiensten und bei anderen Gelegenheiten das Leben der Gläubigen liturgisch zu begleiten: bei Geburt und Taufe, Heirat und Trennung, Sterben und Tod. Diese Knotenpunkte des Lebens bedürfen der christlich-rituellen Begleitung und Deutung.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           7.6 Welche Aufgabe hat die Kirche in Bezug auf das von Jesus verkündigte „Reich Gottes“?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Kirche hat die Aufgabe, diese Botschaft Jesu vom Reich Gottes zu verkündigen; aber sie wird sich auch darum bemühen, mit Gottes Hilfe das Reich Gottes aktiv zu verwirklichen: zunächst in der Kirche selbst, sodann auch in der säkularen Gesellschaft. Sie setzt sich ein für eine bessere Welt, in der Menschen wahrhaftig miteinander umgehen, in Frieden und Freiheit leben; eine Welt, in der soziale Ungleichheiten durch solidarisches Handeln abgemildert und möglichst ganz beseitigt werden. Die Kirche weiß freilich, dass wir Menschen das Gottesreich nicht umfassend herbeiführen können, sodass wir seine Vollendung Gott überlassen müssen. Es bleibt ein Verheißungsüberschuss. Die Spannung zwischen einem „Schon jetzt“ und einem „Noch nicht“ bleibt bestehen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           7.7 Was ist der Unterschied zwischen der sichtbaren und der unsichtbaren Kirche?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Martin Luther hat zwischen einer sichtbaren und einer unsichtbaren, einer äußeren und einer inneren Kirche unterschieden. Unter der sichtbaren Kirche verstehen wir die institutionelle Kirche mit ihrer wechselhaften und zwiespältigen Geschichte und ihrer realen Praxis (wie Gottesdienste, Diakonie, Hochzeiten, Beerdigungen etc.). Ihr haften vielerlei Mängel an. Sie war auch immer schon ein Machtinstrument, das leicht missbraucht werden konnte. Unter der unsichtbaren Kirche verstehen wir vor allem die wahrhaft Gläubigen unabhängig von institutionellen und kirchlichen Äußerlichkeiten: Es handelt sich vor allem um die ehrlichen Nachfolger Jesu.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           7.8 Wozu dienen kirchliche Feiertage und Feste?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Weihnachten erinnert an die Geburt Jesu und daran, dass Gott nicht abseits „im Himmel“ blieb, sondern in diese Welt und zu uns Menschen kam, um als Liebe wahrhaftig und wirksam Gott zu sein. Karfreitag erinnert an den Tod Jesu und aller unschuldigen Opfer; und Ostern an die Hoffnung, die sich mit Jesu bleibender Präsenz und seiner immer noch gültigen Botschaft verbindet. Christi Himmelfahrt erinnert daran, dass Jesus trotz seines schmachvollen Todes von Gott angenommen wurde („zur Rechten Gottes ist und für uns eintritt“, so Paulus in Röm. 8,34). Pfingsten (von griech. pentēkostē hēméra = 50. Tag) erinnert an die Ausgießung des „Heiligen Geistes“ 50 Tage nach Ostern sowie an das Sprachwunder von Jerusalem, als die versammelten Menschen im Namen Jesu ihre jeweiligen Sprachen und Dialekte verstehen konnten. An diesem Fest feiern Christen das Wunder des Verstehens.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           8. Taufe und Abendmahl
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           8.1 Welchem Zweck dient die Taufe?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Taufe wurde ursprünglich als Beginn eines verwandelten Lebens und als ein Eintauchen in die christliche Gemeinschaft verstanden. Der alttestamentliche Prophet Elisa veranlasste den aramäischen Hauptmann Naaman, sich im Jordan „taufen“ zu lassen (griech. baptizo, vgl. 2. Kön. 5,14). Johannes der Täufer taufte viele seiner Zeitgenossen (sogar Jesus selbst), die sich auf das „Reich Gottes“ vorbereiten wollten. Auch Jesu Jünger sollen getauft haben (Joh. 4,2) – meist durch Untertauchen des ganzen Körpers in einem Fluss. Damit wurde symbolisiert, dass der Getaufte sein altes, sündiges oder missglücktes Leben begrub und ein neues Leben in Gemeinschaft mit den Gläubigen und mit Gott beginnen wollte.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           8.2 Warum praktiziert die Kirche die Kindertaufe?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Kindertaufe wurde eingeführt, weil christliche Eltern ihre Kinder schon von Geburt an in die Gemeinschaft der Gläubigen aufnehmen und im Sinne der christlichen Botschaft erziehen wollten. Der symbolische Vorgang des Untertauchens wird nur angedeutet, und ein „Begraben“ des „alten Lebens“ ist im Falle von Neugeborenen ohnehin noch nicht angesagt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           8.3 Was ist der Ursprung des Abendmahls (Eucharistie)?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das Abendmahl geht auf das Passahfest zurück, das Juden in Erinnerung an ihre Befreiung aus der ägyptischen Sklaverei bis heute als „Fest der ungesäuerten Brote“ feiern. Die Bibel erzählt, dass bei der zehnten Plage jede ägyptische Erstgeburt zu Tode kommen würde, damit Pharao die Kinder Israels endlich ziehen lasse. Jede israelische Familie sollte ein Lamm schlachten und mit dessen Blut die Pfosten ihrer Haustüren bestreichen, damit der Plage-Engel an ihnen vorübergehe. Dann sollten sie das Lamm gemeinsam verzehren. Jesus selbst feierte das Passahmahl mit seinen Jüngern, kurz bevor er gefangengenommen wurde. Die Jünger Jesu feierten dieses Mahl danach vor allem im Gedenken an Jesus, seine Gefangennahme und seinen Tod am Kreuz.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           8.4 Mit welchen Worten hat Paulus das Abendmahl begangen?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Paulus verband das Abendmahl mit den folgenden Worten: „Der Herr Jesus, in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das Brot, dankte und brach’s und sprach: Das ist mein Leib für euch; das tut zu meinem Gedächtnis. Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut; das tut, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis.“ Mit der Erwähnung des „Bundes“ erinnerte Paulus (bzw. Jesus) an den Bund, den Gott mit Israel schloss und den Gott in Christus auch mit uns geschlossen hat.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           8.5 Was bedeutet das Abendmahl für uns Christen heute?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Auch Christen dürfen zunächst an die Befreiung Israels von der Sklaverei denken sowie an den Bund, den Gott mit Israel und mit uns schloss. Aber vor allem verbinden wir Christen das Abendmahl mit Jesus, seiner Gefangennahme und seinem Tod. Zugleich gedenken wir an den Tod vieler unschuldiger Menschen, die Opfer von Gewalt und Unrecht wurden und noch werden. Wir erinnern uns aber auch daran, dass Jesus Vergebung von Sünde und Schuld predigte, sodass auch wir uns von Sünde und Schuld „erlöst“ ansehen dürfen. Indem wir Brot und Wein zu uns nehmen, verinnerlichen wir die Botschaft Jesu von der Barmherzigkeit Gottes und erklären unsere Bereitschaft, im Sinne Jesu am Reich Gottes mitzuwirken.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           9. Die Zehn Gebote
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           9.1 Wovon handeln die Zehn Gebote (der Dekalog)?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Nach der jüdischen Einteilung handeln die ersten vier Gebote von unserem Verhältnis zu Gott und die letzten sechs Gebote von unserem Verhalten gegenüber unseren Mitmenschen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           9.2 Warum erinnern die Zehn Gebote an den Auszug aus Ägypten?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Zehn Gebote beginnen mit der Feststellung: „Ich bin Jahwe, der Gott, der ich dich aus Ägyptenland, aus der Knechtschaft, geführt habe.“ Damit wurde Israel daran erinnert, dass sein Gott vor allem ein Gott der Befreiung ist.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           9.3 Wovon handeln die ersten vier Gebote des Dekalogs?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das erste Gebot lautet: „Du sollst keine andern Götter neben mir haben.“ Weil Jahwe sein Volk aus Ägypten befreite, sollte es keinem anderen Gott als Jahwe dienen. Das zweite Gebot lautet: „Du sollst dir kein Bildnis machen.“ Hier wird untersagt, sich irgendwelche Götzen zu machen und sie anzubeten oder sich von Gott allzu menschliche Vorstellungen zu machen. Das dritte Gebot lautet: „Du sollst den Namen Jahwehs, deines Gottes, nicht missbrauchen.“ Für die Juden hatte Gott einen Namen: Jahweh. Aber sie sollten ihn nicht in den Mund nehmen und auch sonst nicht schänden. Das vierte Gebot lautet: „Gedenke des Sabbattages, dass du ihn heiligst.“ Juden haben den Sabbat gehalten im Gedenken an ihre Befreiung aus Ägypten (vgl. Dtn. 5,15), aber auch im Gedenken an die Schöpfung Gottes (vgl. Ex. 20,11).
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           9.4 Wovon handeln die sechs Gebote im zweiten Teil des Dekalogs?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das fünfte Gebot lautet: „Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren.“ Wir schulden unseren Eltern unser Leben und sollen sie dafür in Dankbarkeit lieben und ehren bis zum Tod. Das sechste Gebot lautet: „Du sollst nicht töten.“ Jedes Leben ist heilig und soll nicht vorzeitig von Menschen beendet werden. Das siebte Gebot lautet: „Du sollst nicht ehebrechen.“ Wer eine Ehe eingeht, tut dies fürs Leben. Deshalb sollen sich Eheleute stets treu bleiben. Das achte Gebot lautet: „Du sollst nicht stehlen.“ Wir sollen respektieren, was anderen Menschen gehört und ihnen nichts wegnehmen. Das neunte Gebot lautet: „Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.“ Wir sollen unsern Nächsten nicht belügen, verraten, verleumden oder seinen Ruf schädigen. Das zehnte Gebot lautet: „Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus, deines Nächsten Frau, Knecht, Magd, Rind, Esel noch alles, was dein Nächster hat.“ Wir sollen das, was anderen gehört, respektieren und ihnen nicht abspenstig machen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           10. Die Schöpfung
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           10.1 Was verstehen wir unter der „Schöpfung“?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Schöpfung bedeutet Erschaffung. In der Bibel wird von der Erschaffung der Welt, der Erde, der Pflanzen- und Tierwelt und der Menschen gesprochen. Schöpfung bedeutet, dass unsere Existenz nicht selbstverständlich ist – weder als Art noch als Individuen. Das Leben auf unserem Planeten Erde ist von einer wundersamen Einzigartigkeit. Auch wir als individuelle Wesen sind jede und jeder für sich einzigartig und unwiederholbar. Dafür dürfen wir dankbar sein; und aus diesem Grund achten wir alles Leben auf der Erde: menschliches, tierisches und pflanzliches Leben.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           10.2 Hat Gott die Welt erschaffen?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die biblische Geschichte von Gottes Erschaffung der Welt in sechs Tagen (und vor ca. 6000 Jahren) ist eine mythische Erzählung, die widerspiegelt, wie sich die jüdischen Altvorderen zu ihrer Zeit die Entstehung der Welt und des Lebens vorstellten. Sie widerspricht in keiner Weise den modernen astronomischen, geologischen und biologischen Erkenntnissen von der Entstehung des Universums, der Erde und des irdischen Lebens.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           10.3 Was will uns der biblische Schöpfungsbericht sagen?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die biblische Schöpfungsgeschichte stellt den Menschen in den Mittelpunkt. Sie sieht in ihm die höchste und vollendete Form des Lebens und verbindet damit eine besondere Verantwortung des Menschen für die gesamte Schöpfung. Der Mensch ist jedoch nicht Herr über die Schöpfung, sondern ihr pflichtschuldiger Sachverwalter. Alle Lebewesen sollen möglichst ausreichend Lebensraum und Nahrung zur Verfügung haben. Nur, wenn wir die gesamte Schöpfung erhalten, sodass möglichst viele Lebensarten darin gedeihen, werden auch wir unsere eigene menschliche Existenz sichern können.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           11. Das Vaterunser
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           11.1 Warum beten wir im Gottesdienst das Vaterunser?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Gemäß der neutestamentlichen Überlieferung hat Jesus seine Jünger das Vaterunser gelehrt, und diese haben es gebetet und uns überliefert.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           11.2 Wie lautet die erste Bitte und was bedeutet sie?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die erste Bitte lautet: „Vater unser im Himmel. Geheiligt werde dein Name.“ Damit ist gemeint, dass wir Gott und seinen Namen heilighalten bzw. nicht in unnützer oder vermessener Weise missbrauchen wollen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           11.3 Wie lautet die zweite Bitte?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die zweite Bitte lautet: „Dein Reich komme.“ Damit ist gemeint, dass wir das Reich Gottes und seine Grundsätze bereits für die Gegenwart erhoffen und uns aktiv für deren Verwirklichung einsetzen wollen. Denn nur wenn wir das Unsere tun, wird Gott das Seine dazu tun.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           11.4 Wie lautet die dritte Bitte?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die dritte Bitte lautet: „Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.“ Damit ist gemeint, dass wir uns jetzt bereits darum bemühen, Gottes Willen auf Erden zu verwirklichen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           11.5 Wie lautet die vierte Bitte?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die vierte Bitte lautet: „Unser tägliches Brot gib uns heute.“ Unser Leben hängt davon ab, dass wir genug zu essen und zu trinken haben. Das ist nicht selbstverständlich. Indem wir Gott um das tägliche Brot bitten, bekennen wir unsere Abhängigkeit von Gott und danken ihm zugleich für seine Fürsorge.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           11.6 Wie lautet die fünfte Bitte?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die fünfte Bitte lautet: „Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.“ Wir sind uns schmerzlich bewusst, dass wir immer wieder Fehler begehen und uns zuweilen schuldig fühlen. Wir dürfen aber die Barmherzigkeit Gottes für uns in Anspruch nehmen. Gleichzeitig wollen wir denen vergeben, die an uns schuldig geworden sind.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           11.7 Wie lautet die sechste Bitte?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die sechste Bitte lautet: „Führe uns nicht in Versuchung.“ Damit ist nicht gemeint, dass Gott uns zum Bösen verführen könnte; sondern dass wir uns selbst vor Situationen in Acht nehmen wollen, in denen wir versucht sind, Unrecht zu tun oder anderen Schaden zuzufügen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           11.8 Wie lautet die siebte Bitte?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die siebte Bitte lautet: „Erlöse uns von dem Bösen.“ Mit dieser Bitte vertrauen und hoffen wir vor allem darauf, dass wir selbst uns von allem Bösen und Unrechten fernhalten.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           11.9 Wie lautet der Schluss des Vaterunsers?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das Vaterunser endet mit den Worten: „Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.“ Damit ist gemeint, dass alles Gute, das wir erfahren, letztlich nicht unser Verdienst ist, sondern Gottes. Wir dürfen dankbar annehmen, was das Leben uns schenkt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           12. Das Glaubensbekenntnis
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           12.1 Was ist der Inhalt des Apostolischen Glaubensbekenntnisses?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das apostolische Glaubensbekenntnis bekennt sich zu Gott, dem Schöpfer des Himmels und der Erde, zu Jesus Christus, dessen Botschaft wir heute noch verkündigen, und zum Geist Gottes, der in uns Wohnung nehmen will. Es bekennt sich auch zur Kirche und zur Gemeinschaft der Gläubigen, zur Vergebung der Sünden und zum ewigen Leben.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           12.2 Was bedeutet das Glaubensbekenntnis?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das Apostolische Glaubensbekenntnis ist eine Kurzform der Credos, die bei den Kirchenkonzilien von Nicäa (325 n.Chr.) und Konstantinopel (381 n.Chr.) verabschiedet wurden. Es ging damals um die Einheit der Kirche und des Römischen Reiches. Man wollte die unterschiedlichen Positionen zur Person Christi und zur trinitarischen Gottheit vereinheitlichen. Die damaligen Bekenntnisse waren Zeugnisse ihrer Zeit. Sie lassen sich nicht eins zu eins in unsere heutige Zeit übertragen und bedürfen immer wieder der neuen, aktualisierten Auslegung.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           12.3 Dürfen auch moderne Glaubensbekenntnisse im Gottesdienst aufgesagt werden?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es gibt keine Verpflichtung, nur ein bestimmtes Glaubensbekenntnis im Gottesdienst aufzusagen. Es ist gestattet, statt der traditionellen Credos auch moderne Bekenntnisse in den Ablauf des Gottesdienstes zu integrieren oder das Bekenntnis ganz wegzulassen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           13. Das ewige Leben
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           13.1 Was verstehen wir unter „ewigem Leben“?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Viele Menschen wünschen sich ein ewiges Leben nach ihrem Tod. „Die Gerechten werden ewig leben“, heißt es im Weisheitsbuch (5,15). Im Neuen Testament wird ewiges Leben mit Jesus Christus verbunden. „Das habe ich euch geschrieben, damit ihr wisst, dass ihr das ewige Leben habt, die ihr glaubt an den Namen des Sohnes Gottes.“ (1. Joh. 5,13) Das ewige Leben bezieht sich nicht nur auf ein Leben nach dem Tod, sondern schon auf das Leben der Gläubigen vor ihrem Tod. „Wer an den Sohn glaubt, der hat das ewige Leben“, schreibt Johannes (Joh. 3,36). Das „ewige Leben“ stellt somit eine innere Lebensqualität und Lebensbereicherung dar, die wir bereits hier und jetzt erleben dürfen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           13.2 Was können wir über ein Leben nach dem Tod wissen?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wir können nichts Definitives über ein Leben nach dem Tod wissen. Niemand, der endgültig gestorben ist, kehrte zurück, um uns davon zu berichten. Was nach dem Tod kommt, entzieht sich unserer Erfahrung und Erkenntnis. Trotzdem: Manche Menschen erhoffen sich eine wie auch immer geartete jenseitige Existenz. Andere wiederum können sich ein Leben nach dem Tod kaum vorstellen und bescheiden sich mit einem Leben hier auf Erden. Sie begnügen sich mit dem Gedanken, „von Gottes Hand gehalten zu werden“. Sie halten es für entscheidend, ein Leben im Einklang mit Christus gelebt zu haben. Paulus schrieb: „Leben wir, so leben wir dem Herrn; sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Darum: wir leben oder sterben, so sind wir des Herrn.“ (Röm. 14,8)
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           13.3 Können Nahtoderlebnisse uns etwas über ein Leben nach dem Tod verraten?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es gibt Menschen, die dem Tod nahe waren und sogar einen Herzstillstand überlebten und wieder ins Leben zurückgekehrt sind. Viele von ihnen erzählen von einer wohltuenden Erfahrung, die ihnen die Angst vor dem Tod genommen hat. Da sie aber ins diesseitige Leben zurückgekehrt sind, kann man streng genommen nicht von einer Todeserfahrung sprechen. Kritiker sehen in Nahtoderfahrungen primär Vorgänge des noch aktiven Gehirns. Und letztlich zeugen diese Erfahrungen nur vom nahen Tod und nicht von einer Nach-Tod-Existenz. In jedem Fall lehren uns solche Erlebnisse, dass wir keine Angst vor dem Tod haben müssen, vor allem dann nicht, wenn wir unser Leben im Einklang mit der Botschaft Jesu gelebt haben.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           14. Gott
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           14.1 Was verstehen wir unter „Gott“?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Gott ist die Bezeichnung für den geheimnisvollen und unverfügbaren Grund religiöser Erfahrung. Menschen empfinden bei solchen Erfahrungen zuweilen, dass ihr Alltagshorizont aufreißt und dahinter ein anderer, unendlicher und unergründlicher Horizont aufscheint. Manche verbinden mit solchen Erfahrungen die Einsicht, im Ganzen der Wirklichkeit verankert zu sein, das wir „Gott“ nennen können. Die Bibel spricht von dieser transzendenten Wirklichkeit in vielen Sinnbildern. Doch alle Versuche, von Gott zu sprechen, bleiben im Vorläufigen und Unvollständigen stecken. Ob wir von Gott als der „Tiefe des Seins“, als der „umfassenden Wirklichkeit“, als einer „inneren Kraft“ oder schlicht als „die Liebe“ (1. Joh. 4,16) sprechen: solche Bezeichnungen sind ebenso richtig wie sie unvollständig sind, ebenso symbolisch, wie die Wirklichkeiten, für die sie stehen, real sind.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           14.2 Gibt es Gott überhaupt?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Der Theologe Dietrich Bonhoeffer schrieb einmal: „Den Gott, den es gibt, gibt es nicht.“ Damit wollte er sagen, dass es Gott nicht gibt, wie es andere Dinge dieser Welt gibt. Gott kommt keine Existenz sui generis („an sich“) zu. Er ist kein Seiendes, sondern allenfalls der Grund oder die Tiefe des Seins. Und weiter schrieb Bonhoeffer: „Wie in Christus die Gotteswirklichkeit in die Weltwirklichkeit einging, so gibt es das Christliche nicht anders als im Weltlichen, das ‚Übernatürliche‘ nur im Natürlichen, das Heilige nur im Profanen, das Offenbarungsmäßige nur im Vernünftigen.“ (Ethik, München 1992, 44)
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           14.3 Hat sich Gott offenbart?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Nach der Bibel hat sich Gott an manchen Knotenpunkten der Geschichte (wie bei der Herausführung Israels aus Ägypten) offenbart. Zuweilen hat er sich in den Erfahrungen ganzer Völker oder im Leben einzelner Menschen offenbart. Nach christlicher Überzeugung offenbarte er sich vor allem in Jesus Christus, durch den wir Gott als Liebe erfahren dürfen. Gott kann uns auch heute noch begegnen, wenn wir bereit sind, uns auf ihn einzulassen und seine Stimme zu vernehmen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           14.4 Was bedeutet die Lehre von der Dreieinigkeit (Trinität)?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die altkirchlichen Bekenntnisse verstanden den Einen Gott in drei Seinsweisen (griech. hypostases; lateinisch: personae), die sie „Gott Vater“, „Gott Sohn“ und „Gott Heiliger Geist“ nannten. Eine moderne Theologie versteht diese drei Seinsweisen eher als (1) den abwesenden Gott (deus absconditus), (2) den sich offenbarenden und in der Welt anwesenden Gott (deus revelatus) sowie als (3) den in uns wohnenden Gott (deus in nobis).
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           14.5 Wie können wir Gott erfahren?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es gibt für Gotteserfahrungen keine allgemeingültige Definition und kein Patentrezept. Menschen haben von Gotteserfahrungen dann gesprochen, wenn sie eine Heilungserfahrung machten – sie also an Leib oder Seele gesundeten; oder wenn sie das Gefühl hatten, eins zu sein mit gleichgesinnten Menschen, mit der Schönheit der Schöpfung oder mit dem Ganzen des Universums. Wenn wir lernen, von uns selbst abzusehen, für andere da zu sein und uns im Ganzen der Wirklichkeit aufgehoben zu wissen, dann öffnen wir uns für das Göttliche. Wir mögen Gott in allem erkennen, was uns an guten Gaben und Segnungen zuteilwird, die wir nicht uns selbst zuschreiben, sondern wofür wir nur dem geheimnisvollen Grund unseres Universums danken können.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           Über die Autorin / den Autor:
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dr. theol. Kurt Bangert, Theologiestudium in den USA, in Tübingen und zuletzt in Marburg, wo er auch promoviert wurde, jahrelange Tätigkeit in der Entwicklungszusammenarbeit, heute Schriftleiter der theologischen Zeitschrift "Freies Christentum", dem Organ des Bundes für Freies Christentum, Mitbegründer des 2024 gegründeten "Netzwerk Christsein heute".
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Aus: Deutsches Pfarrerblatt - Heft 1/2026
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
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      <pubDate>Thu, 29 Jan 2026 13:31:28 GMT</pubDate>
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    <item>
      <title>Religiosität als evolutionäres Erbe</title>
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      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           von Dr. Jürgen Schnakenberg
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Jenseits von Materie gibt es nichts, was auf die Wirklichkeit, den Menschen, seinen Geist oder seine Seele einwirken könnte. Das zeigen die Physik seit Newton (1687) und die Hirnforschung heute eindeutig und schließen damit theistische Vorstellungen aus, in denen ein Gott aus einer Transzendenz in unsere Welt eingreift. Unberührt davon bleibt jedoch die empirische Beobachtung, dass Religiosität ein Verhalten von Menschen ist, seitdem wir Kunde von menschlichem Leben haben. Das ist belegt durch Funde, die selbst religiöse Symbole sind, z.B. in Gräbern, heiligen Stätten und vielem mehr. Dann kann aber Religiosität nur mit dem Menschen selbst entstanden sein, also mit seiner Evolution. Religiosität wird damit aus der Transzendenz in die Immanenz geholt, und Christsein heute im Sinne der Nachfolge Jesu wird zu einem Element menschlicher Wirklichkeit.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
             
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           Newton 1687
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wir gehen zurück in das Jahr 1687, in dem Isaac Newton die erste physikalische Theorie, die jemals formuliert wurde, veröffentlichte, die philosophiae naturalis principia mathemati­ca, Sie bildet bis heute die Grundlage der Beschreibung der Bewegung von Massen in der Makrowelt, also in der Welt der menschlichen Maßstäbe. Sie wurde um 1900 ergänzt durch die Quantentheorie, die die Bewegung von Partikeln in der Mikrowelt der Atome und ihrer Kerne beschreibt. Newton formulierte seine Theorie, heute Klassische Mechanik ge­nannt, in drei Gesetzen, lex prima, secunda und tertia. Für die Überlegungen in diesem Text wird das dritte Gesetz, die lex tertia, die entscheidende Rolle spielen. Newtons (latei­nische) Formulierung besagt:
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           "Einwirkungen auf Massen treten stets als ein Paar von gegenseitigen Einwirkungen zwischen zwei Massen auf. Sie sind von gleicher Größe, aber in ihrer Richtung ein­an­der entgegengesetzt."
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Eine Einwirkung auf eine Masse nennen wir heute eine Kraft, ein Paar von gegenseitigen Einwirkungen eine Wechselwirkungskraft oder kurz eine Wechselwirkung zwischen den beiden Massen. Wir können Newtons lex tertia damit auch so formulieren:
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           "Wechselwirkungsprinzip: Jede Einwirkung auf Materie ist Wechselwirkung mit Materie,"
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            worin wir Masse durch die heute geläufigere Bezeichnung Materie ersetzt haben. Dass die beiden Einwirkungen bzw. Kräfte des Paares gleich groß, aber entgegengesetzt sind, wäre noch zu ergänzen, wird aber in den folgenden Überlegungen gar nicht explizit verwendet werden.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Eine Kraft wirkt auf Materie ein, indem sie ihren Zustand verändert, z.B. ihre Bewegung, ihre Form, ihre elektrische Ladung, ihre Zusammensetzung usw. und umgekehrt muss für jede Veränderung von Materie eine Kraft, also eine Wechselwirkung auftreten. Damit sind wir schon bei der ersten, vielleicht schwerwiegendsten Folgerung aus dem Wechselwir­kungs­prinzip:
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           Materie ist in ihrer Dynamik, d.h. in ihren Veränderungen in sich abgeschlos­sen. Es kann nichts von außerhalb ihrer selbst auf sie einwirken.
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das Wechselwirkungsprinzip gilt gleichlautend auch für die Quantentheorie und ist aus­nahmslos für alle vier bekannten Wechselwirkungen bestätigt worden.. Es ist logisch eingeschlossen in allen bekannten Naturgesetzen. Würde man es aus der Physik strei­chen, fiele die gesamte Physik und ebenso die auf ihr beruhende Technik in sich zusam­men. Insbesondere wäre die Grundlage empirischer Erkenntnis, das mit gleichem Ergeb­nis wiederholbare Experiment, nicht mehr gegeben, weil unkontrollierbare Einwirkungen von außerhalb von Materie zu erwarten wären. Das würde auch die Möglichkeit jeglicher technischer Konstruktion unmöglich machen, weil diese ebenfalls auf der Wiederholbarkeit physikalischer Vorgänge beruht.   
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           Hirnforschung 2004
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Unsere nächste Frage lautet, wo der Mensch in dieser abgeschlossenen Welt der Materie steht. Mit seinem Körper gehört er zur Materie, das ist die Basis der Medizin. Eine These, die sich vom Philosophen Platon über den Apostel Paulus bis in die Gegenwart erstreckt, lautet nun, dass es außer dem materiellen Körper des Menschen einen nicht-materiellen "Geist" bzw. eine nicht-materielle "Seele" gibt. Über beides reden Menschen und von beidem berichten sie, dass es ihr Handeln bestimmen kann. Reden und Handeln sind jedoch neuronal gesteu­er­te und somit materielle Vor­gänge. Es müsste also eine Wir­kungs­linie aus dem behaupteten nicht-materiellen Bereich von Geist und Seele in die materiellen Strukturen des menschlichen Körpers geben, im Widerspruch zum Wechsel­wirkungs­prinzip. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ein Standard-Experiment der Hirnforschung erläutert diese Folgerungen. Einem mensch­lichen Probanden wird eine Aufgabe aus dem Bereich gestellt, den wir als "geistig" oder "seelisch" bezeichnen, z.B. die Lektüre eines Textes, die Lösung einer Mathematik-Auf­gabe, das Hören von Musik, die Betrachtung eines Bildes, die Meditation über ein Gedicht oder ein stilles Gebet. Während der Proband sich der Aufgabe widmet, wird sein Gehirn mit einem bildgebenden Verfahren gescannt. Dabei zeigt sich nun, dass jede der Auf­ga­ben ein typisches Erregungsmuster im Gehirn erzeugt. Dessen Bilder sind, evtl. nach farb­licher Mar­kierung zwecks besserer Erkennbarkeit, in­zwischen vielfach veröffentlicht wor­den. Die Zuordnung der Erregungsmuster zur gestell­ten Aufgabe ist so spezifisch, dass in einem "Blindversuch", in dem sich der Proband ei­gen­willig einer anderen als der gestellten Aufgabe widmet, ohne diese Absicht kundzutun, die Abwei­chung vom Muster der gestell­ten Aufgabe klar erkennbar ist. Das Experiment zeigt also, dass das nach üb­licher Sprech­weise geistig-seeli­sche Geschehen im Gehirn des Menschen mit materiellen Vorgängen, nämlich mit den physikalischen Signalen des jeweiligen bildgebenden Ver­fahrens ver­knüpft ist bzw., in physikalischer Ausdrucksweise, in Wechselwirkung steht. Unter Voraus­setzung des Wech­selwirkungs­prinzips folgt dann aber weiter, dass das geistig-seeli­sche Geschehen im Ge­hirn des Probanden selbst aus­schließlich materielles Geschehen ist. Das 2004 von führenden Hirnforschern veröffent­lichte Manifest der Hirnforschung drückt diese Folgerung so aus:
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            "Geist und Bewusstsein – wie einzigartig sie von uns auch empfunden werden – fügen sich also in das Naturgeschehen ein und übersteigen es nicht. Und: Geist und Bewusstsein sind nicht vom Himmel gefallen, sondern haben sich in der Evolution der Nervensysteme allmählich herausgebildet. Das ist vielleicht die wichtigste Erkenntnis der modernen Neurowissenschaften."
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Der Gedanke der evolutionären Herausbildung von Geist und Bewusstsein und der in ihnen entstehenden Vorstellungen wird der Gegenstand der weiteren Überlegungen dieses Textes sein.  
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           Theismus
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Unter theistisch sind theologische Positionen zu verstehen, die die Existenz eines Gottes jenseits der materiellen Welt annehmen, sowie weiter, dass ein solcher Gott in den Lauf der Welt bis hin in das Leben jedes einzelnen Menschen eingreifen können soll. Diese Annahme steht im direkten Widerspruch zum Wechselwirkungsprinzip. Daraus wird nun die oft zu hörende Konsequenz abgeleitet, dass es folglich keinen Gott gebe und Religiosi­tät ein entbehrliches Relikt aus alten Zeiten sei. Man erkenne hier sehr deutlich, wie religi­öser Glaube durch wissenschaftliche Erkenntnis abgelöst wird. Die ebenso oft zu hörende Entgegnung darauf ist kein logisches Argument, aber doch die nachvollziehbare Frage, ob denn alles Denken und Glauben der naturwissenschaftlichen Erkenntnis zu unterwerfen sei oder ob nicht vielmehr in Theologie und Religion andere Prinzipien und Denkweisen anzuwenden seien. Diese Entgegnung legt eine Lösung nahe, in der das Leben der Men­schen in zwei Welten zu trennen sei, in die Welt der Wissenschaft und Technik und in die Welt des religiösen Glaubens.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das Zwei-Welten-Modell hat eine lange Geschichte. Der britische Physiker Michael Fara­day (1791 - 1867), Entdecker der elektrischen Induktion und damit der Grundlage aller elektrischen Technik, war ein tief gläubiger Christ. Über ihn wird berichtet, dass er sein Labor hinter sich stets sorgfältig abzuschließen pflegte, bevor er seine Betkammer betrat und umgekehrt. Was einem hochintellektuellen Wissenschaftler da an gedanklicher Dis­ziplin zu gelingen vermag, ist von unseren Mitmenschen nicht zu verlangen. Sie leben heute jeden Tag in einer Welt, die von Wissenschaft und Technik tief durchdrungen ist, und müssten sich in gewissen Augenblicken oder Stunden daraus lösen können, um an einen allmächtigen Gott außerhalb ihrer Welt zu glauben. Alle Erfahrung zeigt, dass die alltäg­liche Welt gewinnt und dass das zu Aussagen führt, wie sie etwa in der 6. Kirchenmitglied­schafts­unter­suchung (November 2023) zu lesen sind, dass nämlich eine tiefe Entfrem­dung von den Inhalten kirchlicher Rede entstanden sei, die schließlich zum Austritt aus der Kirche führe oder schon geführt habe.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Aber so viel bleibt festzuhalten, dass theistische Theologien mit den Erkenntnissen der Naturwissenschaften in einem klaren Widerspruch stehen. Hinzu kommt ein theologisches Argument, das vielleicht noch viel schwerer wiegt, nämlich das ungelöste Problem der Theodizee. Von dem Gott, der aus einem Jenseits in die Welt eingreifen kann und der in unserem Glaubensbekenntnis als der liebende und allmächtige Vater vorgestellt wird, wäre zu hoffen, dass er die zumindest schwersten menschlichen Katastrophen ver­hindert. Die Hoffnung bleibt unerfüllt. Die tiefe Erschütterung durch den Holocaust hat auch in der Theologie zu einer Krise des Theismus geführt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           Evolution
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Gehen wir noch einmal an den Anfang zurück und versuchen wir jetzt einen empirischen Ansatz, wie er typisch für die Naturwissenschaften ist, der allerdings zumindest in der deutsch­sprachigen Theologie mit Entschiedenheit abgelehnt wird. Der empirische Befund lautet, dass menschliches Leben seit je her unlösbar mit Religiosität verbunden erscheint. Wo immer wir auf Spuren frühen menschlichen Lebens stoßen, sind das religiöse Sym­bole. Da sind die bis zu 100.000 Jahre alten Gräber mit ihren Beigaben: Gefäße für Spei­sen, Schmuck und Waffen für ein Leben nach dem Tod, die Gräber selbst oft sehr aufwen­dig gestaltet, z.B. unter hohen Hügeln oder mit Megalithen umrandet, und die Gebeine der Toten in bestimmter Weise ausgerichtet. Da sind die Höhlen­malereien, Tier­bilder, die als Jagd­zauber gedeutet werden, und die Venus-Figuren als Beschwörung der Fruchtbarkeit. Und da sind sogar Musikinstrumente, z.B. Knochen­flöten, die kultischen Zwecken gedient haben werden. Das mutig ausgedrückte Fazit dieser Beob­achtungen: das Leben von Men­schen erscheint untrennbar mit Religion verbunden.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Der nächste Schritt in unserem Ansatz geht von der durch alle Erfahrung gestützten Hypo­these aus, dass alles, was wir in der Wirklichkeit empirisch auffinden, geworden sein muss, so dass wir nach dem "warum" bzw. nach dem "woher" des Werdens fragen kön­nen. Diese Hypothese bringt den Naturwissenschaftlern seitens vieler Theologen den Vorwurf des Reduktionismus ein. Aber wenn etwas nicht geworden ist, könnte es ja nur noch "vom Himmel gefallen sein", bzw. in philosophischer Sprechweise, emergent sein. Alle Erfahrung spricht gegen die Möglichkeit von Emergenz, es ist kein einziges Beispiel dafür vorzeigbar, und sie widerspricht zudem dem Wechselwirkungs­prinzip. 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Frage nach dem "warum" und "woher" der Religiosität des Menschen hat die nach unserem heutigen Wissen einzig denkbare Antwort, dass sie mit dem Menschen selbst, also evolutionär geworden ist. In der Sprechweise der Biologie: Religiosität ist ein im Genom verankertes Verhalten des Menschen, das einen durch Anpassung an die Lebens­wirklichkeit entstandenen Überlebensvorteil, vielleicht sogar eine Bedingung für das Über­leben in dieser Wirklichkeit darstellt. Es gibt inzwischen eine ganze Reihe von empirischen Untersuchungen darüber, in welcher Weise Religiosität einen Überlebens­vorteil bildet. Häu­fig ist darin die Rede von der Religiosität als Bewältigung der Kontingenz  der Lebens­wirklichkeit. Damit ist gemeint, dass die Geschehnisse in ihr ohne Bezug auf den Men­schen verlaufen, wie zufällig bald förderlich, bald bedrohlich für ihn. Aus der Religiosität, so eine der Hypothe­sen, gehe eine Sinngebung für das Leben hervor, die der Kontingenz entgegenwirkt. Wie auch immer die Ergebnisse solcher Untersuchungen lauten, bedeutet die evolutionäre Natur von Religiosität, dass diese ein unverzichtbares und unveräußer­liches Element des Menschseins ist. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            ﻿
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           Heute
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Das Vorbild für die soeben in aller Kürze skizzierte Evolutionäre Religionstheorie ist die Evolutionäre Erkenntnistheorie, die unter den Naturwissenschaftlern längst etabliert ist und heute die Tradition der Kantischen Erkenntnistheorie ablöst. Ihre Hypothese lautet, dass die menschliche Fähigkeit einer logischen Erkenntnis der Wirklichkeit ebenfalls evolutionär gebildet und im Genom verankert ist, denn diese Fähigkeit bildet ganz offensichtlich einen Überlebensvorteil. Es bietet sich der Gedanke an, dass die beiden evolutionären Theorien der Religiosität und der Erkenntnis für das Leben der Menschen unverzichtbar sind, ein­ander ergänzen und die Basis für die Rede von Seele als Ort der Religiosität und Geist als Ort der Erkenntnis legen. Beides, Seele und Geist, werden dabei in der Konse­quenz des Wechselwirkungsprinzips als körperliche, also materielle Entitäten angenom­men. Das steht im Widerspruch zur Tradition der Philosophie Platons und der Theologie des Apostel Paulus, die Seele und Geist für nicht-materiell erklären und auf diese Annah­me eine Be­wertung gründen, nämlich rein und edel für Nicht-Materielles und sündig und niedrig für Materielles. Dieser Dualismus hat im Christentum ungeheures menschliches Leid hervor­gebracht. Er scheint bis heute noch nicht gänzlich überwunden.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das experimentum crucis der Evolutionären Religionstheorie ist nun die Frage, ob Religio­si­tät auch heute noch lebendig ist. Das müsste sie sein, denn eine Verankerung im Genom kann in den 300 Jahren seit der Aufklärung, dem Beginn der naturwissenschaftlich begrün­deten Religionskritik, nicht gelöscht worden sein. Dabei ist es entscheidend zu beachten, dass sich das Erscheinungsbild von Religiosität sehr stark wandeln kann und tatsächlich in der Gegenwart auch sehr stark wandelt. Die allenthalben zu vernehmende Klage, dass die Jugend heute nicht mehr religiös sei, stützt sich wie selbstverständlich auf den sonntäg­lichen Kirchgang als Kriterium für Religiosität. Der traditionelle Gottesdienst mit seinem Frontal-Prinzip zwischen Geistlichem und Gläubigen ist in einer Gesell­schaft, die auf Dia­log setzt, längst überfällig für eine Streichung. Die Schulen haben das Frontal-Prinzip seit wenigstens einem halben Jahrhundert überwunden, und heute wächst selbst in den deut­schen Universitäten die Einsicht, dass die traditionelle Frontal-Vorlesung, ein Notbehelf aus der Zeit vor Erfindung des Buchdrucks, obsolet geworden ist. Kirche ist die letzte Bas­tion des Prinzips "von oben nach unten" und wundert sich tatsächlich, dass ihr die Men­schen in großen Scharen davon­laufen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Das Erscheinungsbild von Religiosität ist heute sehr vielfältig. Viele Menschen aus der älteren Generation wenden sich dem Angebot der Esoterik zu, die tolle Blüten treibt und für die in Deutschland mehr Geld ausgegeben wird als das Aufkommen der Kirchen­steuer beider Kirchen. Dann ist da das massenhafte Angebot an Heilslehren einschließ­lich der "Ratgeber-Literatur", deren Versprechen die Züge einer "Selbst-Neu-Schöpfung" tragen und deren Dogmen wie z.B. die Strömungen "positiver Energie"  oder die "Quan­ten­heilung" sogar die abwegigsten kirchlichen Dogmen in den Schatten stellen. Hinzu kommt eine Sucht nach Verschwö­rungs­theorien, so obskur und bizarr diese auch sein mögen. Und schließlich darf der Fußballkult in dieser Liste nicht fehlen.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Die jüngere Generation feiert Gottesdienst nicht in regelmäßigem Kirchgang, sondern in herausgehobenen "Events" wie z.B. auf Kirchentagen, in "Rockmessen" mit selbst ge­spielter Musik und selbst geschriebenen Texten, oder beim Tanzen im Keller des Gemein­de­hauses. Tanz drückt mit seinen Rhythmen, mit seinen Bewegungsabläufen in der Gruppe und mit seinen Ritualen Lebensfreude aus, die in einer Gemeinschaft gefeiert wird. Er bildet in vielen Religionen ein wesentliches Element der Feier, und seine Kultur­geschichte weist ihn eindeutig als ein ursprünglich religiöses Element aus. Dasselbe gilt für die Musik, sei sie zum Tanzen, zum Singen oder zum Zuhören gespielt. Die großen Musik-Events von Woodstock bis Rock am Ring sind tief religiöse Feiern, und sie haben eine große Ausstrahlung auf alle, die dabei sind. Das hat im Jubiläumsjahr 2017 der Reformation sogar die ältere Generation als Zuhörer des Oratoriums "Martin Luther" erlebt, das mit seinen Klängen aus Jazz, Gospel, Rock und Pop alle mitgerissen hat. 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Schließen wir unsere Überlegungen mit der Anerkennung einer ganz besonderen Erschei­nung jugendlicher Religiosität. Wenn junge Leute nach ihrem Schulabschluss für ein FSJ, ein freiwilliges soziales Jahr, nach Afrika oder Südamerika gehen und dort mit Kindern leben und arbeiten, dann darf man das als Nachfolge Jesu verstehen, denn es erfüllt sich hier das Jesus-Wort aus dem Matthäus-Evange­lium (Matth. 25,40): "Was ihr einem dieser meiner geringsten Brüder (und Schwestern) getan habt, das habt ihr mir getan".
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
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      <pubDate>Wed, 03 Dec 2025 08:58:09 GMT</pubDate>
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      <title>Glaube aus Sicht eines Physikers</title>
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      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Der persönliche Gott innen
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           von Prof. Dr. Helmut Kinder
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            ﻿
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           Einleitung
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Religion ist ein Phänomen, das in allen Kulturen anzutreffen ist. In jeder Religion werden gewisse sprachliche Bilder verwendet, um die Glaubensinhalte zu kommunizieren. Diese Sprache verwendet als Metaphern Begriffe aus dem jeweiligen Menschenbild und dem jeweiligen Weltbild. Dies ist der sog. Kontext einer Religion. Während sich aber Menschenbild und Welterkenntnis Im Laufe der zeitlichen Entwicklung ändern, wird der Kontext einer Religion meist beibehalten in dem Bestreben, keinesfalls die Glaubensinhalte zu verlieren, die ja durch diese alten Begriffe beschrieben sind, d. h. die Religionsgemeinschaft stemmt sich konservativ gegen neue Welterkenntnis. So entsteht mit der Zeit ein immer größerer Widerspruch zwischen dem Stand der Wissenschaft und der Sprache der Religion.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Besonders im Westen wurde dieser Widerspruch durch die großen Fortschritte der Naturwissenschaften immer deutlicher, sodass heutzutage besonders im christlichen Abendland ein Großteil der Bevölkerung mit dem Christentum nicht mehr viel anfangen kann. Das Fehlen einer anerkannten Religion führt dann zu einer Mischung aus Atheismus und Ersatzreligionen, wie z.B. der Glaube an Schutzengel und Geister oder auch zu einem einseitigen Aktivismus für extrem linke oder extrem rechte Politik, für Vögel, Wölfe oder Bären. Und die Askese wird ersetzt durch vegane Ernährung.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Im Islam ist dagegen die Neuzeit noch nicht im gleichen Maße angekommen, der Widerspruch ist noch nicht so deutlich. Entsprechend haben Muslime, nicht nur die Extremisten, meist eine viel größere Glaubensgewissheit als „normale“ (d.h. nicht evangelikale) Christen. Das beunruhigt viele im Westen. In jüngster Zeit entwickelt sich daraus eine lebhafte Diskussion, was Religion im Allgemeinen und „Gott“ oder „das Göttliche“ im Besonderen sei, und ob das nicht doch etwas ist, das uns alle angeht. Mit dieser Frage habe ich mich mein Leben lang befasst.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich bin in einem christlichen Elternhaus aufgewachsen, wurde aber mit 17 Jahren Atheist, weil ich sah, dass jede Religion behauptete, die einzig wahre zu sein. Also war darauf kein Verlass. Ich studierte dann Physik mit Mathematik und Chemie, und entfremdete mich so immer weiter vom Christentum. Trotzdem, in schwierigen oder verzweifelten Situationen „ertappte“ ich mich dabei, dass ich betete! Und dass mir das Beten half! Obwohl ich nicht mehr an einen Gott glaubte, hatte ich offenbar immer noch eine Art unbewusste Gottesbeziehung. Also musste da doch irgendetwas sein. Als Physiker wollte ich aber nicht „glauben müssen“, sondern wissen und verstehen, was da war.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Zufällig las ich dann, dass C. G. Jung gefragt wurde, ob er an Gott glaube. Er antwortete, dass er nicht glaube, sondern wisse.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/BANGERT/MYFILES/WordDokumente/PRIVAT/NETZWERK/Netzwerk%20NEU/Beitraege%20fuer%20Website%20Netzwerk/Glaube%20aus%20Sicht%20eines%20Physikers_HKinder.docx#_ftn1" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [1]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Ich habe dann viele von Jungs Schriften gelesen und traf auf seinen Ausspruch: „Gott ist die stärkste Kraft im kollektiven Unbewussten.“ Und ich las Ludwig Feuerbach, der Gott als das „Wesen des Menschen“ beschrieben hatte. Offenbar war es gar nicht nötig, an eine übernatürliche und nebulöse „Transzendenz“ zu glauben, sondern es handelte sich um etwas ganz Reales in uns Menschen.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und das konnte auch der Grund sein, warum Religion in allen Kulturen vorkommt und warum viele Menschen daran festhalten, auch wenn das nicht in Einklang mit ihrem gegenwärtigen Weltverständnis steht. Es gilt also, die Sprache der Religion von ihrem archaischen Kontext zu befreien und zu ihrer Kernbotschaft vorzudringen. Dazu möchte ich hier einen Beitrag leisten. Dabei gehe ich hauptsächlich auf das Christentum ein, da dies meiner eigenen Erfahrung entspricht.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           Der Schöpfergott außen und das heutige Weltbild
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Zuerst geht es darum, den Widerspruch zwischen dem traditionellen Kontext der christlichen Religion und dem heutigen Weltverständnis darzustellen.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Gott wird im traditionellen Christentum und in der christlichen Philosophie durch gewisse idealisierte Eigenschaften beschrieben: Er ist ein personales Wesen, das allmächtig, allwissend, allgegenwärtig, ewig, gütig und menschenliebend ist. Dieses Wesen ist kein Teil der materiellen Welt, sondern steht dieser in einer „Transzendenz“ gegenüber. In seiner Allmacht hat er als Schöpfer die Entstehung und Entwicklung des Universums veranlasst und ist seither die „alles bestimmende Wirklichkeit“.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/BANGERT/MYFILES/WordDokumente/PRIVAT/NETZWERK/Netzwerk%20NEU/Beitraege%20fuer%20Website%20Netzwerk/Glaube%20aus%20Sicht%20eines%20Physikers_HKinder.docx#_ftn2" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [2]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;sup&gt;&#xD;
      
           ,
          &#xD;
    &lt;/sup&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/BANGERT/MYFILES/WordDokumente/PRIVAT/NETZWERK/Netzwerk%20NEU/Beitraege%20fuer%20Website%20Netzwerk/Glaube%20aus%20Sicht%20eines%20Physikers_HKinder.docx#_ftn3" target="_blank"&gt;&#xD;
      &lt;sup&gt;&#xD;
        
            [3]
           &#xD;
      &lt;/sup&gt;&#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Wenn man dies alles wörtlich und als Tatsachen nehmen will, kommt man sofort in Widersprüche. Beispielsweise kann der Mensch sich selbst töten. Ein Wesen, das ewig ist, kann das nicht, sonst wäre es ja vergänglich. Also kann es nicht alles. Die Eigenschaften „ewig“ und „allmächtig“ sind nicht kompatibel.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ein allwissendes Wesen enthält die Information des ganzen Universums. Ein solches Wesen kann nicht Schöpfer der Welt sein. Denn es kann nichts Neues hervorbringen, weil es ja alles bereits selbst enthält. Vielmehr müsste man dann weiter zurück fragen nach dem Ursprung dieser ganzen Information, also nach dem Schöpfer des allwissenden Wesens.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ein allgegenwärtiges Wesen ist im ganzen Universum anzutreffen. Das Universum ist aber nach heutiger Kenntnis riesengroß. Es ist im Durchmesser 8x10
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;sup&gt;&#xD;
      
           14
          &#xD;
    &lt;/sup&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            (also eine 8 mit 14 Nullen) mal größer als unser Sonnensystem (Asteroidengürtel), 7x10
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;sup&gt;&#xD;
      
           19
          &#xD;
    &lt;/sup&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            mal größer als unsere Erde und 2x10
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;sup&gt;&#xD;
      
           26
          &#xD;
    &lt;/sup&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            mal größer als wir Menschen. Gott wäre also unvorstellbar groß, und demnach sein Sohn, der Mensch Jesus Christus, nur eine winzige Missgeburt. Dass sich ein so großer Gott angeblich einer so kleinen Restmenge liebevoll zuwendet, ist absurd. Mehr noch, es ist Selbstüberschätzung des Menschen.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Nicht nur der Lebensraum Erde des Menschen ist winzig, auch die Zeitspanne, die er dort verbringen darf. Die ersten Menschen erschienen erst vor 2 Mio. Jahren auf der Weltbühne, die damals schon 13.800 Mio. Jahre alt war. Und er wird auch nicht lange bleiben, denn die Erde verliert ständig Energie durch die Gezeiten und nähert sich unaufhaltsam der Sonne, bis alles Wasser verdunstet. Spätestens in 200 Mio. Jahren wird daher alles Leben auf der Erde absterben.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/BANGERT/MYFILES/WordDokumente/PRIVAT/NETZWERK/Netzwerk%20NEU/Beitraege%20fuer%20Website%20Netzwerk/Glaube%20aus%20Sicht%20eines%20Physikers_HKinder.docx#_ftn4" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [4]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Also wären wir für diesen ewigen Gott nur eine kurzfristige Spielerei.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Dass es sich bei diesen riesigen Dimensionen und ewigen Zeitspannen um ein „personales“ Wesen handeln soll, ist eine allzu menschliche Vorstellung. Schon der Vorsokratiker Xenophanes, der in Afrika gereist war und gesehen hatte, dass dort nicht nur die Menschen, sondern auch die Götter schwarz waren, sagte: „Wenn wir Pferde wären, wären auch unsere Götter Pferde.“ Also der Mensch macht sich seine Gottesvorstellung nach seinem eigenen Bilde, nicht umgekehrt. Besonders berühmt ist Michelangelos Bild mit dem Schöpfergott als alter weißer Mann in der Sixtinischen Kapelle.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Auch wäre dieser Gott keineswegs immer gütig und liebevoll zu den Menschen, denn er lässt ja Tsunamis und Hurrikans, den Holocaust, Hiroshima und die schrecklichen Kriege der Menschheit zu (also besonders die „physischen Übel“ nach Leibnitz). Dieses Theodizee-Problem ist auch unter Theologen nach wie vor ungelöst.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/BANGERT/MYFILES/WordDokumente/PRIVAT/NETZWERK/Netzwerk%20NEU/Beitraege%20fuer%20Website%20Netzwerk/Glaube%20aus%20Sicht%20eines%20Physikers_HKinder.docx#_ftn5" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [5]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Es ist klar: wenn dieser Gott allmächtig und gütig zu uns Menschen wäre, sähe die gegenwärtige Welt ganz anders aus.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und sollte ein solches Wesen dennoch unsere ganze Wirklichkeit bestimmen, so ließ sich dessen Wirken bisher jedenfalls nicht nachweisen. Im Gegenteil, die Physik kommt ganz ohne diese Hypothese aus. So bereits Laplace gegenüber Napoleon: „Je n’ai pas eu besoin de cette hypothèse“.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/BANGERT/MYFILES/WordDokumente/PRIVAT/NETZWERK/Netzwerk%20NEU/Beitraege%20fuer%20Website%20Netzwerk/Glaube%20aus%20Sicht%20eines%20Physikers_HKinder.docx#_ftn6" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [6]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            In der heutigen Physik ist das ganz selbstverständlich, auch für Quantenphysik und Allgemeine Relativitätstheorie. Letztere besagt sogar, dass es überhaupt keinen Schöpfer des Universums geben kann, denn die Zeit ist erst im Urknall entstanden. Ohne Zeit gibt es überrhaupt kein „vorher“. Das können wir uns nicht anschaulich vorstellen, aber es ist logisch zwingend: Dem Urknall ging zeitlich nichts voraus, keine Ursache, kein Schöpfergott.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Nun wird eingewendet, Gott sei nicht mit menschlichen Maßstäben zu messen. Ein „überirdisches“ oder „übersinnliches“, also übernatürliches Wesen könne trotzdem alle diese Eigenschaften gleichzeitig besitzen. Dazu muss jedoch der Begriff „übernatürlich“ kritisch beleuchtet werden:
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Übernatürliches kann per Definition keinerlei Wechselwirkung mit der physikalischen Welt haben. Denn gäbe es eine solche Wechselwirkung, so würde sich diese im Prinzip mit physikalischen Mitteln nachweisen lassen. Genau das aber würde bedeuten, dass das angeblich Übernatürliche tatsächlich ein Teil der physikalischen Welt wäre, also gerade nichts Übernatürliches. Aus demselben Grund haben auch sonstige „geistige Parallelwelten“, von denen man bisweilen hört, keinerlei Wechselwirkung mit unserer physikalischen Welt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Da es also keine Wechselwirkung zwischen der physikalischen Welt und einer übernatürlichen Welt geben kann, können wir auch auf keine Weise nachprüfen, ob diese existiert. Es ist also eine Hypothese, die prinzipiell nicht falsifizierbar ist (K. Popper). Solche Hypothesen sind überflüssig und zu eliminieren (Ockhams „Rasiermesser“), denn sie sind reine Gedankenkonstrukte. So auch Kant über den Unterschied zwischen 100 gedachten und 100 echten Talern. Mangels Wechselwirkung hätte dieses Übernatürliche auch keinerlei Einfluss auf unser Dasein. Wir können es ignorieren.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die philosophischen Vorstellungen von einem übernatürlichen Gott, der die Welt erschaffen hat und deren Wirklichkeit bestimmt, sind also offensichtlich widersprüchlich und können nicht als Tatsachen gewertet werden, noch nicht einmal als vernünftige Hypothese. So wird verständlich, dass alle „Gottesbeweise“ scheitern mussten (Kant).
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Aus dieser Einsicht heraus wird nun mancherorts versucht, Gott philosophisch in die Welt zurückzubringen und „holistisch“
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/BANGERT/MYFILES/WordDokumente/PRIVAT/NETZWERK/Netzwerk%20NEU/Beitraege%20fuer%20Website%20Netzwerk/Glaube%20aus%20Sicht%20eines%20Physikers_HKinder.docx#_ftn7" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [7]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            oder „pan-en-theistisch“
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/BANGERT/MYFILES/WordDokumente/PRIVAT/NETZWERK/Netzwerk%20NEU/Beitraege%20fuer%20Website%20Netzwerk/Glaube%20aus%20Sicht%20eines%20Physikers_HKinder.docx#_ftn8" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [8]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
             „neu zu denken“. Doch auch dieser Versuch, „den Glauben mit den Naturwissenschaften auszusöhnen“, versöhnt im Gegenzug keineswegs die Wissenschaftler mit dem Glauben.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Denn für diese besteht die Welt letztlich aus Energie. Auch Materie ist eine Erscheinungsform der Energie gemäß Einsteins E=mc². Wer nun sagt, „die Welt, das ist ja Gott“
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/BANGERT/MYFILES/WordDokumente/PRIVAT/NETZWERK/Netzwerk%20NEU/Beitraege%20fuer%20Website%20Netzwerk/Glaube%20aus%20Sicht%20eines%20Physikers_HKinder.docx#_ftn9" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [9]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            oder auch „alles ist Geist“
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/BANGERT/MYFILES/WordDokumente/PRIVAT/NETZWERK/Netzwerk%20NEU/Beitraege%20fuer%20Website%20Netzwerk/Glaube%20aus%20Sicht%20eines%20Physikers_HKinder.docx#_ftn10" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [10]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            , der behauptet, wie schon Spinoza, dass alles letztlich aus ein und demselben Stoff besteht. Er ist also Monist. Ob er diesen einen Stoff nun „Gott“ oder „Geist“ oder eben „Energie“ nennt, das ist nur eine Frage der Bezeichnung, denn es ist ja jedesmal derselbe Stoff.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Auch wir selbst bestehen aus diesem Stoff, denn wir sind ja Teil des Universums. Das zu wissen macht uns bescheiden und demütig. Aber der Stoff selber, nennen wir ihn Gott oder Geist oder Energie, ist dann nichts Heiliges, sondern eine Banalität. Ich werde aber weiter unten im Abschnitt „Projektion“ darauf zurückkommen.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Schließlich sind noch die Berichte in den Evangelien zu erwähnen: Jungfrauengeburt, Engel, Wunder, Auferstehung und Himmelfahrt Jesu. Als Tatsachen können diese heutzutage nicht mehr gelten, denn sie widersprechen jeglicher wissenschaftlichen Erkenntnis. „Verdummbibelung“ nennt das die Jugendsprache. Die archaische Sprache versperrt den Zugang zum Glauben.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           Der persönliche Gott innen und die Mystik
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Aber warum hat die Menschheit dann überhaupt solche Vorstellungen entwickelt, warum haben diese eine derart weite Verbreitung gefunden und sich so lange halten können? Offenbar steht dahinter eine menschliche Erfahrung, die sich zwar nicht direkt in Worte fassen lässt, die aber durch diese Vorstellungen und Begriffe bzw. Metaphern, kommunizierbar und vor allem auch nachvollziehbar wurde. Allerdings verlieren diese Vorstellungen in der Neuzeit immer mehr an Überzeugungskraft, weil sie in einem archaischen Kontext stehen. Nur dieser Kontext ist überholt, nicht aber die dahinter stehende Erfahrung.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Bereits Dietrich Bonhoeffer hat sich intensiv mit diesem Problem befasst. Er nannte den traditionellen Schöpfergott einen „Lückenbüßer für unser Nichtwissen“,
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/BANGERT/MYFILES/WordDokumente/PRIVAT/NETZWERK/Netzwerk%20NEU/Beitraege%20fuer%20Website%20Netzwerk/Glaube%20aus%20Sicht%20eines%20Physikers_HKinder.docx#_ftn11" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [11]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            den wir mit Erweiterung unseres Wissensstandes immer weiter von uns wegschieben müssen und folgerte: „Einen Gott, den es [da draußen angeblich] gibt, den gibt es nicht.“
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/BANGERT/MYFILES/WordDokumente/PRIVAT/NETZWERK/Netzwerk%20NEU/Beitraege%20fuer%20Website%20Netzwerk/Glaube%20aus%20Sicht%20eines%20Physikers_HKinder.docx#_ftn12" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [12]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Das gehört zur intellektuellen Redlichkeit. Aber die dahinter stehende menschliche Erfahrung beschrieb er so: „Der Gott, der uns in der Welt leben läßt ohne die Arbeitshypothese Gott, ist der Gott, vor dem wir dauernd stehen.“
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/BANGERT/MYFILES/WordDokumente/PRIVAT/NETZWERK/Netzwerk%20NEU/Beitraege%20fuer%20Website%20Netzwerk/Glaube%20aus%20Sicht%20eines%20Physikers_HKinder.docx#_ftn13" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [13]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Der traditionelle Schöpfergott ist in die Ferne gerückt, ist überholt, aber die Erfahrung, vor einem Gegenüber zu stehen, das man zwar nicht sieht aber spürt, die ist real. Auch Muslime kennen diese Erfahrung, „direkt vor Gott zu stehen“. Gerade deshalb lehnen sie ja Jesus als Mittler zwischen Gott und Mensch ab. Doch „denkt“ sich auch der offizielle Islam Gott noch „da außen“. Anders allerdings die Sufis und auch die Aleviten.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Offenbar ist Gott für betende Menschen ganz nah, sie können ihn spüren, als stünden sie vor ihm. Auch mir geht das so. Aber wenn er tatsächlich vor uns stünde, könnten wir ihn sehen oder wenigstens irgendwie sonst nachweisen. Das ist nicht der Fall. Also beruht dieses „Spüren“ nicht auf äußeren Sinneseindrücken, sondern muss von innen her kommen.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dies sagte auch Jesus selber zu den Pharisäern: „Das Reich Gottes kommt nicht mit äußerlichen Gebärden; man wird auch nicht sagen: Siehe hier! oder: da ist es! Denn sehet, das Reich Gottes ist inwendig in euch.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/BANGERT/MYFILES/WordDokumente/PRIVAT/NETZWERK/Netzwerk%20NEU/Beitraege%20fuer%20Website%20Netzwerk/Glaube%20aus%20Sicht%20eines%20Physikers_HKinder.docx#_ftn14" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [14]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Diese Erkenntnis wurde durch die zwei Jahrtausende von vielen Mystikern weiter getragen, und sie fand auch ihren Niederschlag in der Lehre von der Gestalt Gottes als Heiliger Geist, der im Pfingstgeschehen über die Jünger kam und seither im Herzen der Gläubigen wohnt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wenn aber Gott „inwendig in uns“ ist, so hat das nichts mit der Kosmologie zu tun oder mit einem „Jenseits“, sondern nur mit uns Menschen. Aber wir selbst sind nicht Gott. Vielmehr empfinden wir ihn als eine Art personales Gegenüber in uns; „ewiges Du“ nennt das Martin Buber,
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/BANGERT/MYFILES/WordDokumente/PRIVAT/NETZWERK/Netzwerk%20NEU/Beitraege%20fuer%20Website%20Netzwerk/Glaube%20aus%20Sicht%20eines%20Physikers_HKinder.docx#_ftn15" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [15]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            „das ganz Andere“ Rudolf Bultmann2 und „Gegenüber des Glaubens“ Wilfried Härle.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/BANGERT/MYFILES/WordDokumente/PRIVAT/NETZWERK/Netzwerk%20NEU/Beitraege%20fuer%20Website%20Netzwerk/Glaube%20aus%20Sicht%20eines%20Physikers_HKinder.docx#_ftn16" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [16]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dann ist er zwar nicht allgegenwärtig, aber wir nehmen ihn überall mit hin. Für jeden von uns ist er deshalb stets gegenwärtig. „Ich weiß, dass einer mit mir geht“ dichtete Hanns Köbler.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/BANGERT/MYFILES/WordDokumente/PRIVAT/NETZWERK/Netzwerk%20NEU/Beitraege%20fuer%20Website%20Netzwerk/Glaube%20aus%20Sicht%20eines%20Physikers_HKinder.docx#_ftn17" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [17]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Auch wird klar, dass wir ihm nicht entfliehen können, wie in den Erzählungen über Adam, Kain und besonders Jona dargestellt. Dann ist er zwar nicht ewig, aber er begleitet jeden von uns, jeden Tag, ein Leben lang.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dann ist er auch nicht „allmächtig“, denn in der Außenwelt ist er überhaupt nicht vorhanden. Sondern er bestimmt unsere innere Wirklichkeit. Er hilft uns nicht in der Welt draußen, aber er stützt uns von innen und gibt uns eine ganz neue Einstellung und Kraft zum Leben. „Gottvertrauen“ nennen wir das oft. Und er „erlöst“ uns von unserer Ich-Bezogenheit, öffnet unseren Blick für die Mitmenschen und lässt uns die Welt mit anderen Augen sehen. „Die Welt mit Gottes Augen sehen“, sagte Dorothee Sölle.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/BANGERT/MYFILES/WordDokumente/PRIVAT/NETZWERK/Netzwerk%20NEU/Beitraege%20fuer%20Website%20Netzwerk/Glaube%20aus%20Sicht%20eines%20Physikers_HKinder.docx#_ftn18" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [18]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Damit ist auch das Theodizee-Problem gelöst. Dazu Sölle mit Hinweis auf Teresa von Avila: „Gott hat keine anderen Hände als unsere.“
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/BANGERT/MYFILES/WordDokumente/PRIVAT/NETZWERK/Netzwerk%20NEU/Beitraege%20fuer%20Website%20Netzwerk/Glaube%20aus%20Sicht%20eines%20Physikers_HKinder.docx#_ftn19" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [19]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Den Auftrag der Güte und Zuwendung zu unseren Mitmenschen gibt er an uns weiter, den Auftrag zur Mitmenschlichkeit. Das ist Jesu Botschaft von der Nächstenliebe.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Er ist dann auch nicht allwissend, aber er kennt unsere Gedanken von innen. Und er gibt uns seine Gedanken ein, wenn wir nach innen auf ihn hören, uns für seinen Einfluss öffnen.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Er ist auch nicht der Schöpfer der physikalischen Welt „da draußen“, sondern wir empfinden ihn als „Basis“, oder „Urgrund“ unseres eigenen Seins, unserer Innenwelt.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Informationen über die Außenwelt erfahren wir ja nur durch unsere Sinnesorgane. Aus diesen Informationen entsteht im Kopf ein Bild der Außenwelt. Dieses Bild im Kopf ist also Teil unserer Innenwelt, deren Basis Gott ist. Darum empfinden wir Gott als den Schöpfer. Er ist für uns der „gefühlte Schöpfer“, so wie wir auch von einer „gefühlten Temperatur“ reden.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Nun können wir auch die Wundergeschichten der Bibel einordnen: als Erzählungen, als Bilder, mit denen unsere Vorfahren ihren Glauben ausdrückten. So sagt der auferstandene Christus von Mt. 28,20: „Ich bin bei Euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ Und doch wird er in Apg. 1,9 in den Himmel entrückt. Aber das muss kein Widerspruch sein: wenn Christus als Gegenwart Gottes in uns aufersteht, haben wir den Himmel im Herzen!
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wir sehen, dass die alte Sprache die menschlichen Empfindungen damals gut abgebildet hat. Wir brauchen sie nur ein wenig umzudeuten, um in heutiger Sprache dieselben Empfindungen zu beschreiben. Offenbar hat die alte Sprache dieses innere Erleben so in die Außenwelt projiziert, dass die dahinter stehende Erfahrung leicht herausgespürt und nachvollzogen werden konnte. So erklärt sich auch die weite Verbreitung des Christentums über alle Sprachgrenzen hinweg. Aber natürlich auch die der anderen Weltreligionen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Was sind also diese Empfindungen? Dazu müssen wir verstehen, wie unser Gehirn arbeitet.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           Der Mensch
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Objektiv gesehen denkt der Mensch mit dem Gehirn. Im Gehirn befinden sich verschiedene Areale mit spezialisierten Funktionen, die zum größten Teil unbewusst ablaufen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/BANGERT/MYFILES/WordDokumente/PRIVAT/NETZWERK/Netzwerk%20NEU/Beitraege%20fuer%20Website%20Netzwerk/Glaube%20aus%20Sicht%20eines%20Physikers_HKinder.docx#_ftn20" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [20]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Die einzelnen Schaltelemente des Gehirns sind die ca. 100 Milliarden Nervenzellen oder Neuronen. Von diesen gehen Axone aus, die jeweils rund 1000 Synapsen tragen. Diese können Botenstoffe, sog. Neurotransmitter, ausschütten, die andere Nervenzellen erregen. Alle Nervenzellen zusammen bilden ein stark wechselwirkendes Netzwerk, das insgesamt eine Art „Schwarm-Intelligenz“ hervorbringt. Der Gehirnforscher Gerhard Roth bezeichnete das Gehirn als einen „chemischen Computer“.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/BANGERT/MYFILES/WordDokumente/PRIVAT/NETZWERK/Netzwerk%20NEU/Beitraege%20fuer%20Website%20Netzwerk/Glaube%20aus%20Sicht%20eines%20Physikers_HKinder.docx#_ftn21" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [21]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Inzwischen gibt es ein gigantisches Europa-Projekt, das dieses Netzwerk, also unsere menschliche Intelligenz, auf einem Rechner-Cluster nachbilden soll, das „Human Brain Project.“
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/BANGERT/MYFILES/WordDokumente/PRIVAT/NETZWERK/Netzwerk%20NEU/Beitraege%20fuer%20Website%20Netzwerk/Glaube%20aus%20Sicht%20eines%20Physikers_HKinder.docx#_ftn22" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [22]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Inzwischen ist auch die künstliche Intelligenz in Mode gekommen, aber verglichen mit unserem Gehirn kann sie noch fast gar nichts.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dies ist der Mensch objektiv von außen gesehen, ein wenig gruselig, aber so ist es nun mal. Aber für die Spiritualität des Menschen ist das eigenlich völlig nebensächlich. Soll es doch in fernerer Zukunft „fromme“ Roboter geben. Wenigstens lassen die uns dann noch leben. Hier interessiert uns nicht die Sicht von außen auf unser Gehirn, sondern in erster Linie die Sicht von innen, auf das von uns selbst empfundene Innenleben.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Was wir da erleben, ist, dass unser Bewusstsein nur einen kleinen Teil unserer gesamten Gehirntätigkeit ausmacht. Der weitaus überwiegende Teil vollzieht sich unbewusst. Es wäre auch wenig ökonomisch, wenn wir jeden Click jeder einzelnen Nervenzelle registrieren sollten. Die unbewusste Gehirntätigkeit erfasst die gesamten im Gehirn gespeicherten Daten, ins Bewusstsein dringt aber nur das Endergebnis einer hochgradigen Datenreduktion. Nur dieses Ergebnis ist für unser Überleben wichtig.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die unbewusste Gehirntätigkeit verrät sich hier und da in unserer Sprache, z. B. wenn wir ein Problem haben, und uns am nächsten Morgen eine Lösung dafür „einfällt“. Von woher „fällt“ sie? Sie ist doch wohl ein Resultat unserer unbewussten Gehirntätigkeit während wir schliefen. „Das hat im Hinterkopf gearbeitet“ sagen wir dann.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Auch reden wir vom „Bauchgefühl“ wenn wir uns in einer Sache entscheiden, aber diese Entscheidung nicht rational begründen können. Wieder ein Resultat unbewusster Gehirntätigkeit. Bei einfachen Entscheidungen lässt sich diese Gehirntätigkeit sogar experimentell messen an Hand des sie begleitenden Aktionspotentials im EEG, das sich bereits aufbaut, bevor der Person die Entscheidung ins Bewusstsein dringt. Diese Vorlaufzeit kann bis zu 10 Sekunden betragen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/BANGERT/MYFILES/WordDokumente/PRIVAT/NETZWERK/Netzwerk%20NEU/Beitraege%20fuer%20Website%20Netzwerk/Glaube%20aus%20Sicht%20eines%20Physikers_HKinder.docx#_ftn23" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [23]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das Bewusstsein ist also, im Bild des Computers gesprochen, der Monitor, auf dem die bereits verarbeitete Information als zusammengefasstes Ergebnis erscheint. Dieses Resultat beeinflusst dann unser weiteres Verhalten. Oder auch so: das Bewusstsein ist nur die App, die auf dem mächtigeren unbewussten Betriebsystem läuft.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das Unbewusste wurde wohl erstmals von Sigmund Freud beschrieben. Er stellte das Ich zwischen Über-Ich und Es als die beiden Hauptantriebe des Menschen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/BANGERT/MYFILES/WordDokumente/PRIVAT/NETZWERK/Netzwerk%20NEU/Beitraege%20fuer%20Website%20Netzwerk/Glaube%20aus%20Sicht%20eines%20Physikers_HKinder.docx#_ftn24" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [24]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Einen Gott lehnte er strikt ab. Aber merkwürdigerweise hat sein Über-Ich genau die strengen Wesenszüge, die in Freuds Judentum Gott zugeschrieben werden. Er lehnte also nur den „Gott außen“ ab und setzte das Über-Ich an dessen Stelle. Nicht mehr als externes Wesen, sondern als innere psychische Kraft, eben unser „Betriebsystem“.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Nehmen wir nun die Erkenntnis Jesu hinzu, dass Gott nicht streng und strafend ist sondern vielmehr positiv fördernd und unterstützend wie ein guter Vater, so können wir diese Erkenntnis auf das Über-Ich übertragen und haben ziemlich genau das, was ich mit „Gott innen“ meine. Dies geht auf C.G. Jung zurück:
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Der Pfarrerssohn C. G. Jung vertiefte die Vorstellungen vom Unbewussten, indem er zwischen einem individuellen, persönlichen Teil und einem kollektiven Teil desselben unterschied. Im individuellen Teil befinden sich vergessene und verdrängte Inhalte des jeweiligen Menschen, während sich im kollektiven Teil die „Archetypen“ befinden. Dies sind durch die Evolution erworbene, angeborene Inhalte, die in jedem Menschen tief im Innern als autonome psychische Faktoren wirksam sind. Sie können als Bilder im Traum erscheinen und finden sich in allen Kulturen wieder, wie Jung in seinen Untersuchungen nachwies. Auch viele Volksmärchen und Mythen sind Ausdruck dieser Archetypen.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Jung identifizierte nun Gott mit dem wirksamsten unter diesen Archetypen, dem „König“, also der stärksten Kraft im kollektiven Unbewussten.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/BANGERT/MYFILES/WordDokumente/PRIVAT/NETZWERK/Netzwerk%20NEU/Beitraege%20fuer%20Website%20Netzwerk/Glaube%20aus%20Sicht%20eines%20Physikers_HKinder.docx#_ftn25" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [25]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Gott war für ihn also explizit ein in jedem Menschen real existierender psychischer „Faktor“, der auf unser Bewusstsein und unser Verhalten einwirkt. Dieser Faktor ist autonom in dem Sinne, dass er Signale in unser Bewusstsein sendet, wir aber vom Bewusstsein her keinen Einfluss auf ihn haben.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dies deckt sich mit Schleiermachers Rede vom „Gefühl der schlechthinnigen Abhängigkeit.“
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/BANGERT/MYFILES/WordDokumente/PRIVAT/NETZWERK/Netzwerk%20NEU/Beitraege%20fuer%20Website%20Netzwerk/Glaube%20aus%20Sicht%20eines%20Physikers_HKinder.docx#_ftn26" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [26]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Die heutige Gehirnforschung identifiziert das "Woher" dieses Gefühls mit dem Limbischen System des Menschen.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/BANGERT/MYFILES/WordDokumente/PRIVAT/NETZWERK/Netzwerk%20NEU/Beitraege%20fuer%20Website%20Netzwerk/Glaube%20aus%20Sicht%20eines%20Physikers_HKinder.docx#_ftn27" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [27]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Der Mensch neigt aber dazu, alle Signale, die ins Bewusstsein dringen, so zu interpretieren als kämen sie von seinen Sinnesorganen, also nur von außen. So interpretiert er auch das Wirken der unbewussten Kräfte auf sein Bewusstsein als von außen kommende Mächte und personifiziert sie als göttliche Wesen. Ludwig Feuerbach erkannte als erster diesen Mechanismus, den Jung dann später „Projektion“ nannte.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           Der Projektionsmechanismus
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Vermittels des Projektionsmechanismus kann der Mensch das Empfinden haben, unmittelbar vor Gott zu stehen, so wie es Bonhoeffer beschrieben hat, siehe oben.13 Damit dieses innere Erleben realer wird, machten sich die Menschen seit jeher Götterfiguren und andere Symbole, die wirklich sichtbar sind.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Im vorderen Orient hatte vor 3000 Jahren jede Stadt und jedes Reich ihre Götterstatuen. Sogar Mose auf dem Horeb hatte den brennenden Busch als materielles Symbol angesehen. Als er zurückkam, tanzte sein Volk ums Goldene Kalb. Moses zweites Gebot, „du sollst dir kein Gottesbild machen“
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/BANGERT/MYFILES/WordDokumente/PRIVAT/NETZWERK/Netzwerk%20NEU/Beitraege%20fuer%20Website%20Netzwerk/Glaube%20aus%20Sicht%20eines%20Physikers_HKinder.docx#_ftn28" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [28]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
             wurde von den Israeliten später zwar beachtet, aber als materielles Symbol diente stattdessen die Bundeslade im Allerheiligsten des Tempels.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Auch für Muslime gilt ein Bilderverbot. Doch auch sie haben ein allerheiligstes materielles Symbol, die Kaaba. Auf der Haddsch die Kaaba zu berühren ist das höchste Gut. Und wenn sie im normalen Leben beten, richten sie sich nach Mekka zur Kaaba hin aus.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Übrigens ist auch der Fuß der Petrusfigur im Vatikan schon ganz dünn geworden, weil alle Rompilger ihn anfassten; ich natürlich auch.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Die Christen in Ost und West haben kein Bilderverbot, trotz mancher Phase der Bilderstürmer. Mit diesen heiligen Figuren und Bildern und durch die dazu gehörigen Rituale – z. B. küssen die Orthodoxen die Ikonen – lassen sich die inneren Empfindungen assoziieren und machen es so leichter, sich zu öffnen und in sich hineinzuhören.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Doch das höchste Gut für die Christen sind ebenfalls materielle Symbole, nämlich Brot und Wein in der Kommunion. Der Vollzug der „Wandlung“, die in der katholischen Kirche sogar durch ein Glockenzeichen angezeigt wird, soll es uns erleichtern, dass wir unsere Empfindungen für Gott in der Gestalt Jesu Christi in diese Materie projizieren.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Welche Bedeutung dieser Vollzug hat, wurde im Abendmahlsstreit zwischen Luther und Zwingli deutlich. Ob nun Jesus tatsächlich in Brot und Wein gegenwärtig ist oder nur an ihn erinnert werden soll: Tatsächlich vollzieht sich die Wandlung ja nicht an der Materie, sondern in uns.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die darauf folgende „Verinnerlichung“ von Brot und Wein macht uns dann besonders bewusst, dass wir diesen Gott in uns aufnehmen, dass wir ihn also erst außen und dann innen haben und ihn so wieder deutlich in uns spüren können.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dagegen wird der Deutung der Kommunion als Sühnopfer, wie es Paulus sah,  schon dadurch der Boden entzogen, dass diese Deutung einen „Gott außen“ voraussetzt, der in die Geschichte eingreift. Im Ergebnis unterstützt dies die Bestrebungen von K.P. Jörns.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/BANGERT/MYFILES/WordDokumente/PRIVAT/NETZWERK/Netzwerk%20NEU/Beitraege%20fuer%20Website%20Netzwerk/Glaube%20aus%20Sicht%20eines%20Physikers_HKinder.docx#_ftn29" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [29]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Eine Projektion, wenn auch auf höherer geistiger Stufe, ist natürlich auch der „Gott außen“ selber (s.o.). Er ist ein gedankliches Bild der Philosophen und Theologen, an dem sich unsere menschlichen Empfindungen assoziieren lassen. Beispielsweise sagte Anselm von Canterbury, Gott sei „etwas, über das hinaus nichts Größeres gedacht werden kann.“
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/BANGERT/MYFILES/WordDokumente/PRIVAT/NETZWERK/Netzwerk%20NEU/Beitraege%20fuer%20Website%20Netzwerk/Glaube%20aus%20Sicht%20eines%20Physikers_HKinder.docx#_ftn30" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [30]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Aber ein Gott, den man sich denkt, ist nicht der reale Gott, sondern nur das Bild, das man sich in Gedanken von ihm macht. So wie man sich von 100 gedachten Talern nichts kaufen kann, kommt auch von einem gedachten Gott keine Hilfe. Der wahre Gott kann nicht durch Denken erzeugt, sondern nur innerlich erfahren werden.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Diese innere Erfahrung kennen auch die Theologen, benennen sie aber als „Offenbarung“. Das Gedankenbild hat also – genau wie die materiellen Götterbilder – die Funktion, den „Gott innen“ zu assoziieren und besser begreiflich zu machen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Verortet wird der gedachte Gott traditionell „im Himmel“ (Vaterunser) oder philosophischer in der „Transzendenz“. Aber auch dies sind Projektionen des menschlichen Unbewussten, keine realen Ortsbestimmungen. Gefühlt ist es natürlich trotzdem der „Himmel in uns“.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Auch die Ansätze, Gott philosophisch mit dem „Leben“ (Albert Schweitzer) oder mit dem ganzen Univesum (Spinoza) zu identifizieren, sind solche Projektionen.7
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;sup&gt;&#xD;
      
           ,
          &#xD;
    &lt;/sup&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           8 Wir empfinden dabei, dass wir mit allen Lebewesen über die Gene verwandt sind bzw. dass wir gleich allem anderen auf der Welt aus Materie bestehen. Gefühlt sind wir dann eine kleine Insel im großen Ozean (Romain Rolland), also „Teil des Ganzen“.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           Die Gottesbeziehung im Gebet
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Für Naturwissenschaftler ist es selbstverständlich, dass Bewusstsein, Unbewusstes und auch unsere inneren spirituellen Empfindungen auf Gehirnprozessen beruhen.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Experimente dazu hat Andrew Newberg mit Magnetresonanz-Tomografie ausgeführt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/BANGERT/MYFILES/WordDokumente/PRIVAT/NETZWERK/Netzwerk%20NEU/Beitraege%20fuer%20Website%20Netzwerk/Glaube%20aus%20Sicht%20eines%20Physikers_HKinder.docx#_ftn31" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [31]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Er legte Nonnen in die „Röhre“ und beobachtete ihr Gehirn während sie intensiv beteten. Ebenso beobachtete er buddhistische Mönche, während sie meditierten. Es war immer das gleiche Areal im Gehirn aktiv. Dies stellte sich später als das „Default-Zentrum“ heraus,
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/BANGERT/MYFILES/WordDokumente/PRIVAT/NETZWERK/Netzwerk%20NEU/Beitraege%20fuer%20Website%20Netzwerk/Glaube%20aus%20Sicht%20eines%20Physikers_HKinder.docx#_ftn32" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [32]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            das Areal, das aktiv ist, wenn man „gar nichts denkt“.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Offenbar ist beim intensiven Beten das Ich abgeschaltet und „zerfließt" mit dem Unbewussten, die Sorgen und Ängste verschwinden, wir fühlen uns geborgen in etwas, das größer und stärker ist als wir selbst. „Ruhelos ist unser Herz, bis es ruhet in dir“ sagt Augustinus.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/BANGERT/MYFILES/WordDokumente/PRIVAT/NETZWERK/Netzwerk%20NEU/Beitraege%20fuer%20Website%20Netzwerk/Glaube%20aus%20Sicht%20eines%20Physikers_HKinder.docx#_ftn33" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [33]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Wir nennen das dann Gottvertrauen, oder in höchster Intensität die mystische Vereinigung mit dem Göttlichen.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/BANGERT/MYFILES/WordDokumente/PRIVAT/NETZWERK/Netzwerk%20NEU/Beitraege%20fuer%20Website%20Netzwerk/Glaube%20aus%20Sicht%20eines%20Physikers_HKinder.docx#_ftn34" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [34]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Ich bete also nicht zu einem Schöpfergott, sondern mein Bewusstsein öffnet sich für die Signale einer stärkeren, mächtigeren Funktion der tieferen unbewussten Schichten in meinem Gehirn, die ich subjektiv den persönlichen Gott nenne, auch wenn sie objektiv limbisches System oder sonstwie heißen mögen. Mein Empfinden, Gott gegenüberzustehen und vom Heiligen Geist erfüllt zu sein ist aber ganz unabhängig von diesen Benennungen. Ich könnte auch Allah oder Nirwana oder Tao sagen.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es ist sowieso schwierig, innere Vorgänge in Worte zu fassen. Etty Hillesum gelingt es sehr eindringlich, wenn sie ihren Tagebüchern anvertraut:
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           "Wenn ich bete, führe ich oft einen verrückten oder kindlichen oder todernsten Dialog mit dem, was in mir das Allertiefste ist und das ich der Einfachheit halber als Gott bezeichne."
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/BANGERT/MYFILES/WordDokumente/PRIVAT/NETZWERK/Netzwerk%20NEU/Beitraege%20fuer%20Website%20Netzwerk/Glaube%20aus%20Sicht%20eines%20Physikers_HKinder.docx#_ftn35" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [35]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           So geht es mir selber auch, und ich kenne viele Menschen, denen es ebenso geht.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das sind aber nicht nur Christen, sondern auch Muslime, Hindus und sogar Shinto-gläubige Japaner, auch wenn sie es „Allah“ oder „Nirwana“ oder „die Leere“ nennen. Und es gab schon immer in allen Religionen die Mystiker. Die Worte der jeweiligen Religionen, die Metaphern, sind verschieden. Aber die Empfindungen der Menschen sind gleich.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wenn wir im Gebet Gott anrufen, bekommen wir oft auch so etwas wie eine Antwort: nicht explizit als gesprochene Worte, sondern als Gedanken, die uns über eine momentane Notlage hinausblicken lassen, die den engen Zirkel des Ich auflösen, die uns das Gefühl geben, in einem Größeren eingebettet zu sein und einen inneren Halt zu finden. Oft „fällt“ uns dann eine ganz einfache Lösung ein, an die wir vorher nicht dachten. In solchen Gedanken „redet Gott zu uns“.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dann sagt er uns, was wir tun sollen. Nicht wir sollten ihn bitten, was er tun sollte, denn er ist kein „Schöpfergott außen“.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Eine wichtige Institution ist auch das gemeinsame Gebet in der Gruppe, in der Gemeinde, im Gottesdienst: Durch das kollektive Beten tritt alles Persönliche in den Hintergrund, und so fällt es ganz leicht, sich in diesem Größeren geborgen zu fühlen, der Gemeinschaft mit den anderen und der Gemeinschaft mit Gott.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dieses unmittelbare, spirituelle Erleben ist die Gottesbeziehung. Wir können also „Gott im Herzen spüren“ als direkte Erfahrung, die jeden „Gottesbeweis“ überflüssig macht. So, wie wir auch nicht beweisen müssen, dass es Liebe gibt, oder Angst, oder Freude.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           Die Evolution Gottes und des Satans
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Wie kommt es, dass wir diesen Gott in uns haben? Dass wir so sind wie wir sind, verdanken wir der biologischen Evolution. Also sind wir wie alle anderen Arten auf Überleben getrimmt. Aber es geht nicht um das Überleben des Individuums, sondern um das Überleben der Spezies.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Spezies Homo sapiens zeichnet sich vor allen anderen durch die Sprache aus. Sprache ist eine Form der Informationsübertragung. Sie erlaubte den Menschen, intensiv zu kooperieren und als Gruppe zu handeln. Gemeinsam als Gruppe konnten sie in der Steinzeit den Säbelzahntiger erlegen, jeder einzelne wäre gefressen worden. Die Kooperation in der Gruppe ist also ein Überlebensfaktor, ein Selektionsvorteil.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/BANGERT/MYFILES/WordDokumente/PRIVAT/NETZWERK/Netzwerk%20NEU/Beitraege%20fuer%20Website%20Netzwerk/Glaube%20aus%20Sicht%20eines%20Physikers_HKinder.docx#_ftn36" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [36]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Dann hängt aber das Überleben des Individuums nicht nur ab von seinem eigenen Wohlergehen, sondern vom Wohlergehen aller Gruppenmitglieder. Wie schafft es also die Natur, dass ich nicht nur meine eigenen Interessen verfolge, sondern genauso auch die meines Mitmenschen im Blick habe, mich ihm zuwende, ihm helfe und für sein Wohlergehen sorge?
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Sie gibt mir ein Gefühl der Freude, wenn ich ihm helfen konnte! Objektiv gesehen einen Opioid-Kick durch mein Belohnungszentrum. Dieser Mechanismus schenkt uns Menschen eine „Lust zum Guten“. Diese Lust kommt aus unserem Inneren, wir empfinden sie als göttliche Kraft, die Liebe zu Gott und zum Nächsten.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/BANGERT/MYFILES/WordDokumente/PRIVAT/NETZWERK/Netzwerk%20NEU/Beitraege%20fuer%20Website%20Netzwerk/Glaube%20aus%20Sicht%20eines%20Physikers_HKinder.docx#_ftn37" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [37]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Klingt sehr banal, aber plausibel.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Doch die Kooperation in der Gruppe ist nicht der einzige Selektionsvorteil des Menschen. Angenommen in der Steinzeit geht es der ganzen Höhlengemeinschaft schlecht, sei es, dass sie hungert oder dass sie angegriffen wird. Dann hilft keine „Lust zum Guten“ mehr, dann ist Gewalt angesagt.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Dann vernichten wir mit Lust die Gruppe in der Nachbarhöhle, die uns die Resourcen wegnimmt, oder deren Resourcen wir haben wollen, um zu überleben. Dann setzen wir uns über alle altruistischen Empfindungen hinweg und haben einen ganz anderen Kick, eine „Lust zum Bösen“, die in Mordlust und sogar Blutrausch gipfelt. Das ist der Satan in uns, der uns zum Hass und in den Krieg treibt. Im Krieg ist das Töten legitim und gilt nicht als Mord. Vielleicht ist der Teufel ein aufgeblasenes Ego, das man braucht, um dreinzuschlagen. Ein Kick Testosteron sozusagen. Doch auch Gewalt und der Kampf haben die Evolution vorangetrieben: weil immer „die Fähigsten“ überlebten, wurden wir Menschen auf die Dauer immer „fähiger“.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Da sich unser Gehirn seit der Steinzeit nicht geändert hat, sind diese Antriebe zum Guten und zum Bösen auch heute noch genauso aktiv. Wie Luther im Disput mit Erasmus schrieb: „Der Mensch ist wie ein Reittier, er wird entweder von Gott oder vom Teufel geritten.“
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/BANGERT/MYFILES/WordDokumente/PRIVAT/NETZWERK/Netzwerk%20NEU/Beitraege%20fuer%20Website%20Netzwerk/Glaube%20aus%20Sicht%20eines%20Physikers_HKinder.docx#_ftn38" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [38]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Doch haben diese Grunddispositionen im Verlauf der Entwicklung der Menschheit verschiedene kulturelle Ausprägungen erfahren, die jeweiligen Religionen.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dass die Religionen in allen Kulturen vorkommen, zeigt, dass sich der autonome Antrieb „Gott innen“ spätestens mit der „Hominisation“ entwickelt haben muss, also mit der Entwicklung vom Affen zum Menschen. Schon die Schimpansen haben ja mindestens den Teufel, denn sie führen Vernichtungskriege gegeneinander.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/BANGERT/MYFILES/WordDokumente/PRIVAT/NETZWERK/Netzwerk%20NEU/Beitraege%20fuer%20Website%20Netzwerk/Glaube%20aus%20Sicht%20eines%20Physikers_HKinder.docx#_ftn39" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [39]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Die DNA, die wir in uns tragen, „lebt“ also schon länger als 2 Millionen Jahre. In dieser Zeit hat sie eine optimale Überlebensstrategie erworben. Die ist jetzt tief in uns eingeprägt und gibt uns inneren Halt, den „Gott innen“. Aber eben auch der Teufel ist eingeprägt.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           Schlussbetrachtung
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wenn wir so weit alles verstehen, können wir für uns selbst ruhig auch wieder die alte Sprache verwenden, denn wir wissen ja jetzt, wie sie gemeint war. Und wir können auch ruhig wieder die alten Vorstellungen verwenden, denn wir wissen jetzt, dass es keine Tatsachen sind, sondern Glaubensbilder. Also statt Bonhoeffers „etsi deus non daretur“
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/BANGERT/MYFILES/WordDokumente/PRIVAT/NETZWERK/Netzwerk%20NEU/Beitraege%20fuer%20Website%20Netzwerk/Glaube%20aus%20Sicht%20eines%20Physikers_HKinder.docx#_ftn40" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [40]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            können wir uns sagen „etsi deus daretur“, also wir dürfen so tun als gäbe es diesen Gott außen, denn er ist außerhalb unseres Ich-Bewusstseins. Und wir dürfen uns vorstellen, dass er dort oben über den Wolken sitzt, auch wenn wir ja wissen, dass da nur der schwarze Weltraum beginnt, und sowieso die Erde eine Kugel ist, bei der es kein „oben“, sondern nur ein „außen“ gibt.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und wir wissen uns täglich in Gottes Hand und danken ihm:
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           „dass Gott uns geschaffen hat samt allen Kreaturen, uns Leib und Seele, Augen, Ohren und alle Glieder, Vernunft und alle Sinne gegeben hat und noch erhält; dazu Kleider und Schuh, Essen und Trinken, Haus und Hof, Weib und Kind, Acker, Vieh und alle Güter; mit allem, was not tut für Leib und Leben, uns reichlich und täglich versorgt, in allen Gefahren beschirmt und vor allem Übel behütet und bewahrt.“
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/BANGERT/MYFILES/WordDokumente/PRIVAT/NETZWERK/Netzwerk%20NEU/Beitraege%20fuer%20Website%20Netzwerk/Glaube%20aus%20Sicht%20eines%20Physikers_HKinder.docx#_ftn41" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [41]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Und wir können sogar an Ostern die Auferstehung Jesu feiern, denn er ist wahrhaftig auferstanden – und zwar in uns – in Gestalt des Heiligen Geistes, wie den Jüngern dann im Pfingstereignis klar wurde. Dieser Geist erfüllt uns, und schenkt uns immer wieder einen Neuanfang.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Und auch wir selber werden nach unserem Tod zwar nicht physisch auferstehen, denn unser Gehirn ist unweigerlich zerstört. Aber in den Herzen unserer Mitmenschen, also, wie wir jetzt wissen, auch dort nahe bei Gott, wird unser Angedenken weiterleben.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Allgemeiner ausgedrückt existiert die Information weiter, die wir durch unser Dasein erzeugt haben. Diese Information wirkt weiterhin, verteilt sich und geht schließlich auf im allgemeinen Informationsgehalt des Lebens. Wir brauchen uns mit unserem Lebenswandel also kein Paradies zu verdienen, aber wir erkennen unsere Verantwortung für die kommenden Generationen und letztlich für die Menschheit insgesamt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Doch müssen wir immer auch sehen, dass es dem Menschen nicht vergönnt ist, immer nur „gut“ zu sein. Sondern dass in manchen Notlagen auch Gewalt vonnöten ist, um selbst zu überleben, die „eigene Brut“ zu verteidigen und das eigene Land. Das Böse ist immer mit dabei. Selbst Jesus war vom Teufel geritten, als er die Geldwechsler mit Gewalt aus dem Tempel vertrieb.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Zuletzt muss ich aber betonen, dass dieser ganze Diskurs hier nur dazu dienen kann, Zweifler mit ihrem Glauben auszusöhnen. Er ist aber wohl keine Hilfe, um eine bewusste Gottesbeziehung zu begründen, denn das geht nicht durch vernünftige Überlegungen, sondern nur durch einen existenziellen Schritt, indem man sozusagen „sein eigenes Ich an Gott ausliefert“. Dafür helfen besser Jörg Zink oder Karl Rahner.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Schlussendlich sollte uns Christen bewusst sein, dass die anderen Religionen nur andere Sprachen sind. Nur die Worte sind verschieden, die inneren Empfindungen sind dieselben. Vielleicht kommt die Schnittmenge, also das Gemeinsame von allen, der Wahrheit am nächsten. Dann wäre das Ziel eine Art neuer Synkretismus, eine gemeinsamer Glauben für alle Menschen dieser Erde, damit wir uns alle gemeinsam als „Mitglieder unserer eigenen Gruppe“ begreifen und friedlich miteinander umgehen können, ohne unsere Steinzeit-Mentalität: „dies sind wir, die Guten“ – und „das sind die Anderen, die Schlechten und Bösen“. Dann könnten wir endlich alle gemeinsam für das Wohlergehen unserer Lebensgrundlage arbeiten, des Planeten Erde.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Schlussendlich können wir festhalten: Gott hat viele Namen, aber er existiert – nicht als ein übernatürliches Wesen, als Projektion „da außen“ – sondern dort, wo wir ihn spüren können, in unserem eigenen tiefsten Inneren. Auf C. G. Jungs Grabstein in Küsnacht steht:
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           „Vocatus atque non vocatus deus aderit“. (Ob uns bewusst ist oder nicht, Gott ist immer in uns.)
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Prof. Dr. Helmut Kinder (Emeritus, Fakultät für Physik, Technische Universität München)
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           helmut.kinder@tum.de
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           Anmerkungen:
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/BANGERT/MYFILES/WordDokumente/PRIVAT/NETZWERK/Netzwerk%20NEU/Beitraege%20fuer%20Website%20Netzwerk/Glaube%20aus%20Sicht%20eines%20Physikers_HKinder.docx#_ftnref1" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [1]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            „I need not believe, I know“, siehe https://www.youtube.com/watch?v=2AMu-G51yTY, 7’57”-8’03”
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/BANGERT/MYFILES/WordDokumente/PRIVAT/NETZWERK/Netzwerk%20NEU/Beitraege%20fuer%20Website%20Netzwerk/Glaube%20aus%20Sicht%20eines%20Physikers_HKinder.docx#_ftnref2" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [2]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
             R. Bultmann, Welchen Sinn hat es, von Gott zu reden? (1925), in: ders., Glauben und Verstehen. Gesammelte Aufsätze. Band 1, Tübingen 1933, 26-37 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/BANGERT/MYFILES/WordDokumente/PRIVAT/NETZWERK/Netzwerk%20NEU/Beitraege%20fuer%20Website%20Netzwerk/Glaube%20aus%20Sicht%20eines%20Physikers_HKinder.docx#_ftnref3" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [3]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            W. Härle, Dogmatik 4. Aufl., Seite 213 f.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/BANGERT/MYFILES/WordDokumente/PRIVAT/NETZWERK/Netzwerk%20NEU/Beitraege%20fuer%20Website%20Netzwerk/Glaube%20aus%20Sicht%20eines%20Physikers_HKinder.docx#_ftnref4" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [4]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            „Timeline of the Universe“, siehe
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="http://www.dailyinfographic.com/extremely-detailed-history-of-the-universe?utm_source=feedburner&amp;amp;utm_medium=email&amp;amp;utm_campaign=Feed%3A+DailyInfographic+%28Daily+Infographic%29" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           http://www.dailyinfographic.com/extremely-detailed-history-of-the-universe?utm_source=feedburner&amp;amp;utm_medium=email&amp;amp;utm_campaign=Feed%3A+DailyInfographic+%28Daily+Infographic%29
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/BANGERT/MYFILES/WordDokumente/PRIVAT/NETZWERK/Netzwerk%20NEU/Beitraege%20fuer%20Website%20Netzwerk/Glaube%20aus%20Sicht%20eines%20Physikers_HKinder.docx#_ftnref5" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [5]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            W. Härle, Dogmatik 4. Aufl., Seiten 449 ­– 467.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/BANGERT/MYFILES/WordDokumente/PRIVAT/NETZWERK/Netzwerk%20NEU/Beitraege%20fuer%20Website%20Netzwerk/Glaube%20aus%20Sicht%20eines%20Physikers_HKinder.docx#_ftnref6" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [6]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            https://de.wikipedia.org/wiki/Pierre-Simon_Laplace
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/BANGERT/MYFILES/WordDokumente/PRIVAT/NETZWERK/Netzwerk%20NEU/Beitraege%20fuer%20Website%20Netzwerk/Glaube%20aus%20Sicht%20eines%20Physikers_HKinder.docx#_ftnref7" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [7]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            P. Jörns, Update für den Glauben, S. 100-103.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/BANGERT/MYFILES/WordDokumente/PRIVAT/NETZWERK/Netzwerk%20NEU/Beitraege%20fuer%20Website%20Netzwerk/Glaube%20aus%20Sicht%20eines%20Physikers_HKinder.docx#_ftnref8" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [8]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Publik Forum Nr. 1, 2018, S. 26-30.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/BANGERT/MYFILES/WordDokumente/PRIVAT/NETZWERK/Netzwerk%20NEU/Beitraege%20fuer%20Website%20Netzwerk/Glaube%20aus%20Sicht%20eines%20Physikers_HKinder.docx#_ftnref9" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [9]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            P. Jörns, private Mitteilung.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/BANGERT/MYFILES/WordDokumente/PRIVAT/NETZWERK/Netzwerk%20NEU/Beitraege%20fuer%20Website%20Netzwerk/Glaube%20aus%20Sicht%20eines%20Physikers_HKinder.docx#_ftnref10" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [10]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            H. P. Dürr und M.Oesterreicher, Wir erleben mehr als wir begreifen, Herder 2005
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/BANGERT/MYFILES/WordDokumente/PRIVAT/NETZWERK/Netzwerk%20NEU/Beitraege%20fuer%20Website%20Netzwerk/Glaube%20aus%20Sicht%20eines%20Physikers_HKinder.docx#_ftnref11" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [11]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            D.Bonhoeffer, Widerstand und Ergebung, Hrsg. E. Bethge, Gütersloher Verlagshaus, 21. Aufl. 2013, Seite 163
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/BANGERT/MYFILES/WordDokumente/PRIVAT/NETZWERK/Netzwerk%20NEU/Beitraege%20fuer%20Website%20Netzwerk/Glaube%20aus%20Sicht%20eines%20Physikers_HKinder.docx#_ftnref12" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [12]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            D.Bonhoeffer, Akt und Sein, München 1956, S.94.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/BANGERT/MYFILES/WordDokumente/PRIVAT/NETZWERK/Netzwerk%20NEU/Beitraege%20fuer%20Website%20Netzwerk/Glaube%20aus%20Sicht%20eines%20Physikers_HKinder.docx#_ftnref13" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [13]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            D.Bonhoeffer, Widerstand und Ergebung, Hrsg. E. Bethge, Gütersloher Verlagshaus, 21. Aufl. 2013, Seite 192
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/BANGERT/MYFILES/WordDokumente/PRIVAT/NETZWERK/Netzwerk%20NEU/Beitraege%20fuer%20Website%20Netzwerk/Glaube%20aus%20Sicht%20eines%20Physikers_HKinder.docx#_ftnref14" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [14]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Lukas 17,20/21, so wörtlich übersetzt noch in der Lutherbibel von 1975; ab dann leider „mitten unter euch“, aber immer noch recht nah. Richtig wäre vielleicht: „gefühlt mitten unter euch“
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/BANGERT/MYFILES/WordDokumente/PRIVAT/NETZWERK/Netzwerk%20NEU/Beitraege%20fuer%20Website%20Netzwerk/Glaube%20aus%20Sicht%20eines%20Physikers_HKinder.docx#_ftnref15" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [15]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Martin Buber, Das dialogische Prinzip. Lambert Schneider, Heidelberg (1954)
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/BANGERT/MYFILES/WordDokumente/PRIVAT/NETZWERK/Netzwerk%20NEU/Beitraege%20fuer%20Website%20Netzwerk/Glaube%20aus%20Sicht%20eines%20Physikers_HKinder.docx#_ftnref16" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [16]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            W. Härle, Dogmatik 4. Aufl. S. 67.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/BANGERT/MYFILES/WordDokumente/PRIVAT/NETZWERK/Netzwerk%20NEU/Beitraege%20fuer%20Website%20Netzwerk/Glaube%20aus%20Sicht%20eines%20Physikers_HKinder.docx#_ftnref17" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [17]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Hanns Köbler, Ich möcht dass einer mit mir geht, Ev. Gesangbuch Lied 209.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/BANGERT/MYFILES/WordDokumente/PRIVAT/NETZWERK/Netzwerk%20NEU/Beitraege%20fuer%20Website%20Netzwerk/Glaube%20aus%20Sicht%20eines%20Physikers_HKinder.docx#_ftnref18" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [18]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Dorothee Sölle, Atheistisch an Gott glauben, Walter Olten, 5. Aufl. 1979, S.83.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/BANGERT/MYFILES/WordDokumente/PRIVAT/NETZWERK/Netzwerk%20NEU/Beitraege%20fuer%20Website%20Netzwerk/Glaube%20aus%20Sicht%20eines%20Physikers_HKinder.docx#_ftnref19" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [19]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Dorothee Sölle, Gegenwind; Erinnerungen, Hofmann &amp;amp; Campe, 1. Aufl. 1995, S. 62.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/BANGERT/MYFILES/WordDokumente/PRIVAT/NETZWERK/Netzwerk%20NEU/Beitraege%20fuer%20Website%20Netzwerk/Glaube%20aus%20Sicht%20eines%20Physikers_HKinder.docx#_ftnref20" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [20]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Gerhard Roth, Fühlen Denken, Handeln, Neuaufl. 2003; Aus Sicht des Gehirns, Neuaufl. 2009
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/BANGERT/MYFILES/WordDokumente/PRIVAT/NETZWERK/Netzwerk%20NEU/Beitraege%20fuer%20Website%20Netzwerk/Glaube%20aus%20Sicht%20eines%20Physikers_HKinder.docx#_ftnref21" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [21]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Gerhard Roth, private Mitteilung auf der Tagung „Revolutioniert die Hirnforschung das Menschenbild?“ Hofgeismar, 20 .- 22. Oktober 2017
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/BANGERT/MYFILES/WordDokumente/PRIVAT/NETZWERK/Netzwerk%20NEU/Beitraege%20fuer%20Website%20Netzwerk/Glaube%20aus%20Sicht%20eines%20Physikers_HKinder.docx#_ftnref22" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [22]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            https://de.wikipedia.org/wiki/Human_Brain_Project
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/BANGERT/MYFILES/WordDokumente/PRIVAT/NETZWERK/Netzwerk%20NEU/Beitraege%20fuer%20Website%20Netzwerk/Glaube%20aus%20Sicht%20eines%20Physikers_HKinder.docx#_ftnref23" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [23]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Benjamin Libet: Do we have a free will? In: Journal of Consciousness Studies, 5, 1999, S. 49; Haynes, J.D., Sakai, K., Rees, G., Gilbert, S., Frith, C. &amp;amp; Passingham, D. (2007). Reading hidden intentions in the human brain. Current Biology 17, 323-328.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/BANGERT/MYFILES/WordDokumente/PRIVAT/NETZWERK/Netzwerk%20NEU/Beitraege%20fuer%20Website%20Netzwerk/Glaube%20aus%20Sicht%20eines%20Physikers_HKinder.docx#_ftnref24" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [24]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Sigmund Freud, Das Ich und das Es, 1923
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/BANGERT/MYFILES/WordDokumente/PRIVAT/NETZWERK/Netzwerk%20NEU/Beitraege%20fuer%20Website%20Netzwerk/Glaube%20aus%20Sicht%20eines%20Physikers_HKinder.docx#_ftnref25" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [25]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Carl Gustav Jung, Zur Psychologie westlicher und östlicher Religion, Werke XI.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/BANGERT/MYFILES/WordDokumente/PRIVAT/NETZWERK/Netzwerk%20NEU/Beitraege%20fuer%20Website%20Netzwerk/Glaube%20aus%20Sicht%20eines%20Physikers_HKinder.docx#_ftnref26" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [26]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Friedrich Schleiermacher, Der christliche Glaube, 2. Aufl. 1830/31, Hrsg. v. Rolf Schäfer 2008, S. 32ff.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/BANGERT/MYFILES/WordDokumente/PRIVAT/NETZWERK/Netzwerk%20NEU/Beitraege%20fuer%20Website%20Netzwerk/Glaube%20aus%20Sicht%20eines%20Physikers_HKinder.docx#_ftnref27" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [27]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Gerhard Roth, private Mitteilung auf der Tagung „Wie frei ist der menschliche Wille?“ Hofgeismar, 9 .- 10. Nov. 2019
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/BANGERT/MYFILES/WordDokumente/PRIVAT/NETZWERK/Netzwerk%20NEU/Beitraege%20fuer%20Website%20Netzwerk/Glaube%20aus%20Sicht%20eines%20Physikers_HKinder.docx#_ftnref28" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [28]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Exodus 20,4 (EU).
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/BANGERT/MYFILES/WordDokumente/PRIVAT/NETZWERK/Netzwerk%20NEU/Beitraege%20fuer%20Website%20Netzwerk/Glaube%20aus%20Sicht%20eines%20Physikers_HKinder.docx#_ftnref29" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [29]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Klaus Peter Jörns, Notwendige Abschiede, Gütersloher Verlagshaus 2004.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/BANGERT/MYFILES/WordDokumente/PRIVAT/NETZWERK/Netzwerk%20NEU/Beitraege%20fuer%20Website%20Netzwerk/Glaube%20aus%20Sicht%20eines%20Physikers_HKinder.docx#_ftnref30" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [30]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Anselm von Canterbury, Proslogion cap. II.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/BANGERT/MYFILES/WordDokumente/PRIVAT/NETZWERK/Netzwerk%20NEU/Beitraege%20fuer%20Website%20Netzwerk/Glaube%20aus%20Sicht%20eines%20Physikers_HKinder.docx#_ftnref31" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [31]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Andrew Newberg, , Why God Won't Go Away, Random House 2002.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/BANGERT/MYFILES/WordDokumente/PRIVAT/NETZWERK/Netzwerk%20NEU/Beitraege%20fuer%20Website%20Netzwerk/Glaube%20aus%20Sicht%20eines%20Physikers_HKinder.docx#_ftnref32" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [32]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Wolf Singer, private Mitteilung.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/BANGERT/MYFILES/WordDokumente/PRIVAT/NETZWERK/Netzwerk%20NEU/Beitraege%20fuer%20Website%20Netzwerk/Glaube%20aus%20Sicht%20eines%20Physikers_HKinder.docx#_ftnref33" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [33]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Aurelius Augustinus, Confessiones 1.1.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/BANGERT/MYFILES/WordDokumente/PRIVAT/NETZWERK/Netzwerk%20NEU/Beitraege%20fuer%20Website%20Netzwerk/Glaube%20aus%20Sicht%20eines%20Physikers_HKinder.docx#_ftnref34" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [34]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Teresa von Avila, Die innere Burg, Hrsg v. Fritz Vogelsang, Diogenes 1979.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/BANGERT/MYFILES/WordDokumente/PRIVAT/NETZWERK/Netzwerk%20NEU/Beitraege%20fuer%20Website%20Netzwerk/Glaube%20aus%20Sicht%20eines%20Physikers_HKinder.docx#_ftnref35" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [35]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Etty Hillesum, Das denkende Herz“, Rowohlt TB, 29. Aufl. 2019, S. 154
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/BANGERT/MYFILES/WordDokumente/PRIVAT/NETZWERK/Netzwerk%20NEU/Beitraege%20fuer%20Website%20Netzwerk/Glaube%20aus%20Sicht%20eines%20Physikers_HKinder.docx#_ftnref36" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [36]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Brian Hare, Survival of the Friendliest: Homo sapiens Evolved via Selection for Prosociality, Annual Review of Psychology, Vol. 68:155-186 (2017).
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/BANGERT/MYFILES/WordDokumente/PRIVAT/NETZWERK/Netzwerk%20NEU/Beitraege%20fuer%20Website%20Netzwerk/Glaube%20aus%20Sicht%20eines%20Physikers_HKinder.docx#_ftnref37" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [37]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und deiner ganzen Seele, mit deiner ganzen Kraft und deinem ganzen Denken, und deinen Nächsten wie dich selbst. EÜ16: Lukas 10,27
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/BANGERT/MYFILES/WordDokumente/PRIVAT/NETZWERK/Netzwerk%20NEU/Beitraege%20fuer%20Website%20Netzwerk/Glaube%20aus%20Sicht%20eines%20Physikers_HKinder.docx#_ftnref38" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [38]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Martin Luther, De servo arbitrio (Vom unfreienWillen), 1525.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/BANGERT/MYFILES/WordDokumente/PRIVAT/NETZWERK/Netzwerk%20NEU/Beitraege%20fuer%20Website%20Netzwerk/Glaube%20aus%20Sicht%20eines%20Physikers_HKinder.docx#_ftnref39" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [39]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            https://de.wikipedia.org/wiki/Schimpansenkrieg_von_Gombe
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/BANGERT/MYFILES/WordDokumente/PRIVAT/NETZWERK/Netzwerk%20NEU/Beitraege%20fuer%20Website%20Netzwerk/Glaube%20aus%20Sicht%20eines%20Physikers_HKinder.docx#_ftnref40" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [40]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            D.Bonhoeffer, Widerstand und Ergebung, Hrsg. E. Bethge, Gütersloher Verlagshaus, 21. Aufl. 2013, Seite 191.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/BANGERT/MYFILES/WordDokumente/PRIVAT/NETZWERK/Netzwerk%20NEU/Beitraege%20fuer%20Website%20Netzwerk/Glaube%20aus%20Sicht%20eines%20Physikers_HKinder.docx#_ftnref41" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [41]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Martin Luther, Kleiner Katechismus.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
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      <pubDate>Tue, 25 Nov 2025 08:43:19 GMT</pubDate>
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    <item>
      <title>Was wir glauben können</title>
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      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ein Katechismus für aufgeklärlte Christen
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           von Prof. Dr. Joachim Kunstmann
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           Die nachfolgenden Überlegungen wollen eine Anregung zur Klärung sein. Sie sind aus persönlicher Sicht heraus formuliert und folgen der Frage, was eigentlich als „christlich“ zu gelten hat und was uns heutigen modern Menschen einleuchten kann. Sie wollen vor allem zum eigenen Nachdenken anregen.
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           1. Christsein heute
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           a. Was aufgeklärte Christen glauben können
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Christsein bedeutet die Orientierung des eigenen Lebens an Jesus von Nazareth.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dieser hat gezeigt, dass das Leben ein Geschenk aus gütiger Quelle ist. Daraus entsteht eine Haltung der Dankbarkeit, der Gelassenheit und des Genusses. Sie führt zu einer nachhaltigen Relativierung unserer Leiderfahrung.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Seine Nachfolger haben ihn Christus genannt, d.h. verheißener Gesalbter und Retter.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Glaube ist der Bezug des eigenen Erlebens auf den unverfügbaren Grund des Lebens, den wir Gott nennen. Das lässt das Lebens als sinnvoll erfahren.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Christsein heißt deshalb, die eigenen existenziellen Erlebnisse und Fragen auf diesen unverfügbaren Grund zu beziehen. Es heißt also, das eigene Leben mit Hilfe der christlichen Tradition zu deuten.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Der Grund des Lebens ist nur in der Erfahrung spürbar. Diese kann als Verbundenheit mit dem Ganzen der Wirklichkeit erlebt werden.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Christsein bedeutet entsprechend eine Haltung des grundlegenden Respekts und der Ehrfurcht vor allem Leben (Liebe). Denn es versteht alles Leben als heilig, d.h. als Gabe aus unverfügbarer Quelle. Diese Haltung lässt sich nicht in Gebote und Regeln fassen. Religiöse Pflicht, Gehorsam oder gar Zwang (auch innere Pflicht) sind Ideologie und widersprechen der „Freiheit der Kinder Gottes“ (Paulus). Sie können allenfalls Orientierungsmaßstab sein. Die 10 Gebote ebenso wie die spontanen Weisungen Jesu sind vor allem Beispiele für die christliche Haltung.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           b. Frühere Deutungen des Christseins, die heute unverständlich geworden sind
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Glaube ist kein Fürwahrhalten von historischen oder metaphysischen Ereignissen. Aufgeklärte Christen glauben daher nicht an Glaubenslehren oder Bekenntnissätze.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Überzeitlich gültige Wahrheiten gibt es nicht. „Offenbarung“ gibt es nur in der je eigenen Erfahrung. Religiöse Traditionen sind deshalb kritisch darauf hin zu befragen, ob sie der Entfaltung des Lebens dienen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           c. Konkretisierungen
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das Gebet ist eine Hinwendung zum Grund des Lebens und Ausdruck des Vertrauens.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Im Gebet machen wir uns unsere Angewiesenheit bewusst. Wir vertrauen darauf, dass der geheimnisvolle Grund des Lebens uns auch in schwierigen Lebenslagen trägt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das Gebet ist wahrhaftig, wenn es aus dem Herzen kommt. Das Vaterunser zeigt, dass wir unsere Anliegen knapp formulieren können („Euer Gott weiß, was ihr braucht, bevor ihr ihn bittet“). Im Idealfall ist unser ganzes Leben ein Gebet.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           2. Jesus Christus
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           a. Aufgeklärte Christen sehen in Jesus von Nazareth das Urbild menschlichen Lebens.
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Jesus war zugleich Prophet und die Weisheitslehrer. Er berief sich nicht auf religiöse Tradition, sondern unmittelbar auf Gott. Er lehrte in Bildern, die spontan durch konkrete Fragen oder Nöte entstanden.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Sie glauben seiner Botschaft: wir leben im Reich Gottes, d.h. inmitten der göttlichen Gegenwart. Leben gewinnt, wenn es sich an diesem Bewusstsein ausrichtet („kehrt um!“).
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Allein aus diesem Bewusstsein kann sich eine Haltung des eigenen Selbstwerts und der Liebe zu allem Leben ergeben („liebe deinen Nächsten wie dich selbst“, liebe auch deinen Feind).
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Gleichnisse vom Wachsen des Reiches Gottes drücken den Wunsch aus, dass dieses Bewusstsein bei den Einzelnen und auch bei immer mehr Menschen wachsen möge.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Sie verstehen das Auftreten Jesu als radikales Ernstnehmen des unverfügbaren, aber gegenwärtig spürbaren Lebensgrundes. Daraus zieht er drei sehr klare Folgerungen:
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Alles ist Ort der Präsenz Gottes (den er „Vater“ nennt und sehr mütterlich beschreibt).
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Daraus folgt eine radikale Inklusion: Menschen sind für Jesus als Menschen zu behandeln, und nicht nach ihrem Denken, Status oder Handeln; auch nicht nach religiösen oder moralischen Maßstäben (zum Jüngerkreis gehörte ein Zelot, d.h. ein jüdischer Terrorist; Jesus hat sich von Prostituierten berühren lassen, usw.). Die Seligpreisungen der Bergpredigt machen deutlich, dass arme und leidende Menschen sich der Unverfügbarkeit des Lebens oft deutlicher bewusst sind als religiös Praktizierende.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Der Grund des Lebens ist überall gegenwärtig.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es ist Grundirrtum aller Religion, das Heilige sei vor allem in der religiösen Kultur präsent. Nicht die Religion ist heilig, sondern das Leben („Lernt, was das heißt: Liebe will ich, nicht Opfer!“), also auch das einfache und erniedrigte Leben, der Markt und der Bahnhof. Die scharfe Religionskritik Jesu an dieser Stelle ist christlich elementar und wird bis heute viel zu wenig ernst genommen. Er orientiert sich nicht an religiösen Vorgaben, behandelt die eigene religiöse Tradition mit souveräner Freiheit, oft provokativ; religiöse Pflichten lehnt er ab. Das können sich Christen zum Vorbild nehmen. Jesu Tod ist die Konsequenz eines wahrhaft religiösen Lebens, das den Widerstand einer selbstgefälligen religiösen Kultur provoziert.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das Leben ist deshalb ein Fest und Grund zur Freude („Seht die Vögel im Himmel!“).
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Jesus wurde „Fresser und Weinsäufer“ genannt und hat oft von Hochzeiten und Festen erzählt. „Sünde“ kennt er nur als vergebene („Deine Sünde ist dir vergeben!“). Leben ist Grund zum Zupacken („Klopft an!“, „Vergrabt eure Pfunde nicht!“), zum Genuss („seht die Vögel!“) und eher zum Humor als zum Ernst.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           b. Sie glauben, dass das „Reich Gottes“ Gegenwart ist, nicht eine soziale Zukunftsvision.
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Für Jesus ist Gott selbstverständlich gegenwärtig. Die damals starke Strömung der Apokalyptik (= Hofnung auf das Weltende und Rettung der Frommen durch Gott) hat seine Botschaft bereits in den Evangelien in eine Hoffnung auf zukünftige Erlösung verkehrt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Auch das hellenistische Denken des Paulus wird Jesus nicht gerecht. Paulus lehrt den Glauben an eine „Erlösung“ von einer „Sündenschuld“ durch den Tod Jesu, der als „Opfer“ gedeutet wird. Für Jesus ist Gottes Gegenwart aber nicht an Bedingungen gebunden, sondern eine Sichtweise auf das Leben.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           c. Sie glauben, dass die Berichte von Heilungen und Wundertaten Jesu verdichtete Niederschläge
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           einprägsamer Erfahrungen sind.
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Daher haben sie oft tiefe symbolische Bedeutung. Sie zeigen ihnen, dass eine Umkehr im eigenen Leben als überwältigend erfahren werden kann. Dafür steht der Begriff der Auferstehung.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Sie glauben, dass wir alle ebenso wie Jesus „Söhne und Töchter Gottes“ sind.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Jesus hat sich selbst als Menschensohn bezeichnet, also als Menschen wie wir alle. Er hat eine Überhöhung seiner Person abgelehnt. Die Hoheitstitel Herr, Messias (=Christus), Heiland, Sohn Gottes, Richter sind Niederschläge von Erfahrung, also symbolische Verweise auf Jesu überzeitliche Bedeutung.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           3. Die Glaubenslehren
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           a. Aufgeklärte Christen glauben, dass alles Leben unverfügbare Gabe („Schöpfung“) und zu seiner ihm eigenen Entfaltung bestimmt ist.
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Sie glauben, dass sie zu einem heilen Leben in Gemeinschaft mit allem Leben bestimmt sind.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Sie glauben, dass der Grund des Lebens in existenziellen Erfahrungen spürbar ist. Solche Erfahrungen und deren Deutungen verdichten sich in den religiösen Traditionen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Angemessen für die Gotteserfahrung sind nur Bilder (Vater, Mutter, Fels, Hirte, Sturmwind usw.), keine Lehraussagen. Sie können zu neuen Bilder anregen, die der eigenen Erfahrung entsprechen: Tiefe des Seins (Paul Tillich), Geheimnis der Wirklichkeit, Tiefendimension des Lebens, „Woher meines Abhängigkeitsgefühls“ (Schleiermacher), Netz, „Wald, aus dem wir nie hinausgegangen“ (Rilke) usw.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Sünde ist Ab-Sonderung vom Lebensgrund. Also nicht Unmoral, sondern unheiles (verzweifeltes, sinnloses, depressives, depressives …) Leben. Dennoch zeigt der Tod Jesu am Kreuz: selbst in solchen Erfahrungen können wir uns mit dem Lebensgrund verbunden fühlen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           b Sie halten die Glaubenslehren nicht wörtlich für wahr.
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Sie verstehen sie als Mythologie, die symbolisch von Bedeutung sein kann, nicht aber faktisch (z.B. Dämonen oder eine Dreiteilung der Welt in Himmel, Erde und Hölle).
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Gott wurde früher als allmächtiges, allwissendes, trinitarisches Wesen verstanden, das in den Lauf der Welt eingreift (Theismus). Viele Christen sprechen heute angemessener vom „Göttlichen“.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Jesus Christus wurde früher als göttliche Person verstanden („Wesensgleichheit“ mit Gott), dessen Tod „heilsnotwendig“ war (ein „Sühnetod“ zur Vergebung der als Schuld verstandenen „Erbsünde“), und der als himmlischer Richter wiederkommen wird. Sünde wurde mit Unmoral, Genuss oder sexueller Lust assoziiert. Für aufgeklärte Christen ist das ein grundlegender Irrtum. Es widerspricht klar der Botschaft Jesu und reduziert sein Auftreten absurderweise auf sein „Kommen“ („Inkarnation“) und seinen Tod. Für viele Christen ist Jesus nicht Herrscher, sondern Bruder und Vorbild.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das Reich Gottes wurde früher allein in der Zukunft erwartet. Aufgeklärte Christen erwarten kein ewiges Leben in einer zukünftigen, jenseitigen Welt. Das wäre Heilsegoismus und würde die Schöpfung zum Vorhof degradieren. Christen können sich auch im Tod im göttlichen Geheimnis geborgen wissen und müssen nicht über das Leben hinaus fragen. Was da kommt, können wir nicht wissen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           c. Sie verstehen die Formel „im Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes“ als symbolischen Hinweis auf die Ungreifbarkeit des Göttlichen. Das alte Glaubensbekenntnis (Credo) dient ihnen (nur) als historische Grundlage christlicher Identität.
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Für die bei weitem meisten Christen ist das Bekenntnis kaum noch nachvollziehbar. Erheblich wichtiger für das christliche Selbstverständnis ist das Vaterunser.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           4. Die Bibel
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           a. Aufgeklärte Christen glauben, dass die Bibel ein einzigartiges Zeugnis von existenziellen Erfahrungen und deren Deutung durch die Beziehung zu Gott ist.
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Sie ist im Lauf von über 1000 Jahren allmählich entstanden und eher eine Bibliothek, auf deren Umfang man sich rein pragmatisch geeinigt hat. Sie erzählt im Alten Testament von den Erfahrungen Israels mit Gott und dem Leben, im Neuen Testament vom Auftreten Jesu, der die Gottesbeziehung des Volkes Israel jedem einzelnen Menschen zuspricht, und von seiner Übersetzung in Glaubenslehren durch Paulus.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Christen schätzen die einzigartige Nüchternheit und Realistik der Bibel. Sie beschreibt menschliche Not und Schwäche aus der Perspektive Gottes, daher ohne jede Idealisierung.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           b. Sie glauben nicht an die Bibel, oder nehmen sie gar wortwörtlich als wahr
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Sie ist das Erfahrungsbuch der Menschheit mit dem Leben und seinem Grund, deshalb „heilig“ und „Wort Gottes“. Sie braucht eine kritische Auslegung, ein symbolisches und ein psychologisches Verständnis.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           c. Sie lesen die Bibel als Inspirationsquelle und Anleitung zu eigener Lebensdeutung.
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ihr Zentrum ist Jesu Deutung des Lebens als aufgehoben in Gott (das Evangelium) und die daraus folgende Haltung.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           5. Kirche und Religion
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           a. Aufgeklärte Christen glauben, dass Kirche der Ort ist, an dem das Leben in Bezug zu Gott gestellt wird – ebenso, wie das vielfach in Bibel geschieht.
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Jesus hat keine Kirche gegründet. Er hat gerade keine exklusive Gemeinschaft gewollt. Kirche gibt es nicht als Idealgebilde („ekklesia invisibilis“, dh. die unsichtbare Kirche der Heiligengemeinschaft), sondern nur als Institution. Diese hat allerdings eine unverzichtbare Funktion: sie hat die Aufgabe der Weitergabe der urchristlichen Botschaft und Erfahrung und der religiösen Kommunikation der Gegenwart.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           b. Sie glauben, dass die Arbeit der Kirche nicht primär der Pflege und Weitergabe der christlichen Kulturreligion zu gelten hat, sondern dem Leben der Einzelnen.
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Sie ist Dienst am Menschen, nicht vor allem an der Tradition. Die Grundaufgabe der Kirche ist daher nicht „Verkündigung“ einer scheinbar feststehenden Wahrheit, oder Weitergabe von Glaubenslehren, mit denen nur ein vorgegebener Kirchenglaube gemeint sein kann. Die existenziellen Erlebnisse und Fragen der Menschen bilden immer den Ausgangspunkt. Eine funktionierende interne Selbstkritik (eine nicht erbrachte Aufgabe der Hochschultheologie) ist dafür unverzichtbar. Die Religion Christi (also sein Auftreten und Reden) und die christliche Religion (das Christentum; Lessing) sind klar zu unterscheiden.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           c. Sie verstehen die Aufgabe der Kirche als Lebensorientierung.
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Gottesdienstliche Handlungen dienen der existenziellen Orientierung. Die einzig unersetzbare Aufgabe der Kirche ist eine religiöse, keine moralische, politische oder soziale. Religion ist symbolische Lebensdeutung, also bildhafte Darstellung tiefen Erlebens und Fragens (Philosophie ist rationale, Kunst ist darstellende Erfahrungsdeutung). Die Kirche hat deshalb vor allem Religiosität zu bilden: durch das Angebot möglicher religiöser Erfahrungsräume (Kirchenmusik, Kirchenraum, religiöse Feiern, Begegnungen) und durch symbolische Lebensdeutung (Predigt, Seelsorge usw.), sowie durch Anleitung zu einer solchen Lebensdeutung (in der religiösen Lehre).
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das kirchliche Ritual ist Lebensdeutung im Sinne der christlichen Tradition.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Taufe ist symbolisches Zeichen für den Geschenkcharakter des Lebens (und für die Zugehörigkeit zur christlichen Tradition), Abendmahl für die Gleichheit aller Menschen vor Gott (und Erinnerung an Jesu Tod), Segen für die Geborgenheit im Lebensgrund.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Eine lebendige und selbstkritische Kirche ist ökumenisch und interreligiös offen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Sie hat ein echtes Interesse an anderen religiösen Erfahrungen, sowie an der Deutungs- und Kommunikationsweise anderer Religionen. Sie schärft und plausibilisiert so ihr eigenes religiöses Profil.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
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      <pubDate>Fri, 24 Oct 2025 12:34:26 GMT</pubDate>
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    </item>
    <item>
      <title>Es braucht ein neues Bekenntnis</title>
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      <description />
      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           Glaubensbekenntnisse damals und heute
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
             
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           Einleitung 
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
                 
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
                
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wir feiern in diesem Jahr ein Jubiläum: Vor 1700 Jahren wurde auf dem ersten öku-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                menischen Konzil das sogenannte Nizänische Glaubensbekenntnis beschlossen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                Auch wenn sich in der westlichen Christenheit das im 5. Jahrhundert entstandene 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                Apostolische Glaubensbekenntnis durchgesetzt hat: Das Nizänische Glaubensbe-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                kenntnis (nicht zu verwechseln mit dem bekannteren und nahe verwandten Nizä-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                nisch-Konstantinopolitanischen Glaubensbekenntnis, das in der evangelischen Kir-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                che an besonderen Feiertagen gesprochen wird) ist das erste große christliche Glau-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                bensbekenntnis und das meistanerkannte Bekenntnis im Christentum, da auch die 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
                 altorientalischen Kirchen es bestätigt haben. 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                Wir feiern in diesem Jahr also ein Jubiläum, aber außerhalb der Kirche interessiert 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                das niemanden. Und auch innerhalb der Kirchen Deutschlands ist die Jubiläumsstim-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                mung eher gedämpft. Das überrascht nicht: Die Bedeutung der traditionellen Glau-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                bensbekenntnisse geht immer weiter zurück. Auch wenn das Apostolische Glau-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                bensbekenntnis immer noch regelmäßig in Gottesdiensten gesprochen wird: Selbst 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                die treuen Kirchenchristen sprechen es - so ist meine Erfahrung - kaum mehr mit in-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                nerer Anteilnahme. Man kennt die Worte noch, aber sie berühren nicht mehr. So 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                gesehen bietet das Jubiläum wenig Anlass zum Feiern (wie überhaupt in der Kirche 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                in Zeiten der Krise Feierstimmung nicht recht aufkommen will). 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                Auch wenn man das Jubiläum nicht ausgelassen feiern mag, es eröffnet jedoch die 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                Gelegenheit, das Thema "Glaubensbekenntnisse" ganz allgemein in den Blick zu neh-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                men. Wie soll unser Umgang mit Glaubensbekenntnissen zukünftig sein: Sollten wir 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                die alten Glaubensbekenntnisse weiterhin sprechen? Oder stattdessen neue Be-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                kenntnisse formulieren? Oder beides tun (eine Kompromissformel, auf die wir uns in 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                der Kirche ja gerne einigen)? Oder sollten wir künftig auf Glaubensbekenntnisse gar 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
                 generell verzichten? 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                Darum soll es im Folgenden gehen. Ich lade Sie zu einem Gedankenspaziergang ein, 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                der uns zunächst zu den traditionellen Bekenntnissen zurückführt und dann mit-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
                 nimmt zu den gegenwärtigen Herausforderungen christlichen Bekennens. 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
                 
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
                A) Anlässe traditioneller Glaubensbekenntnisse 
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
                 
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
                
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wie kam es eigentlich zu Glaubensbekenntnissen? Um diese Frage zu beantworten, 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
                 ist ein kurzer Blick in die Geschichte des Christentums lehrreich. 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                1) Regelmäßig wurden in der Geschichte des Christentums Konzilien einberufen, um 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                dogmatische Streitigkeiten auszuräumen. Um ein Beispiel zu geben: Im 4. Jahrhun-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                dert war die Einheit der Kirche bedroht, weil unterschiedliche Auffassungen über die 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                Person Jesu im Verhältnis zu Gott in Umlauf waren. Auf dem Konzil von Nizäa 325 n. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                Chr. wurde nach zum Teil heftiger Diskussion eine gemeinsame dogmatische Linie 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                formuliert. Gleichzeitig grenzte man sich gegenüber abweichenden Lehren ab. Das 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                Ergebnis der theologischen Verständigung fand Eingang in das Nizänische Glaubens-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                bekenntnis. Seine Erweiterung, das Nizänisch-Konstantinopolitanische Glaubensbe-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                kenntnis, wurde auf dem 4. ökumenischen Konzil zum ersten Mal feierlich verlesen - 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                und führte in der Folge dazu, dass die altorientalischen Kirchen aus der bisherigen 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
                 Einheit ausscherten, weil sie das Bekenntnis nicht mittragen wollten. 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                2) Im Zuge der Abspaltung der protestantischen Kirche von der römisch-katholischen 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                Kirche sahen sich die Reformatoren vor die Aufgabe gestellt, zu benennen, was die 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                Identität der eigenen Glaubensauffassung ausmacht. So entstanden innerhalb kur-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                zer Zeit eine Reihe von Schriften und Bekenntnissen. In diesen wurden nicht nur die 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                Differenzen zur römisch-katholischen Auffassung deutlich, sondern auch Differenzen 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                unter den einzelnen Reformatoren unübersehbar. Diese Differenzen führten dazu, 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                dass sich unterschiedliche Typen protestantischer Identität ausprägten (lutherische, 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                reformierte, später auch unierte Kirchen). Die protestantischen Bekenntnisschriften 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                bilden, in jeweils charakteristischer Auswahl, bis heute die Basis der Identität der 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                protestantischen Kirchen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                Dieser kurze Blick in die Kirchengeschichte zeigt auf: Es gab es immer einen konkre-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                ten Anlass für die Entstehung von Glaubensbekenntnissen. Ob es um dogmatische 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                Lehrstreitigkeiten in der bestehenden Kirche ging oder um die Formulierung von 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                Grundüberzeugungen zu Beginn einer neuentstehenden Kirche: Immer war die For-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                mulierung von Glaubensbekenntnissen Identitätsbestimmung. Die theologischen 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                Verständigungen beinhalteten dabei immer auch inhaltliche Abgrenzungen. Dieser 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                Verständigungsprozess fand entweder nach einer Abspaltung statt oder führte an-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                schließend oft zu Abspaltungen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
                 
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
                B) Die Problematik traditioneller Glaubensbekenntnisse 
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
                 
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
                
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wie ist das: Sind die traditionellen Glaubensbekenntnisse, die zu einer bestimmten 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                Zeit aufgrund eines konkreten Anlasses entstanden sind, bleibend gültige Lehr- und 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                Glaubenszeugnisse? Nur in diesem Fall sollte man sie weiterhin regelmäßig verwen-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                den. Dann aber müsste in Zeiten schwindender Resonanz ihre Bedeutung für die 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                Christen heutiger Zeit regelmäßig erläutert werden, um einem gedankenlosen Her-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                unterleiern entgegenzuwirken. Oder sind die traditionellen Glaubensbekenntnisse 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                zwar kirchengeschichtlich bedeutsam, helfen uns aber für die Bestimmung unseres 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                Glaubens in heutiger Zeit nicht mehr? Dann wäre die Zeit ihrer regelmäßigen Ver-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
                 wendung bei Gottesdiensten und Taufen vorbei. 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
                 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
                 Ich will im Folgenden begründen, warum ich der zweiten Ansicht zuneige: 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
                 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                1) Nur das Nizänum, das älteste Glaubensbekenntnis, war in der damaligen Chris-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                tenheit allgemein anerkannt. Aber gerade dieses spielt in der Frömmigkeitspraxis 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                heutiger Kirchen keine Rolle. Alle anderen Glaubensbekenntnisse haben nur partiku-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                läre Bedeutung. Sie sind also gerade nicht Ausdruck der gesamten Christenheit, wie 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                in Gottesdiensten der evangelischen Kirche als Einleitung zum Apostolischen Glau-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                bensbekenntnis oft behauptet wird. Unterschiedliche Auffassungen zum Nizänisch-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                Konstantinopolitanischen Glaubensbekenntnis (der Streit um das "filioque"!) waren 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                sogar ein wichtiger Grund dafür, dass die Welt- und Ostkirche sich 1054 n. Chr. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                trennten. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                2) Dass das Nizänum heute keine Rolle mehr spielt, hängt unter anderem damit zu-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                sammen, dass die, die einen anderen Glauben propagieren, im Nizänum verflucht 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                werden. Diese Verfluchung (sog. anathema) bedeutet: Verurteilung durch die Kir-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                che. Sie geht mit dem Ausschluss aus der kirchlichen Gemeinschaft einher und ist 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                kirchenrechtlich mit einer Exkommunikation gleichzusetzen. 1054 belegten sich die 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                östlichen und die westlichen Kirchen wechselseitig mit Anathemata. In den Schmal-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                kaldischen Artikeln, einer protestantischen Bekenntnisschrift, spricht Luther zwar 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                gegenüber der katholischen Kirche keine Verfluchung aus, aber er nimmt kein Blatt 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                vor den Mund und bezeichnet den Papst unter anderem als Satan. Das sind Worte, 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
                 die bewusst verletzen wollen. 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                Summa summarum: Die Verfluchungen und harten Abgrenzungen, die im Zusam-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                menhang von Glaubensbekenntnissen und Bekenntnisschriften ausgesprochen wur-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                den, sind ein schweres Erbe, die das Verhältnis von Christen untereinander bis heute 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
                 belastet. 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                3) Das heute verbreitete Apostolische Glaubensbekenntnis enthält diese Verfluchun-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                gen und harten Abgrenzungen nicht. Aber so, wie es heute in der evangelischen und 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                der katholischen Kirche gesprochen wird, ist es eher Ausdruck des konfessionellen 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                Getrenntseins als Ausdruck des gemeinsamen Glaubens. Der Wortlaut ist in beiden 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                Kirchen der gleiche bis auf einen signifikanten Unterschied: Während evangelische 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                Christen von der "christlichen" Kirche sprechen, wird in der katholischen Kirche von 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                der "katholischen" Kirche gesprochen. Nun heißt "katholisch" von seinem griechi-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                schen Wortsinn her zwar "allumfassend". Das wissen aber die meisten katholischen 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                Christen nicht und meinen, damit wäre die römisch-katholische Kirche gemeint. Die-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                ses Missverständnis geht die römisch-katholische Kirche bewusst ein. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                4) Ganz allgemein gilt: Glaubensbekenntnisse beziehen sich - wie wir gesehen haben 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                - immer auf spezifische Herausforderungen ihrer Zeit. In den ersten Konzilien ging es 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                um dogmatische Streitigkeiten bezüglich der Frage, wie Jesus Christus zu verstehen 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                ist (Christologie) und wie sich sein Verhältnis zu Gottvater und dem Heiligen Geist 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                darstellt (Trinität). Diese Thematik stand in den altkirchlichen Glaubensbekenntnis-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
                 sen im Mittelpunkt. 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                Wenn Christen heute ihren Glauben zum Ausdruck bringen, spielen für sie diese alt-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                kirchlichen Auseinandersetzungen um Christologie und Trinität keine wesentliche 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                Rolle. Deshalb ist es nicht überraschend, dass die altkirchlichen Glaubensbekennt-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
                 nisse für sie eine immer geringere Bedeutung haben. 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                5) Die Geistesströmung, auf deren Hintergrund die dogmatischen Streitigkeiten der 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                Alten Kirche erörtert wurden, war die griechische Philosophie. Alle Kontrahenten 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                argumentierten von ihr her und verwendeten für ihre Position entsprechende philo-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
                 sophische Begrifflichkeiten. 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                Die griechische Philosophie bestimmt unsere moderne Geisteshaltung nur noch am 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                Rande. Deshalb sind uns die Probleme, über die damals gestritten wurden, auch 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
                 fremd geworden. 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
             
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                6) Das Apostolische Glaubensbekenntnis, das - wie schon erwähnt - als einziges der 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                altkirchlichen Glaubensbekenntnisse heute noch regelmäßig verwendet wird, glie-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                dert sich in die drei Abschnitte "Gott", "Jesus Christus" und "Heiliger Geist". Darin 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                spiegel sich die zentrale Bedeutung, die die Trinität in der Alten Kirche innehatte. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                Anhand dieser Gliederung wird die christliche Heilsgeschichte dargestellt als eine 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                Linie, die von der Schöpfung bis hin zum ewigen Leben verläuft. In dieser Darstellung 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                spielt die Verkündigung Jesu keine Rolle. Stattdessen geht es ausschließlich um sei-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                nen Tod und seine Auferstehung. Das Überspringen der Reich-Gottes-Botschaft ist 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                ein großes Manko des Apostolischen Glaubensbekenntnisses. Denn damit fehlt ein 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
                 wesentlicher Aspekt des christlichen Glaubens. 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                7) Die Konzeptionierung einer einlinigen Heilsgeschichte bedeutet aber auch ganz 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                allgemein eine Verengung der biblischen Darstellung. Um ein paar Beispiele zu nen-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                nen: Das Jüngste Gericht und die Jungfrauengeburt sind Teil der matthäischen Sicht 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                Jesu, in den anderen Evangelien kommen sie nicht vor. Die Himmelfahrtserzählung 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                wiederum findet sich nur beim Evangelisten Lukas. Sie steht in Spannung zu der 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                Sicht der anderen Evangelien, die das Geschehen nach der Auferstehung Jesu ganz 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                anders beschreiben (während das Markusevangelium mit der Schilderung der Aufer-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                stehung Jesu ursprünglich endete, bleibt der Auferstandene im Matthäus- und dem 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                Johannesevangelium bei seinen Freunden). Und schließlich: Die Bedeutung Jesu aus-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                schließlich auf seinen Tod und seine Auferstehung zu beziehen, entspricht der An-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                sicht von Paulus, dem großen Missionar der Urkirche. Damit legt das Apostolische 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                Glaubensbekenntnis die theologische Ansicht von Paulus als maßgebliche Anschau-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
                 ung für das Christentum zugrunde. 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                Ganz allgemein gilt also: Dadurch, dass das Apostolische Glaubensbekenntnis eine 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                einlinige Darstellung der Heilsgeschichte verfolgt, blendet es wichtige biblische Ele-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                mente aus und setzt willkürliche Schwerpunkte. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                8) Überhaupt - und das ist mein generellster Kritikpunkt - ist die Frage, ob eine 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                durchkomponierte Glaubenslehre, wie sie im Apostolischen Glaubensbekenntnis 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                zum Ausdruck kommt, dem christlichen Glauben überhaupt angemessen ist. Die 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                Sprache der Bibel ist poetisch und lässt sich schwerlich auf einen begrifflichen Nen-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                ner und eine logische Linie bringen. Aber genau das versucht das Glaubensbekennt-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                nis. Das führt dazu, dass das Glaubensbekenntnis auf heutige Menschen wie eine al-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                ternativlose Tatsachenkette wirkt, die man zu glauben hat, wenn man ein guter 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                Christ sein will. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
                 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                Aus den genannten Gründen bin ich der Meinung, dass wir die altkirchlichen Glau-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                bensbekenntnisse in der heutigen Zeit nicht mehr regelmäßig verwenden sollten. In 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                besonderen Situationen, zum Beispiel in diesem Jahr, dem Jahr des Jubiläums des 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                Nizänums, können sie jedoch genutzt werden, um über das nachzusinnen, was Men-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                schen damals bewegt hat, und zu überlegen, inwiefern das uns in unserer heutigen 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                Zeit inspirieren kann. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
                      
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
                C) Neue Glaubensbekenntnisse? 
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
                 
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
                
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Sollen wir in der heutigen Zeit neue Glaubensbekenntnisse kreieren? Oder vielleicht 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
                 besser auf Glaubensbekenntnisse ganz verzichten? 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
                 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                Meiner Meinung nach sind Glaubensbekenntnisse weiterhin von hoher Bedeutung. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                In heutiger Zeit vielleicht sogar mehr denn je: Für uns selbst als Versuch, Klarheit zu 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                gewinnen über unsere religiöse Identität. Aber auch, um sprach- und auskunftsfähig 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                zu sein gegenüber unserer Mitwelt. Vermutlich ist Kirche in heutiger Zeit auch des-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                halb so wenig attraktiv, weil uns das immer weniger gelingt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
             
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
                 
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
                D) Erste Überlegungen  
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
                 
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
               
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
             Was könnten hilfreiche Gesichtspunkte sein für neue Glaubensbekenntnisse? 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                1) Der Sinn traditioneller Glaubensbekenntnisse bestand darin, den Gehalt des 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                christlichen Glaubens zu bestimmen. Dies ist meines Erachtens auch weiterhin die 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
                 zentrale Funktion heutiger Glaubensbekenntnisse. 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                2) Glaubensbekenntnisse sind, wie wir gesehen haben, immer Kinder ihrer Zeit. Sie 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                entstanden, weil große Herausforderungen zu bewältigen waren, und setzten sich 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
                 dabei mit den herrschenden Geistesströmungen auseinander. 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                a) Die große kirchliche Herausforderung unserer heutigen Zeit ist die immer größere 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                Distanz vieler Menschen zum Christentum. Eine zentrale Rolle spielt hierbei die mo-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                derne Denkweise, die mithilfe des Verstandes Dinge kritisch hinterfragt und auf 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                Überprüfbarkeit von Erkenntnissen Wert legt. Viele Menschen sind der Meinung, 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                dass der christliche Glaube mit dieser Denkweise, die in den Wissenschaften zu ent-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                sprechenden Erkenntnissen geführt hat, nicht vereinbar ist und deshalb nicht mehr 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                in die moderne Zeit passt. Dies gilt es in heutigen Glaubensbekenntnissen im Blick zu 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                haben. Modernen, kritisch denkenden Menschen einen Zugang zur christlichen Reli-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                gion vermitteln: Darum wird es in heutigen Glaubensbekenntnissen zentral gehen 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
                 müssen. 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                b) Glaubensüberzeugungen sind nie losgelöst davon, wie wir die Wirklichkeit allge-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                mein anschauen und verstehen. Weil sich unsere Weltanschauung und unser Welt-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                verständnis gegenüber früheren Zeiten verändert hat, wird sich auch unsere Sicht 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                auf den christlichen Glauben verändern müssen. Diese Veränderung sollte in heuti-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                gen Glaubensbekenntnissen zum Ausdruck kommen. Wir sollten deshalb in aller 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                Deutlichkeit auch sagen, was wir nicht (mehr) glauben. Das wird der Klarheit und 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
                 dem Profil unserer Glaubensüberzeugung nur gut tun. 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                3) Gerade weil Glaubensbekenntnisse immer Kinder ihrer Zeit sind, sollten wir die 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                ihre Gültigkeit nicht universalisieren. Sie sind Versuche, den Gehalt des christlichen 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                Glaubens zu bestimmen. Darin liegt ihr Wert – und ihre Grenze! Meines Erachtens 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                braucht es eine Vielzahl von Glaubensbekenntnissen. Es wird immer weniger gelin-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                gen, sich auf ein gemeinsames Glaubensbekenntnis zu einigen. Vielleicht ist das 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                auch gut so: Der christliche Glaube ist vielgestaltig und kann schwerlich auf einen 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
                 Nenner gebracht werden. 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
                                 
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
                E) Wie man theologisch ansetzen könnte  
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
                 
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
                
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Jedes Glaubensbekenntnis enthält eine implizite Theologie. Diese Theologie be-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                stimmt nicht nur die einzelnen Aussagen, sondern auch den Aufriss des Glaubensbe-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                kenntnisses. Wenn ich im Folgenden Gedanken anstelle über die Inhalte neuer 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                Glaubensbekenntnisse, dann erfolgt das aus meiner spezifischen theologischen War-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                te. Andere, die von einer anderen theologischen Anschauung geprägt sind, werden 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                zu anderen Folgerungen gelangen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
                 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                Zentral für mein theologisches Nachdenken sind die Wahrnehmungen und das 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                Selbstverständnis der Menschen in der heutigen Zeit - zu denen ich ja selbst gehöre. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                Die theologische Strömung, der ich mich dabei zuordne, nennt man (etwas missver-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
                 ständlich) "Liberale Theologie". 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
                 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                Liberale Theologie setzt bei dem Phänomen "religiöse Erfahrung" an. Was ist damit 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                gemeint? Menschen haben in ihrem Leben Erlebnisse unterschiedlicher Art. Manche 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                Erlebnisse können von einer besonderen Intensität sein: Zum Beispiel ein traumhaf-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                ter Sonnenuntergang, ein unvergleichliches Kunstwerk oder eine folgenschwere 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                Gewissensentscheidung. Viele Menschen empfinden diese Intensität - und gehen 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                nach kurzer Zeit wieder zur Tagesordnung über. Manche Menschen haben jedoch 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                die Empfindung, dass in einem solchen Erlebnis für einen Moment ihr Alltagshori-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                zont aufreißt und dahinter ein viel weiterer, ja unendlicher Horizont aufscheint. Sie 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                ahnen für einen Moment einen tieferen Sinn hinter allem. Dieses Gefühl kann zu 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
                 einer Veränderung der gesamten Lebenshaltung führen. 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
                 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                Wie kommt es, dass Menschen äußerlich gesehen das Gleiche erleben, aber es an-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                ders wahrnehmen? Sie deuten ihr Erleben unterschiedlich. Wer dem Erlebnis keine 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                tiefere Bedeutung zumisst, ordnet es in seinen Alltag ein - wie alle anderen Erlebnis-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                se auch. Wer in dem Erlebnis jedoch das Gefühl von etwas Größerem in sich spürt, 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                der deutet es religiös. Bei einer religiösen Erfahrung kommt also zweierlei zusam-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
                 men: Das besondere Erleben - und die religiöse Deutung dessen. 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
                 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                Die Empfindung von etwas Größerem, Tieferem, Unendlichem hinter dem Erlebten 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                in Worte zu fassen ist schwer. Religiöse Deutung bedient sich deshalb zumeist be-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                sonderer sprachlicher Mittel: Sie verwendet Symbole und Metaphern. Symbole sind 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                doppelsinnig: Hinter der wörtlichen Bedeutung liegt eine übertragene Bedeutung 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                verborgen. Metaphern sind Vergleiche. Diese beiden Mittel unserer Sprache ermög-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                lichen es, von einer Wirklichkeitsdimension zu sprechen, die nicht direkt benennbar 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                und abbildbar ist. Religiöse Deutung ist, weil sie den gewohnten Alltag überschrei-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                tet, immer ein vorsichtiges Tasten - im Wissen, dass keine Beschreibung dem zu Be-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
                 schreibenden im Letzten angemessen ist. 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
                 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                Jede Religion bezieht sich auf ein besonderes Erleben der Wirklichkeit und deutet 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                dieses auf ihre Weise religiös. So haben sich in der Menschheitsgeschichte unter-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                schiedliche Traditionsströme herausgebildet. Einer dieser religiösen Traditionsströ-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
                 me ist das Christentum. 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
                 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                Der in aller Kürze vorgestellte liberaltheologische Ansatz scheint mir für die heutige 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
                 Zeit sehr hilfreich zu sein. Er ermöglicht es, 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
                 - Religion als Phänomen eigener Art plausibel zu machen, 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                - ihre besondere Sprache einzuordnen 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                - und die Eigenheit des Christentums darzustellen, ohne andere Religionen herabzu-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
                  würdigen. 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                Liberale Theologie geht vom Menschen und seiner Welterkundung und Selbstdeu-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                tung aus - wie es die Naturwissenschaften auch tun. Sie entspricht damit moderner 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                Denkart. Traditionelle Theologien nehmen hingegen nicht mehr hinterfragbare Set-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                zung vor, mit denen man einverstanden sein muss (z.B. die Existenz Gottes oder ge-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                offenbarte Wahrheiten). Darauf lassen sich - so ist meine Wahrnehmung - immer 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                weniger Menschen ein. Noch weiter entfernt von einem liberaltheologischen Ansatz 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                sind evangelikal-fundamentalistische Positionen. Sie wollen letztlich hinter die Auf-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                klärung zurück. Darauf kann sich ein Protestantismus, der auf der Höhe der Zeit sein 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
                 will, nicht einlassen. 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
                 
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
                F) Vorschlag für einen inhaltlichen Aufriss  
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
                 
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
                
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, von einem liberaltheologischen Ansatz her 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                zentrale Dimensionen des christlichen Glaubens zu erschließen. Im Folgenden stelle 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                ich eine Möglichkeit vor. Diese sieht vor, ein modernes Glaubensbekenntnis entlang 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                der Person Jesus von Nazareth zu entfalten. Immerhin ist es sein Ehrentitel "Chris-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                tus", von dem wir unsere Selbstbezeichnung "Christen" ableiten. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
                 
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
                1) Jesu Verkündigung 
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
               
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            Ich würde ein neues Glaubensbekenntnis mit Jesu Verkündigung beginnen lassen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                Ihm, Jesus, ging es um eine besondere Weise, die Welt anzusehen und zu verstehen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                An ihr haben Menschen teil, wenn sie sich wahrnehmen als Teil eines großen Gan-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                zen und eine intensive Verbundenheit mit der ganzen Welt empfinden. Wenn sie 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                ihre Mitmenschen nicht mehr als Konkurrenten betrachten, sondern als Geschwis-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                ter, die Natur nicht mehr als Verfügungsmasse, sondern als kostbare Lebensgrund-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                lage. Mit der Mitwelt im Einklang zu leben, sich zu erfreuen an der Fülle des Lebens 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                und zugleich zufrieden zu sein mit dem, was man wirklich zum Leben braucht: Das 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
                 bedeutet nach Jesus höchstes Lebensglück und größter Lebensgenuss. 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                Diese antirassistische und antimaterialistische Sicht Jesu auf die Welt und das Leben 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                ist meines Erachtens einer der wesentlichen Bestandteile für den christlichen Glau-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
                 ben, gerade in der heutigen konsumorientierten Konkurrenzgesellschaft. 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                Eventuell könnte man an dieser Stelle des Glaubensbekenntnisses als Problem be-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                nennen, dass Jesus von den Evangelisten auch Worte in den Mund gelegt wurden, 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                die sich auf Situationen und Konflikte späterer Zeit beziehen. Und darauf hinweisen, 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
                 dass die Bestimmung echter Jesusworte nie eindeutig sein wird. 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
                                
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
                2) Jesu Gottesglaube 
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
               
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            Ich würde anschließend deutlich machen, dass Jesus seine Sicht der Wirklichkeit auf 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                dem Hintergrund einer religiösen Tiefenerfahrung entwickelte - und damit auf das 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                Thema "Gott" zu sprechen kommen. Gott, das ist in der Bibel der Name, die Chiffre 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                für das von mir oben beschriebene besondere Erleben der Wirklichkeit und der reli-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                giöse Deutung ihrer als Teil eines größeren Ganzen. Die Israeliten verbanden diesen 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                Namen mit den hellen, erfolgreichen Momenten ihrer wechselvollen Geschichte - 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                Erfahrungen des Vertrauens, der Befreiung, der Gerechtigkeit - ebenso wie mit Dun-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                kel und Selbstzweifel. Ihre Erfahrungen verarbeiteten sie in den Büchern der Bibel zu 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                einer großen Geschichte, die vom Anfang der Welt bis zu ihrer erwarteten Vollen-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                dung reicht. Jesus lebte in diesem jüdischen Glauben. Er fühlte sich in Gott unend-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                lich geborgen. Diese Resonanzerfahrung hat ihn sein Leben lang getragen. Weil er 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                sich im Einklang mit dem größeren Ganzen "Gott" wusste, war es ihm wichtig, auch 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                im Einklang mit seiner Mitwelt zu sein. Deshalb hat er seine Sicht der Wirklichkeit 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                auch "Reich Gottes" genannt. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                An dieser Stelle würde ich als Problem skizzieren, dass sich im Judentum personale 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                Gottesvorstellungen durchgesetzt und ein immer größeres Eigenleben entwickelt 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                haben bis hin zur Aufforderung Gottes zu Krieg und Zerstörung. Ich würde als Auf-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                gabe von uns Christen heute benennen, diese menschlich-allzumenschlichen Got-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                tesvorstellungen kritisch zu hinterfragen und neue Zugänge, Gedanken und Vorstel-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
                 lungen über Gott zu entwickeln. 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
                 
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
                3) Jesu Leben und Sterben 
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
                
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Anschließend würde ich mit Jesus fortfahren und kurz auf sein Wirken eingehen: 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                Dass ihm vor allem die Menschen am Herzen lagen, die sich von allen verlassen fühl-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                ten. Dass er eine ungeheure Ausstrahlung gehabt haben muss. Und er authentisch 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
                 war, weil er lebte, was er sagte. 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                Dass er dann schließlich in die Mühlen der Macht geriet, aber sich nicht wehrte, 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                sondern seinem Weg der radikalen, uneingeschränkten Liebe bis zur letzten Konse-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                quenz treu blieb. Am Ende stirbt er qualvoll am Kreuz. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                Die paulinische Kreuzestheologie, also die Vorstellung, dass er starb, um uns von 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                unseren Sünden zu erlösen, würde ich nicht thematisieren. Mich hat diese Deutung 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                des Todes Jesu nie überzeugt, zumal sie von einer personalen Gottesvorstellung 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                ausgeht, die besagt, dass Gott seinen Sohn willentlich opfert bzw. sein Opfer willent-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
                 lich annimmt. 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                Stattdessen würde ich an dieser Stelle die Hoffnung Jesu zur Sprache bringen, auch 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                nach dem Tod bei bzw. in Gott geborgen zu sein. Dabei greift Jesus auf alttestament-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                liche Jenseitsvorstellungen zurück. Was wir traditionell mit den Worten "ewiges Le-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                ben" beschreiben, bringt genau die Hoffnung auf ein Sein bei bzw. in Gott auch nach 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
                 dem Tod zum Ausdruck. 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
                 
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
                4) Jesu Auferstehung 
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
               
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            Anschließend ist dann zur Sprache zu bringen, dass Jesu Ende ist noch nicht das En-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                de war, sondern es in gewisser Weise jetzt erst richtig losging. Aus den Auferste-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                hungserzählungen erfahren wir, dass die Freunde Jesu ihn überraschenderweise 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                nach seinem Tod gegenwärtig erleben in Worten und Handlungen, die für ihn ty-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                pisch waren und sie mit ihm verbinden. Sie beschließen, seine Reich-Gottes-Sicht 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                der Welt weiterzutragen und entsprechend zu leben und zu handeln. Ihn, Jesus, wis-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                sen sie in ihrer Mitte: als erlebbare Dynamik, die ihnen Flügel verleiht. »Heiliger 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                Geist« nennen die Evangelisten diese Art der Gegenwart Jesu. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
                 
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
                5) Die Kirche als Nachfolgeorganisation Jesu 
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
                
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Nun ist auf die Entstehung der Kirche einzugehen: Die Freunde setzen ihr Vorhaben 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                um, im Sinne Jesu weiterzumachen. Bald stoßen immer mehr zu ihnen – im weiteren 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                Verlauf auch Menschen, die keine Juden sind: So entsteht die Kirche als eine große 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                Bewegung. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                An dieser Stelle kommt man nicht umhin, einzugestehen, dass die Kirche ihrer Auf-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                gabe in der Geschichte immer wieder untreu geworden und sich stattdessen mit den 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                Mächtigen der Welt eingelassen hat. Ich würde klar zum Ausdruck bringen, dass Kir-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                che hat nur dann eine Chance in der Zukunft hat, wenn sie sich auf ihre Identität 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                wieder zurückbesinnt. Ein lebendige Überzeugungsgemeinschaft, die im Sinne Jesu 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                aktiv ist, die im Austausch steht mit Wissenschaft und Religionen und die Nöte und 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                Sorgen der Menschen in den Blick nimmt: Das wäre meines Erachtens auch in der 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
                 heutigen Welt hochattraktiv. 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
                 
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
                6) spätere Übermalungen Jesu 
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
                
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Abschließend könnte man noch spätere Ausmalungen des Lebens Jesu erwähnen: Es 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                wurden ihm Wundergeschichten angehängt und man hat ihm Ehrentitel beigelegt 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                (Menschensohn, Messias, Sohn Gottes). Aber damit nicht genug: Die Evangelisten 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                malten das Gefühl der Gegenwart Jesu, das die Freunde nach seinem Tod hatten, 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                mit bunten Farben aus und erweckten damit den Anschein, dass sein leibliches Le-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                ben nach dem Tod weiterging, als hätte man einen Leichnam wiederbelebt. Lukas 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                erzählte schließlich sogar von seiner Himmelfahrt: Ausdruck dessen, dass Jesu Karri-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                ere als Himmelswesen steil nach oben ging. In dieser Linie denkt auch der Apostel 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                Paulus, der Tod und Auferstehung Jesu zu einer großangelegten Erlösungslehre aus-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
                 baute. 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                Ich würde klar zum Ausdruck bringen, dass diese Übermalungen Jesu zur Folge hat-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                ten, dass seine Verkündigung immer mehr in den Hintergrund trat. Eine Entwick-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
                 lung, über die Jesus selbst sicherlich am traurigsten gewesen wäre. 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
                 
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
                Abschluss 
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
                
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Was ich als inhaltliche Ideen für neue Glaubensbekenntnisse präsentiert habe, ist 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                meine persönliche Sicht der Dinge. Andere mögen es anders sehen. Wichtig wäre 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                mir, dass wir Christen uns endlich trauen, offen und ungeschminkt über unseren 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                Glauben zu debattieren und dabei auch einmal Gewohntes und Selbstverständliches 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                in Frage zu stellen. Damals auf den Konzilien der Alten Kirche hatte man noch über 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                Glaubensthemen gestritten. Diese Diskussionskultur ist uns in der Kirche schon seit 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                längerem abhanden gekommen. Ich bin sicher: Wenn wir uns wieder trauen wür-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                den, ganz grundsätzlich über Glaubensthemen zu diskutieren, würde das Leben in 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
                 die Kirche bringen. Und vielleicht auch Auswirkungen haben nach außen. 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                Sich zurückzuziehen auf Bekenntnisse, die Menschen vor 1700 Jahren ersonnen ha-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                ben: Das kann jedenfalls keine Alternative sein. Das Alte kennen die Menschen zur 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                Genüge - und wollen es nicht mehr hören. Jesus hat einmal gesagt: "Neuer Wein in 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                neue Schläuche". Jetzt wo unsere alten Schläuche immer mehr brüchig geworden 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                sind, wäre die Zeit vielleicht doch irgendwann mal reif für Neues. Neue Glaubensbe-
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                kenntnisse, die entstehen, könnten Ausdruck dafür sein, dass sich die Kirche noch 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                einmal neu auf den Weg macht. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
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      <pubDate>Fri, 24 Oct 2025 11:14:24 GMT</pubDate>
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    </item>
    <item>
      <title>Das Kreuz mit dem Kreuz</title>
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      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           Ein Abschied von der Sühnopfer-Theologie
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Vorbemerkungen
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           1.     Im Zentrum unserer Glaubenslehre gibt es den Satz: Jesus Christus ist als Sühne für unsere Sünden am Kreuz einen Opfertod gestorben; oder zugespitzt: Gott hat seinen eigenen Sohn geopfert, um uns mit Ihm zu versöhnen. Ich werde im Folgenden diese Sätze in Frage stellen und als Sätze meines Glaubens ablehnen. Freilich werde ich zugleich ein anderes Verständnis des Kreuztodes Jesu vorstellen. Aber mit beidem will ich niemandem, die oder der mit der bisher üblichen Sühnopfer-Theologie glauben und leben kann, diesen Glauben auszureden versuchen. Ich möchte nur den vielen, die mit diesen Glaubenssätzen nichts mehr anfangen können, gar an ihnen Anstoß nehmen, eine entlastende Interpretation anbieten.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           2.     Ich muss als bekannt und akzeptiert voraussetzen, dass die Bibel nicht eine von Gott wörtlich diktierte Schrift ist, sondern eine Sammlung von Schriften der jüdischen und christlichen Religion, die zwar überwiegend von Gott inspiriert, aber von Menschen formuliert, redaktionell bearbeitet und verändert wurden. Ihre Inhalte wurden über viele Jahrhunderte (im Neuen Testament Jahrzehnte) nur mündlich überliefert, und ihre Texte entstanden in ganz verschiedenen Epochen religiöser Tradition. So sind große Unterschiede, und sogar Widersprüche zwischen ihren Aussagen verständlich. In vielen Fällen müssen wir uns entscheiden, was wir glauben können und wollen. Insofern wird uns bei den nachfolgenden Überlegungen das Argument „Aber in der Bibel steht doch ...“ nicht helfen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           I. Befremdung
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Der Anblick des gekreuzigten Christus und die Rede von seinem Opfer für uns sind im Christentum so allgegenwärtig und so sehr Gewohntes, dass es nötig ist, ein paar Schritte Abstand zu nehmen, um das Befremdliche, gar Ärgerliche daran zu erkennen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           1.     Versuchen Sie sich einmal vorzustellen, wie Sie in einem fernen Land einer fremden Religion begegnen, von der Ihnen erzählt wird, dass deren Begründer gehenkt worden sei. Was würden Sie empfinden und denken, wenn sie dort in allen Tempeln einen Galgen mit dem Gehenkten daran sähen? So geht es vermutlich Afrikanern oder Asiaten, wenn sie zum ersten Mal dem Christentum begegnen!
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           2.     Können wir uns vorstellen, wie es auf unsere Kinder wirkt, dass in allen unseren Kirchen an zentraler Stelle, in vielen Häusern, manchmal am Wegrand und sogar in Kindergärten und Klassenräumen der Kruzifixus, oft mit blutenden Wunden und qualvoll gekrümmtem Körper, dargestellt ist? Was mögen die Kinder denken, wenn ihnen gesagt wird, Gott habe das so gewollt? Wie tief sind diese Bilder und Vorstellungen aus der Kindheit in uns eingeprägt? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           3.     Wie ist es zu erklären, dass – zumindest im Protestantismus – der Karfreitag als höchster Feiertag gilt und nicht der Ostersonntag? Glauben wir denn an den gekreuzigten oder an den auferstandenen Christus? Warum haben wir - entgegen allen biblischen Berichten – Christus am Kreuz fixiert?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            4.     Der Tod Jesu am Kreuz wird theologisch als das entscheidende Heilsereignis behauptet. Heißt das, dass die Inkarnation Gottes in diesem Jesus von Nazareth, dessen Leben und Wirken und Predigen wertlos geblieben wären, wenn Jesus als alter, weiser Mann in einem Bett gestorben wäre?
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            5.     Da religiöse Opfer (engl.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           sacrifice
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            ) ganz aus unserem Kulturkreis verschwunden sind, denken wir bei dem Wort ,Opfer' am ehesten an Kriegsopfer, Unfallopfer, Katastrophenopfer (engl.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           victim
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           ), also passive, unschuldige, sinnlose Opfer eines ‚blinden Schicksals‘. Daneben kennen wir Berichte, wo einzelne Menschen sich aufopfern, um anderen das Leben zu retten. Aber beim Sühnopfer Jesu ist ganz anderes gemeint!
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Diese befremdenden Wahrnehmungen sind wohl Grund genug, die entsprechenden theologischen Aussagen genauer zu befragen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           II. Infragestellung
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           1. Biblische Belege zum Sühnopfer-Gedanken finden sich weder in den synoptischen Evangelien (Mt, Mk, Lk) noch im Johannes-Evangelium (auch nicht Joh 3,16!). Zwar kündigt Jesus in den Evangelien sein bevorstehendes Leiden und Sterben als unvermeidliches Geschehen an, aber nicht als gewolltes Sühnopfer. In den Einsetzungsworten beim Letzten Mahl Jesu heißt es „Das ist mein Leib“ (nur Lukas fügt hinzu „der für euch hingegeben wird“) und „Das ist mein Blut, das für euch/ für viele vergossen wird“ (nur Matthäus fügt hinzu „zur Vergebung der Sünden“). Diese Formulierungen werden als Eintragungen aus der urchristlichen Abendmahlspraxis vermutet. Der ‚historische Jesus‘ hat offenbar von der späteren Sühnopfer-Theologie nichts im Sinn gehabt. (Siehe dazu auch unten 4.) Erst bei Paulus, dort aber massiv, erscheint die Deutung von Jesu Tod am Kreuz als ein von Gott selbst (!) inszeniertes Sühnopfer (Röm 3,25; 5,17-19; 7,4; 8,32; 2.Kor 5,19 u.ö.). Im Hebräerbrief wird Jesu Opfertod zu einem Selbstopfer. Als Hoherpriester übertrifft er die täglichen Sühnopfer im Jerusalemer Tempel ins Unermessliche, indem er, der Sündlose, sich „ein für allemal“ für die Sünden der Menschen opfert (Hebr 7,27; 9,12 und 26-28 u.ö.). Die Offenbarung des Johannes spricht vom „Lamm Gottes“, das zur Schlachtbank geführt wurde und der Welt Sünde trug. Es scheint – gerade für Paulus – verständlich, dass biblische Autoren das Heilsgeschehen in Jesus Christus durch Kategorien jüdischer und hellenistischer Opferrituale für ihre Zeit verstehbar machen wollten. Aber in doppelter Weise erlagen sie dabei einem Rückfall.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            2.     Das jüdische Opferverständnis erfuhr in seiner religionsgeschichtlichen Entwicklung zwei starke Korrekturen. Zum einen verstehen wir heute die Erzählung um Abrahams versuchte Opferung seines Sohnes Isaak (1. Mose 22, 1-14) als Zurückweisung der bis dahin noch praktizierten Menschenopfer. Die ersatzweisen Tieropfer wurden allerdings noch zu Jesu Zeiten im Jerusalemer Tempel massenhaft vollzogen. Zum anderen haben immer wieder Propheten grundsätzliche Kritik am Opferkult geübt. Sie forderten soziales Handeln statt Opfer (Amos 4,4f; 5,21ff; Hos 4,4ff; 14,2f; Jes 1,10ff; Jer 7,7ff; Jes 43,23ff; Ez 20,39 u.ö.). An diese prophetische Kritik knüpfte später Jesus an (vor allem in der Bergpredigt Mt 5 – 7). Die Sühnopfer-Theologie eines Paulus wie der späteren kirchlichen Dogmen- und Liturgie-Entwicklung stellt also einen fatalen Rückfall dar auf die religionsgeschichtliche Stufe von Menschenopfern.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           3.     Gravierender ist der im Sühnopfer-Glauben enthaltene Rückfall in der Entwicklung des Gottesverständnisses. Wir begegnen ja in der Bibel einem breiten Spektrum von Gottesvorstellungen: vom Töpfer- und Gärtner-Gott im älteren Schöpfungsmythos (1.Mose 2), über einen Heerführer- und Rächer-Gott, einen zornigen und eifersüchtigen Gott hin zu dem barmherzigen, verzeihenden Gott (bereits im Alten Testament!), bis zu dem Gott, den Jesus vertrauensvoll als Vater anspricht und bis hin zu Abstraktionen wie „Gott ist Liebe“ oder „Gott ist Geist“ (Johannes). Die Vorstellung, Gott ließe sich durch Opfer beeinflussen und er hätte eines Opfers, gar einer Opferung seines eigenen, geliebten Sohnes bedurft, um sich mit den Menschen versöhnen zu können, ist also ein Rückfall in ein früh-religiöses Verständnis von Gott. „Die dahinterstehende Gottesvorstellung ist geprägt von einer Gerechtigkeit, die im Grunde Unerbittlichkeit ist: Einer musste die offene Schuld begleichen.“ (Jörns, S.329)
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           4.     Dieses Verständnis von Gott, der ein Opfer braucht, steht in krassem Widerspruch zur Botschaft Jesu von dem bedingungslos und grenzenlos liebenden Gott (z.B. im Gleichnis vom ‚Verlorenen Sohn‘), wie ihn auch Paulus verkündet. Wer die grausame Hinrichtung am Kreuz als ein von Gott gewolltes Sühnopfer interpretiert, versperrt den Blick auf den liebenden Gott der freien Gnade, der zur Erlösung von uns Sündern keinerlei Vorleistung, schon gar nicht einen solch blutigen Gewaltakt braucht. „Wir müssen uns heute entscheiden, ob wir Jesu Christi Weg und Verkündigung oder weiterhin einer Theologie folgen wollen, die das Evangelium in einem zentralen Punkt widerruft.“ (Jörns, S.321) (Zitat von Bischof Huber, Jörns, S.328, Anm.77)
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           5.     Diese Entscheidung ist für mich klar, und es geht m.E. für uns heutige Christen darum, Abschied zu nehmen von Glaubenssätzen, die als irreführend erkannt sind – wie dem vom Sühnopfertod Jesu –, Abschied zu nehmen ohne Groll, ohne Überheblichkeit, aber doch in klarer Trennung; vor allem aber mit der Aussicht auf eine neue Perspektive: eine umso deutlichere Freilegung der wahren Botschaft Jesu.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           III. Neufassung
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           1.     Wir sollten nicht auf Golgatha stehen bleiben, sondern – so wie damals die Frauen – den toten Jesus vom Kreuz nehmen, ihn beweinen und begraben. Dann bliebe das leere Kreuz als wichtige Erinnerung an sein Leiden und Sterben. Aber wir könnten den Weg Jesu Christi weitergehen, auch das leere Grab hinter uns lassen und ihm in der Auferstehung lebend begegnen. Statt zum Gekreuzigten zu beten, lasst uns den Auferstandenen feiern!
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           2.     Wir sollten den Tod Jesu in den Zusammenhang seines ganzen Lebens stellen: von seiner Geburt in ärmlichen Verhältnissen, über seine Taufe durch Johannes, sein öffentliches Auftreten in Galiläa als Wanderprediger und Heiler mit massenhaftem Zulauf und ersten Konflikten mit Pharisäern und Schriftgelehrten; bis zu seinem Gang in das religiös-politische Machtzentrum Jerusalem, wo es zur Zuspitzung des Konfliktes mit den religiösen Führern, zu seiner Verhaftung, Verurteilung und Hinrichtung kommt. Schließlich gehören auch die Erfahrungen seiner engsten Freunde mit ihm als Auferstandenem zum Ganzen seines Lebens. Und dieses sein ganzes Leben ist das Heilsereignis! Als Wichtigstes ist dabei festzuhalten, dass Jesus einen Glauben an den bedingungslos liebenden Vater-Gott vermittelte und den Anbruch, ja, die volle Präsenz des Reiches Gottes, d.h. der Wirklichkeit Gottes verkündete. Was gibt es darüber hinaus zu sagen?!
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            3.     Aus diesem Zusammenhang ist der Tod Jesu durch die Kreuzigung als Märtyrertod zu verstehen. Jesus von Nazareth wurde der erste – und keineswegs einzige! – Märtyrerzeuge für die von ihm vertretene Botschaft von der bedingungslosen Liebe Gottes. Dazu gehört auch der Umstand, dass er nicht floh, als es noch möglich war, und sich strikt gewaltlos der herrschenden Gewalt auslieferte. Dies Beispiel Jesu, der unser Bruder vor Gott war, durchgehalten trotz Angst und Zweifel und unter qualvollsten Bedingungen, hat seitdem unzählige andere Märtyrer der Liebe bestärkt und Menschen auch in ,kleineren' Leidsituationen getröstet. Es war ein Opfer im Sinne einer äußersten Hingabe, wie sie auch von anderen Menschen vor ihm und nach ihm gelebt wurde.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           4.     Wir glauben Jesus Christus als Inkarnation Gottes, d.h. als Verkörperung des göttlichen Geistes. Deshalb können wir Jesu grauenvolle Hinrichtung als Gottes Gegenwart in äußerstem Leid verstehen. Gott selbst ist unser Leidensgenosse! Dies ist eine radikale Überschreitung aller religiösen Gottesvorstellungen. (Vgl. den Hymnus in Phil 2,5-11) Diese Deutung des Kreuzes Christi überbietet und ersetzt für mich alle Opfertod-Vorstellungen. Und sie entspricht am deutlichsten der Gesamtbotschaft Jesu. Denn dessen Verkündung der Gegenwart Gottes als „Reich Gottes“ und sein Vertrauen in den liebenden Vater geben auch inmitten von Leid Kraft und Hoffnung zur Überwindung allen Leidens.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           Literatur zum Thema:
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           - Klaus-Peter Jörns: Notwendige Abschiede – Auf dem Weg zu einem glaubwürdigen Christentum. 2.Aufl.2005,  S. 286 ff.                      - Claus Petersen: Die Botschaft Jesu vom Reich Gottes – Aufruf zum Neubeginn. Stuttgart 2005
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
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      <pubDate>Fri, 22 Aug 2025 09:44:47 GMT</pubDate>
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      </media:content>
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        <media:description>main image</media:description>
      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Was verstehen wir unter dem "Reich Gottes"?</title>
      <link>https://www.netzwerkreform.de/was-verstehen-wir-unter-dem-reich-gottes</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Gemäß dem vom Netzwerk Reform des Christentums verabschiedeten „Göttinger Manifest 2024“ gilt als Spezifikum des Christentums „die Orientierung an Jesu Lehre und Praxis des Reiches Gottes“. Jesus hat immer wieder vom Reich Gottes gepredigt und dieses in seinen Handlungen exemplifiziert. Doch was ist unter diesem „Reich Gottes“ zu verstehen? Einige Vertreter des Netzwerks haben sich am 12. September 2024 mit dieser Frage befasst und das folgende Statement dazu formuliert:  
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;ol&gt;&#xD;
    &lt;li&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Das Reich Gottes ist keine Beschreibung objektivierbarer Verhältnisse, so dass man sagen könnte: Hier oder da ist das Reich Gottes. 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/li&gt;&#xD;
    &lt;li&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        &lt;span&gt;&#xD;
          
             Das Reich Gottes ist vielmehr eine spezifische Sicht- oder Wahrnehmungsweise der Welt. Teilhabe am Reich Gottes bedeutet, eine intensive Verbundenheit mit der ganzen Welt zu empfinden und sich selbst zu erleben als Teil dieses großen Ganzen. Die Mitmenschen sind in dieser Sichtweise nicht mehr Konkurrenten, sondern Geschwister, die Natur nicht mehr Verfügungsmasse, sondern kostbare Lebensgrundlage. Ausdruck der wahrgenommenen Fülle und des erlebten Einklangs sind gesteigerte Lebensfreude und Lebensgenuss.   
            &#xD;
        &lt;/span&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/li&gt;&#xD;
    &lt;li&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Das Reich Gottes ist zugleich eine spezifische Existenz- und Handlungsweise. Teilhabe am Reich Gottes heißt nicht nur, sich selbst neu wahrzunehmen und sich freizumachen von dem Drang, immer mehr besitzen zu wollen. Sie bedeutet auch, mit den Mitmenschen und mit der Natur achtsam und respektvoll umzugehen. 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/li&gt;&#xD;
    &lt;li&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Teilhabe am Reich Gottes bedeutet darüber hinaus, Schmerz zu empfinden über ungerechte, prekäre und zerstörerische Lebensverhältnisse und sich politisch-gesellschaftlich einzusetzen für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung. 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/li&gt;&#xD;
    &lt;li&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        &lt;span&gt;&#xD;
          
             Die Begrifflichkeit "Reich Gottes" ist ein Hinweis darauf, dass Jesu Wahrnehmungs- und Existenzweise Ausdruck einer religiösen Tiefenerfahrung ist. 
            &#xD;
        &lt;/span&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/li&gt;&#xD;
  &lt;/ol&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
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      <pubDate>Thu, 21 Nov 2024 08:42:42 GMT</pubDate>
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      </media:content>
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        <media:description>main image</media:description>
      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Die 6. Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung - Ergebnnisse und Konsequenzen</title>
      <link>https://www.netzwerkreform.de/die-6-kirchenmitgliedschaftsuntersuchung</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die 6. Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung "Wie hältst du's mit der Kirche? Zur Bedeutung der Kirche in der Gesellschaft" wird hier von Prof. Dr. Werner Zager vorgestellt – mit den wichtigsten Ergebnisse und den Konsequenzen, die aus einer liberalen Sicht daraus zu ziehen sind.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://irp.cdn-website.com/56374e92/dms3rep/multi/BadOrbKirche.jpg"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           „Wie hältst du’s mit der Kirche? Zur Bedeutung der Kirche in der Gesellschaft“ – so ist die 6. Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung (KMU) überschrieben, die vom Sozialwissenschaftlichen Institut der EKD im Jahr 2022 durchgeführt worden ist.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/INDESIGN/FREIES%20CHRISTENTUM/2024/2024_6/Artikel/Die%206.%20Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung_ZagerWerner.docx#_ftn1" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [1]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Sie bezog sich auf die in Privathaushalten lebende Bevölkerung in Deutschland ab dem 14. Lebensjahr, wobei sich – im Unterschied zu vorausgegangenen KMUs – unter den Befragten nicht nur Evangelische und Konfessionslose befinden, sondern auch Katholische und Mitglieder anderer Religionsgemeinschaften.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Seit der ersten KMU 1972 sind erhebliche Veränderungen der konfessionellen Zusammensetzung in Deutschland eingetreten. Die Bevölkerung der damaligen BRD bestand zu dieser Zeit zu 46 % aus Mitgliedern der EKD-Gliedkirchen, zu 44 % aus Mitgliedern der römisch-katholischen Kirche, zu 5 % aus Konfessionslosen sowie zu 5 % aus Mitgliedern anderer Religionsgemeinschaften. Im Jahr 1990, nach Beitritt des früheren DDR-Gebiets, veränderten sich die Zahlen deutlich: 37 % Evangelische, 36 % Katholische, 22 % Konfessionslose, 5 % Angehörige anderer Religionsgemeinschaften. Die Zahlen zum Zeitpunkt der Durchführung der 6. KMU Ende 2022 stellen sich so dar: 23 % Evangelische, 25 % Katholiken, 43 % Konfessionslose, 9 % Angehörige anderer Religionsgemeinschaften.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Im Folgenden möchte ich zum einen die wesentlichen Ergebnisse der 6. KMU zusammenfassen, ergänzt um sozialwissenschaftliche Erkenntnisse. Zum anderen möchte ich einige Konsequenzen aufzeigen, die aus meiner Sicht daraus zu ziehen sind. Nicht zuletzt soll es darum gehen, was dies für die kirchliche Arbeit bedeutet.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           1.   Ergebnisse
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           1. Die induktiv vorgegangene, theoretische Vorannahmen möglichst vermeidende und für die Gesamtbevölkerung repräsentative Untersuchung kommt hinsichtlich der Religiosität und Säkularität der Bevölkerung in Deutschland zu folgenden religiös-säkularen Orientierungstypen: Kirchlich-Religiöse, Religiös-Distanzierte, Säkulare und Alternative.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           2. Die Kirchlich-Religiösen machen 13 % der deutschen Bevölkerung aus (14 % in Westdeutschland, 9 % in Ostdeutschland). Sie zeichnen sich zum einen durch eine kirchlich orientierte Religiosität aus, die für ihre jeweilige Lebenswelt relevant ist. Zum anderen verfügen sie über eine überdurchschnittlich starke gesellschaftliche Integration. Es handelt sich fast durchgehend um Kirchenmitglieder, nur 4 % davon sind Konfessionslose. Ihr Durchschnittsalter ist das höchste von allen Orientierungstypen. Deshalb wird der demografische Wandel zu einem Rückgang des diesem Typus zurechenbaren Bevölkerungsanteils führen. – Bei den Kirchlich-Religiösen kann man als Subtypen unterscheiden: „Religiös-Geschlossene“ und „Religiös-Offene“. Erstere halten an der kirchlichen Tradition fest und grenzen sich von nichtkirchlicher Religiosität ab; Letztere hingegen verbinden beides mit unterschiedlicher Gewichtung.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           3. Die Religiös-Distanzierten umfassen 25 % der Bevölkerung (Westdeutschland: 27 %, Ostdeutschland: 13 %). Sie sind überwiegend Kirchenmitglieder, es sind aber auch 16 % Konfes­sions­­­lose darunter. Bei ihnen überwiegt mit 70 % ein Glaube an Gott, ohne dass sie traditio­nellen Formulierungen christlicher Lehre zustimmen. Sie haben keine engere Anbindung an kirchliche Strukturen. – Bei den Religiös-Distanzierten kann man als Subtypen unterscheiden: „Distanziert-Kirchliche“, „Distanziert-Alternative“ und „Distanziert-Säkulare“. Distanziert-Kirchliche weisen Elemente einer kirchennahen Religiosität auf, im Unterschied zu den Distanziert-Alternativen, bei denen sich Elemente einer eher kirchenfernen Religiosität zeigen. Die Distanziert-Säkularen stehen der Religiosität überhaupt ferner, sind aber noch auf religiöse Themen ansprechbar.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           4. Die Säkularen bilden mit 56 % die Mehrheit der Bevölkerung (Westdeutschland: 53 %, Ostdeutschland: 73 %). Für sie spielt Religiosität in ihrem Leben keine Rolle. 65 % der Säkularen sind konfessionslos, aber auch 35 % der katholischen und 39 % der evangelischen Kirchenmitglieder gehören diesem Typus an. – Bei den Säkularen kann man als Subtypen unterscheiden: „Säkular-Geschlossene“, „Indifferente“ und „Säkular-Offene“. Während Säkular-Geschlossene Religion, Spiritualität und Kirche ablehnend gegenüberstehen, sind die Indifferenten durch Gleichgültigkeit bestimmt. Bei den Säkular-Offenen finden sich neben der auch hier vorherrschenden naturalistischen Prägung auch andere weltanschauliche Versatzstücke, die aber nur selten aus einem kirchennahen Bereich stammen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           5. Die Alternativen schließlich – eine verhältnismäßig kleine Gruppe (6 % der Bevölkerung) – neigen kirchenfernen Religiositätsformen zu. Damit gehen einher geringes gesellschaftliches Engagement, mangelnde Schulbildung und Neigung zum Populismus. – Bei den Alternativen kann man als Subtypen unterscheiden: „Esoterische“ und „Hedonistisch-Heterodoxe“.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           6. War man sich kirchlicherseits bereits seit Längerem der verhältnismäßig vielen religiös-distanzierten Kirchenmitglieder bewusst, fällt nun besonders der hohe Anteil von säkular eingestellten Menschen in beiden Kirchen auf.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           7. Nahm man noch Ende des letzten Jahrhunderts an, dass zwar die Kirchlichkeit zurückgehe, dafür aber die kirchenferne Religiosität vor allem im Esoterik-Bereich zunehme, zeichnet sich derzeit eine andere Entwicklung ab: Noch stärker als die Kirchlich-Religiösen ist der alternative religiöse Orientierungstyp geschrumpft.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           8. Zwei Drittel sowohl der evangelischen als auch der katholischen Kirchenmitglieder teilen ein auf Jesus Christus bezogenes Gottesbild nicht, konnten jedenfalls der Aussage nicht zustimmen: „Ich glaube, dass es einen Gott gibt, der sich in Jesus Christus zu erkennen gegeben hat“. Daraus folgt, dass nicht nur die Kirche als Organisation in eine Krise geraten ist, sondern auch der überlieferte christliche Gottesglaube. Unter den Konfessionslosen überwiegt mit 57 % die Auffassung, dass es weder Gott noch irgendein höheres Wesen oder eine geistige Macht gibt. Die Lösung institutioneller Bindungen zu den beiden früheren Großkirchen und der Verlust eines tradierten Gottesglaubens gehen folglich Hand in Hand. Ein „believing without belonging“ tritt also kaum oder nicht auf.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           9. Aufs Ganze gesehen, ist folgende für den Bestand der evangelischen und katholischen Kirche in Deutschland dramatische Entwicklung zu beobachten: Der Bevölkerungsanteil der Kirchlich-Religiösen schrumpft, indem ein Abfluss an die Religiös-Distanzierten stattfindet. Von den Religiös-Distanzierten wiederum geht ein noch größerer Strom an die Säkularen weiter, wo mittlerweile die Bevölkerungsmehrheit angekommen ist. Dominierten unter den Säkularen früher die Indifferenten, die sich bei Religionsfragen gleichgültig zeigen, gewinnen in neuerer Zeit solche Stimmen an Gewicht, die Religion dezidiert ablehnen. Die religiöse Entfremdung ist offenbar so groß geworden, dass Religion als etwas kulturell Fremdes und damit als eine Bedrohung der eigenen Identität bzw. Freiheit empfunden wird.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/INDESIGN/FREIES%20CHRISTENTUM/2024/2024_6/Artikel/Die%206.%20Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung_ZagerWerner.docx#_ftn2" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [2]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           10. Während in der gegenwärtigen Religionssoziologie man in der Regel von einer Zunahme von Indifferenz gegenüber religiösen Fragen ausgeht, legt die 6. KMU es nahe, eine Ausbreitung des Säkularismus anzunehmen. Vergleichbare Prozesse der Säkularisierung lassen sich übrigens auch in anderen europäischen Ländern beobachten. Der kirchliche Erosionsprozess vollzieht sich schneller, als noch vor wenigen Jahren angenommen. Insofern fußt etwa ekhn2030 – der Reformprozess der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) – auf zu optimistischen Voraussetzungen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/INDESIGN/FREIES%20CHRISTENTUM/2024/2024_6/Artikel/Die%206.%20Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung_ZagerWerner.docx#_ftn3" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [3]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Es gilt also, sich ehrlich zu machen.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Welche Konsequenzen sollten die Kirchen für ihr zukünftiges Handeln aus den Ergebnissen der 6. KMU ziehen?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           2.   Konsequenzen
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           1. Kirchliches Handeln darf sich nicht von der Annahme leiten lassen, dass Religiosität eine anthropologische Konstante ist, die nicht zurückgehen könne. So lässt sich bei vielen Menschen kein Bedürfnis nach Gott, Transzendenz oder Spiritualität feststellen; auch ist es fraglich geworden, ob jeder Mensch in seinem Leben nach einem umfassenden Sinn sucht.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/INDESIGN/FREIES%20CHRISTENTUM/2024/2024_6/Artikel/Die%206.%20Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung_ZagerWerner.docx#_ftn4" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [4]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           2. Die Kirchen dürfen sich über die fundamentale Krise des religiösen Glaubens, der religiösen Praxis, des religiösen Erfahrens und der religiösen Kommunikation nicht hinwegtäuschen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           3. Bloße Strukturänderungen wie etwa die Bildung von sogenannten „Nachbarschaftsräumen“ bieten keinen wirklichen Beitrag zur Lösung dieser Krise. Sie sind allenfalls notwendige Anpassungsmaßnahmen, die durch die zurückgehenden Kirchenmitglieder, das rückläufige kirchliche Finanzaufkommen und den zahlenmäßig nicht ausreichenden theologischen Nachwuchs bedingt sind. Auf großflächige Organisationsformen zu setzen, ist sicher der falsche Weg, um Menschen an die Kirchen zu binden.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           4. Der Schwerpunkt kirchlichen Handelns muss in der Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und deren Familien liegen. Denn nur wer in jungen Jahren die Relevanz des christlichen Glaubens erfährt, wird sie auch als Erwachsener wertschätzen können. Ausnahmen bestätigen diese Regel.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           5. Wenn es immer weniger selbstverständlich ist, einer Kirche anzugehören, dann gilt es vor allem, vonseiten der Kirche den Menschen nahe zu sein und Bindungen zu ermöglichen. Dabei wird es vor allem auf die Gemeinde vor Ort ankommen. Die Kirchenorganisation ist daher möglichst schlank zu halten und auf das unbedingt Nötige zu beschränken. Was nicht der Kirchenbindung dient, kann getrost wegfallen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           6. Da die religiöse Entwicklung innerhalb der Gesellschaft immer mehr hin zu kirchlich-distanzierten und säkularen Haltungen geht, bedarf es einer Theologie, die ihre Botschaft neu durchdenkt und in einer solchen Weise verständlich macht, dass sie als eine Option selbst für einen säkular eingestellten Menschen ernsthaft in Betracht kommt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           7. Es reicht nicht aus, veraltete Formen durch ein ansprechendes äußeres Erscheinungsbild zu ersetzen, vielmehr besteht die Herausforderung darin, sich mit der Entfremdung der Menschen von den traditionellen Glaubensinhalten konstruktiv auseinanderzusetzen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/INDESIGN/FREIES%20CHRISTENTUM/2024/2024_6/Artikel/Die%206.%20Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung_ZagerWerner.docx#_ftn5" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [5]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Als Christenmenschen, erst recht als Pfarrerinnen und Pfarrer müssen wir uns und anderen darüber Rechenschaft geben, was wir unter Gott, Jesus, heiligem Geist, Reich Gottes, Gericht, Auferstehung und ewigem Leben verstehen. Dies kann nur in großer Offenheit und Aufgeschlossenheit erfolgen – gemäß der Aufforderung des Apostels Paulus: „Prüfet alles und das Gute behaltet!“ (1Thess 5,21)
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           8. Mit anderen Worten: Es bedarf einer liberalen Theologie.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/INDESIGN/FREIES%20CHRISTENTUM/2024/2024_6/Artikel/Die%206.%20Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung_ZagerWerner.docx#_ftn6" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [6]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Eine solche Theologie steht in Spannung zu einer „bibeltreuen Theologie“, für welche die Aussagen der Bibel in ihrem Wortlaut unverrückbarer Maßstab sind, ebenso zu einer „konfessionellen Theologie“, die auf den Dogmen, Bekenntnissen und Katechismen der jeweiligen Kirche basiert und alle theologischen Aussagen daran misst. Eine liberale Theologie hingegen weiß sich in ihrer Besinnung auf das Unbedingte in erster Linie der Wahrheit verpflichtet. „So steht es in der Bibel“ oder „So steht es in unserem Bekenntnis“ kann für sich genommen noch nicht als ausschlaggebendes Argument gelten. Eine liberale Theologie kann nur das anerkennen, was einleuchtet und überzeugt, was also im eigenen Wahrheitsbewusstsein einen Widerhall findet.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           9. Kirche muss sich einem offenen Dialog stellen, in dem sie sich hörend und verstehend ihrem jeweiligen Gegenüber zuwendet, ihre Inhalte, Überzeugungen, Werte und Ziele in klaren Worten und mit überzeugenden Argumenten vertritt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           10. Dabei wird es entscheidend auf persönliche Glaubwürdigkeit ankommen. Kirchliches Reden und kirchliches Handeln müssen einander entsprechen. Dabei sind mögliche Fehler und Schuld einzugestehen und dürfen nicht vertuscht werden; ein daraus resultierendes geändertes Verhalten muss deutlich erkennbar werden.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Anmerkungen
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/INDESIGN/FREIES%20CHRISTENTUM/2024/2024_6/Artikel/Die%206.%20Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung_ZagerWerner.docx#_ftnref1" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [1]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                  Vgl. zum Folgenden: Wie hältst du’s mit der Kirche? Zur Bedeutung der Kirche in der Gesellschaft. Erste Ergebnisse der 6. Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung, hg. v. der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Leipzig 2023.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/INDESIGN/FREIES%20CHRISTENTUM/2024/2024_6/Artikel/Die%206.%20Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung_ZagerWerner.docx#_ftnref2" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [2]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
                   Vgl. Jan Loffeld, Wenn nichts fehlt, wo Gott fehlt. Das Christentum vor der religiösen Indifferenz, Freiburg i.Br. 2024, S. 38.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/INDESIGN/FREIES%20CHRISTENTUM/2024/2024_6/Artikel/Die%206.%20Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung_ZagerWerner.docx#_ftnref3" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [3]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                  Im Jahr 2022 hatte die EKD einen Rückgang von 2,9 % zu verzeichnen, bei einer Austrittsquote von 1,9 % (vgl. epd-Artikel „Bittere Realität“, in: Evangelische Sonntags-Zeitung vom 19.3.2023, S. 6). Damit dürfte die Modellrechnung der Universität Freiburg bereits überholt sein – diese nahm eine jährliche Austrittsquote von 0,95 % an –, auf der der Prozess ekhn2030 basiert. Mit dem Religionssoziologen Detlef Pollack von der Universität Münster sind die Austrittszahlen Ausdruck einer gesellschaftlichen Säkularisation, die von Generation zu Generation zunehme (vgl. Merle Schmalenbach, Was treibt sie weg? 380.000 Menschen traten 2022 aus der evangelischen Kirche aus, in: Christ &amp;amp; Welt Nr. 12 vom 16.3.2023, S. 2). Dabei handelt es sich um eine fatale Entwicklung, auf die die EKHN, aber auch die evangelische Kirche insgesamt keine überzeugende Antwort hat.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/INDESIGN/FREIES%20CHRISTENTUM/2024/2024_6/Artikel/Die%206.%20Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung_ZagerWerner.docx#_ftnref4" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [4]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                  Vgl. J. Loffeld, Wenn nichts fehlt, wo Gott fehlt (s. Anm. 2), S. 46.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/INDESIGN/FREIES%20CHRISTENTUM/2024/2024_6/Artikel/Die%206.%20Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung_ZagerWerner.docx#_ftnref5" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [5]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                  Vgl. Markus Beile, Erneuern oder untergehen. Optionen für die Zukunft der Kirche, in: DtPfrBl 124 (2024), S. 355-362.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://d.docs.live.net/910f37ce63e2092e/Dokumente/INDESIGN/FREIES%20CHRISTENTUM/2024/2024_6/Artikel/Die%206.%20Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung_ZagerWerner.docx#_ftnref6" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [6]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                  Die folgenden Sätze in enger Anlehnung an: Andreas Rössler, Denkwege eines freien Christentums, hg. v. Raphael Zager u. Werner Zager, Nordhausen 2020, S. 60.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
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      <pubDate>Wed, 04 Sep 2024 14:31:51 GMT</pubDate>
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    <item>
      <title>Spiritualität jenseits der Religionen</title>
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      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           Reflexionen und Erfahrungen
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           von Gerhard Breidenstein
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Es sieht so aus, als ob die großen Weltreligionen ihre historische Rolle ausgespielt hätten; zumindest ist ihre ehemalige Hauptrolle zu kleinen Nebenrollen geschrumpft. Ob das Stück nur ein Drama oder eine Tragödie war, können wir dahingestellt sein lassen. Wer hätte den Überblick und das Recht, eine Bilanz der positiven und der negativen Auswirkungen der Religionen zu erstellen? Und wozu wäre solch ein Urteil gut? Jedenfalls spielen die Religionen bei immer weniger Menschen eine lebensbestimmende Rolle; es dürfte sich nur noch um eine kleine Minderheit handeln. (Ich spreche dabei nur von der Situation in Mitteleuropa. In Afrika, Asien, Lateinamerika und offenbar auch noch in Nord-Amerika gilt diese pauschale Feststellung nicht.)
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           Spiritualität auch ohne Religion
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Allerdings hat gleichzeitig mit dem Niedergang des Einflusses der großen Kirchen in unserer Gesellschaft ein Interesse an Spiritualität geradezu sprunghaft zugenommen. Das Wort ‚Spiritualität‘ soll hier nicht nur ein Ersatzbegriff sein für allzu belastete Worte wie ‚Frömmigkeit‘ oder ‚Religiosität‘. Was aber soll dies Schlagwort ‚Spiritualität‘ meinen? Seine diffuse Bedeutung und sein inzwischen inflationärer Gebrauch hängen damit zusammen, dass die spirituell Suchenden selbst meist nicht sagen können, was sie suchen – und zwar oft gerade außerhalb der traditionellen Religionen. Vermuten kann man, dass der massive Materialismus unserer gegenwärtigen Kultur die Ursache ist für diese Gegenbewegung, für die Suche nach einer nicht-materiellen und verlässlicheren Lebens-Orientierung. Ob dem ein menschliches Urbedürfnis zugrunde liegt oder ob alle Aufklärer im Recht sind, die eben dies bestreiten, können oder müssen wir ebenfalls offen lassen. Unbestreitbar aber ist, dass es ein Bedürfnis nach Spiritualität in unserer modernen Gesellschaft gibt, und zwar nach einer neuen Art von Spiritualität. Was ist dann mit einer ‚Spiritualität jenseits der Religionen‘ (verkürzt gesagt mit ‚transreligiöser Spiritualität‘) gemeint?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           Mystik und der Abschied von Religion
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Bei einer transreligiösen Spiritualität würde die bisherige religiöse Identität transzendiert oder transformiert. Als junger Mensch war ich ein frommer Christ; dann habe ich evangelische Theologie studiert, wobei bereits mein Glaube erheblich umgeformt wurde. Aber heute bin ich dabei, mich von Religion zu verabschieden. Gewiss sind Spiritualität und Mystik religiöse Phänomene. Aber mit ‚Religion‘ meine ich vor allem alles Religiöse, das in Dogmen, Schriften, Ritualen und Institutionen gebunden ist.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Dieser Abschied ergibt sich für mich daraus, dass ich auf dem Weg der Zen-Meditation, die ich seit über zwanzig Jahren mit anhaltender Intensität praktiziere, der Mystik begegnet bin. Zen ist ja die mystische Richtung in der Religion des Buddhismus. Und Mystik, die es in allen großen Religionen gibt, ist tendenziell religionskritisch und warnt vor allen Dogmen, Heiligen Schriften, Heiligenverehrungen u.ä. einschließlich der eigenen Herkunftsreligion. Eben deshalb wurden Mystiker und Mystikerinnen oft von ihren religiösen Autoritäten verfolgt. Das hat die jeweiligen mystischen Richtungen (z.B. im Christentum oder im Islam) immer wieder unterdrückt, aber nie gänzlich auslöschen können. In unserer Zeit nun erlebt die Mystik eine erstaunliche Renaissance, zum Teil innerhalb des Christentums, aber auch außerhalb der Kirchenmauern. Wahrscheinlich gerade deshalb, weil sie eine Spiritualität jenseits der Religionen ermöglicht, eine Spiritualität ohne vernunftwidrige Dogmen, erstarrte Formen und ohne die erheblichen historischen Belastungen der Religionen. Unterstützt wird diese Renaissance auch von dem Umstand, dass Mystik besser als alle traditionellen Religionen mit dem nach-modernen, ganzheitlichen Weltbild vereinbar ist, wie es sich seit einigen Jahrzehnten von den Naturwissenschaften her entfaltet.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ein Abschied von einer solchen Religion muss kein Bruch, sondern kann ein allmählicher Prozess sein; wahrscheinlich wird er auch nie total sein. Und er ist – was mich betrifft - mit Dankbarkeit verbunden gegenüber den bisherigen Religionen für all das Wertvolle, was sie durch Jahrtausende überliefert haben. Mein besonderer Dank gilt allerdings gerade den Mystikern und Mystikerinnen aller Kulturen und Epochen für ihren Mut und ihre innere Freiheit, ihre Religion in Frage zu stellen, um den Weg in die je eigene Erfahrung ‚der Wahrheit‘ freizulegen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Von einer ‚Spiritualität jenseits der Religionen‘ zu sprechen hat auch den Sinn anzuerkennen, dass die meisten Mystiker und Mystikerinnen aus einer bestimmten Religion hervorgehen und von ihr geprägt bleiben, auch wenn sie diese transzendieren. So ist die Zen-Mystik eine andere als die Sufi-Mystik des Islam, eine christliche Mystik anders als die jüdische der Chassidim. Doch das jeweilige Transzendieren einer Religion relativiert sehr stark die trennenden Besonderheiten, während es die verblüffenden Gemeinsamkeiten der verschiedenen Mystiken deutlicher erkennen lässt. Insofern geht es bei einer ‚Spiritualität jenseits der Religionen‘ um mehr als einen interreligiösen Dialog, bei dem jede Seite bei sich bleibt. Und es ist auch mehr gemeint als ein multireligiöser Synkretismus, bei dem Elemente verschiedener Religionen vermischt werden. Es geht um die Entdeckung und Erkundung von Neuland jenseits aller Religionen. Oder in einem anderen Bild gesprochen: es geht um die Mitte zwischen allen Religionen. Diese Mitte zu suchen und zu kultivieren, ist gerade heute eine hochnotwendige Aufgabe, wenn die Menschheit untereinander und mit der Mitwelt in Frieden gelangen will.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           Was könnte eine Spiritualität jenseits der Religionen glauben?
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich zitiere hier meinen Versuch, mögliche Inhalte einer transreligiösen Spiritualität für unsere Zeit zu formulieren. Natürlich ist er weder vollständig noch beansprucht er Allgemeingültigkeit. Auch will dieser Entwurf nicht behaupten, seine Elemente gäbe es nicht auch innerhalb der heutigen Religionen, im Gegenteil zeigt er vielleicht, was beim Transzendieren erhalten bleiben kann. Was also könnte zu solcher Spiritualität gehören? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           · Die Überzeugung, dass alle belebten und unbelebten Seinsformen auf unserem Planeten Erde, also Menschen, Tiere, Pflanzen, Wasser, Luft und Mineralien, untereinander verbunden sind. Diese Einsicht wird mehr und mehr von den neuen, systemischen Naturwissenschaften unterstützt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           - Die Ahnung davon, dass dieses umfassende Lebensnetz von einer universellen, göttlichen Energie hervorgebracht wurde, durchdrungen ist und zusammengehalten wird und dass alles Sein zu immer größerer Komplexität und Schönheit entfaltet werden soll; dass es nur eine und zwar eine materiell-geistige Wirklichkeit gibt - um uns und in uns.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           - Die Erfahrung, dass diese Wirklichkeit für uns nicht nur Licht und Klarheit, sondern auch Dunkelheit und Rätsel enthält, und dass es oft darum geht, das Nichtverstehen auszuhalten.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           - Der Glaube, dass wir Menschen dazu befähigt und berufen sind, mit dieser göttlichen Energie in bewusste Verbindung zu treten, um von ihr inspiriert und transformiert und so auch ihr Instrument zu werden. Das berechtigt uns keineswegs zur Herrschaft über die Natur, motiviert uns vielmehr, dem Netz des Lebens unserem Wesen gemäß zu dienen wie Nervenzellen in einem Organismus.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           - Die Gewissheit, dass Werte wie Ehrfurcht vor allem Leben, Dankbarkeit für das Leben, Gerechtigkeit, Gewaltfreiheit, Wahrhaftigkeit, Versöhnungsbereitschaft, Mitgefühl, Toleranz und Achtsamkeit in allen Situationen unserem Handeln Motivation und Richtung geben können, um solcher Spiritualität zu entsprechen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           - Die Empfindung, dass Glück und Sinn gerade in Nicht-Materiellem wie Liebe, Freude, Zufriedenheit, Schönheit zu finden sind.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
                                                               
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            (aus der Broschüre „Anders besser leben – aber wie?“, S. 97; s. www.anders-besser-leben.de/Material)
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dr. Gerhard Breidenstein
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           Anmerkung des Netzwerk-Vorstands:
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Dieser Beitrag von Dr. G. Breidenstein stieß beim Netzwerk auf breite Zustimmung, weshalb wir ihn hier gerne aufgenommen haben; allerdings gab es auch Stimmen, die mit der Definition von „Religion“ in diesem Beitrag nicht ganz einverstanden waren, gäbe es doch noch andere legitime Definitionen von „Religion“. Wer mehr über die Überschneidungen und Differenzen von „Spiritualität“ und „Religiosität“ wissen möchte, mag sich nachfolgenden Fachartikel im Handbuch
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Erziehung
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           zum Thema Spiritualität ansehen:
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
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      <pubDate>Wed, 26 Jun 2024 08:34:03 GMT</pubDate>
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      </media:content>
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        <media:description>main image</media:description>
      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Sühnopfer und Evolution</title>
      <link>https://www.netzwerkreform.de/suehnopfer-und-evolution</link>
      <description>Die Autorin befasst sich mit dem Phänomen des Bösen aus evolutionistischer und bibelkritischer Sicht und zieht Konsequenzen für die Sühnopfertheologie. Der Text richtet sich an Menschen, für die die Bibel die Grundlage ihres Glaubens ist, die aber auch von naturwissenschaftlicher Perspektive her gewisse Glaubensinhalte neu verstehen möchten. Er richtet sich primär an theologische Laien.</description>
      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Warum musste Jesus sterben?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://irp.cdn-website.com/56374e92/dms3rep/multi/Wiese.jpg"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
                                                           
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Sühnopfer und Evolution
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           von Simone Brietzke
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           1. Was ist für mich „das Böse“?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Was ist für mich „das Böse“, oder „Sünde“? Ich fasse „das Böse“ und „Sünde“ ziemlich weit, nicht nur auf Zwischenmenschliches bezogen. Für mich ist es alles, was damit zu tun hat, jemandem oder etwas Anderem zu schaden, gar zu töten, physisch oder emotional zu verletzen, oder seinen Lebensraum zu zerstören. Im Zwischenmenschlichen kommen für mich noch Unterlassungssünden hinzu. Und in Bezug auf Gott auch, ihn nicht genügend in den Lebensmittelpunkt zu stellen, eine gestörte Beziehung zu ihm zu haben, das Ziel des Lebens zu verfehlen (griech. sündigen = harmatanein, wörtlich wohl: den Punkt verfehlen, das Ziel nicht treffen). Einfacher ausgedrückt: sich absondern vom Anderen, vom Fluss des Lebens, vom Lebensnetz.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Alles Erstgenannte gibt es spätestens seit der Entstehung des Lebens, in übertragenem Sinne auch schon seit „dem Urknall“. Es ist nicht möglich zu existieren, ohne anderem Leben, anderen Existenzen, zu schaden und zu töten, um sich zu ernähren. Leben beruht auf der Vernichtung von anderem Leben. Energie auf der Vernichtung anderer Energie. In der Biologie gibt es viele gute Gründe für Aggression im Dienste des Überlebens. Vieles davon wird unter dem Stichwort „Egoismus der Gene“ zusammengefasst. Auf ganz harte Weise geht es darum, seinen oder nahe verwandten Genen das Überleben in der nächsten Generation zu sichern. Dadurch findet auch die Selektion zu den „am besten Angepassten“ (Darwin: survival of the fittest) statt. Gewalt, Konkurrenz und Durchsetzungsvermögen ist die eine Hälfte dessen, was Fortentwicklung und Leben möglich macht.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           2. Was ist für mich „das Gute“?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
            
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
            Die andere Hälfte der Evolution ist Kooperation, sich zusammenschließen, Gemeinschaften bilden, sich im Nächsten sehen und sich mit ihm verbinden. Das gibt es auch schon seit dem Urknall: Energien ballen sich zu subatomaren Teilchen, diese zu Atomen, diese zu Gasen, diese bilden Sterne, aus Sternenstaub entstehen neue Sterne mit neuen Elementen, die aus mehr Atomen bestehen. Aus den Atomen werden Moleküle, diese beginnen zu kooperieren und bilden Bakterien, mehrere Bakterien bilden echte Einzeller, diese schließen sich zu Mehrzellern zusammen. In den Mehrzellern entstehen Arbeitsteilungen und Kooperationen. Organe bilden sich in komplexen Vielzeller. Diese Vielzeller fangen wieder an, untereinander arbeitsteilig und kooperativ zu werden – schon bei Pflanzen, aber erst recht bei staatenbildenden Tieren wie Bienen und Ameisen, und natürlich beim Menschen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Und für mein Verständnis spricht Johannes davon im Anfang seines Evangeliums, wenn er sagt, dass Christus – als das Prinzip dieser „Liebe“ und Kooperation – seit Anbeginn der Welt da ist und alles aus ihm erschaffen ist! Und dieses aufbauende Prinzip muss auf lange Sicht immer ein wenig stärker sein als das zerstörerische, tödliche  Prinzip – das genauso nötig ist, sonst bliebe alles beim Alten. Beide Prinzipien sind für die Weiterentwicklung und den Erhalt des Lebens nötig, und daher von Gott gewollt. Ohne eines von beiden geht es nicht.
            &#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
        
             
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           3. „Prinzipien“
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
            
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
            Dieses Denken gibt es schon seit Plato, dass nämlich hinter den real vorkommenden Dingen und Ereignissen abstrakte Prinzipien (Ideen) stehen, welche die materielle Welt erst ermöglichen. Ich denke, da ist etwas Wahres dran. Jedenfalls gehen alle, auch das „böse“ Prinzip aus dem hervor, was wir „Gott“ nennen. Gott ist nicht nur „lieb“. Er umfasst die ganze Wirklichkeit.
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
            Und ich denke, es ist möglich, sich auf geistigem Wege mit beiden Prinzipien zu verbinden und sich von ihnen verändern zu lassen, in ihnen zu wachsen – auch im „Bösen“. Man kann mit Sicherheit auch in die „böse“ Hälfte des Lebens stärker hineingezogen werden, als es nötig und gottgewollt ist. Für den Entwicklungsprozess muss diese Freiheit gegeben sein. Aber sie kann eine Eigendynamik entwickeln.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           4. Das Theodizee-Problem
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Hier löst sich auch ziemlich zwanglos das Theodizee-Problem: „Warum lässt Gott das zu?“ Die Fortentwicklung des Lebens konnte nur bei sich ändernden Umweltbedingungen stattfinden, die neue Anforderungen stellten, so dass neue Antworten gefunden werden mussten. Naturkatastrophen muss es geben, damit neue Nischen entstehen, in denen sich Leben weiterentwickeln kann. Tod muss es geben, damit die nächste, etwas weiterentwickelte Generation Raum hat. Der Mensch ist nicht für das ewige Leben geschaffen, es ist notwendig, dass wir sterben.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Gene müssen durch Umweltfaktoren oder durch Mutationen verändert werden können, damit Fortentwicklung möglich ist. Aber Veränderungen an Genen lösen oft Krankheiten aus. Die Entwicklung braucht Zufälligkeiten und die Freiheit, jede, auch (erst einmal) schädliche und „böse“ Möglichkeiten auszutesten. All dies hört nicht an der Stelle auf, wo es uns weh tut, wo zum Beispiel Verwandte jung sterben. Das Leben muss sein, wie es ist, auch wenn wir persönlich getroffen werden. Gott muss es zulassen, in unser aller langfristigem Interesse. Anscheinend bis zum Holocaust.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           5. Fortgang der Evolution
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Meine Hoffnung ist, dass die Notwendigkeit für die „böse“ Hälfte mit dem Lauf der Entwicklung nachlässt, dass die Christushälfte langsam immer stärker werden kann und wir die andere Hälfte, die überwiegend zu unserem physikalischen und biologischen Erbe zählt, nach und nach mehr hinter uns lassen können; dass Gewaltlosigkeit, Kooperation und der geistige Anteil am Leben zunehmen werden; dass wir weniger „sündigen“ müssen; dass vielleicht etwas dran ist, was aus verschiedenen Kulturen berichtet wird, dass es möglich ist, jahrelang nur von Hostien bzw. Lichtnahrung zu leben. Ich denke, diese Hälfte ist ein Weg zum Reich Gottes, und Gott hilft uns dabei, dorthin zu gelangen – nur in seinen Zeitspannen und nicht in unseren. Aber das Reich Gottes ist schon mitten unter uns …
            &#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
        
             
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           6. Sündigen
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es ist uns einfach nicht gegeben auf dieser Welt, ohne Sünde zu leben. Fast keine Sekunde lang, wenn wir wirklich ehrlich mit uns selbst sind. Wir könnten in jedem Augenblick etwas anders und besser machen, mehr lieben, mehr kooperieren, weniger an uns denken, andere Produkte kaufen, uns ökologischer verhalten … Aber wir sind genau so geschaffen und genau so muss es sein. Wenn wir also von Anfang an genau so geschaffen sind und es genau so richtig ist, wie sollte unser Schöpfer uns dafür grundsätzlich verurteilen? Es ist schon frustrierend genug, als Sünder leben zu müssen, aber dafür auch noch grundsätzlich verurteilt werden? Das wäre zu grausam, ungerecht und zum Verzweifeln!
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           7. Sündenfall
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich glaube nicht, dass es faktisch einmal so etwas wie das Paradies gab, in dem die Menschen tatsächlich ohne diesen weit gefassten Sündenbegriff leben konnten. Oder dass unsere Vorfahren jemals ohne diese wie auch immer zu verstehende Beziehungsstörung zu Gott gelebt haben. Es sei denn, damit ist ein Leben aus den Instinkten gemeint. Oder die Lebensweise von Kleinkindern. Ich denke, der „Sündenfall“ wird an dem Punkt erreicht, wo wir ein Bewusstsein für unsere Taten erhalten, wo wir reflektieren, was wir tun. Wir erkennen, was eigentlich Gut und Böse ist, ob wir uns an höhere Regeln als unsere Instinkte gehalten haben oder nicht. In gewissem Maße haben dies auch schon Tiere – ein schlechtes Gewissen kann man bei entsprechendem Verhalten mindestens bei Hunden, Pferden und Menschenaffen erkennen …
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           8. Todesstrafe für unsere Sünden
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Genesis wird teilweise so gelesen, als ob „der Tod der Sünde Sold“ (Paulus) wäre. Aber Tod gibt es auch seit dem Urknall – Sterne mussten sterben, damit neue Elemente entstehen konnten. Und Leben hat es nie ohne Tod gegeben. Interessanterweise heißt es in Genesis 3 aber auch, dass wir aus dem Paradies vertrieben wurden, damit wir nicht auch noch vom Baum des Lebens essen und unsterblich werden. (Vers 22-24: „Und Gott der HERR sprach: Siehe, der Mensch ist geworden wie unsereiner und weiß, was gut und böse ist. Nun aber, dass er nur nicht ausstrecke seine Hand und breche auch von dem Baum des Lebens und esse und lebe ewiglich! Da wies ihn Gott der HERR aus dem Garten Eden, dass er die Erde bebaute, von der er genommen war. Und er trieb den Menschen hinaus und ließ lagern vor dem Garten Eden die Cherubim mit dem flammenden, blitzenden Schwert, zu bewachen den Weg zu dem Baum des Lebens.) Der Tod gehört also auch biblisch schon immer zum Leben.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           9. Sühnopfertod
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Die Sache mit dem Sühnopfertod ist eine uralte, eigentlich heidnische Geschichte. Nur Blut konnte Schuld auslöschen. Auch stellvertretend, etwa von Tieren, vergossenes Blut. Etliche Propheten haben sich schon gegen den Opferkult gewehrt („dass Gott Barmherzigkeit will, und keine Opfer“). Auch ist schon im AT und auch bei Jesus ständig davon die Rede, dass Gott Schuld vergibt aus Gnade, ohne dass jemand dafür sterben muss. Er kann sich aus eigener Macht mit uns versöhnen. Irgendwo stand, dass selbst das alte Judentum nicht glaubte, dass durch Blutopfer wirklich Schuld ausgelöscht würde – es sei mehr eine symbolische Handlung. Schuld wurde z.B. auch dadurch weggetragen, dass der Sündenbock (lebend!) in die Wüste geschickt wurde. Aber irgendwie kam die Botschaft nur teilweise an. Das jüdische Gesetz hat über 600 Gebote – 350 Verbote und 250 Gebote. Und die Schriftgelehrten unterteilten sie aus Angst noch immer weiter, weil es hieß, dass der Messias erst kommen wird, wenn sie ein oder zwei Sabbate lang alle Gebote eingehalten hätten. Der Druck, keinen Fehler zu begehen, der eventuell mit großen Strafen verbunden wäre, war ungeheuer.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Es heißt, dass nach der Zerstörung des Tempels von Jerusalem im Jahr 70 n.Chr. viele der bisherigen Opferpriester den Urgemeinden beitraten, und diese behielten den Glauben an das Blutopfer bei. Die Juden haben diese Vorstellung lang überwunden, wir noch nicht! Übrigens ist der Glaube an ein Leben nach dem Tod und ein Jüngstes Gericht eine recht neue Entwicklung im Judentum, die sie in der babylonischen Gefangenschaft von den Zarathustra-Religionen übernahmen. Vorher gab es keinen Himmel und keine Hölle, nur das Totenreich, scheol, in den alle gleichermaßen eingingen. Strafe und Lohn gab es nur im diesseitigen Leben.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Bei den Evangelisten spielt der Sühnopfertod – wenn er als Idee überhaupt tatsächlich so gemeint war – nur eine sehr untergeordnete Rolle. Jesu Lehre, Taten und Auferstehung waren viel bedeutender für die Entstehung des Glaubens.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
             
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           10. Warum musste Jesus sterben?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            In Jerusalem brodelte die Stimmung. Immer mehr Menschen wollten sich gegen die verhasste römische Besatzung wehren und setzten Hoffnungen auf einen Messias, der sie politisch befreien würde. Manche wollten, wie die Zeloten, nicht mehr warten und gleich aktiv werden. Gegen Rebellion gingen die Römer hart vor – die Standardstrafe war die Kreuzigung. In dieser Situation konnte die Ankunft von Jesus leicht der zündende Funke werden. Der Hohe Rat hatte an der Lehre von Jesus schon genug auszusetzen, aber er sah die Gefahr, dass es zu einem großen blutigen Aufstand käme. So wollten sie Jesus opfern. Der Hohepriester Kaiphas sagte: „Es ist besser, dass einer stürbe als viele.“ Es ist also vor allem die klassische Sündenbockgeschichte – einer muss sterben, damit wieder Ruhe ist. So gab Jesus tatsächlich sein Blut und seinen Leib „für uns“ – damit waren zuerst seine Jünger und Anhänger gemeint. Nur hatte das nichts mit Sünden zu tun. Wäre Jesus um ca. 30 n.Chr. nicht den Römern überantwortet worden, so wären die gewaltsamen Ereignisse von 66-70 n.Chr., die zur Zerstörung des Tempels führten, vielleicht 35 Jahre früher eingetreten;
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           so wäre Jesus dem Weg, den Gott ihm nach seiner Überzeugung vorgezeichnet hatte, nämlich mit aller Konsequenz für seine Erkenntnis der bedingungslosen Liebe einzustehen, untreu geworden …
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           11. Paulus
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Paulus war ein eifernder Pharisäer; auf ihm lastete der Druck seiner Sündigkeit besonders stark. Er suchte nach einer Befreiung von der Last des Gesetzes und der Schuld. Interessant ist, wie man in der Bibel in den Paulusbriefen (Galater) nachlesen kann, dass Paulus mit den Jüngern Jesu gar nichts zu tun hatte – er ist nach seiner Jesusbegegnung, über die er sich im Detail (anders als in der Apostelgeschichte von Lukas) völlig ausschweigt, nach Damaskus gegangen zur dortigen Gemeinde und hat nur ihre Traditionen kennengelernt. Erst nach drei Jahren hatte er den ersten ziemlich kurzen Kontakt mit zwei Jüngern, und dann erst wieder nach 14 Jahren, nach seiner ersten Missionstätigkeit, um sich seine Lehre absegnen zu lassen bzw. um die Frage der Beschneidung der Heiden zu klären. Leben und Taten Jesu interessierten Paulus nicht, nur sein Kreuz und Tod und die durch ihn gewirkte Gnade, die Befreiung vom Gesetz. Ein Autor namens Burkhard Müller legt sogar detailliert dar, dass auch Paulus nicht allzu stark an eine Sühnopfertheologie glaubte, sondern eher an die durch Jesus vermittelte Gnade und an unser neues Leben durch die Wandlung durch den Glauben an Jesus.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           12. Anselm von Canterbury und Luther
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Sühnopfertheologie im heutigen Sinne wurde erstaunlicherweise erst im 11. Jahrhundert von Anselm von Canterbury festgeschrieben. Obwohl man nun eigentlich hätte glauben könnte, dass mit Jesus Tod unsere Schuld endgültig ausgelöscht sei, schürte die Kirche weiter die Angst vor der Sünde und der Verdammnis. Luther wehrte sich gegen den Ablasshandel und den Glauben an die Seligmachung durch gute Werke. Er verwies auf die Gnade der Vergebung, allein gewirkt durch den stellvertretenden Tod Jesu. Vor wenigen Jahren wurde dieses „allein aus Gnade“ auch von der katholischen Kirche anerkannt. Aber die Gnade ist noch viel umfassender, sie ist uns laut Jesus mit unserer Geburt ohne Vorbedingung gegeben!
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           13. Sünden, Gerechtigkeit und gute Taten
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Für mich ist jesuanisch, dass Gott uns als seine Kinder schon immer angenommen hat, obwohl wir Sünder waren und sind. (vgl. den Bund mit Noah: Ich will die Welt nicht mehr zerstören, denn die Menschen sind (nun mal) böse von Jugend an. „So isses halt“.) Dazu ist nur nötig, dass wir unsere Schuld erkennen, das Problem erkennen und Gott bitten, uns zu vergeben und uns zu verwandeln. Wir werden dabei täglich und stündlich wieder auf die Nase fallen, aber wir brauchen darüber nicht zu verzweifeln, denn wir können nun mal nicht anders. Und Gott liebt uns trotzdem. Unsere Aufgabe, unser Ziel ist es, auf dem Weg der Transformation zu bleiben, so gut wir können. Das ist kein Freibrief, sich hemmungslos daneben zu benehmen, sondern unser Ansporn ist die Mitarbeit am Reich Gottes, unseren kleinen Beitrag dazu zu leisten, dass wir einen winzigen Schritt weiter kommen im Sinne der Evolution hin zur großen Kooperation und Nächstenliebe …
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Eine schwierige Frage bei dem Ganzen ist: Wie ist das mit der Gerechtigkeit Gottes? Das ist ein Attribut, das Gott seit dem AT zugeschrieben wird und das in der Bibel zentral ist. Wenn er aber nun grundsätzlich keinen Unterschied zwischen Sündern und Gerechten macht (er lässt die Sonne über beiden aufgehen) – ist das gerecht? Gibt es keine Strafe für wirklich absichtlich böse Menschen? Wie ist das zu denken mit der Rechtfertigung derer, die leiden mussten? Der Theologe Ottmar Fuchs hat sich das so gedacht, dass – wenn wir nach unserem Tod in die Sphäre gelangen, wo wir erkennen, dass Liebe und Kooperation das Ziel und die Erfüllung des Lebens sind, und wir all unsere Taten im Leben in diesem Licht betrachten – wir entweder so geschockt sind, völlig daneben gelegen zu haben, oder aber uns so bestätigt fühlen, auf dem richtigen Weg gewesen zu sein, dass dies Hölle und Himmel sind …
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Autorin Simone Brietzke ist Dipl.-Biologin und Prädikantin
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
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      <pubDate>Fri, 10 May 2024 07:56:23 GMT</pubDate>
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    <item>
      <title>Die Kirche: "erneuern oder untergehen"</title>
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      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Entfremdung der Menschen von den christlichen Glaubenswahrheiten
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            ﻿
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://irt-cdn.multiscreensite.com/md/dmtmpl/dms3rep/multi/blog_post_image.png"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Kirche: "erneuern oder untergehen"
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
              
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           1) Schlechtes Image der Kirche
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Den Großkirchen in Deutschland, die gar nicht mehr so groß sind, geht es schlecht. Anhaltend hohe Kirchenaustritte lassen sie immer weiter schrumpfen. Die Kirchen haben seit Jahren ein schlechtes Image, die gesellschaftliche Stimmung richtet sich ge­gen sie. Man bekommt in der Öffentlichkeit das Gefühl vermittelt: So viele treten aus, wäre es nicht besser, ebenfalls auszutreten? Kirche? Man streitet nicht mehr mit ihr oder um sie; sie erzeugt meist nur noch ein müdes Lächeln und Gähnen.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wir kommt das? Drei Gründe werden oft genannt, die zum rasanten Bedeutungsschwund des Protestantismus beigetragen haben:  
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           (1) Die Formen in den evangelischen Kirche sind veraltet. Sie entsprechen nicht dem Lebensgefühl heutiger Menschen. Das bezieht sich in erster Linie auf den Gottesdienst mit seiner steifen Liturgie, den alten Liedern und dem für junge Menschen leicht skurrilen Outfit der Pfarrperson mit Talar und Beffchen bzw. Halskrause. Auch die Außendarstellung der Kirche wirkt auf viele Menschen wenig attraktiv. Die Präsenz der Kirche in den Medien ist klischeehaft: Schon an der salbungsvollen Stimme kann man kirchliche Radiosendungen erkennen. Das sind ein paar Beispiele, die für viele stehen und deutlich machen: Die Formen der Kirche wirken auf heutige Menschen insgesamt altbacken und altmodisch.  
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            (2) Ein weiterer Grund: Die Dimension des Erlebens ist für heutige Menschen zentral. Sie wollen emotional von etwas berührt sein. Aber die protestantische Kirche ist kognitiv ausgerichtet, sie ist eine Kirche des Wortes. In der evangelischen Kirche wird viel gesprochen und belehrt. Man stelle sich nur einmal einen tauben Menschen in einem Gottesdienst vor: Vom Erlebnischarakter her ein echtes Desaster!
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           (3) Ein dritter Grund für das Schwinden der Kirche wird immer wieder genannt: Die protestantische Kirche erscheint in den Augen vieler heutigen Menschen als unglaubwürdig. Und daran sind nicht nur die Missbrauchsfälle schuld, die es, wie wir inzwischen wissen, auch in der evangelischen Kirche gibt. Als unglaubwürdig gilt die Kirche aber auch ganz allgemein: Sie lebt ihre Ideale nicht. Stattdessen wird sie wahrgenommen als Institution, in der es wie bei jeder Institution immer auch um Macht und Einfluss geht.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           2) Besseres Image der Freikirchen?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Das Image einiger Freikirchen scheint weitaus besser: Ihre Gottesdienste haben Emotionalität und ziehen jüngere Menschen an, die nie in einen Gottesdienst der Großkirchen gehen würden. Die Musik ist modern und mitreißend, die Ansprachen sind in einer einfachen Sprache gehalten und es gibt in ihnen auch mal etwas zu lachen. Freikirchen investieren viel in moderne Technik und Medien. Sie haben ein professionelles Marketing. Und sie versuchen, ihre Überzeugung auch zu leben. Meist bestehen sie aus lebendigen Gemeinschaften.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Viele in den protestantischen Landeskirchen sind der Meinung: Wenn wir das auch so machen wie die Freikirchen, dann kommen auch wieder die Menschen zu uns.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            So wichtig ich moderne, lebendige Formen und gelebte Ideale finde: Die Meinung, man sollte die Freikirchen imitieren, dann kommen die Leute wieder in Scharen zu uns, halte ich für einen Trugschluss. Man braucht sich dazu nur die neuesten Prognosen anschauen. Eine Schweizer Untersuchung, die vor ein paar Jahren veröffentlicht wurde, weist in die gleiche Richtung wie die neueste Mitgliedsuntersuchung der EKD. In dieser Prognose wird ein Trend deutlich benannt: Die Landeskirchen nehmen weiter rasant ab. Ein kleiner Teil von ihnen wandert ab zu den Freikirchen, aber auch ein Teil der Freikirchen wandert umgekehrt zu den Landeskirchen. Beide verlieren jedoch miteinander immer weiter an Boden: Die allermeisten Menschen der zukünftigen Gesellschaft sind zunächst kirchendistanziert und später dann kirchenlos. Von da gelangen sie nur noch in den seltensten Fällen zurück zur Kirche. Man nennt das "säkulares Driften".
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           3) Das Inhaltsproblem der Kirche
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Das Problem der Landeskirchen sind demnach nicht nur und nicht einmal in erster Linie veraltete Formen, mangelnder Erlebnischarakter und fehlende Glaubwürdigkeit. Auch eine modern aufgepeppte Kirche erreicht die Menschen heutzutage immer weniger. Was ist dann das Problem der Kirche? Meine These ist: Es sind vor allem die Inhalte der Kirche, der Landeskirchen und der Freikirchen, mit denen die Menschen heutzutage nicht mehr viel anfangen können. Die Bibel als Wort Gottes, Gott als Person, die Gottesebenbildlichkeit des Menschen, Jesus als Sohn Gottes, der die Menschen von ihren Sünden erlöst, indem er für sie am Kreuz stirbt, Jesu Wunder, seine Auferstehung und Himmelfahrt, das Jüngste Gericht, ewiges Leben: Nahezu alle traditionellen Glaubensinhalte der Kirche – die im Apostolischen Glaubensbekenntnis Sonntag für Sonntag im Gottesdienst bezeugt werden – werden von heutigen Menschen, auch von Kirchenmitgliedern, immer weniger geglaubt. In Befragungen, die regelmäßig erhoben werden, kommt dies deutlich zum Vorschein.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Man muss nur einmal Menschen aus dem weiteren Bekanntenkreis, die nicht kirchlich sind, auf christliche Inhalte ansprechen und hören, was sie dazu sagen. Oder man schaue in die Todesanzeigen der Tageszeitung. Früher stand oben auf der Anzeige in der Regel ein Bibelvers. Heutzutage findet sich da zumeist ein Sinnspruch, der zum Ausdruck bringt, dass man den Toten schmerzlich vermisst und er in den Herzen der Angehörigen weiterlebt. Von einer Auferstehungshoffnung ist keine Rede mehr.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Die immer weiter zunehmende Entfremdung der Menschen von den traditionellen Glaubensinhalten erklärt auch, warum die Beteiligung am Gottesdienst so gering ist: Im Gottesdienst geht es darum, Gott zu loben und sein Wort zu hören. Der Gottesdienst setzt also eine gläubige Haltung voraus. Wenn aber viele Menschen immer weniger an Gott glauben, auch innerhalb der Kirche, warum sollten sie am Gottesdienst teilnehmen?
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Die Kirche hat ein massives Inhaltsproblem. Wenn sie eine grundlegende Erneuerung wollte, müsste sie sich diesem Problem stellen. Sie müsste sich fragen, warum die Menschen immer weniger die Glaubensüberzeugungen der Kirche teilen. Aber das tut die Kirche nicht. Was sie in Angriff nimmt, sind kosmetische Oberflächenpolierungen: Sie will flotter und cooler rüber­kommen. Das alleine wird aber nichts nützen. Wenn die Kirche sich dem Pro­blem der Inhalte nicht stellt, wird sie untergehen.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Meine folgenden Überlegungen werden um dieses Problem der Inhalte kreisen. Wie kommt es dazu, dass die traditionellen Inhalte der Kirche immer weniger geglaubt werden? Und wie könnte die Kirche mit diesem Problem umgehen?
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           4) Die Entfremdung der Menschen von christlichen Glaubenswahrheiten hat eine lange Geschichte
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Die Entfremdung der Menschen von den traditionellen Inhalten der Bibel ist keine Entwicklung der letzten Jahre und Jahrzehnte. Sie dauert schon viel länger und reicht mindestens bis an den Anfang der Neuzeit. Ein deutlicher Schub in Richtung einer kirchenkritischen Haltung war die Aufklärungszeit. Spätestens in dieser Zeit emanzipierte sich die naturwissenschaftliche Weltsicht endgültig von dem bisherigen, christlich grundierten Welt­bild. Die naturwissenschaftliche Weltsicht betrachtet die Welt in einer Art und Weise, die das Christentums als Konkurrenz zu seiner eigenen Weltsicht ansah. In der Aufklärungszeit traten zudem durch die vielfältigen Entdeckungen anderer Länder bisher weitgehend unbekannte Religionen stärker ins Bewusstsein, die ebenfalls Wahrheit für sich beanspruchten und dadurch als Konkurrenz zum Christentum angesehen wurden.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Die Kirche konnte durch ihre starke gesellschaftliche Stellung die latenten Infragestellungen durch die Naturwissenschaften und andere Religionen lange in Schranken halten. In der heutigen Zeit immer stärkerer Individualisierung und Pluralisierung hat die Kirche die Deutungshoheit jedoch verloren und es gewinnen christentumskritische Sichtweisen immer mehr die Oberhand.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           5) Der traditionelle Gottesglaube: Ein Beispiel für die Infragestellung des christlichen Glaubens
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich will die Infragestellung des christlichen Glaubens in der heutigen Zeit an einem Beispiel, dem Thema Gott, verdeutlichen. Gott: darum geht es im Christentum zentral, an ihm hängt die ganze traditionelle Theologie. Nicht zufällig heißt es ja auch Theo-logie: Gotteslehre. Der Glaube an Gott nimmt in Deutschland immer weiter ab. Das hat vielerlei Gründe:
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           a) Die Naturwissenschaft als in heutiger Zeit zentrale Weltsicht kommt ohne die Gotteshypothe­se aus. Um die Welt zu erklären, wird Gott nicht mehr gebraucht. Gläubigen Menschen fällt es in Zeiten naturwissenschaftlichen Denkens zunehmend schwer, Gott zu verorten. Wo Gott ist: Darauf wissen sie immer weniger eine Antwort.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            b) Die christliche Gottesvorstellung wird außerdem durch die Existenz anderer Religionen in Frage gestellt. In ihnen gibt es andere Gottes- und Göttervorstellungen, wenn sie nicht gar, wie der Buddhismus, ohne Gott auskommen. Wenn man schon an Gott glaubt: Warum sollte man an den christlichen Gott glauben und nicht beispielsweise an Shiva?
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           c) Aber ist der Gottesglaube heute überhaupt noch zeitgemäß? Der Philosoph Ludwig Feuerbach erklärt die Gotteshypothese ganz allgemein als menschliche Projektion: Nicht Gott – wie es in der Bibel heißt – schuf sich den Menschen zu seinem Bilde. Es ist genau umgekehrt: Der Mensch schafft sich Gott zu seinem Bild.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            d) Und schließlich gibt es einige binnentheologische Probleme, die die Gottesthematik be­treffen: Gott befiehlt im Alten Testament Kriege und ruft zu Gewalt auf. Das schreckt heutzutage viele Menschen ab. Grundsätzlicher ist das Theodizeeproblem: Wie bringt man das Böse ganz allgemein mit einem liebenden Gott in Vereinbarung?
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           6) Notwendigkeit einer Neubegründung des Christentums
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Bis in die Neuzeit stand die Naturwissenschaft unter hohem Rechtfertigungsdruck vor dem Forum des Christentums. Heute ist es umgekehrt: Das Christentum, ja Religion ganz allgemein muss sich rechtfertigen vor dem Forum der Wissenschaft. Ist Religion nur eine Illusion? Opium des Volkes, wie Marx sagte? Der Gottesglaube eine infantile Vatersehnsucht, wie Freud gemeint hat?
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Die Infragestellung des Christentums in heutiger Zeit bezieht sich nicht nur auf einzelne Inhalte. Sie ist fundamental. Der Mathematiker und Philosoph Auguste Comte – um ein prominentes Beispiel zu nennen – unterschied drei Stadien der Geschichte. Diese drei Stadien verglich er mit der Entwicklung eines Menschenlebens: Das erste Stadium ist das religiöse. Da ist der Mensch noch ein Kind. Nach dem zweiten Stadium, einem Übergangsstadium, ist dann mit dem dritten Stadium das Zeitalter der Wissenschaft erreicht. Mit ihm ist der Mensch erwachsen geworden.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Diese Anschauung Comtes teilen heutzutage viele Menschen, auch wenn sie Comte nicht direkt kennen. Es ist für sie deshalb nicht überzeugend, wenn wir Christen – wie wir das gerne tun – von der Offenbarung Gottes als einer unhintergehbaren Tatsache ausgehen. Das war vielleicht noch in Zeiten plausibel, in denen man in das Christsein durch den Glauben der Eltern, Verwandten und Bekannten organisch hineinwuchs. Heute nehmen Menschen das Christentum aber in der Regel von außen wahr. Sie wollen eine plausible Begründung, wenn sie sich auf das Christentum einlassen sollen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           7) Was ist eigentlich Religion?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Wie könnte eine solche Begründung aussehen? Gehen wir für ein paar Momente in das Jahr 1799 zurück, um darauf eine Antwort zu finden! Das Ende des 18. Jahrhunderts ist eine Zeit tiefer theologischer Krise. Der berühmte Philosoph Immanuel Kant hatte öffentlichkeitswirksam alle Gottesbeweise, von denen die christliche Theologie als Begründung ihrer Existenz ausgegangen war, denklogisch zertrüm­mert. Alleszermalmer hatte man Kant genannt. Es schien, als sei die bisherige Theologie an ihr Ende gekommen. Dass Kant für Gott noch ein kleines Hintertürchen, als sinnvolles Denkpostulat, offengelassen hatte, half nicht viel. Dieses Türchen war zu klein, als dass die traditionelle Theologie hindurchgepasst hätte.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wie auf Kants Gotteszertrümmerung reagieren? Viele Theologen hofften, dass über Kants Ansichten bald Gras wüchse, andere ignorierten ihn einfach. Die Situation war ein wenig so, wie heute in der kirchlichen Praxis mit der Infragestellung der Religion und des Christentums umgegangen wird: Man nimmt die Herausforderung nicht an, macht weiter wie bisher und nimmt es hin, dass die Gebildeten immer mehr auf Abstand gehen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Da erschien 1799 eine kleine Schrift eines bis dato Unbekannten: „Über die Religion. Reden an die Gebildeten unter ihren Verächtern.“ In ihr stellte sich Schleiermacher, ein junger Theologe, der Herausforderung durch Kant. Zunächst einmal erkannte er Kants Widerlegung der traditionellen Gottesbeweise an. Das war mutig. Aber, sagt Schleiermacher, Kant verkennt den eigentlichen Charakter von Religion. In ihr geht es gar nicht um Metaphysik, also um die denkerische Durchdringung der Wirklichkeit und die Aufstellung von Seinsaussagen. Gottesbeweise? Damit soll sich die Philosophie beschäftigen, meint Schleiermacher. In Religion geht es auch erst einmal nicht um Moral. Moral wächst der Religion erst allmählich zu. Was ist Religion aber dann? Grundlegend für Religion sind Schleiermacher zufolge außerordentliche Erfahrungen. In besonderen Momenten ihres Lebens kann es passieren, dass Menschen das Gefühl haben, dass die gewohnte Welt aufreißt und sie eine Ahnung bekommen von etwas Größerem. Religion, sagt Schleiermacher, ist „Sinn und Geschmack für das Unendliche“. Menschen, die diese Wirkung der Wirklichkeit auf sich erleben, deuten die Realität als Teil eines größeren Ganzen. Sie nehmen sie als großes Geheimnis wahr und fühlen sich zugleich mit ihr tief verbunden. Der berühmte Physiker Albert Einstein hat das einmal sehr schön so formuliert: „Das schönste Gefühl, das wir erleben können, ist das Mysterium. Wem dieses Gefühl fremd ist, wer sich nicht mehr wundern und andächtig innehalten kann, ist so gut wie tot, eine erloschene Kerze. Religiosität besteht darin, dass man hinter allem, was man erfahren kann, etwas erahnt, das unser Verstand nicht greifen kann; etwas, dessen Schönheit und Erhabenheit uns nur indirekt erreicht. In diesem Sinne ... bin ich ein zutiefst religiöser Mensch.“ Das, was Einstein sagt, ist ganz im Sinne Schleiermachers.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Zwei Komponenten kommen bei Religion zusammen: Ein tiefes Gefühl – und ein spezifisches Verständnis von Wirklichkeit. Beide Komponenten von Religion bedingen sich gegenseitig: Gefühle der besonderen Art lösen eine religiöse Deutung aus. Und umgekehrt gilt: religiöse Wirklichkeitsdeutung kann entsprechende Gefühle auslösen.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Als spezifische Deutung von Wirklichkeit ist Religion etwas ganz Anderes als naturwissenschaftliches Analysieren der Wirklichkeit im Blick auf ihre Funktionsweisen. Von daher gibt es keine wirkliche Konkurrenz zwischen diesen beiden Weltsichten. Man muss ehrlicherweise sagen: Dass man Religion und Naturwissenschaft als Konkurrenz angesehen hat, das ging nicht nur von der Naturwissenschaft aus, sondern, wie schon angedeutet, auch vom Christentum, sehr zum Schaden seiner selbst.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           8) Symbolisierung der religiösen Erfahrung
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Religiöses Erleben ist ein flüchtiger Moment, wenn es nicht kommuniziert wird. Was man erlebt hat, kann man versuchen zu malen, zu besingen oder man nutzt – und das geschieht vor allem – dafür die Sprache. Schleiermacher spricht von „Symbolisierung“ als dem Versuch, Erlebnisse auszudrücken. Über religiöse Empfindungen zu sprechen ist allerdings eine große Herausforderung. Wie soll das gehen, von etwas zu reden, was sich der Greifbarkeit entzieht? Religiöse Sprache ist deshalb ein Tasten, ein immer wieder neuer Versuch, zum Ausdruck zu bringen, was den Alltagshorizont überschreitet. Hierfür braucht es besondere sprach­liche Mittel. Religiöse Sprache verwendet hierfür Metaphern und Symbole. Metaphern vergleichen das letztlich nicht Sagbare, über das sinnliche Erleben Hinausgehende, mit etwas aus dem alltäglichen Leben, um eine Ahnung von dem ganz Anderen zu vermitteln. Symbole haben neben der wörtlichen Bedeutung einen Tiefensinn, um den es eigentlich geht. Metaphern und Symbole können uns eine Ahnung geben von dem Nichtgreifbaren.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           9) Inhaltliche Probleme der Kirche heute
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Soweit Schleiermachers religiöser Ansatz, den ich für sehr plausibel halte und der in den letzten Jahrzehnten in der Theologie wieder stark rezipiert wird. Wenn wir von ihm ausgehen, können wir verstehen, warum das Christentum in unserer heutigen Zeit immer weiter an Bedeutung verliert:
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           • Wir haben aus der symbolisch-metaphorischen Sprache der Bibel ein starres Glaubenssystem geformt: Es besteht aus einzelnen Lehren, Dogmen genannt. Es wird nicht mehr deutlich, dass die religiöse Sprache der Bibel ein vielgestaltiges Tasten, ein sprachliches Wagnis, ein letztlich unzulänglicher Versuch darstellt, etwas in Worte zu fassen, was kaum in Worte zu fassen ist.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           • In den Dogmen, den Lehrsätzen, ist der religiöse Erfahrungshintergrund der Bibel nicht mehr erkennbar. Dadurch wird das ganze Glaubenssystem zu einer reinen Behauptung.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Die Lehrgebäude der Theologie, die sich auf biblische Deutungsansätze beziehen und sie in eine Begriffssprache überführt haben, formulieren in fast mathematischer Klarheit, was Inhalt des Christentums ist:
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Gott – das sind drei Personen: Vater, Sohn und Heiliger Geist. Jesus hat zwei Naturen: eine göttliche und eine menschliche Natur, sie sind unvermischt und ungetrennt. In welche Gedankengänge Theologie hineingeraten kann, wird an der Frage deutlich, was nach dem Tod mit den Menschen passiert: Alle kommen sie ins Jüngste Gericht. Da aber die Menschen zu unterschiedlichen Zeiten sterben, das Jüngste Gericht jedoch für alle gleichzeitig sein wird, erdachte man sich einen Warteraum, in dem die Menschen sich so lange aufhalten, bis sie gemeinsam ins Jüngste Gericht gehen. In ihm kommt nur derjenige sicher in den Himmel, der an die Genugtuungsleistung Jesu glaubt: Denn nur sein Opfertod kann dem Anspruch Gottes gerecht werden.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Das sind einige der zentralen dogmatischen Lehren der christlichen Theologie. Das alles, behaupte ich, versteht ein normaler Mensch nicht. Schlimmer: Das glaubt niemand mehr. Und am allerschlimmsten: Das hat mit dem, worum es nach Schleiermacher bei Religion eigentlich geht, nicht mehr viel zu tun.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            All diese vielen gedrechselten Lehrsätze, die im Laufe der Christentumsgeschichte entwickelt worden sind, versperren vielen Menschen heutzutage den Zugang zum Christentum, weil sie Behauptungen aufstellen, die Menschen weder durch ihre Erfahrung gedeckt erleben, noch von ihrem Denken her ihnen plausibel erscheinen. Die traditionellen Lehren der Theologie beherrschen uns bis heute. Sie stehen hinter der kirchlichen Praxis. Man muss nur einmal auf die Seiten evangelisch.de und ekd.de gehen und den Begriff Jüngstes Gericht eingeben. Da kann man staunen bzw., um es etwas drastischer zu sagen, da kann es einen gruseln, was da an traditioneller Lehre durchschimmert. Ich verstehe sehr gut, dass heutige Menschen immer weniger bereit sind, solchen Lehren Wahrheit zuzumessen.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wir haben ein massives Inhaltsproblem, habe ich anfangs gesagt. Ja, das haben wir wirklich. Wir brauchen eine Neubesinnung auf das, was den Kern unseres Christentums ausmacht. Folgen wir dem Theologen Schleiermacher, dann ist das Christentum wie jede Religion eine spezifische Wirklichkeitsdeutung. Sie gründet sich auf ein besonderes religiöses Erleben und ist in symbolisch-metaphorischer Sprache gefasst. Von diesen Determinanten ausgehend ha­ben wir als Christen die große Aufgabe, unsere Inhalte in neuer Weise zum Ausdruck zu bringen. Das will ich im Folgenden versuchen: Ich nehme einige der großen christlichen The­men in den Blick, benenne traditionelle Missverständnisse und wage eine neue Sicht unserer christlichen Inhalte.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           10) Neue Sicht auf zentrale christlicher Inhalte
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           a) Gott
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Ich bin der Meinung, dass die meisten Missverständnisse des Christentums mit diesem Thema zusammenhängen. Gott wird traditionell verstanden als eine Art personales Wesen. Mit diesem Verständnis manövriert man sich allerdings in unlösbare Probleme hinein: Wo ist dieses Wesen? Wie spricht es zu den Menschen? Warum hat es die Welt nicht besser erschaffen? Warum befiehlt es Kriege (so im Alten Testament)? Warum erhört es viele Gebete nicht? Und was ist mit den Göttern in den anderen Religionen?
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Angesichts dieser Infragestellungen ist es unsere Aufgabe als Theologen, das Reden über Gott noch einmal ganz grundsätzlich in den Blick zu nehmen. Zunächst ist erst einmal zu sagen: Gott, das ist in der Bibel der Name, die Chiffre für das von mir vorhin beschriebene besondere religiöse Erleben der Wirklichkeit und der Deutung ihrer als Teil eines größeren Ganzen. Die Israeliten verbanden diesen Namen mit den hellen, erfolgreichen Momenten ihrer wechselvollen Geschichte – Erfahrungen des Vertrauens, der Befreiung, der Gerechtigkeit – eben­so wie mit Dunkel und Selbstzweifel.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Alle Rede von Gott in der Bibel ist, weil es um etwas geht, das die sichtbare Welt überschreitet, notwendigerweise metaphorisch und symbolisch. Viele un­terschiedliche Metaphern und Symbole enthält die Bibel hierfür, entsprechend der vieldimensionalen Wahrnehmung des Geheimnisses „Gott“: Gott wird verglichen mit der lebensspendenden Kraft der Sonne, mit der Fürsorge eines Hirten oder einer Mutter, mit dem Beschütztsein in einer Burg, mit der Lebendigkeit eines lodernden Feuers. Gott wird aber auch verglichen mit dem uns umgebendem Wirklichkeitsraum, in dem wir leben und weben.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            All diese Symbole und Metaphern – es gibt noch viel mehr – sind sprachliche Versuche. Sie wollen zum Ausdruck bringen, dass der Mensch sich angerührt fühlt von etwas unendlich Großem, in dem er sich geborgen und herausgefordert fühlt und das bei ihm Staunen, Ehrfurcht, Demut und Dankbarkeit freisetzt.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Wir Christen haben aus der Fülle der biblischen Gottesmetaphern und -symbole vor allem ei­ne Metapher herausgenommen: Gott als der himmlische Vater. Weil wir nur noch diese eine Metapher haben und sie verabsolutieren, verliert diese Bezeichnung ihren metaphorischen Charakter und wird zur Sache selbst: Gott ist für uns nicht mehr wie ein himmlischer Vater, er ist der himmlische Vater. Kein Wunder, wenn bei Kindern die Vorstellung eines alten Man­nes entsteht, der auf den Wolken thront. Diese Vorstellung zerbricht spätestens im Jugendalter, danach verstehen sich die meisten als religionslos. Das kann man tagtäglich im Religionsunterricht in den weiterführenden Schulen erleben.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Ich bin fest davon überzeugt, dass wir heute in neuer Weise von Gott reden müssen:
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            • Wir sollten darauf aufmerksam machen, dass hinter dem Wort „Gott“ ein religiöser Erlebenshintergrund steht. Gott ist die Chiffre, der Name für ein außerordentliches Erleben und die Deutung der Wirklichkeit als Teil eines größeren Ganzen.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            • Wir sollten klar benennen, dass Gottesvorstellungen immer menschliche Deutungen für dieses Erleben sind.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            • Wir sollten von Gott in vielen und unterschiedlichen Metaphern und Symbole sprechen, weil nur so das Geheimnis Gottes gewahrt bleibt. Damit sollten wir zugleich eingestehen, dass unser Reden von Gott immer nur ein Versuch, ein Tasten darstellt.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            • Wir sollten uns durch die vielen biblischen Metaphern und Symbole anregen lassen, neue Symbole und Metaphern zu kreieren. Manche Gottesmetaphern und -symbole sollten wir hingegen aufgeben, wenn sie uns unpassend erscheinen, zum Beispiel die Rede von Gott als Kriegsmann (Ex 15,3).
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           • Überhaupt sollten wir uns bewusst machen, dass personale Bilder eine menschlich-all­zu­menschliche Vorstellung von dem großen Geheimnis „Gott“ sind und häufig zu Miss­ver­ständnissen führen. Wenn man einmal begonnen hat, Gott mit einer Person gleichzusetzen, dann bekommt das eine Eigendynamik und Eigenlogik: Wir sprechen dann davon, was Gott sagt, was er will, wie er auf uns schaut ... Das Bild einer Person wird zu einer metaphysischen Realität mit allen ausweglosen Problemen, die ich vorhin benannt habe. „Du sollst dir kein Bild von Gott machen“, heißt es in der Bibel. Per­manent durchbrechen wir dieses Gebot. Die Bibel selbst tut das übrigens leider auch!
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ein solches Verständnis von Gott, wie ich es skizziert habe, hat Auswirkungen, zum Beispiel auf das Beten. Es geht beim Beten nicht mehr darum, Bitten an eine überweltliche Person zu richten und auf ihre Erfüllung zu hoffen. Gebet ist vielmehr in einem tieferen Sinne die meditative Übung, sich einem Horizont zu öffnen, der unseren Alltagshorizont unendlich überschreitet, und sich in bzw. unter ihm geborgen zu wissen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           b) Die Bibel
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Die Bibel ist kein Tatsachenbericht, sondern, so hat es eine Schü­lerin einmal treffend gesagt, besteht aus Sinnbildern. Weil die Bibel eine Bildwelt ist, darf man ihre Inhalte nicht als Fakten missverstehen. Das wäre ganz gegen ihren Sinn. Es geht in ihr um symbolische Deutung der Wirklichkeit. Die Bibel ist auch nicht irrtumslos. Wie sollte sie das auch sein? Sie ist ein Kind ihrer Zeit mit den Werten und Einstellungen, die damals gegolten haben. Wir sollten deshalb nicht alles in der Bibel 1:1 für uns übernehmen. Unsere heutige Welt steht zum Teil vor anderen Herausforderungen als die Welt damals. Unsere Aufgabe ist es, immer wieder neu herauszufinden, was wir aus ihr als Impulse für unser heutiges Leben gewinnen können.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           c) Schöpfung
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Die Schöpfungstexte. die uns ganz am Anfang der Bibel begegnen, sind keine antike Weltentstehungstheorie und deshalb auch nicht als Konkurrenz zu wissenschaftlichen Theorien wie dem Urknall zu verstehen. Worum geht es in den biblischen Schöpfungserzählungen dann und was ist ihr bleibender Wert für uns Menschen heute?
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            • Sie erinnern uns daran, dass die Entstehung der Welt trotz aller naturwissenschaftlichen Erkenntnisse immer ein Rätsel bleibt.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           • Sie bringen das Staunen zum Ausdruck, dass überhaupt etwas existiert und nicht vielmehr nichts.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           • Sie betrachten die Welt, als ob ihr ein Sinn innewohnt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           • Sie leiten uns an, die Schönheit der Welt wahrzunehmen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           • Sie halten uns vor Augen, dass die Welt nicht unser Besitz ist.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            • Zugleich schärfen sie uns ein, dass wir Menschen Verantwortung für das Schicksal der Welt tragen.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           d) Der Fall des Menschen
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Direkt nach den Schöpfungserzählungen erfolgt in der Bibel die Erzählung von dem sogenannten Sündenfall. Dieser Sündenfall erzählt nicht von etwas, was genau so einmal stattgefunden hat. Das wäre viel zu wenig. Denn eigentlich geht es in dieser Erzählung um uns alle. Das kommt schon in den Namen zum Ausdruck: „Adam“, das ist der Mensch. Und „Eva“, das ist die Leben Schenkende, also die Frau. In der tiefsinnigen Erzählung von Adam und Eva kommt die Erfahrung zum Ausdruck, dass der Mensch nicht einfach gut ist, wie es in der Schöpfung von ihm heißt. In ihm lauern Abgründe. Beides macht den Menschen aus: Glanz und Elend. Größe und Diabolisches. So ist der Mensch! Wir sollen uns keine falschen Illusionen von ihm machen. Dadurch, dass der Erzählung vom Sündenfall die Schöpfungserzählung vorgeschaltet wird, in der der Mensch positiv geschildert wird, wollen die Redaktoren der Bibel jedoch sagen: Der Mensch lebt entfremdet von sich selbst. Seine Bestimmung ist eine andere.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           e) Jesus
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Für Christen spielt im Zusammenhang der eigentlichen Bestimmung des Menschen die Person Jesus von Nazareth eine entscheidende Rolle. Schon im Neuen Testament mit Hoheitstiteln ausgestattet, wurde Jesus sehr bald in der Geschichte des Christentums zu einem Himmelswesen erhoben. Mit dieser Tendenz zur immer steileren Dogmatisierung versperren wir Christen uns jedoch immer mehr den Zugang zu dem, worum es dem gläubigen Juden Jesus eigentlich ging. Wegweiser wollte er sein, Wegweiser zu einem erfüllten Leben. Sozusagen Wegweiser zurück zum verlorengegangenen Paradies.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Im Zentrum seiner Lehre, so berichten es die Evangelien, steht das „Reich Gottes“, wie er es genannt hat. Reich Gottes: Das ist Jesu Vorstellung einer heilen Welt, von der er absolut überzeugt und gänzlich durchdrungen war. Eine Welt des Friedens und der Versöhnung – untereinander und jeder mit sich selbst. Niemand geht im Reich Gottes verloren, sondern wird geliebt und geachtet, ohne in Vorleistung gehen zu müssen, und hat seine unverlierbare Würde. An dieser Welt, die schon da ist und sich immer mehr durchsetzen wird, hat jeder Anteil, indem er sie aufnimmt und wirken lässt.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Die Wunder Jesu – spätere Deutungen der Person Jesu – sollen Jesus nicht als Zauberer darstellen. Wir können sie als visionäre Vorabbildungen der heilen Welt verstehen, um die es Jesus ging. In diesen Wundern ist die heile Welt schon endgültige Gegenwart geworden. In gewisser Weise umgekehrt verhält es sich mit Jesu Rede vom Weltgericht. Darin entwirft er ein endzeitliches Szenario, um seinen Zuhörenden vor Augen zu führen, worauf es hier und jetzt ankommt:
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“, sagt Jesus im Rückgriff auf das Alte Testament. Um lieben zu können, muss man auch sich selbst lieben können. Beides gehört zusammen und bedingt einander. Aber noch ein Zweites gehört für Jesus als gläubigem Juden dazu, um lieben zu können: sich in Gott, dem großen Ganzen, geborgen zu wissen. Dieser göttlichen Geborgenheit versicherte sich Jesus als im Gebet, indem er sich immer wieder zurückzog in die Einsamkeit. Aus diesen Rückzugszeiten schöpfte er Kraft und Orientierung. Er wusste sich von der göttlichen Wirklichkeit umhüllt und in ihr aufgehoben. Diese Resonanzerfahrung war für ihn zentral.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Das Reich Gottes: eine Welt, die man sich nach Jesu Worten schenken lassen muss wie ein Kind. Jesu Verkündigung ist in diesem Sinne Anleitung, die Welt neu wahrzunehmen: „Sehet die Vögel unter dem Himmel an. Und die Lilien auf dem Felde!“ Im Alltäglichen das Wunderbare zu erkennen, im Kleinen das große Ganze durchscheinen zu sehen und sich so in einem umfassenden Sinne geborgen und behütet zu wissen: Das ist eine wichtige Voraussetzung, um selbst lieben zu können.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das Reich Gottes ist Jesu große Vision einer heilen Welt. Seit 2000 Jahren hält diese Vision Menschen in Atem. Für uns moderne Menschen stellt sie eine Gegenwelt dar zu all dem, was heute zählt: Leistung, Aussehen, Geld, Macht, Erfolg. Das alles hat Jesus überhaupt nicht interessiert. Mehr noch: in all diesen Dingen, die uns heute so wichtig sind, sah er Hindernisse auf dem Weg zu der neuen Welt, die ihm vorschwebte. Ihm ging es um eine Verwandlung der Menschen von innen her. Das war seine „Revolution“.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es wird Zeit, dass wir Jesu Botschaft wieder ins Zentrum stellen, die hinter der Dogmatisierung seiner Person immer mehr vergessen wurde. Schon Paulus hat sich für Jesu Botschaft wenig interessiert. Ihm taten es viele Theologen nach, sehr zum Schaden des Christentums. Denn in der Reich-Gottes-Botschaft stecken viele Anregungen für ein erfülltes, gelingendes Leben! Und ist das nicht genau das, wonach wir uns alle sehnen?  
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Mit seiner Sicht einer heilen Welt hat sich Jesus allerdings auch Feinde geschaffen. Das Establishment sah die eigene Stellung bedroht. So ziehen in den Evangelien schon bald dunkle Schatten auf, die sich immer mehr verdichten. Mit der Schilderung der letzten Tage in Jerusalem führen die Evangelien vor Augen, wie Jesus unschuldig in die Mühlen der Macht gerät. Aber er will sich nicht wehren, sondern seinem Weg der radikalen, uneingeschränkten Liebe bis zur letzten Konsequenz treu bleiben. Auch alle seine Freunde verlassen ihn. Bewegend sind seine Vergebungsworte an sie kurz vor seinem Tod. Indem wir uns mit dem Versagen der Jünger identifizieren, beziehen wir diese Vergebungsworte Jesu auch auf uns.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Qualvoll stirbt Jesus kurz darauf am Kreuz. Das Böse bekommt in diesem Drama ein Gesicht – aber damit ist es auch für jedermann bloßgelegt und erkennbar geworden. War es das, was Jesus mit seinem freiwilligen Tod auch bezwecken wollte?
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Die Evangelien schließen ihre Schilderung des Lebens Jesu nicht mit seinem Kreuzestod ab. Das Ende ist noch nicht das Ende. In gewisser Weise geht es jetzt erst richtig los. Die Auferstehungserzählungen markieren diesen Neuanfang. Sie erzählen davon, dass seine Jünger Je­sus wiedererkennen und ihn gegenwärtig erleben in Worten und Handlungen, die für ihn ty­pisch waren und sie mit ihm verbinden. Veranlasst durch diese überraschende Erfahrung, wollen sie den Glauben an das Kommen des Reiches Gottes weitertragen und entsprechend leben und handeln, mit und durch Jesus. Ihn wissen sie in ihrer Mitte: als erlebbare Dynamik, die ihnen Flügel verleiht. „Heiliger Geist“ nennen die Evangelisten diese Art der Gegenwart Jesu. So machen sich die Jünger auf den Weg. Bald stoßen immer mehr zu ihnen – später auch Menschen, die keine Juden sind – und eine große Bewegung entsteht: die Kirche.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           f) Kirche
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Die Kirche ist von ihrem Selbstverständnis her Nachfolgeorganisation Jesu. Heutzutage wird sie allerdings im westlichen Europa zumeist als eine verblichene, starre Institution wahrgenommen, die nicht mehr in die heutige Zeit passt. Das war damals, vor fast 2000 Jahren, ganz anders. Die neuentstehende Kirche war hochattraktiv, sie war lebendig, innovativ, nah bei den Menschen. Rasant hat sie sich in den ersten Jahrhunderten über das ganze römische Reich ausgebreitet. Im Zuge einer immer stärkeren Institutionalisierung und Verrechtlichung entwickelte sich bei ihr die stete Gefahr, behäbig zu werden und zu erstarren. Je mehr sie Institution wurde, desto mehr wurden ihre Inhalte zu festgefügten Lehren. Die Sakramente, die sie spendete, nannte sie Heilsmittel. Die Reich-Gottes-Sicht Jesu hingegen verschwand immer mehr. Als Institution erlebte und erlebt die Kirche außerdem die ständige Verführbarkeit durch Geld und Macht.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
             
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            So hat sich die Kirche immer mehr von dem entfernt, was sie einmal ausgemacht hat. Der protestantische Leitspruch „Ecclesia semper reformanda“ wird zwar hochgehalten, aber schnell wieder kassiert, wenn es an Reformen geht, die unbequem sind.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wenn wir als Kirche heute wieder eine Rolle spielen wollen, müssen wir wieder zum Ursprung zurück: Nachfolgeorganisation Jesu sein, seine Reich-Gottes-Botschaft weitertragen und leben. Eine lebendige, aktive Überzeugungsgemeinschaft müssen wir wieder werden. In dieser Hin­sicht können uns manche Freikirchen durchaus ein Vorbild sein.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            „Ecclesia semper reformanda“: Ich träume davon, dass wir alles, aber auch wirklich alles in unserer Kirche auf den Prüfstand stellen und miteinander überlegen, was wirklich notwendig ist. Und vor allem, was wir nicht mehr brauchen oder anders brauchen.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           g) Ewiges Leben
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Noch kurz zum Thema „ewiges Leben“: Ewigkeit ist nach meinem Verständnis nicht zu verstehen als die Hoffnung auf eine Verlängerung des Lebens in einer ,jenseitigen‘ Welt, in der wir nach landläufiger Meinung unsere Verwandten und Freunde wiedersehen. Die vielen und zum Teil sehr unterschiedlichen biblischen Jenseitsaussagen sind Bilder für das nicht endende Aufgehobensein in einem größeren Ganzen, das wir Christen „Gott“ nennen und das wir im Diesseits schon erahnen können. Mit dem Aufgehobensein in einem größeren Ganzen schließt sich der Kreis, den ich mit der Neubestimmung des Themas „Gott“ begonnen habe.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           11) Zweiter Schritt: Formale Erneuerung
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Die inhaltliche Erneuerung von Kirche: das muss der erste Schritt sein. Ohne ihn geht es nicht. Es braucht aber dann weitere Schritte, die sich auf die Strukturen, die Formen und das Erscheinungsbild von Kirche beziehen. Was ich mir da vorstelle, will ich zum Schluss wenigstens kurz andeuten:
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die größte Baustelle scheint mir der Gottesdienst zu sein. Nur etwa 2% der Christen besucht durchschnittlich einen Gottesdienst. Das ist ein Zustand, der uns unruhig machen sollte. Der traditionelle Gottesdienst ist inhaltlich und formal ein echtes Fiasko. Wir werden um eine Kompletterneuerung des Gottesdienstes nicht herumkommen. Schon allein der Name „Gottesdienst“ ist ein Problem. Wenn uns eine umfassende Erneuerung des Gottesdienstes nicht gelingt, wird eine Erneuerung der Kirche fehlschlagen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Wir brauchen darüber hinaus ein neues, modernes Erscheinungsbild von Kirche. Wir brauchen neue spirituelle Formen neben dem Gottesdienst. Wir brauchen mehr Lebendigkeit, mehr Authentizität, mehr Begeisterung. Wir brauchen ... ach, es ist so viel, was wir bräuchten. Und welche alten Zöpfe wir endlich abschneiden sollten!
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Neuer Wein, hat Jesus einmal gesagt, gehört in neue Weinschläuche. Aber wir nutzen immer noch die alten Behälter, die immer mehr kaputtgehen und verschimmeln, als ob daran unser Leben hinge. Es ist ein bisschen wie mit dem Klimawandel: Wir wissen, dass wir nicht so wie bisher weitermachen können. Und dann machen wir doch so weiter!
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich träume davon, dass wir Christen endlich zu neuen Ufern aufbrechen. Voller Wagemut, voller Enthusiasmus, voller Tatendrang, voller Idealismus. Wenn wir zu diesem großen Wagnis bereit wären, dann, ja dann könnte es mit der Kirche und dem Christentum vielleicht doch noch etwas werden! 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dr. Markus Beile
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
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      <pubDate>Wed, 10 Apr 2024 14:13:58 GMT</pubDate>
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    </item>
    <item>
      <title>Die Botschaft Jesu vom Reich Gottes</title>
      <link>https://www.netzwerkreform.de/gottesreich</link>
      <description>In einer Replik zu Claus Petersens Beitrag erläutert Kurt Bangert hier Einzelheiten seines Reich-Gottes-Verständnisses.</description>
      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Eine Antwort an Claus Petersen auf seinen Beitrag vom 4. April 2024
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://irp.cdn-website.com/56374e92/dms3rep/multi/Wiese.jpg"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Botschaft Jesu vom Reich Gottes
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Eine Antwort an Claus Petersen
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           1.     Claus Petersen bemängelt, dass ich Mt 28,19 f. („Darum gehet hin und lehret alle Völker … und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe“) als Begründung für den Auftrag der Kirche herangezogen habe, weil doch nicht feststehe, dass dieser Text authentisch von Jesus stamme. Ich selbst hatte seine Authentizität als genuines Jesuswort infrage gestellt. Aber ob authentisch oder nicht: Das ist m.E. überhaupt nicht relevant, denn es ändert nichts an der Tatsache, dass die Kirche schon immer ihren Auftrag u.a. auch von diesem Text her bezogen hat. Und es ist doch – authentisch oder nicht – gar nicht falsch, wenn sich die Kirche auf Jesus bezieht. Das tut ja auch Claus Petersen, und das tue ich auch.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           2.     Aus meiner bescheidenen Sicht scheint Petersen die Frage, ob gewisse neutestamentliche Texte nun genuin jesuanisch sind oder von der Urgemeinde stammen, überzubewerten. Das war schon der Fehler der liberalen Suche nach dem historischen Jesus, insofern man sich davon erhoffte, den christlichen Glauben auf eine neue (historischere) Grundlage zu stellen. Dieser Versuch gilt aber als gescheitert. In der Tat ist vieles von dem, was in den Evangelien berichtet wird, nur bedingt als jesuanisch anzusehen. Ich halte es aber generell für fehlgeleitet, nur solche Texte als relevant für unseren Glauben zu deklarieren, die nachweislich auf Jesus zurückzuführen sind. Von diesem Fehler wollte uns schon Rudolf Bultmann bewahren. Zurecht! Das heißt aber: Auch solche Texte, die (nachweislich oder vermutlich) als spätere urgemeindliche Ausschmückungen oder Deutungen zu werten sind, können Relevanz für unseren Glauben haben. Sie sind ja zumindest indirekt von Jesus inspiriert. Am Ende meines Beitrags schreibe ich deshalb: „Gegenstand der kirchlichen Botschaft muss das Evangelium von Jesus Christus in seiner biblischen Bezeugung sein.“ Dass man dabei jeweils die Frage nach der Authentizität neutestamentlicher Texte stellen darf, bleibt davon unberührt. Es gilt aber, die ganze Bibel ernst zu nehmen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           3.     Petersen scheint ferner zu kritisieren, dass ich mich bei meinen Ausführungen auf die Predigten, Gleichnisse und Heilsberichte Jesu berufe. Aber auf was soll man sich denn sonst berufen, wenn nicht auf diese, wenn man Jesus ernst nehmen möchte? Auch wenn wir manches überlieferte Wort und manches Gleichnis Jesu mit Vorbehalten versehen, können diese dennoch Grundlage unserer Verkündigung sein! Gleichwohl bin ich davon überzeugt, dass sich das, was ich über die Verkündigung Jesu und die Gleichnisse Jesu geschrieben habe, auf Berichte stützt, die tatsächlich auf Jesus zurückgeführt werden können. Dass Jesus etwa häufig vom „Reich Gottes“ gesprochen hat und er das „Reich Gottes“ anschaulich durch seine Gleichnisse gedeutet hat, wird heute kein ernsthafter Theologe infrage stellen. Und meist ging es bei diesen jesuanischen Äußerungen um die Art und Weise, wie wir leben sollen und wie wir uns andern gegenüber verhalten sollten.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           4.     Wie sieht es nun aber mit Jesu angeblichen Heilstaten aus? Petersen ist der Meinung, Jesus habe „keine Heilungen vorgenommen“. Tatsache ist, dass von Jesus zahlreiche Heilungen berichtet werden. Gleichzeitig wird aber auch berichtet, er habe sich geweigert, Forderungen nach Wundern zu erfüllen; man solle vielmehr seinem Wort glauben, nicht irgendwelchen Wundern, gab Jesus zu verstehen (vgl. Mk 8,12). Auch ich gehe davon aus, dass die Heilungsberichte maßlos übertrieben sind, dass die meisten „Wunder“ sich nicht genauso abgespielt haben, wie sie berichtet werden. Dennoch bin ich davon überzeugt, dass diese Berichte nicht entstanden wären, hätten Menschen nicht an sich selbst wundersame Veränderungen und heilende Erlebnisse erfahren. Man könnte davon ausgehen, dass Jesus so etwas wie eine traditionelle Medizin praktizierte und er durch seine menschliche Zuwendung auch die Selbstheilungskräfte der Menschen aktiviert hat, so wie dies Medizinmänner, Schamanen und andere Geistheiler immer schon getan haben und heute noch tun. Und wo es zu solchen Heilungen gekommen sein mag, hat Jesus diese offenbar nicht sich selbst zugeschrieben, sondern der Kraft (dem Finger, dem Geist) Gottes, der in diesen geheilten Menschen wirksam wurde. Und: er hat solche Heilungen offenbar als ein Hereinbrechen des Reiches Gottes angesehen (vgl. Lk 11,20).
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           5.     Obwohl Jesus das „Reich Gottes“ in seinen Erzählungen und Gleichnissen vielfach veranschaulichte, hat er es nirgends genau definiert. Warum nicht? Er brauchte es nicht, denn die Menschen, zu denen er sprach, hatten eine Vorstellung von dem, was zu ihrer Zeit unter „Reich Gottes“ verstanden wurde. Viele erwarteten (oder wünschten), dass es bald einen befreiten, unabhängigen jüdischen Staat geben würde, in dem die Mosaischen Gesetze wieder gelten würden und in dem allgemeine Gerechtigkeit geübt werde. Manche Zeitgenossen, die etwas pessimistischer waren, befürchteten vielleicht, dass dieses „Reich Gottes“ noch eine gute Weile auf sich warten lassen würde und haben es für eine unbestimmte, fernere Zukunft erwartet; und wieder andere vermuteten wohl, dass Gott erst am Ende der Zeiten bei einem Weltgericht ein solches Reich durch sein eschatologisches bzw. apokalyptisches Eingreifen herstellen würde.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            6.     Jesus hat solchen zeitgenössischen Erwartungen (die auch von Johannes dem Täufer geteilt wurden) widersprochen und die Meinung vertreten, dass das Reich Gottes nicht bis zum Sankt Nimmerleinstag warten müsse, sondern bereits hier und jetzt beginnen kann. Darin sind sich Claus Petersen und ich ja denn auch völlig einig. Wenn Jesus beispielsweise sagte: „Wenn ich durch den Finger Gottes die Dämonen austreibe, so ist ja das Reich Gottes zu euch gekommen“ (Lk 11,20), so meinte er, dass an diesen punktuellen Stellen, wo Heilung erfahren wird, das Gottesreich aufscheint.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            7.     Nun hat Petersen gerade bei Lk 11,20 (bzw. Mt 12,28) dieses „Dämonenaustreiben“ so gedeutet, dass es hier angeblich um „die Dämonen des Reich-sein-Wollens“ gehe. Das halte ich für eine Fehldeutung. Zwar war es in der Tat ein wichtiges Anliegen Jesu, das Unverhältnis von reich und arm immer wieder anzuprangern, aber bei Lk 11,20 darf man den Kontext nicht außer acht lassen. Laut dem Bericht hatte ein zuvor Stummer wieder zu reden begonnen. Bei der Parallelstelle Mt 12,28 war es sogar ein Taubblinder, der auf einmal sprechen und sehen konnte. Vielleicht ist diese Geschichte ja gänzlich erfunden. Vielleicht hat sie aber auch einen historischen Kern. Ich persönlich glaube nicht, dass Jesus einen Taubblinden zum Sehen und Sprechen gebracht hat (das wäre m.E. schlichtweg unmöglich; Begründung kann nachgeliefert werden). Ich könnte mir aber durchaus vorstellen, dass er einen traumatisierten Menschen, der aufgrund seiner Traumatisierung verstummt war, wieder zum Sprechen brachte. Und wenn ja, dann ist das eben ein Hereinbrechen des Reiches Gottes. Wenn traumatisierte Menschen heute geheilt werden und wieder ein normales Leben leben können, ist das ein Stück „Reich Gottes“ (jedenfalls in der Sprache Kanaans).
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           8.     Es gibt übrigens in manchen Ländern der Welt heute immer noch Taube, Blinde und Taubblinde, die verschämt in der hintersten Ecke der Hütte gehalten werden und nicht am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. Wenn aber heutzutage sogar Taubblinde durch das Lormen und durch Bildung und Rehabilitation lernen, am allgemeinen Leben teilzunehmen (wie etwa Helen Keller das konnte), so mag das als ein Aufscheinen des Reiches Gottes gedeutet werden. Und woimmer die Kluft zwischen reich und arm verringert oder ganz aufgehoben wird, da entfaltet sich – in der Sprache Jesu – das Reich Gottes. Die krasse Kluft zwischen den Reichen und den Armen ist ein Symptom des „Reiches dieser Welt“, dem Jesus die Prinzipien des „Reiches Gottes“ entgegenstellte.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           9.     Claus Petersen vermutet, ich könnte mir solche Texte ausgesucht haben, die sich am besten mit meiner Sicht vereinbaren lassen. Diesen Vorwurf kann ich nicht ganz von der Hand weisen. Aber das haben vor mir schon viele andere getan, und auch Petersen tut es genauso. Trotzdem glaube ich gute Gründe (und biblische Texte) für meine Darstellung zu haben, und diese habe ich erläutert. Und so glauben wir beide, dass wir uns „mit einigem Recht“ (wie Petersen schreibt) auf das ursprüngliche Evangelium berufen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           10.  Petersen kritisiert in seiner Replik den oft erhobenen Anspruch, Jesus sei als übermenschlich, als göttlich, als Gottessohn verstanden worden. Diese Kritik teile ich uneingeschränkt. Jesus ist unser Bruder. Er war ganz und gar Mensch. Die Vergöttlichung Jesu samt seiner Präexistenz und seiner Postexistenz ist metaphorisch oder mythologisch zu verstehen. Da gibt es keinen Dissens.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            11.  Über Petersens Einschätzung, Jesu Botschaft sei frei von Apokalyptik und Eschatologie gewesen, habe ich mich gefreut. Damit widerspricht er zwar großen Teilen der deutschen Theologie (hier hatte Johannes Weiß eine fatale Weichenstellung vorgenommen!); aber auch ich bin der Meinung, dass die eschatologische Erwartung (die es bei Jesus durchaus gegeben haben mag) oft überbewertet wurde und immer noch wird. Jesus hat dieser Vertröstung in die Zukunft ja gerade seine präsentische Dimension des Reiches Gottes entgegengestellt. Also auch hier besteht weitgehende Einigkeit zwischen Petersen und mir.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           12.  Claus Petersen deutet das Reich Gottes als einen Zustand, in dem wir glücklich, selig und zufrieden sind, und zwar im Hier und Jetzt. Ja, da stimme ich weitgehend zu. Wenn wir einen solchen Zustand erfahren und empfinden, dann erleben wir „Reich Gottes“. Aber was ist mit den unzähligen Hungernden, Verfolgten, Verstümmelten, zu unrecht Eingekerkerten, den sträflich Vernachlässigten, den Heimatlosen, den absolut Armen, die in ständiger Sorge um ihr Überleben sind? Da müssen wir doch erkennen, dass das Reich Gottes zwar hier und da bereits angebrochen sein mag, aber eben noch nicht in seiner ganzen Fülle sich entfaltet hat. Das Reich Gottes, was immer wir davon erfahren oder in die Wirklichkeit zu bringen in der Lage sein mögen, beinhaltet stets einen eschatologischen Vorbehalt, einen Verheißungsüberschuss. Gerade wenn wir uns die Kluft zwischen den Reichen dieser Welt und den Armen und Hungernden ansehen, müssen wir erkennen, dass das Reich Gottes für viele Menschen noch nicht gekommen ist. Da liegen offenbar große Herausforderungen vor uns, die wir nicht ignorieren können. Sollen wir sie einer eschatologischen Zukunft überlassen? Oder gilt es, optimistisch und aktiv anzupacken und an Gottes Wirksamkeit in dieser Welt zu glauben?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Kurt Bangert
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
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      <pubDate>Mon, 08 Apr 2024 09:03:50 GMT</pubDate>
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      <title>Annäherungen an das jesuanische Evangelium</title>
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      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Anmerkungen zum Beitrag „Die Aufgaben der Kirche“ von Kurt Bangert,
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
           insbesondere zu seinen Ausführungen über die Botschaft und Praxis Jesu
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Du bist bereits in Vorleistung gegangen, lieber Kurt, hast „die Aufgaben der Kirche“ beschrieben und am Schluss konkret benannt, die sich ergäben, wenn die im Göttinger Manifest 2024 skizzierte fundamentale Krise der Kirchen endlich ernst genommen und daraus Konsequenzen gezogen würden. Und dabei möchtest du der fundamentalen Neuorientierung entsprechen, die unser Manifest vornimmt, nämlich dass es die Orientierung an der Reich-Gottes-Botschaft und der Reich-Gottes-Praxis Jesu von Nazaret ist, die das Spezifikum des Christentums ausmacht. Du formuliert es klipp und klar: Es gilt, „das eigentliche, ursprüngliche Evangelium, wie Jesus es zu seiner Zeit predigte, immer wieder ins Bewusstsein zu bringen. Dieses ursprüngliche Evangelium zu bezeugen, ist (…) die erste und vorrangige Aufgabe der Kirche.“ (Kapitel Martyria, letzter Absatz)
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Nur: Wie lässt sich das jesuanische Evangelium ermitteln, an dem sich die Kirche zu orientieren hätte? Du gehst von dem sogenannten Missionsbefehl in Matthäus 28,19f. aus, den du gleich zu Beginn zitierst. Von diesem „Auftrag ihres Herrn Jesus Christus“ leite die Kirche ihre Existenzberechtigung ab. Nur müsste er dann auch tatsächlich – wörtlich oder zumindest sinngemäß – auf Jesus zurückgehen. Doch das Gegenteil ist der Fall. Es ist nicht nur „nicht strikt nachzuweisen, ob dieser Bibelvers auch wirklich von Jesus stammt“, vielmehr ist dies strikt auszuschließen, da ist sich die neutestamentliche Exegese einig.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und dies gilt nicht nur für diesen Vers. Zwar stehen uns zur Beantwortung der Frage nach dem „eigentliche(n), ursprüngliche(n) Evangelium, wie Jesus es zu seiner Zeit predigte“, nur die ersten drei Evangelien des Neuen Testaments zur Verfügung. Doch sind nicht nur alle übrigen Schriften des Neuen Testaments, sondern schon das älteste biblische Evangelium, das des Markus, an dieser Frage gar nicht mehr interessiert. Markus will nicht etwa zum Glauben an das Evangelium Jesu aufrufen, sondern zum Glauben an Jesus selbst, und zwar an ihn als den Christus und Gottessohn. „Anfang des Evangeliums von Jesus Christus, dem Sohn Gottes“, heißt es gleich im ersten Satz. Das ist sein Thema, das er im Folgenden entfaltet: Unmittelbar nach Jesu Taufe, „geschieht aus dem Himmel die (göttliche) Stimme: Du bist mein lieber Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen“ (Markus 1,11); in der Mitte stehen das Bekenntnis des Petrus: „Du bist der Christus“ (8,29) und die (göttliche) Stimme aus der Wolke: „Dies ist mein lieber Sohn, den sollt ihr hören” (9,7); und am Ende, unmittelbar nach Jesu Tod, bekennt der Hauptmann am Kreuz: „Wahrlich, dieser Mensch ist Gottes Sohn gewesen!“ (15,39) In all diesen Fällen handelt es sich nicht um historische Erinnerungen, vielmehr bringt der Verfasser an den markantesten Stellen seines Evangeliums zum Ausdruck, wer der Jesus, von dem es handelt, in seinen Augen beziehungsweise nach dem Verständnis seiner Gemeinde in Wahrheit gewesen ist und wen seine Leser in ihm „sehen“ sollen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Aber das ist noch längst nicht alles. David Friedrich Strauß hat in seinem bahnbrechenden, im Jahr 1835 erschienenen Werk „Das Leben Jesu, kritisch bearbeitet“ die Traditionen der Evangelien mit äußerster Akribie verglichen und analysiert und ist dabei zu dem kaum zu widerlegenden Urteil gelangt, dass sämtliche Wundererzählungen keinerlei historische Grundlagen haben
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="file:///C:/Users/konta/AppData/Local/Microsoft/Windows/INetCache/Content.Outlook/8J89OJ6F/Ann%C3%A4herungen%20an%20das%20jesuanische%20Evangelium.docx#_ftn1" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [1]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           . Es handelt sich um Legenden (bzw. Mythen, wie er sie nennt), die aufzeigen wollen, dass Jesus tatsächlich der Christus, der mit völlig außergewöhnlichen, auch alttestamentliche Wundertäter weit in den Schatten stellenden Fähigkeiten ausgestattete Messias gewesen ist. Der historische Jesus hat keine Heilungen vorgenommen (jedenfalls nicht im herkömmlichen Sinn) oder sonstige Wundertaten vollbracht
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="file:///C:/Users/konta/AppData/Local/Microsoft/Windows/INetCache/Content.Outlook/8J89OJ6F/Ann%C3%A4herungen%20an%20das%20jesuanische%20Evangelium.docx#_ftn2" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [2]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            . Das gilt auch für die Dämonenaustreibungen (Exorzismen); ich komme noch darauf zu sprechen. Doch damit nicht genug. Zu all diesen christologischen Legenden gehören nicht nur unter vielen anderen die Erzählungen von der Geburt Jesu und ihren Begleitumständen sowie seiner Kindheit, sondern auch diejenigen von seiner Auferstehung und Himmelfahrt.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Die entscheidende Frage lautet also jetzt: Können wir, zumindest in den ersten drei Evangelien, überhaupt noch Spuren dessen finden, was die Botschaft und das Leben Jesu, des wirklichen, lebendigen Jesus von Nazaret, eben des historischen Jesus, ausgemacht hat? Dein Ansatz, Kurt, wird dem geschilderten Sachverhalt nicht gerecht. Um die „inhaltlichen Schwerpunkte“ des jesuanischen Evangeliums zu benennen, „das die Kirchen noch heute zum zentralen Inhalt ihrer Verkündigung machen sollten“, legst du „die von Jesus verkündigten Predigten und Erzählungen (Gleichnisse) und die von ihm berichteten Heilstaten“ zugrunde, also prinzipiell alle, die ihm die neutestamentlichen Evangelien zuschreiben (Martyria, 2. Absatz). Du führst keinerlei Gründe an, die den jesuanischen Ursprung der betreffenden Überlieferung zumindest nahelegen.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wie aber gehen wir vor, um dem Verdacht vorzubeugen (ich kann dich, lieber Kurt, leider nicht davon freisprechen), uns aus jenen Texten diejenigen herauszusuchen, die sich mit unserer momentanen eigenen Sicht am besten vereinbaren lassen? Ich räume sofort ein: Das, was sich mir nach intensiver, jahrzehntelanger exegetischer Arbeit erschlossen hat, erweist sich – jeden Tag, möchte ich fast sagen – als für mein Leben, für meine Daseinshaltung als ungemein wertvoll, als das Schönste, Beste und Wichtigste überhaupt. Es ist die Quelle meiner Lebensfreude. Gleichwohl meine ich, mich dabei mit jedenfalls einigem Recht auf „das eigentliche, ursprüngliche Evangelium, wie Jesus es zu seiner Zeit predigte“, berufen zu dürfen. Und ich glaube, dass man sich meiner „Beweisführung“ nicht so ohne Weiteres entziehen kann.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Jedenfalls geht es nicht an, von vornherein die Möglichkeit auszuschließen, angesichts der Tatsache, dass die Evangelien – unbestreitbar – in überwältigender, geradezu verstörender Weise aus Legenden und Worten bestehen, die Jesus mit Sicherheit erst nachträglich in den Mund gelegt worden sind, gleichwohl Überlieferungen zu identifizieren, die mit hoher Wahrscheinlichkeit tatsächlich auf Jesus selbst zurückgehen. Meines Erachtens lassen sich – und zwar ebenfalls auf der Grundlage der neutestamentlichen Überlieferung – durchaus Kriterien benennen, die nicht nur die Konturen des jesuanischen Evangeliums andeuten, sondern seine Grundstruktur in aller Deutlichkeit erkennbar machen. Vielleicht kannst auch du, lieber Kurt, meinem Vorschlag etwas abgewinnen – oder er überzeugt dich sogar.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich setze bei der Feststellung an, dass die Behauptung Martin Luthers, „dass es nicht mehr als ein Evangelium gibt“, nämlich die „Predigt von Christus, Gottes und Davids Sohn, wahrem Gott und Mensch, der für uns mit seinem Sterben und Auferstehen aller Menschen Sünde, Tod und Hölle überwunden hat, die an ihn glauben“, wie er in seiner „Vorrede auf das Neue Testament“ von 1522 behauptet, nicht zutrifft. Sicher gilt dies für die Briefe des Paulus, und auch die Evangelien präsentieren, wie wir ja gesehen haben, Jesus als den Christus und Gottessohn. Paulus erinnert die Gemeinde in Korinth „an das Evangelium, das ich euch verkündigt habe (...), dass Christus gestorben ist für unsere Sünden nach der Schrift; und dass er begraben worden ist. Und dass er auferstanden ist am dritten Tage nach der Schrift; und dass er gesehen worden ist von Kephas..." (1. Korinther 15,1ff.), Markus geht es um das „Evangelium von Jesus Christus, dem Sohn Gottes.“ Aber wenig später lesen wir bei ihm Worte, die das, was das Evangelium ausmacht, völlig anders verstehen. Hier bezieht sich dieser Begriff nämlich nicht auf die Person Jesu, sondern auf seine Botschaft. Markus stellt diese Sätze zwar nicht an den Anfang seines Evangeliums, konnte sie aber offensichtlich noch nicht völlig ignorieren. Doch auch hier, wenn auch erst im 15. Vers des ersten Kapitels, sind sie durchaus von erheblichem Gewicht: In seinem Evangelium sind es die ersten Worte Jesu. Sie klingen wie eine Zusammenfassung seiner Botschaft. Es ist ein Hymnus, nicht Prosa, sondern Poesie, sie heben an wie ein Fanfarenstoß. Am Anfang stehen – ungewöhnlich, aber natürlich voll beabsichtigt – die beiden entscheidenden Verben: „Erfüllt ist die Zeit, / gekommen ist das Reich Gottes. / Kehrt um und glaubt an das Evangelium.“ Das also ist hier das Evangelium: Das Reich Gottes ist nicht mehr, wie man bisher angenommen hat, Erwartung, Hoffnung, Zukunft, sondern es ist Gegenwart. Das ist die frohe Botschaft. Es steht nicht mehr aus. Es ist da. Das ist wahrhaftig ein völlig neuer Ton.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Allerdings: Aus sprachlichen und auch inhaltlichen Gründen dürfte allerdings auch hier kein „echtes Jesuswort“ vorliegen. Vermutlich geht es auf Menschen zurück, die nach Jesu Tod sein Evangelium, seine Sache weitergetragen haben – und die hätte es demnach immerhin gegeben! Wir müssen jetzt also prüfen, ob sich in den neutestamentlichen Evangelien, die, wie gesagt, das Evangelium ganz anders verstehen, gleichwohl Worte aufspüren lassen, die jene Proklamation in Markus 1,15 bestätigen. Sollte das der Fall sein, hätten wir das jesuanische Evangelium, sozusagen unter dem Boden des Neuen Testaments, doch noch aufgespürt!
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Und tatsächlich: Wir werden fündig. Jesus verkündigte – in diametralem Gegensatz zu seinem einstigen Lehrer Johannes dem Täufer – die Gegenwart des Reiches Gottes. „Siehe, das Reich Gottes ist mitten unter euch!“, heißt es klar und eindeutig in Lukas 17,21. Mit den Worten „Kommt, denn es ist schon bereit!“ lädt der Diener im Gleichnis in Lukas 14 zum „großen Festmahl“ ein – ganz bestimmt ein Bild für das Reich Gottes. Den Kindern spricht Jesus das Reich Gottes vorbehaltlos zu: „solcher ist das Reich Gottes. Amen, ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht annimmt wie ein Kind, kommt nicht hinein.“ (Markus 10,14b–15) Das aber, hineinkommen in das Reich Gottes, an ihm teilhaben, das sollen wir Menschen – und zwar hier und jetzt. Damit kann in diesem Fall nur das spezifische Verhältnis zur Welt gemeint sein, das Kinder gleichsam mitbringen und sich dementsprechend verhalten, uns Erwachsenen aber weithin verloren gegangen ist. Anders als wir können sie die Welt noch nicht als Objekt betrachten, aus der Distanz heraus, von außen, mit all den fatalen Folgen, sondern sie kooperieren und kommunizieren ganz selbstverständlich mit ihr. „Leichter geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher ins Reich Gottes kommt.“ (Markus 10,25) Den Reichen spricht Jesus die Teilhabe am Reich Gottes kategorisch ab, sie haben keinen Anteil daran, denen aber, die nicht reich sind, den Armen, denen also, die nicht mehr haben, als sie brauchen, spricht er es unmittelbar zu: „Selig sind die Armen, denn ihrer ist das Reich Gottes“ (Matthäus 5,3/Lukas 6,20b) – weil sie richtig leben, im Einklang mit ihrer Mitwelt, der sie immer nur das Nötige entnehmen, und genau deshalb glücklich, ja „selig“ sind. Nicht also, weil sie sich nicht mit dem Genug begnügen, sondern weil sie das Genug genießen. Nur das Genug ermöglicht diesen Lebensgenuss, nicht, selbstredend, ein Zuwenig, auf gar keinen Fall aber auch jedes Zuviel.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Es ist dieser Lebensgenuss, diese wirkliche Daseinsfreude, auf die es Jesus ankommt. „In seiner Freude geht er hin, verkauft alles, was er besitzt, und kauft jenen Acker“, heißt es in seinem Reich-Gottes-Gleichnis von der Entdeckung des Schatzes im Acker (Matthäus 13,44). Weil er diesen Schatz entdeckt hat, nämlich dass man hier und jetzt am Reich Gottes teilhaben kann, stellt dieser Mensch sein Leben völlig um. Alles, was jener Teilhabe entgegensteht, so mächtig es auch sei, ist überwindbar. „Wenn ich mit dem Finger Gottes die Dämonen austreibe, dann hat euch ja das Reich Gottes erreicht.“ (Matthäus 12,28/Lukas 11,20). Und genau das ist Jesu Intention. Mit den Dämonen meint er nicht irgendwelche „bösen Geister“ oder Symptome psychischer Erkrankungen, sondern die Dämonen des Reich-sein-Wollens, den Teufelskreis von Gewalt und Gegengewalt, der aber durchbrochen werden kann und soll, zum Beispiel indem man dem Gewalttäter „die andere Wange hinhält“ (Matthäus 5,39b/Lukas 6,29a), oder das „Besessensein“ von dem der Seligkeit, dem wahren Lebensgenuss vollkommen abträglichen Groß-sein-, Erster-sein-Wollen, dieser Leistungs- und Karriereorientierung. „Wer groß sein will bei euch, der soll euer Diener sein, / und wer bei euch der Erste sein will, der soll der Sklave aller sein.“ (Markus 10,43b–44) Auch in diesem Jesuswort geht es um das Jetzt und Hier, um das richtige Leben. Was bringt es denn, möglichst oben zu stehen, möglichst zu den winnern zu gehören? In Wahrheit zerstört es unser Leben und Zusammenleben. Es ist destruktiv, weil man sich damit von allen anderen Menschen absetzt und abtrennt, was uns überhaupt nicht „liegt“. Ganz anders, beseligend im wahrsten Sinn aber ist es, anderen zur Seite zu stehen und sie zu unterstützen. Da wächst man über sich hinaus.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Nun wäre es allerdings geradezu abwegig anzunehmen, Jesus meinte mit dem Miteinander und Füreinander als Reich-Gottes-gemäßen Verhaltensweisen zwar grundsätzlich alle Menschen um ihn her, nur nicht sich selbst, da er ja nun einmal, als Messias, als Christus, eine exklusive Sonderstellung einnimmt, also prinzipiell über den Menschen steht. Genau darin aber besteht das eigentliche Problem der so überaus zahlreichen christologisch motivierten Legenden: Sie haben nicht nicht nur keinen Anhalt an der historischen Wirklichkeit, sondern vermitteln ein völlig falsches Jesusbild. Immer erscheint er als eine außergewöhnliche, übermenschliche, geradezu göttliche Gestalt, eben als Christus und Gottessohn. Das ist ja das Anliegen der Evangelisten. Doch mit diesem Wort vom Dienen, vom Füreinander-da-Sein, entzieht Jesus selbst der Christologie, also der Lehre, „Gottes eingeborener Sohn, unser Herr“ zu sein, an den es zu glauben gelte, den Boden. Vielmehr ist er unser Bruder. Seine Worte werden nur dann zu uns sprechen, wenn wir sie als Worte eines solchen hören, wenn sie uns auf der Ebene der Geschwisterlichkeit erreichen, als Worte „von Mensch zu Mensch“ und nicht „von oben herab“.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Diesem so überaus mächtigen christologischen Überbau sind natürlich auch die Jesusworte ausgesetzt. Manchmal verfälscht dieser Überbau die Aussageabsicht dieser Worte – oder sie geraten sogar ganz unter die Räder. Ein Beispiel: „Der Sabbat ist für den Menschen da und nicht der Mensch für den Sabbat“, heißt es in Markus 2,27. Gut tun soll er den Menschen, ein Tag der Freude soll er sein und keine Last. Jesus reklamiert auch diesen Feiertag für das Reich Gottes. Auf das Wort Jesu folgt im Markusevangelium der Satz: „So ist der Menschensohn Herr auch über den Sabbat.“ Als ob dies seine Intention gewesen wäre. Jesus unterwirft hier scheinbar selbst sein Reich-Gottes-Wort der Christologie. Matthäus und Lukas, die das Markusevangelium als Quelle für ihre eigenen Evangelien herangezogen haben, übergehen das Jesuswort bereits ganz und übernehmen lediglich jenen christologischen Zusatz (Matthäus 12,8/Lukas 6,5).
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Überhaupt ist unverkennbar (und durchaus verständlich), welche Probleme die Evangelisten mit so gut wie allen Jesusworten hatten
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="file:///C:/Users/konta/AppData/Local/Microsoft/Windows/INetCache/Content.Outlook/8J89OJ6F/Ann%C3%A4herungen%20an%20das%20jesuanische%20Evangelium.docx#_ftn3" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [3]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            (ein starkes Indiz allerdings für deren Authentizität!). Oft konnten oder wollten sie es zumindest nicht unkommentiert stehen lassen. So wird die Unvereinbarkeit des Reichseins mit der Teilhabe am Reich Gottes in dem Jesuswort vom Kamel und dem Nadelöhr sofort wieder in Frage gestellt: „Wer kann dann gerettet werden?“, fragen sich jetzt angeblich die Jünger, worauf Jesus der vielzitierte Satz in den Mund gelegt wird: „Bei den Menschen ist es unmöglich, nicht aber bei Gott, denn alles ist möglich bei Gott“ (Markus 4,27), womit er gleichsam selbst seine klare Aussage wieder zurücknimmt. An die Seligpreisung der Armen hängt man schon bald die Seligpreisungen der Hungernden und Weinenden an, denen eine Umkehrung ihrer Situation in der Zukunft verheißen wird, was dazu geführt hat, dass bis heute nicht nur die Armut in der jesuanischen Seligpreisung ebenfalls negativ als Elend missverstanden und die eindeutig präsentische Zusage des Reiches Gottes einfach in eine futurische umgebogen wird. Die für die Teilhabe am Reich Gottes so wichtige Mahnung, nicht „groß“, nicht „Erster“ sein zu wollen, sondern stattdessen füreinander da zu sein, wird sogleich von dem anschließenden, keinesfalls jesuanischen, aber wiederum ihm als dem „Menschensohn“ zugeschriebenen Satz in den Schatten gestellt (in der Lutherbibel fett gedruckt), dass er „nicht gekommen“ sei, „dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und sein Leben gebe als Lösegeld für viele“. Schlussendlich geht es nicht mehr um das Reich Gottes, sondern um die Person Jesu als den Retter und Erlöser, der seinen bereits vorausgesehenen Sühnetod am Kreuz als den letztlich einzigen Sinn seines Lebens versteht. Auch die Sühnetheologie als wesentliche Funktion der Christologie, die Vorstellung, dass sein Kreuzestod ein Heilsgeschehen war, geht mitnichten auf Jesus zurück. Gleiches gilt für die Einsetzungsworte
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="file:///C:/Users/konta/AppData/Local/Microsoft/Windows/INetCache/Content.Outlook/8J89OJ6F/Ann%C3%A4herungen%20an%20das%20jesuanische%20Evangelium.docx#_ftn4" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [4]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            . Vielleicht stammen sie von Paulus, der glatt behauptet, sie unmittelbar „vom Herrn empfangen“ zu haben (1. Korinther 11,23b–26).
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und noch ein weiteres Paradebeispiel für den Umgang mit der Jesustradition. Vermutlich auf die Frage, warum er und seine Leute nicht fasten, antwortet Jesus: „Wer Hochzeit feiert, kann doch nicht fasten.“ (Markus 2,19) Jesus gleichsam in den Mund fallend, schob man noch vor dem letzten Wort die Worte ein: „solange der Bräutigam bei ihnen ist“. Und diese Einschränkung wird dann noch einmal ausdrücklich wiederholt: „Solange der Bräutigam bei ihnen ist, können sie nicht fasten“. Und angeblich stellt Jesus dann schließlich auch noch fest: „Es werden aber Tage kommen, an denen der Bräutigam von ihnen genommen sein wird; dann werden sie fasten, an jenem Tag.“ Damit begrenzte man – und wiederum in Jesu Namen! – das Jesuswort auf die Lebenszeit des „Bräutigams“ (ein weiterer christologischer Hoheitstitel), schloss es damit in eine – aus der Warte der nachjesuanischen Verfasser dieser Zusätze – vergangene Epoche ein und schnitt es von der Gegenwart kategorisch ab.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Jesus aber hat nicht gefastet, vielmehr die Teilhabe am Reich Gottes mit einem Hochzeitsfest verglichen. Dorothee Sölle hielt ihn „für den glücklichsten Menschen, der je gelebt hat“
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="file:///C:/Users/konta/AppData/Local/Microsoft/Windows/INetCache/Content.Outlook/8J89OJ6F/Ann%C3%A4herungen%20an%20das%20jesuanische%20Evangelium.docx#_ftn5" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [5]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            (wenn der Superlativ auch sicher nicht in seinem Sinne ist). Hier und jetzt können wir am Reich Gottes teilhaben, und zwar voll und ganz.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="file:///C:/Users/konta/AppData/Local/Microsoft/Windows/INetCache/Content.Outlook/8J89OJ6F/Ann%C3%A4herungen%20an%20das%20jesuanische%20Evangelium.docx#_ftn6" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [6]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Jesus bezieht den Reich-Gottes-Begriff – erstmals – voll und ganz auf das Hier und Jetzt. Seine Botschaft ist frei von jeder Apokalyptik beziehungsweise Eschatologie. Entsprechende Texte – etwa einzelne Gleichnisse oder die sogenannte kleine Apokalypse in Markus 13 – können nicht aus seinem Mund stammen, ebenso wenig die Vaterunserbitte „Dein Reich komme“. Es gibt nichts mehr zu erwarten, zu erhoffen. Das Reich Gottes ist mitten unter uns. Es steht uns offen. Wir können es leben. Was sollte noch kommen?
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="file:///C:/Users/konta/AppData/Local/Microsoft/Windows/INetCache/Content.Outlook/8J89OJ6F/Ann%C3%A4herungen%20an%20das%20jesuanische%20Evangelium.docx#_ftn7" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [7]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            .
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Selig, glückselig sollen wir sein, hier und jetzt. Ein Fest soll unser Leben sein, es zumindest immer wieder werden. Es geht um unseren Lebensgenuss! Der aber wird uns nur dann zuteil – wir wissen es im Grunde, müssen aber immer wieder daran erinnert werden und brauchen deshalb die Reich-Gottes-Religion, diese „Welt-Religion“ Jesu –, wenn wir gerade nicht nur an uns selbst denken, uns abschließen und abzusichern versuchen gegenüber den Menschen und der Welt, sondern ganz im Gegenteil: wenn wir zusammen mit ihnen und ihr existieren. Wenn die „Dämonen“ vertrieben sind, wenn wir also gar nicht mehr besitzen wollen, als wir brauchen, weil wir nämlich nur dann unser Leben wirklich genießen können, und uns dafür einsetzen, dass jeder Mensch auf dieser Erde über dieses zum Leben Nötige, und zwar bedingungslos, sicher verfügt
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="file:///C:/Users/konta/AppData/Local/Microsoft/Windows/INetCache/Content.Outlook/8J89OJ6F/Ann%C3%A4herungen%20an%20das%20jesuanische%20Evangelium.docx#_ftn8" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [8]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            – dann wird damit dem Kapitalismus, der unsere Welt in den Abgrund zu reißen droht, der Boden entzogen! Wenn wir nicht mehr ganz oben stehen, nicht mehr immer nur gewinnen wollen, und spüren, dass es uns dabei viel besser geht, werden wir uns der Leistungs- und Konkurrenzgesellschaft niemals wieder unterordnen und anpassen! Wenn wir mit der Erde leben und nicht mehr auf ihre Kosten, wenn wir mit jedem Bissen Brot, mit jedem Schluck Wasser, mit jedem Atemzug unsere Weltverbundenheit realisieren, ja feiern, was kann uns je wieder davon abbringen? Jetzt nehmen wir alle Menschen als unsere Geschwister wahr und die ganze Welt als Quelle unserer Freude. Und eben dieser Beziehung, dieser Verbundenheit, die sich ganz konkret in der Art und Weise äußert, wie wir leben, in unserem Lebensstil, diesem Zusammenhang, in dem wir jetzt existieren, verleiht Jesus den Hoheitstitel „Reich Gottes“. Es gibt nichts Größeres. Das ist sie, das ist die Botschaft für unsere Welt!
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="file:///C:/Users/konta/AppData/Local/Microsoft/Windows/INetCache/Content.Outlook/8J89OJ6F/Ann%C3%A4herungen%20an%20das%20jesuanische%20Evangelium.docx#_ftn9" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [9]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Unsere Aufgabe wäre jetzt, Erfahrungsräume für eine solche Existenzweise zu schaffen, Gelegenheiten, ihre Grundstrukturen wahrzunehmen und zu realisieren. Für Jesus haben dabei die Tischgemeinschaften eine wichtige Rolle gespielt. Er vergleicht das Reich Gottes nicht nur mit einem großen Gastmahl, sondern hat dieses „Hochzeitsfest“, wiederum seinen eigenen Worten zufolge, auch selbst begangen. Einen „Fresser und Weinsäufer“ (Matthäus 11,19/Lukas 7,34) haben ihn die genannt, die es (noch) nicht verstehen konnten, dass ein homo religiosus wie Jesus mit dem Genießen von Speise und Trank seiner Botschaft Ausdruck verlieh. Hier wird das Reich Gottes gelebt und erfahren: Alle haben einen Platz, alle sitzen an einem Tisch, alle sind in gleicher Weise versorgt mit dem, was sie brauchen. Ich habe einmal zusammen mit Klaus-Dieter Höflich, der auch unserem Netzwerk angehört, in seiner Stuttgarter Gemeinde eine „Feier der Weltverbundenheit“ gestaltet, darin integriert ein gemeinsames Mittagessen. Vielleicht wäre so etwas ein Ansatzpunkt, um Menschen heute wieder an die Sache Jesu heranzuführen und sie zugleich erfahrbar zu machen. Das Leben soll wieder Freude machen und Sinn. Die Teilhabe am Reich Gottes erfahrbar zu machen, das wäre die Aufgabe der Kirche – und entspräche es letztlich nicht auch deiner hochrespektablen Intention, lieber Kurt? Lass uns im Gespräch bleiben!
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="file:///C:/Users/konta/AppData/Local/Microsoft/Windows/INetCache/Content.Outlook/8J89OJ6F/Ann%C3%A4herungen%20an%20das%20jesuanische%20Evangelium.docx#_ftnref1" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [1]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Man kann dies im Internet nachprüfen. Beide Bände sind hier einsehbar, und zwar unter
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/strauss_jesus01_1835" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/strauss_jesus01_1835
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            (Band 1) und
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/strauss_jesus02_1836" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/strauss_jesus02_1836
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            (Band 2).
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;a href="file:///C:/Users/konta/AppData/Local/Microsoft/Windows/INetCache/Content.Outlook/8J89OJ6F/Ann%C3%A4herungen%20an%20das%20jesuanische%20Evangelium.docx#_ftnref2" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [2]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Du gehst sogar so weit zu behaupten, Jesu Botschaft für den Einzelnen habe unter anderem gelautet: „Du kannst psychisch und körperlich gesund werden, wenn du nur glaubst und die Kraft Gottes für dein Leben in Anspruch nimmst.“ (Martyria, 5. Absatz) – eine sehr gefährliche These, finde ich, und zudem unzutreffend.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;a href="file:///C:/Users/konta/AppData/Local/Microsoft/Windows/INetCache/Content.Outlook/8J89OJ6F/Ann%C3%A4herungen%20an%20das%20jesuanische%20Evangelium.docx#_ftnref3" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [3]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Es können hier nicht alle 21 Worte aufgeführt werden, die meines Erachtens mit großer Wahrscheinlichkeit auf Jesus von Nazaret zurückgehen. Ich verweise dazu auf den „Basiskurs Basileiologie“ auf der Website der Ökumenischen Initiative Klartext Jesus:
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://www.klartext-jesus.de/basileiologie/" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           https://www.klartext-jesus.de/basileiologie/
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           . Der Terminus Basileiologie (die „Lehre vom Reich Gottes“) leitet sich ab vom dem griechisch-neutestamentlichen βασιλεία τοῦ θεοῦ, basileía toũ theoũ, „Reich Gottes“.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;a href="file:///C:/Users/konta/AppData/Local/Microsoft/Windows/INetCache/Content.Outlook/8J89OJ6F/Ann%C3%A4herungen%20an%20das%20jesuanische%20Evangelium.docx#_ftnref4" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [4]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            „Alle Texte zu diesem letzten Mahl Jesu verdanken sich liturgischer Gestaltung, die die Mahlfeiern der einzelnen Gemeinden widerspiegeln. Kein Text will berichten, was einst war, sondern begründen, warum die Gemeinde das Herrenmahl gerade so feiert, wie sie es tut.“ (Jürgen Becker, Jesus von Nazaret, Berlin, New York 1996, S. 418)
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;a href="file:///C:/Users/konta/AppData/Local/Microsoft/Windows/INetCache/Content.Outlook/8J89OJ6F/Ann%C3%A4herungen%20an%20das%20jesuanische%20Evangelium.docx#_ftnref5" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [5]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Dorothee Sölle, Phantasie und Gehorsam, Stuttgart 1988, 12. Auflage, S. 63.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;a href="file:///C:/Users/konta/AppData/Local/Microsoft/Windows/INetCache/Content.Outlook/8J89OJ6F/Ann%C3%A4herungen%20an%20das%20jesuanische%20Evangelium.docx#_ftnref6" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [6]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Deshalb glaube ich eher nicht, dass Jesus, wie du, Kurt, annimmst, „letztlich zu sterben bereit war“ (Martyria, 7. Absatz). Ich denke, er wollte leben, „selig“ am Reich Gottes teilhaben bis zu seinem letzten Atemzug. Aber er ist ermordet worden.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;a href="file:///C:/Users/konta/AppData/Local/Microsoft/Windows/INetCache/Content.Outlook/8J89OJ6F/Ann%C3%A4herungen%20an%20das%20jesuanische%20Evangelium.docx#_ftnref7" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [7]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Das Reich Gottes ist für Jesus also gerade nicht „die Vision einer gerechteren Welt“, ein Projekt, das erst noch zu verwirklichen wäre, wie du, Kurt, diesen Zentralbegriff Jesu im Schlussabschnitt deines Aufsatzes interpretierst. Seinen Worten zufolge erfährt man es vielmehr dann, wenn man es lebt, durch eine menschen- und weltverbundene Existenzweise, dann aber voll und ganz, also auch nicht etwa nur ansatzweise.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;a href="file:///C:/Users/konta/AppData/Local/Microsoft/Windows/INetCache/Content.Outlook/8J89OJ6F/Ann%C3%A4herungen%20an%20das%20jesuanische%20Evangelium.docx#_ftnref8" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [8]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Was das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg in Matthäus 20 zumindest andeutet. Es endet mit der Begründung des Weinbergbesitzers für sein Verhalten in V. 14 (er nimmt alle Arbeiter als seine Mitmenschen wahr, die alle das gleiche Bedürfnis haben, nämlich ein existenzsicherndes Auskommen, und erfüllt es – unabhängig von ihrer Arbeitsleistung) und nicht mit V. 15, der diese klare Aussage, auf die die ganze Erzählung angelegt ist und hinausläuft, wieder relativiert und damit entwertet (und auch nicht – aber da besteht Einmütigkeit – mit V. 16).
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;a href="file:///C:/Users/konta/AppData/Local/Microsoft/Windows/INetCache/Content.Outlook/8J89OJ6F/Ann%C3%A4herungen%20an%20das%20jesuanische%20Evangelium.docx#_ftnref9" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [9]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Seine Kreuzigung durch die römische Besatzungsmacht ist für deren Wahrheit und Überzeugungskraft in keiner Weise relevant. Ich erwähne sie daher auch nur in dieser Fußnote.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
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      <pubDate>Thu, 04 Apr 2024 13:17:35 GMT</pubDate>
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      <title>Befreiend und erlösend</title>
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      <description />
      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Anstoß zur Erneuerung des christlichen Glaubens in Bildern, Sprache und Inhalten.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Diskussionspapier von Vorstandsmitgliedern der Gesellschaft für eine Glaubensreform (GfGR)
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           und des Dietrich-Bonhoeffer-Vereins (dbv)
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://irp.cdn-website.com/56374e92/dms3rep/multi/Beten+schmal-9aa75928.jpg"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Vorwort
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Mit diesem Papier werden die Menschen angesprochen, die daran mitwirken wollen, den Kern des Christentums, nämlich Jesu befreiende Botschaft und Praxis, für Menschen von heute wieder neu und belebend zugänglich zu machen.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Das Auftreten Jesu zeigt, dass das Christentum vom Menschen, seinen Fragen und Nöten auszugehen hat – und nicht von der religiösen Tradition.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Sicher gibt es vielerlei Ursachen dafür, dass die beiden deutschen „Großkirchen“ zusammen jährlich reichlich 500 000 Mitglieder verlieren: Individualisierung, Pluralisierung, demographischer Wandel, Ärger über kirchliche Strukturen, über Kirchensteuer, Missbrauchsskandale und den Umgang damit werden benannt. Weniger Aufmerksamkeit bekommt der Punkt, dass offenbar für einen Großteil der Bevölkerung die traditionellen Glaubensinhalte und Sprachformen kaum noch verständlich sind. „Die Kirche praktiziert Glaubenslehren und rituelle Routinen, die kaum noch Bezug zum Leben der Menschen in der Gegenwart aufweisen“, so der Religionspädagoge Prof. Joachim Kunstmann.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Gotthold Ephraim Lessing wird bezüglich des Christentums der Satz zugeschrieben: „Soll ich denn die Arznei mit der Schachtel fressen?“ Lessing plädierte dafür, den als Heilmittel empfundenen Kern des Christentums aus der Schachtel (nicht mehr verstandener dogmatischer Sätze) zu holen und damit sein Potential wieder freizulegen. Genau dies ist auch das Anliegen der Autorinnen und Autoren dieses Papiers.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Und dies war auch ein Anliegen Dietrich Bonhoeffers, der in einem Brief an Gandhi 1934 „in der Botschaft Christi die heilende Kraft für alle menschliche Bedrängnis und Not“ sah und die Zeitbedingtheit der dafür gewählten Sprachform erkannte. Im Mai 1944 (Taufbrief) prophezeite er für die Zukunft der Kirche: „Es wird eine neue Sprache sein, vielleicht ganz unreligiös, aber befreiend und erlösend wie die Sprache Jesu.“
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Was sehen wir als „Schachtel“ an?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Die frühe Christenheit teilte das Weltbild der Antike. Elemente dieses Weltbildes und Vorstellungen der damals herrschenden griechischen Philosophie flossen in viele frühkirchliche Glaubensaussagen ein, z. B. ins Apostolikum. Diese mythischen Bilder empfinden wir als mit dem heutigen Weltbild unvereinbar (allmächtiger Vater, Himmel, eingeborener Sohn, Jungfrauengeburt, Rechte Gottes, Wiederkunft Christi, Endgericht, Auferstehung der Toten), ebenso die Vorstellungen zum Sühnetod, die von der Theologie längst relativiert wurden. Dennoch beherrschen sie ˗ auch gegenwärtig ˗ ganz überwiegend weite Teile von Liturgie, Liedern und Gebeten. Und sie prägen durch ihre über Jahrhunderte mindestens europaweit selbstverständliche Geltung zudem umfänglich (in Kunst, Musik, Literatur, Bauten, Medien, Redewendungen etc.) die „kulturelle Tapete“ auch von Menschen, die sich selbst als säkular verstehen. Die Schachtel, das sind die von Zeitgenossen kaum noch verstandenen Bilder und Sprache der christlichen Tradition. Sie versperren für viele Menschen in unserem Kulturraum den Zugang zum befreienden und heilenden Potential der Botschaft des Jesus von Nazareth. Zum Aufmachen der „Schachtel“ gehören dreiradikale Perspektivwechsel, die hier zunächst in Kurzfassung erscheinen, ehe sie entfaltet werden. Folgerungen für die Praxis schließen sich an.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            1. Perspektivwechsel bezüglich des kirchlichen Menschenbildes
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Zu den Grundlagen des heutigen Menschenbildes gehört ein uneingeschränktes Ja zur Mündigkeit und Autonomie und zum uneingeschränkten Respekt vor seiner Würde. Das erfordert den Abschied von hierarchischen Vorstellungen, vom traditionellen Bild vom „Sünder“, der von Geburt an mit Schuld beladen und von kirchlicher „Erlösungslehre“ abhängig ist. Menschen haben Potential zur Entfaltung und Reifung.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           2. Perspektivwechsel beim Jesus-Bild
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Die lebensdienliche Botschaft Jesu sollte in die Mitte gestellt werden. „Jesus ruft nicht zu einer neuen Religion, sondern zum Leben“, schrieb Dietrich Bonhoeffer in einem Brief am 18.7.1944. - Jörg Zink formulierte es so: „Das Unterscheidende des christlichen Glaubens ist im Kern nichts als die Person des unauffälligen Mannes aus Nazareth. Sollte ich ihn im Laufe meines Lebens ein wenig verstanden haben, so war er unter die Menschen getreten, um sie aus ihren Zwängen zu befreien, sie zu entlasten und sie zu ihrer eigentlichen Gestalt aufzurichten. Was nicht frei macht, sondern Furcht erweckt, was nicht in den Frieden, den inneren und äußeren führt, kann nicht von ihm ausgegangen sein. Was von ihm aus seiner großen Ferne zu uns herüberdringt, ist seine hingebende Güte und die eigentümliche Leuchtkraft seines Worts. Alles, was im Laufe der Jahrtausende um ihn herum aufgebaut worden ist, ist bestenfalls zweitrangig, wenn nicht entbehrlich“
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           3. Perspektivwechsel bezüglich des kirchlichen Gottesbildes
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Es gibt zahllose Spekulationen über Gott aus der Antike, dem Mittelalter und der Neuzeit. Sie verstellen weithin den Blick auf das, was Menschen in ihrem tiefsten Inneren als etwas "von Gott Geschenktes" spüren (können). Vielleicht lässt es sich für „Außenstehende“ als eine Art von Verbundenheit und Geborgenheit beschreiben, die Menschen immer wieder neue Kraft schenkt, jedoch entgegen traditionellen Vorstellungen nicht "allmächtig herrscht", sondern eher als geistige Kraft und Ordnung in allem die Orientierung gibt und "in den Schwachen mächtig" ist.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Entfaltungen
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Zu 1. Perspektivwechsel bezüglich des kirchlichen Menschenbildes
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Notwendig ist ein Abschied vom erniedrigenden Bild des Menschen, der mit einer Schuld geboren wird, der durch ein "Opfer" erlöst werden muss und dessen Heil von der Kirche vermittelt wird. (K.-P. Jörns, Notwendige Abschiede) Dabei fallen die konfessionell unterschiedlichen Theologien weniger ins Gewicht, denn sie alle haben den antiken und mittelalterlichen Kontext unserer Glaubenssprache übernommen.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Konkret gilt es, die Mündigkeit des Menschen im Sinne der Freiheit der Kinder Gottes, sowie die Grenzen unserer überlieferten Vorstellungen von Gott anzuerkennen. „Die mündige Welt ist gottloser und darum vielleicht gerade Gott-näher als die unmündige Welt“ (D. Bonhoeffer, Brief 18.7.44). Die Vorstellung vom unmündigen Menschen ist stark durch ein monarchisches Gesellschaftsbild in der kirchlichen Sprache geprägt, über das die meisten Menschen ganz im Sinne der jesuanischen Botschaft hinausgewachsen sind. Jedem Menschen kommt – unabhängig von seinen „Leistungen“ und seiner Verletzlichkeit, seinen Defiziten und Stärken – dieselbe Würde zu. Konkrete Schwächen und Irrtümer sind nicht zu leugnen, aber es gilt, einander zu vergeben. Nur so kann es gelingen, innerlich zu wachsen und menschliche Stärken zu entwickeln, die nicht ständig in den Verdacht eines falschen Stolzes geraten.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Der bereits biblisch gesetzte Anthropozentrismus im Denken und Handeln (vgl. Gn.1) hat sich in der Aufklärung mit der Betonung der Mündigkeit des Menschen nochmals verstärkt.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Diesen Anthropozentrismus gilt es zu überwinden, denn: Der Mensch ist zwar mündig, aber nicht die „Krone der Schöpfung“ mit der Lizenz zur schonungslosen Ausbeutung der Erde. Wir sind Teil der Natur, stehen nicht darüber. (Albert Schweitzer, Die Lehre von der Ehrfurcht vor dem Leben)
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Zu 2. Perspektivwechsel beim Jesus-Bild: Jesu Kernbotschaft in die Mitte stellen
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Die Kernbotschaft Jesu, also das, wofür er in seinem Wirken und Lehren unter uns Menschen „gebrannt“ hat, gehört ins Zentrum unseres Glaubens. Sie findet in den Gleichnissen und der Bergpredigt einen elementaren Ausdruck. "Das westliche Christentum muss aus der Bergpredigt neu geboren werden". (Bonhoeffer, Brief an Mahatma Gandhi). Aus dieser Perspektive sind die dogmatischen Formulierungen aus überholten z.B. hellenistisch-metaphysischen Kontexten in aller Behutsamkeit zu korrigieren oder einer nachdrücklichen Neuinterpretation zu unterziehen. So wird aus dem „Erlöser“ und „Lehr-Herrn“ ein Mensch und Bruder, in dessen Reden und Handeln sich etwas „von Gott“ ereignet und zu erkennen gibt. Darin wird Jesus ein Lehrmeister, ein Coach und virtueller Begleiter für ein gelungenes Leben, ein lebendiges, leuchtendes Vorbild, ein umfassender Maßstab, der Gottes Nähe zu den Menschen verwirklicht.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Er kann uns von inneren Zwängen befreien („erlösen“), damit wir zu uns finden, mehr auf unser Herz hören, Ängste überwinden, offen und ehrlich wie Kinder mit unseren Mitmenschen reden, wieder kindliches Fragen, Staunen und Vertrauen lernen, Verletzungen überwinden, und unsere Mitmenschen verstehen.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Er lebt täglich in all jenen auf, die Frieden stiften, achtsam und sanftmütig handeln, wertschätzend miteinander umgehen, eine offene, solidarische Gemeinschaft pflegen, in der sich Menschen bedingungslos angenommen fühlen und füreinander da sind.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Nachfolge Jesu heißt demnach, im Sinne der Bergpredigt ganz weltlich und konkret: sich beherzt einzumischen, Verantwortung zu übernehmen, den Mund für die Stummen aufzumachen und, wenn es sein muss, auch um der Gerechtigkeit willen Verfolgung und Inhaftierung auf sich zu nehmen und solidarisch mit Verfolgten und Inhaftierten zu sein.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Auch an diesem Punkt müssen wir sensibel mit der christlichen Vergangenheit umgehen. Nicht alles war falsch, aber für unsere Zeit hat manches keine Gültigkeit mehr. Zu Recht sagt Hubertus Halbfas: "Solange wir Jesus anbeten, können wir ihm nicht nachfolgen": Nach Dietrich Bonhoeffer besteht „unser Christsein aus zweierlei: Beten und Tun des Gerechten unter den Menschen“.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Zu 3. Perspektivwechsel bezüglich des kirchlichen Gottesbildes: Kein Bild kann umfassend beschreiben, wer oder was Gott ist.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Die kirchlich traditionellen Gottesbilder bilden heute eine unüberwindliche Barriere zu den Religionslosen, aber auch zu vielen offen spirituell interessierten Menschen. Wie kann eine Brücke gebaut werden zur Vorstellung von einem „Gegenüber“, das uns so nah ist, dass wir diese Nähe (oder Resonanz) nur spüren, aber nicht objektiv definieren können, wenn wir z.B. in Besinnung, Meditation oder Gebet aufmerksam auf sie achten.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Das, was wir „GOTT“ nennen, ist primär ein Geheimnis des Lebens, das sich nicht aufdrängt, sondern verborgen wirkt (1 Kön. 19,12). GOTT kann Menschen (vgl. 2 Mo 3,14 „Ich bin, der ich sein werde“) immer wieder anders begegnen, anders in seiner Nähe gespürt werden.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            GOTT ist nicht als Machtzentrum in einer anderen Welt zu sehen, sondern eher prozesshaft als Geschehen, Beziehung, Vollzug. GOTT kann als Urgrund des Seins – doppelgesichtig – erfahren werden, d. h. ebenso in der Kraft der Verbundenheit zu allem Lebendigen wie auch in schmerzlichen Zumutungen (manch „bitterem Kelch“, der niemand erspart bleibt).
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Gottesbilder haben sich bereits in der Religionsgeschichte, in der Bibel und in der Wirkungsgeschichte verändert, und ebenso verändern sie sich im Lauf des Lebens von Menschen.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Bonhoeffer schrieb: „Einen Gott, den es gibt, den gibt es nicht“. In diesem Sinne gilt es Abschied zu nehmen vom Bild eines allmächtigen, physisch vorhandenen, zur Not auch gegen die Naturgesetze handelnden - oft männlich gedachten – Gottes. Er hat keine Hände, nur unsere, kann sich nicht zugunsten Einzelner oder Gruppen „erbarmen“ und „gnädig“ erweisen oder als Richter oder Lenker des Schicksals Einzelner oder gar von Völkern ins Weltgeschehen eingreifen. Die zahllosen Bilder von Gottes Handeln in der Welt und an Menschen sind auch in der Bibel zu Hause und haben ihr Recht, aber nicht auf der Tatsachen-sondern auf der Deutungsebene. Umso wichtiger ist es, ihren symbolhaften Charakter zu begreifen, der in der Erfahrung des „ganz Anderen“ mündet.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Luther erkannte: "Gott hat kein Maul": Es sind Prophetinnen und Propheten, die uns „Essentielles“ mitteil(t)en, insbesondere Jesus von Nazareth. Theologie, Wissenschaft, Philosophie, Psychologie greifen immer wieder auf, was in der Bibel gedeutet wurde, und bringen es in eine für unsere heutige Lebenswelt verständliche Sprache. „Gott will nur auf eine Weise verehrt werden: indem wir ihn leben.“ (Willigis Jäger)
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Damit unterwerfen wir GOTT nicht unseren Maßstäben, setzen aber voraus, dass wir zu Ihm einen Zugang finden können. Damit gerüstet tragen wir als Menschen die volle Verantwortung für uns, unsere Mitmenschen und die Zukunft der gesamten Erde.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Bonhoeffers Gedicht aus dem Kellergefängnis des zerbombten Berlins „Von guten Mächten treu und still umgeben, behütet und getröstet wunderbar“ lässt Menschen weit über kirchliche Kreise hinaus nachspüren, was in kirchlicher Sprache vereinfacht „Gott“ genannt wird und was einen lebensdienlichen Glauben ausmacht: Eine Quelle für Trost, Geborgenheit und Kraft zum Aufstehen in jeder Lebenslage „... am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag“. „... in solchem Glauben müsste alle Angst vor der Zukunft überwunden sein“, so endet Bonhoeffers persönliches "Glaubensbekenntnis".
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Unsere Folgerungen und Ansätze zur kreativen Erneuerung
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           1. Eine Erneuerung von theologischen und kirchlichen „Sprachspielen“ (vgl. Ludwig Wittgenstein)
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Passend zum heutigen Leben ist anzustreben, d.h. von Formulierungen der Liturgie, der Bekenntnisse, Lieder, Gebete oder auch von biblischem „Spruchgut“. Einzelne oder auch Gemeinden sollten ermutigt werden, dass bereits vorhandene Spektrum neuer Formulierungen für verschiedene Anlässe zu ergänzen und zu erweitern (z. B. neue Bekenntnisse und Abendmahlsliturgien, neue Texte zu traditionellen Melodien bzw. neue Melodien zu guten alten Texten). Langfristig kann nur ein intensiver Sprachgebrauch zu nachhaltigen neuen Sprachgestalten führen.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Viele Begriffe aus dem kirchlichen Sprachgebrauch können von der heutigen Welt nicht mehr oder aber nur falsch verstanden werden, da sie ein hierarchisches Weltbild vermitteln, wenn sie nicht im Kontext erklärt werden. Als erklärungsbedürftig könnten Worte gelten wie: Religion, Spiritualität, Allmacht, Sünde, Schuld, Gnade, Erbarmen, Gläubige ...
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Die wachsende Fülle von Texten, Gedichten, Liedern, Gebeten und Glaubensbekenntnissen zu verschiedenen Anlässen, die zeitgemäß und ansprechend ausdrücken wollen, was glaubende und suchende Menschen anrührt und bewegt, sollte vielen Menschen zugänglich sein. Über vielfältige „Kanäle“ (Homepage, Brevier usw.) sollte ein reger Austausch dazu stattfinden. Einzelne bzw. Gemeinden sollten ermutigt werden, diese Texte in ihren geistlichen Wirkungsfeldern (Gottesdienste, Andachten, Haus- und Gesprächskreise, Kita usw.) auch praktisch umzusetzen.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Das Vaterunser stellt eine Besonderheit dar. Es ist der einzige Text, der Christen über alle Konfessionen hinweg eint. Will man in der Anrede ein anthropomorphes Gottesbild vermeiden, könnte die Einleitung z. B. folgendermaßen lauten: „Gott, du Geheimnis (oder: Quelle oder Atem) des Lebens, durch Jesus fühlen wir uns eingeladen, deine Kinder zu sein, eine große Familie alles Lebendigen … dein Name werde geheiligt …“
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Die Substanz (Vater unser) bleibt dabei erhalten, nur der Wortlaut der vom Liturgen gesprochen Einleitung ist verändert. Der Rest - von allen gesprochen – bleibt unverändert.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           2. Die kirchliche Bildung ist umfassend zu reformieren
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Frühe Inhalte haften stark und kapseln sich dauerhaft ein, wenn sie nicht regelmäßig bearbeitet werden. Ziel ist: Kindern kein kirchliches eingehegtes Gottesbild zu „verkaufen“, das dann in der Adoleszenz- bzw. im Erwachsenenalter zusammenbricht und bedeutungslos wird („Sackgassenkatechese“ vermeiden).
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Gotteskonzepte sind mehrdimensional zu denken: die Gottesbeziehung ruht auf positiven menschlichen Erfahrungen („Urvertrauen“, mindestens in Ansätzen). Zur Konstruktion ihres Gottesverständnisses nutzen Kinder, was sie – intentional oder beiläufig - an Anregungen ihrer Bezugspersonen, Medien bzw. Elementen der „kulturellen Tapete“ aufnehmen zu der Frage, wer, wo und wie GOTT ist und wirkt. Auch Kinder nehmen die Anregungen dabei nicht 1:1 auf, sondern interpretieren und gewichten die Impulse eigenständig, sind also Ko-Konstrukteure ihrer Konzepte. Schon im frühen Alter (Krippe) können nichtpersonale Konzepte unter Pflege einer Vielfalt von Gottesmetaphern angebahnt werden: Das setzt eine entsprechende radikal neuzudenkende religiöse Bildung und entsprechende neue „Sprachspiele“ voraus, und dies nicht nur bei den Menschen, die professionell Kinder auf ihrem religiösen Weg begleiten (z. B. kirchliche Mitarbeitende bzw. Religionslehrkräfte), sondern auch bei Ehrenamtlichen im Kindergarten, Kinderkirche usw. und ebenso in den Familien. Die Bildungsbemühungen im Elementar- bzw. Primarbereich und KU sollten immer auch die Eltern- bzw. die Großelterngeneration mit im Blick haben.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           3. Schlaglichter zu einem neuen Fokus kirchlicher Veranstaltungen
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Solche Schlaglichter sollten ansprechend sein sind für die bunte, säkulare Welt, erneuert in Inhalt, „Sprachspielen“ und Formen. Die aufgeführten Punkte verstehen sich als Einladung zur Ergänzung und Vertiefung durch Lesende, sie wollen zu Umdenken und verändertem Handeln anstoßen.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            1. Kirchenräume und Gemeindehäuser sind neu zu beleben als Orte, wo Gemeinschaft und „füreinander Dasein“ gelebt wird.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            2. Gottesdienst kann im Sinne Luthers im Modell einer doppelseitigen Medaille gedacht werden: Die eine Seite bildet die gottesdienstliche Versammlung als menschendienlicher „Kurzurlaub“ zum Auftanken von Leib und Seele (Sammlung). Die andere Seite ist der konkrete Lebensvollzug, in dem sich die aufgetankten Ideen und Kräfte im Miteinander in der Gesellschaft realisieren (Sendung): "Der Sabbat ist für die Menschen da, nicht umgekehrt". (Vgl. Mk.2,27)
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            3. Das Abendmahl kann in vielfältigen Formen ab Kindergartenalter als geistliche regelmäßige Tischgemeinschaft mit Jesus und den Mitmenschen über alle Grenzen hinweg gefeiert werden.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            4. Weihnachten sollte nicht als einmaliges Ereignis der Vergangenheit begangen werden, sondern als evolutionäres, immer wieder zu vergegenwärtigendes Symbol für Hoffnung auf Erneuerung, als Focus auf das, was in allem Lebendigen in uns „geboren“ wird („der kosmische Christus“ vgl. Leonardo Boff, Jürgen Moltmann, „Geburt Gottes“ in uns, vgl. Meister Eckhart, Angelus Silesius).
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            5. Der Karfreitag kann lebensdienlich als Gottes Weg der Gewaltlosigkeit verkündet werden: Gott, der Seinsgrund der Welt, durchkreuzt das Prinzip der Vergeltung und Rache. Zugleich gäbe der Karfreitag als ein Gedenktag für alle Verfolgten und Inhaftierten diesem Tag auch der säkularen Welt einen neuen, zusätzlichen Sinn. Was Jesus passierte, das passiert auch heute noch täglich überall auf der Welt vielen Menschen: Sie werden wegen ihres Einsatzes „um der Gerechtigkeit willen verfolgt“, eingesperrt, gefoltert und getötet. Es geht um Verantwortung für alle leidenden Mitgeschöpfe.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            6. Ostern: Wesentlich ist die Auferstehung Jesu in den Herzen und Köpfen der Menschen. „Der Auferstehungsglaube ist nicht die Lösung des Todesproblems“ (Bonhoeffer, Brief 30.4.44) „Die christliche Auferstehungshoffnung verweist den Menschen an sein Leben auf der Erde“ (Bonhoeffer, Brief 27.6.44).
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            7. Für Pfingsten kann der Fokus auf der Übersetzung der lebensdienlichen christlichen Botschaft liegen: „Lehret sie halten alles, was ich euch (an Lebensdienlichem!) aufgetragen habe“. „Es wird eine neue Sprache sein, vielleicht ganz unreligiös, aber befreiend und erlösend, wie die Sprache Jesu.“ (Bonhoeffer, Mai 1944). Eine Botschaft, die auch heute begeistern will und kann (im Sinne von 2. Tim 1,7: „Gott hat uns nicht den Geist der Furcht gegeben, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit“).
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            8. Erntedank: Die Feier kann sich wandeln - weg von dem ausschließlichen Dank für die menschliche Ernteleistung - hin zum Dank für die Erde und ihrer Lebewesen, die die Grundlage allen Wachsens und Reifens der menschlichen Nahrung bietet.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            9. Neue Feste, welche die solidarische Gemeinschaft alles Lebendigen bzw. auch die Gemeinschaft z.B. mit Andersgläubigen, Randständigen oder speziellen Gruppen (Kiez, Sport, Naturschutz o. Ä.) feiern, sollten entwickelt und gepflegt werden.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           4. Die Verantwortung jedes Einzelnen wie der Gesellschaft für Versöhnung, Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung ist neu zu formulieren
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dazu gehören die drei Optionen für die Gewaltfreiheit, für die Armen und für die Vielfalt des Lebendigen: Weg vom Anthropozentrismus hin zu einem Biozentrismus als wesentlichem Teil der christlichen Frömmigkeit. Das umfasst um der Glaubwürdigkeit willen gleichgewichtig das persönliche „Umhandeln“ jedes Einzelnen wie entsprechende Voten bzw. Forderungen bezüglich aller gesellschaftlicher Institutionen, d. h. Kirchen, Wirtschaft, Medien, Gesellschaft und Politik.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
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      <pubDate>Wed, 03 Apr 2024 08:44:42 GMT</pubDate>
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    <item>
      <title>Schiffbruch mit Beibooten</title>
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      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Über Misere und Perspektiven kirchlicher Arbeit
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://irp.cdn-website.com/56374e92/dms3rep/multi/Liederbuecher+schmal.jpg"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            I. Religion!
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Die Kirche ist nach wie vor ein Ausnahmeort in unserer Gesellschaft. Schon deshalb, weil nirgendwo sonst so viele wirklich ausstrahlungsstarke Menschen arbeiten. Weil hier ein Ort ist, der sich zäh jeder modernen Funktionalisierung entzieht und allein dem Leben dient. Die biblischen Erzählungen, die Psalmen, die Gleichnisse Jesu, die wunderbare Kirchenmusik, die oft einzigartigen Sakralbauten und vieles mehr sind eine uralte und bewährte Sphäre der Alltagsunterbrechung und der Besinnung auf das Wesentliche.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Die Kirche steht heute einer Zivilisation gegenüber, in der das Leben immer ausschließlicher an Funktionen gemessen und die Wirklichkeit in Form von naturwis-senschaftlichen Berechnungen begriffen wird. Damit erhält das Leben Freiheit und Wohlstand – aber es verliert auch immer mehr, was eigentlich seinen Reichtum und seine Schönheit ausmacht. Bildung, Liebe, Kunstgenuss, Naturverbundenheit, Freundschaft, Moral, Frieden: das lässt sich gerade nicht in Form von Daten und Berechnungen begreifen. Wer eine einschneidende Schmerzerfahrung macht, wer den Sinn seines Lebens verloren hat, einsam oder zerstritten ist oder wer sich verliebt, dem nutzen keine Berechnungen und keine Technik. Diese Problemlage spiegelt sich in den modernen Erschöpfungs- und Sinnlosigkeitserfahrungen. Unzufriedenheit, fehlende Lebensfreude, Einsamkeit, Burnout und ein geradezu epidemisches Anwachsen der Depression bezeichnen eine seelische Destabilisierung, deren Ausmaß ähnlich gravierende Folgen haben dürfte wie die soziale Schere und die sich anbahnende Klimakatastrophe.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Es sind vor allem die grundlegenden Existenzerfahrungen und existenziellen Fragen, die zunehmend jedem Einzelnen überlassen bleiben. Immer mehr bleiben Leiden, Glückssuche, die Wahrnehmung der eigenen Lebenszeit, die Frage nach einem erfüllten Leben und nach der Liebe, nach der eigenen Person und dem Sinn des Lebens, Befreiungserfahrungen und religiöses Erleben ohne Sprache und ohne Ausdruck.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Nichts wäre in dieser Sicht wichtiger für den modernen Menschen als Religion. Denn in der Religion werden die Grundfragen des Lebens in einem reichen Formenschatz thematisch. Das Christentum erweist sich mit seiner ausgesprochen nüchternen Sicht auf den Menschen nicht nur als eine kluge, sondern auch modern anschlussfähige Religion. Die Realistik der Bibel im Blick auf den Menschen ist beispiellos; ebenso ist es das Wissen um Sünde und Gnade oder das Weltver-ständnis einer guten Schöpfung, eines wohlwollenden Gottes, und vor allem ist es das Wissen um die Präsenz Gottes in jedem Augenblick des Lebens – das Wissen  darum also, dass wir im Reich Gottes leben. Freilich: das ist eine andere Sicht des Christentums als die des alten Bekenntnisglaubens, der um Sünde, Erlösungsbedürftigkeit, Sühnetod, himmlischen Herrscher-Christus, Trinität und Endgericht kreist. Darauf komme ich noch zurück. So oder so aber: das Christentum hat viel zu bieten.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Auch Philosophie und Kunst kreisen um die großen Lebensfragen. Die Philosophie stellt rationale Überlegungen an, die nicht jedermanns Sache sind. Die Kunst stellt in Literatur, Drama, Gemälde und Musik die tiefen Erfahrungen des Lebens dar. Den größten Reichtum an Symbolen, Geschichten, Räumen, Ritualen und Interpretationen bietet aber die Religion – sie hat in der Theologie Anteile an Philosophie und in ihrem Ausdruck einen großen Formenreichtum an Kunst. Sie ist ein lange bewährtes Reservoir für Kraft und Geborgenheit und für die Besinnung aufs Wesentliche. Die Kirchen, die diesen Schatz hüten, sind die einzigen öffentlich zugänglichen Orte für solche Lebens-Kommunikation. Hier muss man keine Kenntnisse vorweisen und keinen Eintritt zahlen. Und eine Kirche steht in jedem Dorf.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Man kann auch ohne Religion leben – sicher. Man kann auch ohne Freundschaft leben, ohne Liebe und ohne Sinn für Schönheit. Das Leben verliert damit aber gerade das, was es wertvoll macht.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           II. Kirche – ein Schiffbruch
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Das Wissen der Religion bleibt allerdings unter Verschluss. Viele wenden sich daher von der Kirche ab, oft von Religion generell. Die Kirche, die man schon immer gern mit einem Schiff verglichen hat, scheint leck geschlagen und langsam zu sinken. Der Schiefstand ist inzwischen offen zu sehen: Kirche erleidet Schiffbruch, es kündigt sich deutlich ein Kipppunkt und ein Ende an. Dass es so weitergehen wird wie vielen Jahrhunderte bisher, mag die Illusion der Kirchenleitungen und insbesondere der mächtigen katholischen Kirche sein; aber das glaubt außerhalb der Kirche kaum noch jemand. Auch innerhalb glauben das immer weniger.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Der Vertrauensverlust ist drastisch: umstandslos und durchgehend wird „Kirche“ mit den Alten und Schwachen assoziiert, zu denen man nicht gehören will – scharf formuliert also zur sozialen Rest- und Absteigerverwaltung. Das ist das glatte Gegenteil der modernen Lebensideale: Selbstverwirklichung, Erlebnisorientierung, Konsum und Status. Die Kritik setzt damit erheblich tiefer an als bei den viel besprochenen Missbrauchsfällen. Diese sind eher Symptom als Ursache der sich ausweitenden Krise.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Man mache sich einmal klar, was nirgendwo bisher thematisiert wird: die Kulturprägung des Christentums ist inzwischen bei Null angelangt. Das dürfte das eigentliche Fatale sein, denn ein Ausscheren aus der kulturellen Entwicklung bedeu-tet auf kürzere oder längere Sicht auch ein existenzielles Ende. Das einst mächtige Christentum, das die Kultur in allen Fasern durchdrungen hat, hinterlässt mittlerweile in Kunst und Leben keinerlei sichtbare Spuren mehr. Von der Documenta bis hin zur Popmusik werden allenfalls noch christliche Gedankensplitter zitiert, und wenn, dann ironisch. Bei Themen wie Erfüllung, Schmerz, Lebenssinn werden keine Bezüge zu christlichen Deutungen mehr hergestellt.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            In Möbelgeschäften kann man Buddhastatuen kaufen –
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           christliche Embleme ganz sicher nicht.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Unter den Intellektuellen gilt die Kirche als altbacken und geistig öde. Im Volk ist die Distanz erheblich. Nur noch weniger als die Hälfte der Deutschen sind Kirchenmitglieder, und der Schwund hält nicht nur an, sondern er verstärkt sich. Zu einem absteigenden Verein will man nicht gern gehören; das ist nicht anders als beim Fußball.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Im Ansehen der Berufe standen über Jahrzehnte immer der Arzt, der Professor und der Pfarrer an den obersten Stellen. Der Pfarrer ist seit einigen Jahren an Stelle 10 gerückt, hinter die Taxifahrer. „Glauben“ gilt fast durchgehend als Ausweis per-sönlicher Schwäche. Kennmarken des Christlichen wie Dogma, Predigt, Offenbarung, Glaube sind heute negativ assoziiert. An den großen und traditionsreichen theologischen Fakultäten versiegt das Interesse am Theologiestudium. In Göttingen haben im letzten Wintersemester gerade einmal 7 (!) Studierende begonnen.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Warum schrillen da in Kirchenleitung und Gemeinden nicht alle Alarmglocken? Nervöse Hektik, erhitzte Debatten und der Wille zum Anpacken und Umkrempeln? Fehlanzeige. Die kirchenpolitisch Verantwortlichen schwanken zwischen Traditionalismus, harmonischer Gemütlichkeit und hyperadaptiver Ängstlichkeit. Als einer der wichtigsten „Erfolge“ gilt, dass die Kirche in öffentlichen Medien vorkommt, auch wenn sie dort nur noch einen verschwindend geringen Raum einnimmt. Da hilft es auch nicht, auf die Diakonie zu verweisen – ein längst finanzstarker Konzern, der eine angemessene Bezahlung von Pflegerinnen und Pfleger verhindert. Es hilft kirchenpolitisch auch wenig, ein Schiff zu chartern, um Flüchtlinge aus dem Mittelmeer zu retten, denn das Rote Kreuz kann so etwas besser machen. Hat die Kirche nicht vor allem eine religiöse Aufgabe? Dessen scheint man sich kaum noch bewusst zu sein. In der Kirche herrscht business as usual, wie das Altbundeskanzler Schmid bereits 2001 einmal deutlich auf den Punkt gebracht hat. Allenfalls ist eine gewisse Verunsicherung spürbar und der Wille zu „Strukturreformen“, also zum Sparen, Streichen und Zusammenlegen. Grundlegende theologische und strategische Überlegungen aber? Fehlanzeige.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Religiöse Gewohnheiten haben eine starke Beharrungskraft. Sie lassen sich ungern kritisch anfragen, weil es hier um persönlich wichtige Erfahrungen, Prägungen und Einstellungen geht. Doch wenn Fragen zur religiösen Entwicklung, zu religiösen Erlebnissen oder spirituellen Techniken mit der Kirche gar nicht mehr in Verbindung gebracht werden, dann erledigt sie sich von selbst.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Diese Einschätzung ist nicht übertrieben: modernitätsoffene Christlichkeit meldet sich kaum noch zu Wort. Große Namen wie Zahrnt, Zink, Sölle, Thielicke gehören der Vergangenheit an. Inzwischen gilt das auch für Margot Käßmann. Wo gibt es heute einen bekannten und modern plausiblen Christen, den man in eine Fernseh Talkshow einladen könnte? Vor allem aber: die breite Gruppe der „religiösen Sinnsucher“, die den empirischen Studien zu Folge inzwischen die größte religiöse Gruppe überhaupt darstellt, taucht auf dem kirchlichen Radar gar nicht mehr auf. Der Begriff „Religion“ wird im allgemeinen Sprachgebrauch inzwischen gemieden, weil offenbar noch zu viel Kirchengeruch daran haftet; lieber spricht man mittlerweile von „Spiritualität“.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            III. Warum das Kirchenschiff sinkt
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Die Krise der Kirche, die sich derzeit deutlich zuspitzt, ist die Folge einer nicht gelungenen Transformation des Christentums in die Denkweise und Lebensauffas-sung der Moderne. Vor allem die Individualisierung, aber auch das religionskritische Denken – das Theologen wie Bonhoeffer, Bultmann und Tillich angemahnt und konstruktiv eingebracht haben – werden komplett übergangen. Kritische Bibelexegese, symbolisches Verstehen, Religionsdistanz haben in der Kirchenfrömmigkeit keinerlei erkennbare Spuren hinterlassen. Der modernen Grundorientie-rung zwischen Autonomie, Pluralisierung, Selbstverwirklichung und Netzwerken steht polarisierend eine Kirche gegenüber, die Tradition, Einheit und die Eingliede-rung ins bestehende System will. Sie ist in ihrer Tendenz vormodern, ebenso wie die Gemeindefrömmigkeit.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Die Kirche ist Expertin für ein vergangenes Christentum – nicht aber für die Reli-gion der heutigen Individuen. Bibel, Dogma, Bekenntnis, Konzilsbeschlüsse, Re-formation, Gottesdienstablauf: alles ist alt, oft uralt. Auch wenn es überspitzt klingen mag: die Kirche hat kein Interesse an den Menschen und ihrer Lebenswelt. Ihr Interesse gilt der Glaubenstradition, grundgelegt in Bibel, Bekenntnis und kirchlicher Lehrtradition. Ihre zentrale Aufgabe sieht sie in der Verkündigung (evangelisch) einer alten „Wahrheit“, die in den Alltag der Menschen immer neu übersetzt werden soll und im priesterlich geweihten Altarsakrament (katholisch). Damit erreicht man die Menschen allerdings schon lange nicht mehr. Im Gegenteil: wer heute alte Gewissheiten hütet, wird in der Regel als verbohrt und seelisch instabil eingeschätzt.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Die Lebenswelt der Menschen kommt in dem, was Kirche tut, praktisch nicht mehr vor. Die wesentlichen Bestimmungsfaktoren des modernen Lebens zwischen Glücksmomenten, Erfolgsstreben, Sinnlosigkeitsgefühlen, Erlebniswünschen, Erschöpfung, Einsamkeit, Konsum und Depression kommen im kirchlichen Kontext praktisch nicht mehr vor. Der Auftrag der Kirche wird aus der eigenen Glau-benstradition abgeleitet, dieser fühlt man sich verpflichtet – nicht den Menschen heute, allen anders lautenden Selbstauskünften zum Trotz. Die aktuellen Reformversuche und Strategieüberlegungen der katholischen ebenso wie der evangelischen Kirche gehen mit beeindruckender Konsequenz an den religiösen Fragen, Bedürfnissen und Erfahrungen der Menschen vorbei. Für die Theologie gilt Entsprechendes: sie ist vergangenheitsorientiert und wenig mehr als christliche Kulturarchäologie. Die Religiosität heutiger Menschen stößt fast nirgendwo auf Interesse.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Deutlich wird das auch darin, dass in Gottesdienst und Messe der Einzelne nirgendwo zu Wort kommt – weder mit seinen existenziellen noch mit seinen religiösen Erlebnissen und Fragen. Wer da (noch) kommt, bleibt fast immer von Anfang bis Ende passiver Zuschauer und -hörer.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Bei einer in allen Facetten nach vorn orientierten Lebenseinstellung der Gesellschaft (Erfolge, Projekte, Selbstverwirklichung … ) ist die traditionalistische Rück-wärtsorientierung der Kirche nicht nur unattraktiv geworden, sie wirkt – wenn sie überhaupt noch wahrgenommen wird – längst skurril. Dass diese Einschätzung nicht überpointiert ist, lässt sich durch drei Beobachtungen unterlegen:
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;ol&gt;&#xD;
    &lt;li&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        &lt;span&gt;&#xD;
          
             Vor allem die evangelische Kirche tritt fast ausschließlich nur noch mit moralischen und ethischen Verlautbarungen oder Aktionen in Erscheinung, nicht mehr mit religiösen.
            &#xD;
        &lt;/span&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/li&gt;&#xD;
    &lt;li&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        &lt;span&gt;&#xD;
          
             Es gibt eine deutliche Tendenz des kirchlichen Leitungshandelns in Richtung evangelikalen Christentums. Offensichtlich orientiert man sich an denen, die mit Ernst „den Glauben“ hochhalten. Das hier praktizierte wortwörtliche Verständnis der Bibel (evangelisch) und der Fürwahrhalte-Glauben lässt die Kirche in der modernen Welt aus der Zeit gefallen und zunehmend lächerlich erscheinen. Auf katholischer Seite entspricht dem die Autoritätshörigkeit der Amtsträger, die unbedingt systemkonform sein müssen, aber nicht religiös.
            &#xD;
        &lt;/span&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/li&gt;&#xD;
    &lt;li&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        &lt;span&gt;&#xD;
          
             (Selbst)Kritik hat in den Kirchen keine Tradition, sie bleibt unüblich, ist nirgendwo etabliert, eher verpönt. Kritische Anmerkungen gelten schnell als Störung, als Nestbeschmutzung, als offensichtlich unerwünschte Verunsicherung. So bleibt man weiter beim Gewohnten, das sich ja scheinbar zeitlos fortschreibt.
            &#xD;
        &lt;/span&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/li&gt;&#xD;
  &lt;/ol&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Für die Kirchen ist ein kritikloser Kurs fatal. Offenbar hat man vergessen, dass das Christentum sich in hohem Maße der religiösen Inspiration der Propheten verdankt, dass Jesus drastische Polemiken gegen Religionsvertreter und religiöse Bräuche vorbrachte und die Lebendigkeit der Religion immer wieder durch Ketzer und Reformatoren hergestellt wurde.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            So kommt es, dass auf dem sinkenden Schiff niemand an eine Generalsanierung denkt, oder daran, einen Hafen aufzusuchen, oder wenigstens einmal die Boote ins Wasser zu lassen. Man rückt enger zusammen, sieht aber keinerlei Notwendigkeit zu grundsätzlichen Überlegungen. Wenn man die vielen kirchlichen Äußerungen zu Reformen durchgeht, dann wird deutlich: nirgendwo geht es um religiöse Fragen, nirgendwo kommen die heutigen Menschen vor. Immer geht es um Traditionsbewahrung und Strukturreformen äußerer Art.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Einen mehr als deutlichen Beleg liefert da der bis vor kurzem noch führende Theologe der EKD-Kirchenleitung, Thies Gundlach: „Gegen Demographie, Säkularisierung und Individualisierung ist kein Kraut gewachsen.“(1) Wie blind muss man sein, um nicht zu sehen, dass der Großteil an Religiosität längst aus den Kirchen ausgewandert ist? Die religiös interessierten Menschen bekommt die Kirche aber gar nicht mehr in den Blick, solange sie sich nur mit der Kirchen-Mitgliedschaft beschäftigt. Umstandslos behauptet man, dass die Kirche angesichts zunehmender Religionsdistanz gar nichts machen könne. Das Problem liege allgemein in einem „Werteverfall“ und speziell in der „Überalterung“ der Gesellschaft. Eine frappierende Selbsttäuschung mit drastischen Folgen – die auch von der eigenen Unfähigkeit zu einer modern verständlichen Religion ablenkt.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Die Individualisierung, deren Freiheiten man außerhalb der Kirchennischen für sich selbst in jeder Hinsicht gern in Anspruch nimmt, wird da wie eine religiöse Fatalität behandelt. Dass die zentralistisch-autoritäre Kirchenführung des Katholizismus keine religiöse Individualität schätzt, ist nicht überraschend. Aber auch in der vermeintlich moderne-offeneren protestantischen Kirche wird übersehen, dass sie selbst einmal als „Religion der Individualität“ bezeichnet wurde (Ernst Troeltsch), und dass ihr Gründervater Martin Luther die Selbstverantwortung des ein-zelnen Individuums ins Zentrum der christlichen Religion stellte: „Wenn ich nicht mit Gründen der Vernunft und der Hl. Schrift überzeugt werde, so bin ich in mei-nem Gewissen gebunden … Hier stehe ich, ich kann nicht anders, Gott helfe mir, Amen“ – so die berühmten Schlusssätze seiner Rede 1521 in Worms. Ich, ich, ich! Damit war das religiöse Gewissen an die Stelle eines vorgegebenen Religionssystems getreten; eine Idee, die den größten kulturellen und sozialen Umbruch der gesamten abendländischen Geschichte eingeleitet hat.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Hat man in der Kirche noch eine Erinnerung an jenen Jesus von Nazareth, der stets auf den einzelnen Menschen zuging? Nie hat er einen geformten Lehrglauben vorgegeben, eine religiöse Praxis vorgeschrieben, in eine vorgegebene Gemeinschaft eingewiesen. Immer sah er die Not und die Würde des einzelnen Individuums. Religionsgeschichtlich steht dieser Jesus für die Individualisierung der Religion schlechthin: Alles, was einst zwischen dem Volk Israel und Gott passierte, liegt jetzt zwischen Gott und dem einzelnen Menschen.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Der durchgehende Traditionalismus der Kirche wird verstärkt durch die zunehmende Unfähigkeit zum symbolischen Denken und das Fehlen einer Symbolisierungskunst für das gegenwärtige Leben. Auch wenn es vielen (den meisten?) Kirchenvertretern persönlich längst klar ist, dass religiöse Aussagen symbolische Aussagen sind, so fehlt es doch an einer klaren Benennung dieses zentralen Sachverhalts. Dass die Weihnachtserzählung eine Legende, die Trinität ein Symbol und die Schöpfungserzählung ein Mythos ist, wird nicht ausdrücklich benannt. Doch bei echter Frömmigkeit handelt es sich keineswegs um ein wörtliches Verstehen. Dennoch lässt man in den Gottesdiensten das uralte Glaubensbekenntnis nachsprechen, nach dem Jesus in die Hölle nieder- und in den Himmel aufgefahren ist: die alte mythische Dreistockwerkewelt scheint einfach weiter zu bestehen. Auferstehung als Symbol? – diesem Gedanken möchte man sich am besten nicht weiter stellen. So aber stärkt man in der Kirche die evangelikal-fundamentalistischen und autoritätshörigen Tendenzen und erweckt in der Außenwahrnehmung den Eindruck, das ganze Christentum sei dem Inhalt nach ein überholtes Märchen, der sozialen Struktur nach eine Sekte.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           IV. Muntere Beiboote
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Eine lebendige Religion weiß: In der Religion geht es nicht um Religion. Und schon gar nicht um Ethik. Sondern: um das Leben. Religion ist in erster Linie sym-bolische Lebensdeutung. Sie geht von den lebensweltlichen Erfahrungen und Fra-gen der Menschen aus und stellt diese in symbolischer Form in einen übergreifenden deutenden Kontext. Die Bibel macht es vor: die Klage eines Psalmisten oder die Befreiung Israels aus der Knechtschaft sind keine religiösen Ereignisse, sondern Lebenserfahrungen, die jeder nachvollziehen kann. Religiös werden sie, indem sie symbolisch – in Geschichten, Mythen, Ritualen usw. – auf Gott bezogen werden. Das zeigt deutlich: das Christentum weiß, wie es geht.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Die Kirche hat also durchaus das im Angebot, was Menschen heute so sehr suchen: Sinnerfahrung, Orientierung und intensives Erleben. Auch die Gemeindechristen und das Kirchenpersonal sind genau deshalb in der Kirche, weil hier irgendwann einmal eine tiefe und prägende Erfahrung gemacht wurde. Doch dieses tiefe Erleben, seine symbolische Deutung und seine Kommunikation finden inzwischen im Hauptschiff der Kirche nicht mehr statt, sondern mittlerweile vor al-lem in den kirchlichen Beibooten. Sie sind es, die das Christentum derzeit leben-dig halten.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Während der kirchliche Schiffbruch in eine beängstigende Phase eintritt, gibt es eine ganze Reihe von flott fahrende Beibooten, die die Menschen längst nutzen. Das sind die spirituellen Angebote zwischen Pilgern, Kloster-Auszeiten, Fastenpraxis und Meditation. Es sind die meist nächtlichen und mit starkem atmosphärischem Gehalt agierenden alternativen Gottesdienste, die oft große Scharen anziehen. Es ist der Kirchentag, an dem Menschen sich aus einem großen Angebot das auswählen, was sie individuell anspricht.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Besonders gut sichtbar ist das an den nach wie vor attraktiven Taizé-Andachten. Sie ermöglichen es dem Einzelnen, sich in Bild, Wort, Musik und Atmosphäre einzuschwingen in ein tieferes Erleben. Typisch dafür ist, dass die Gesänge so lange gehen, wie man eben Lust hat, und dass man in der Taizékirche so lange bleibt, wie es einem gut tut. Ich werde nie vergessen, wie auf dem Kirchentag in Hannover 2005 eine riesige Menschenmenge einer Taizé-Andacht beigewohnt hat: ein Sommerabend, eine große Freitreppe, die Menschen saßen auf den Stufen. Es herrschte eine kaum mit Worten zu beschreibende Atmosphäre von tiefer Ruhe und starker Präsenz. Die meditativen Gesänge, die sehr schlichte Art des Redens, die Ikonen erzeugten einen Eindruck von Sammlung und Konzentration, in den man sich regelrecht fallen lassen konnte.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            In diesen Beibooten stehen die Lebensfragen und die Erlebnissehnsüchte der Menschen im Zentrum, und sie sind hier nicht nur „Aufhänger“ für Predigt und re-ligiöse Bildung. Und genau hier, und eben nicht mehr im Hauptschiff, wird die Kirche ihrem eigenen Auftrag treu. Der ist nämlich nicht Verkündigung oder sakramentale Heiligkeitsverwaltung! Sondern: Lebensdeutung, die sich auf tiefes Erleben bezieht. Wo immer Menschen auf existenzielle Erlebnisse und Fragen und deren Deutung stoßen, werden sie angerührt. Umgekehrt gilt: Religionsdistanz entsteht vor allem dort, wo die Kirche nicht den Menschen mit seinen Erlebnissen, Sehnsüchten und Fragen sieht, sondern nur ihre Traditionen weiterpflegt.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Die Logik der Beiboote kann man sich mit dem Theologen Friedrich Schleiermacher klar machen. Er hat Religion als ein Gefühl verstanden, das aus intensiver Wahrnehmung heraus entsteht. William James hat 1901 aus religiösen Erlebnisberichten das Wesen lebendiger Religion eindrucksvoll beschrieben. Rudolf Otto führte diese Idee 1917 mit seinem Buch „Das Heilige“ fort, Paul Tillich verstand Religion als das, was den Menschen „unbedingt angeht“. Im Zentrum aller Religi-on steht hier das „subjektive religiöse Erleben“ – und nicht ein uniformer „Glaube“, nicht einmal eine allgemeine Gottesvorstellung. Nur im tiefen Erleben ist Religion lebendig. Das lässt sich an allen Großen der Religionsgeschichte studieren, und diese Einsicht ist modern plausibel und anschlussfähig. Dass diese epochale Neubewertung der Religion das kirchliche Denken nie wirklich verändert hat, belegt noch einmal die Traditionsverhaftung der Kirche – und die übergangene religiöse Individualisierung.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Es geht im Christentum um die Eröffnung eines Blickes, um das Gefühl, dass sich meine ganz konkrete Lebenswelt – allen Brüchen, Schmerzen und Zwangsläufig-keiten zum Trotz – am besten und sinnvollsten als Reich Gottes verstehen lässt. Religion ist eine Haltung, keine Überzeugung – dafür hat Jesus mit seinen Gleich-nissen geworben. Das Leben ist Gabe Gottes, kostbar, eine schiere Heiligkeit. Glaubenstraditionen sind sinnvoll, wenn sie eine Zuordnung für diesen Blick ermöglichen, aber sie sind Deutungen von Erfahrungen, also Medien, Brücken und Gefäße, und nicht selbst schon lebendige Religion.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Genau dort, wo in der Kirche nicht die Glaubenstradition, sondern religiöse Erfahrung lebendig wird, ist die Kirche heute attraktiv. Im Hauptschiff gilt das noch für die Karfreitagsandacht zur Todesstunde Jesu, für die Ostermorgenfeier, den Weihnachtsgottesdienst – höchst eingeschränkt aber für die kirchlichen Routinen.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Und es gilt für das größte Beiboot: die Kirchenmusik. Sie zieht mehr Menschen in die Kirche als jede Gottesdienstform. Auch am aktiven Kirchenleben sind es die Kirchenchöre, die die größte Beteiligung von allen kirchlichen Gruppenformen überhaupt aufweisen. Die EKD allerdings gibt für Kirchenmusik weniger als ein Fünfzigstel ihres Gesamthaushalts aus … und genau hier soll auch weiter gespart werden. Gleiches lässt sich angesichts der stark frequentierten, doch immer weniger finanzierten Angebote der Evangelischen Erwachsenen- und Familienbildung feststellen.(1) Das ist nicht nur religionsblind und selbstschädigend; es geht vor allem an dem vorbei, was Menschen existenziell und religiös brauchen.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Die Beiboote wären inzwischen in der Lage, das leck geschlagene Kirchenschiff mindestens ans nächste Dock zu schleppen – wenn nicht gar den Kirchenkurs selbständig zu übernehmen. Doch auch gut gefüllte Beiboote bleiben bisher Beiboote, sie ändern nichts am kirchlichen Kurs. Die Kirchen bleiben traditionsverhaftet, sie pflegen ein Museums-Christentum, gehen am Menschen und seiner Religiosität vorbei – und meinen damit ihrer Sache treu zu sein.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           V. Geistige Generalsanierung
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Die Aufgabe der Kirche ist eine religiöse, keine ethische. Sie hat für die symbolische Deutung der Existenzfragen zu sorgen und sie in einen übergreifenden Kontext zu stellen. Dafür muss sie die Menschen kennen und ernst nehmen. Die Inhalte der kirchlichen Arbeit sind nicht die Niederschläge religiöser Deutungen von einst, sondern die Erfahrungen und Fragen der Menschen heute. Religiöse Traditionen gehören als Deutungsgrammatik in die Köpfe (und Herzen) der Profis, sie sind aber keine zu verkündigenden und lehrbaren Inhalte.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Wenn die Kirche wieder Anschluss finden will an das Leben und die Religion der Menschen, dann muss sie ihre munteren Beiboote nicht nur vorn ans Schiff setzen und sich von diesen ziehen lassen, sondern weitgehend in diese übersiedeln. Sie, die bunt und generationsübergreifend frequentierten, sozialräumlich präsenten und lebensweltlich ausgerichteten Einrichtungen müssen endlich den Kurs bestimmen: beim Menschen ist zu beginnen, anders wird das kirchliche Christentum seinem Ruf als Religion der Liebe nicht mehr gerecht.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Existenzielle Erlebnisse und Fragen der Menschen sind der Stoff und der Ausgangspunkt kirchlicher Arbeit. Mit Hilfe kirchlicher Sakralräume, der Kirchenmusik, spiritueller Techniken und natürlich auch mit Hilfe der Bibel- und Glaubenstradition sollten diese Erfahrungen und Fragen in einen übergreifenden und orientierenden Kontext gestellt werden. Dringend zu entwickeln wäre daher eine vitale religiöse Kommunikation, die die autonomen Menschen konstitutiv mit einbezieht, und die ihre lebensgeschichtlichen Fragen und Erfahrungen zur Geltung kommen lässt. Dafür muss sich vor allem das kirchliche Denken deutlich ändern, aber auch der kirchliche Gestus des „wir haben die Wahrheit für alle“. So wäre die Kirche nicht nur endlich wieder beim Menschen, sondern auch bei ihrer eigentlichen religiösen Aufgabe. Und so wäre sie auch höchst attraktiv.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Buchhinweis:
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Joachim Kunstmann:
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ein Ort für das Leben. Der Weg zur religiösen Erneuerung der Kirche
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           , Gütersloh 2022.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Zum Autor:
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Prof. Dr. Joachim Kunstmann ist Professor für Religionspädagogikk und Didaktik der Religion an der Pädagogischen Hochschule Weingarten.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Anmerkungen:
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           1 Gundlach, T. (2015): Erste Folgerungen aus der V. Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung. In: Burkowski, P. &amp;amp; 1 Charbonnier, L. (Hrsg.): Mehr Fragen als Antworten. Gütersloh, S. 99.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           2 Näheres zur Finanzierung besonders der religiösen Familienbildung findet sich bei A. Mayert (2022): http:// 2 www.deae.de/Fachliche-Zusammenarbeit/Fachgruppe_Familienbezogene_Erwachsenenbildung/2022_Tel-etag_ Famreligiositaet/MayertFamillienbildungAnspruchWirklichkeit.pdf (Aufruf 7. 7. 2022). Insbesondere die kirchlichen Akademien, aber nicht nur diese, leisten einen hoch wertvollen Beitrag für die Gesellschaft.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
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      <pubDate>Tue, 19 Mar 2024 07:08:14 GMT</pubDate>
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    </item>
    <item>
      <title>Die Aufgaben der Kirche</title>
      <link>https://www.netzwerkreform.de/aufgaben</link>
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      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ein Grund, weshalb die Kirche in der Krise steckt, könnte der sein, dass die Kirche den ihr von Gott zugedachten Aufgaben nicht in vollem Umfang gerecht geworden ist. Es ist gut, einen selbstkritischen Blick auf die Kirche zu werfen und grundsätzlich nach den Aufgaben der Kirche zu fragen. In diesem Beitrag beschreibt Kurt Bangert die Aufgaben der Kirche anhand von Verkündigung (martyria), Dienst (diakonia), Gemeinchaft (koinonia) und gottesdienstliche Rituale (Liturgia) .
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Aufgaben der Kirche
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Martyria, Diakonia, Koinonia und Liturgia
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            // von Kurt Bangert
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           In einer rasant sich wandelnden Welt verändert sich auch die Kirche, verändert sich auch das Verhältnis der Kirche zu den Menschen. In den letzten Jahren haben die beiden großen Kirchen in Deutschland dramatische Kirchenaustritte hinnehmen müssen. Rund 900.000 Christen sind innerhalb eines einzigen Jahres (2022) aus den beiden großen Kirchen ausgetreten. Die Corona-Pandemie führte zudem dazu, dass der Kirchenbesuch erheblich eingeschränkt wurde. Und mancher regelmäßige Kirchenbesucher hat sich gefragt, was er denn eigentlich vermisst oder verpasst, wenn er nicht mehr die Kirche besucht.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Die zunehmende Kirchenferne vieler Menschen geht auch einher mit einem dramatischen Glaubensverlust, der sich zwar vor allem auf den Gottesglauben bezieht, aber auch solche traditionellen Dogmen wie die Trinitätslehre, die Erlösungsbotschaft oder die Gottessohnschaft Christi betrifft. Viele Bürger (und zahlreiche Kirchenmitglieder) können mit diesen dogmatischen Begriffen immer weniger anfangen, sodass sich immer häufiger auch die Frage nach dem
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           raison d’être
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            der Kirche, also nach ihrer Existenz-berechtigung sowie nach ihrem Auftrag stellt. Und die Frage nach dem Auftrag der Kirche(n) ist Gegenstand dieses Aufsatzes.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Das Wort „Kirche“ ist die deutsche Entsprechung für das griechische
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            ekklesía
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            (= lat.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           ecclesia
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            ), was so viel wie „die Herausgerufene“ bedeutet. Die Christen verstanden sich von Anfang an als aus der Welt Herausgerufene, die sich in die Nachfolge Jesu begeben wollten. Mit
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            ekklesía
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           war meist die örtliche Gemeindeversammlung gemeint. Mit „Kirche“ kann heute sowohl die Einzelgemeinde als auch die Gesamt-Kirche gemeint sein.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Gelegentlich wird das deutsche Wort „Kirche“ etymologisch auch von dem griechischen
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            kyriakón
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            (κυριακόν) abgeleitet, was so viel wie „das Haus des Herrn“ bedeutet und sich von
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           kyrios
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           , der „Herr“, herleitet.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="null" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [1]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Mit diesem „Herrn“ ist freilich Jesus Christus, der Herr der Kirche, gemeint. Die Kirche leitet ihre Existenzberechtigung somit vom Auftrag ihres Herrn Jesus Christus ab, der – gemäß dem Evangelium des Matthäus – seinen Jüngern befahl: „Gehet hin und lehret alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch geboten habe.“ (Mt 28,19 f.) Wenngleich nicht strikt nachzuweisen ist, ob dieser Bibelvers auch wirklich von Jesus stammt, bezieht die Kirche ihren Auftrag doch von ihrem Herrn Jesus, auch wenn er selbst keine Kirche ins Leben gerufen oder eine andere religiöse Organisation gegründet hat. Dennoch beruft sich die Kirche – und das mit Recht! – auf eben diesen Jesus.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die kirchliche Tradition kennt drei Grundzüge oder Grunddienste der kirchlichen Beauftragung: das Zeugnis (
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           martyría
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           ), die Liturgie (
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           leiturgía
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           ) und die Diakonie (
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           diakonía
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           ). Seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil wird katholischerseits zu diesem Dreiklang noch die Gemeinschaft (
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           koinonía
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           ) als vierte Aufgabe hinzugezählt. Seitens der Evangelischen Kirche wird man diese vier Grunddienste ebenfalls als Aufgaben der Kirche veranschlagen dürfen. Aber wie sind sie inhaltlich zu füllen? Nachfolgend werde ich die vier Grunddienste in der Reihenfolge Martyria, Diakonia, Koinonia und Liturgia behandeln. Diese Reihenfolge stellt für mich zugleich eine wichtige Priorisierung dar.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Martyria
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Das griechische Wort
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            martyría
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            liegt dem Wort Martyrium zugrunde, womit gemeinhin die Bereitschaft gemeint ist, für seinen Glauben das ultimative Opfer zu bringen, nämlich notfalls zu sterben. Das Wort bedeutet aber schlicht „Zeugnis“. Der Märtyrer bezeugt seinen unerschütterlichen Glauben dadurch, dass er im Extremfall sogar bereit ist, dafür sein Leben hinzugeben. Im Hinblick auf die Kirche meinen wir mit
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            martyría
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            aber die Aufgabe des
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Zeugnis-Gebens
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            .  So mahnt der 1. Petrusbrief: „Seid stets bereit, Rede und Antwort zu stehen, wenn jemand von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in euch ist.“ (1Petr 3,15) Seinen Jüngern soll Jesus befohlen haben, aus allen Völkern weitere Nachfolger zu rekrutieren, sie zu taufen und sie zu lehren, „was ich euch geboten habe“ (Mt 28,20). Das Zeugnis, das die Jünger Jesu abzulegen haben und das somit zur Aufgabe der Kirche wurde, dient also dem Zweck, Menschen in die Nachfolge Jesu zu rufen, seine Botschaft zu befolgen und diese weiterzugeben. Diese Nachfolge Jesu bezieht sich also auf die Botschaft und Person Jesu: auf das, was er predigte und lehrte und was er durch sein Handeln exemplifizierte und vorlebte. Wir nennen die Botschaft Jesu eine „gute Botschaft“ (griech.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            euaggélion
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            = dt. „Evangelium“).
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das Evangelium zu bezeugen und Menschen in die Nachfolge Jesu zu rufen
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           , ist somit die erste und vorrangige Aufgabe der Kirche. Alle anderen Aufgaben sind als nachrangig zu betrachten und dieser Primäraufgabe unterzuordnen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Doch was war so besonders am Evangelium, um dessentwillen die Jünger des Herrn andere Menschen in die Nachfolge Jesu berufen sollten? Was war dies für eine gute Botschaft, für die sie notfalls zu sterben bereit waren? Was ist das für ein Evangelium, das die Kirchen noch heute zum zentralen Inhalt ihrer Verkündigung machen sollten? Legt man die von Jesus verkündigten
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Predigten
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            und
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Erzählungen
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            (Gleichnisse) und die von ihm berichteten
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Heilstaten
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           zugrunde, so kann man von folgenden inhaltlichen Schwerpunkten ausgehen:
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Jesus engagierte sich für die Armen und Hungernden, die Blinden und Behinderten, die Beladenen und Bedürftigen, die Ausgegrenzten und Aussätzigen, die Leidenden und Trauernden und sprach ihnen das „Reich Gottes“ zu. Er setzte sich für Gerechtigkeit und ein friedvolles Miteinander ein, aber auch für Barmherzigkeit und Vergebung, Fairness und Freude. Er sprach sich gegen Habgier und Unzucht, gegen Lästerung und Alkoholsucht, gegen sexuelle Gewalt und einseitige Scheidungen, gegen Übervorteilung und religiöse Anmaßung aus. Unschuldige sollten nicht verurteilt, gefoltert oder gar hingerichtet werden. Zur Barmherzigkeit, die Jesus predigte, gehörte auch, denen die Schuld zu erlassen, die sie nicht begleichen können. Die Hungernden sollten gespeist werden, mit den Armen sollte man teilen, was man besaß. Jesus setzte sich auch für die Opfer von Gewalt ein und für die Gefängnisinsassen, und er sprach sich für Geschlechtergerechtigkeit und die Akzeptanz von religiösen und ethnischen Minderheiten aus. Denjenigen, die uns Böses antun und uns beleidigen, sollte man nicht mit gleicher Münze heimzahlen, sondern sie segnen und für sie beten. Der Teufelskreis von Rache und Vergeltung müsse unterbrochen werden. Den Kranken und Behinderten galt Jesu besondere Fürsorge, gerade auch den seelisch und psychisch Leidenden, die – in der Sprache seiner Zeit – von „Dämonen“ besessen schienen. Er wollte sie heilen. Diejenigen, die Gerechtigkeit und Barmherzigkeit übten, pries er selig. Die Friedfertigen und Sanftmütigen, die Verfolgten und Unterdrückten bezeichnete er als „Söhne Gottes“ (wir würden heute geschlechtsneutral von „Kindern Gottes“ sprechen). Jesus predigte diese Dinge nicht nur, er veranschaulichte sie auch in seinen zahlreichen Erzählungen, und er handelte selbst danach. Die Überzeugungen, die er predigte, schlugen sich auch in den Berichten über ihn und seinen Umgang mit seinen Mitmenschen nieder. Er lebte, was er predigte. Und er predigte, was er lebte. Er war sogar bereit, für seine Überzeugungen in den Tod zu gehen: lieber sterben als seine Überzeugungen verraten; lieber selbst Unrecht erleiden als selbst Unrecht tun. Selbst wenn man Unrecht erleidet, solle man sich darüber freuen, denn schon immer seien diejenigen geschmäht und verfolgt worden, die sich für Gerechtigkeit, Frieden und für die Ausgegrenzten einsetzten.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="null" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [2]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Alle die soeben als „Botschaft Jesu“ aufgelisteten Handlungsweisen der Gerechtigkeit und Fairness, der Hilfe für die Armen und Hungernden, für die körperlich und seelisch Kranken, für die Grundsätze der Vergebung, der Friedfertigkeit, des Friedens und der Freiheit, der Gewaltlosigkeit usw. möchte ich unter dem Wortpaar „Gerechtigkeit und Barmherzigkeit“ subsumieren.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Gerechtigkeit
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            sollte das Ziel fairen gesellschaftlichen Miteinanders sein. Aber weil Gerechtigkeit zuweilen auch grausam und inhuman sein kann, gehört die
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Barmherzigkeit
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           unbedingt zum christlichen Leben hinzu, da diese über die bloße Gerechtigkeit hinausgeht und Vergebung mit einschließt. Jesu Botschaft von der umwandelnden Kraft Gottes zielte darauf ab, das Leben Einzelner und das Leben ganzer Gesellschaften zu transformieren.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Jesu Botschaft für den Einzelnen lautete:
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Ein anderes Leben ist möglich!
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Du musst nicht in Sünde und Schuld verharren, nicht in Trauer und Traurigkeit verzweifeln, nicht in Gebundenheit und Gefangenschaft bleiben. Du bist angenommen – von Gott und von deinen Brüdern und Schwestern, die dich annehmen, wie du bist. Du darfst dich von selbstverschuldeter Angst und Scham befreien. Du bist ein Kind Gottes. Du kannst psychisch und körperlich gesund werden, wenn du nur glaubst und die Kraft Gottes für dein Leben in Anspruch nimmst. Die gute Botschaft war also zunächst eine Botschaft des Heils
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           für den Einzelnen
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           .
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Jesu Evangelium war aber auch eine Botschaft
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           für die ganze Gesellschaft
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            . Wo Ungerechtigkeit und Ungleichheit vorherrschen, wo Armut und Reichtum die Gesellschaft spalten, wo Diskriminierung und Ausgrenzung an der Tagesordnung sind, da gibt Jesus neue Hoffnung für eine Gesellschaft, in der Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten beseitigt werden, wo sich Menschen als gleichberechtigt anerkennen, wo Stände und Klassen der Vergangenheit angehören, wo Gerechtigkeit waltet. Hier lautete seine Maxime:
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Eine andere Welt ist möglich!
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Jesus visualisierte eine Gesellschaft, wie sie auch den alttestamentlichen Propheten vorschwebte, eine Gesellschaft, die sich der Armen, der Fremden, der Kranken und Behinderten annimmt und sie nicht ausgrenzt, sondern inte­griert und fördert. Es sollte eine Gesellschaft sein, in der die Kraft Gottes allenthalben wirksam werden würde, sodass man wahrhaft von einem „Reich Gottes“ sprechen könne. Das „Reich Gottes“ sollte eine Gesellschaft der Befreiten, der Erlösten sein. Die Geisteskraft Gottes sollte sich nicht nur im einzelnen Menschen zeigen, sondern in der gesamten Gesellschaft verbreiten und auswirken.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das Zeugnis (martyria), das die  Kirche heute abzulegen hat
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Botschaft, welche die Kirche heute primär zu verkündigen hat, sollte in erster Linie jene Botschaft sein, wie Jesus selbst sie predigte, wie er sie lebte und für die er letztlich zu sterben bereit war. Es ist die Botschaft
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            von der Gerechtigkeit und Barmherzigkeit Gottes im Leben der Menschen,
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            die das Ziel der menschlichen Existenz und der menschlichen Gesellschaft sein sollte. Es geht also um Gerechtigkeit und Barmherzigkeit, um das Heil und Wohl der Menschen, um den Sinn und das Ziel des eigenen Lebens, um ein heilsames Leben im Verbund mit unsern Mitmenschen, ja mit der ganzen Gesellschaft und dem Ganzen der Wirklichkeit, es geht um ein Leben in Fülle und im Einklang mit allem. Die Aufgabe der Kirche sollte es darum an erster Stelle sein, die Handlungsmaximen der Gerechtigkeit und Barmherzigkeit zu bezeugen und pädagogisch zu vermitteln. Die Botschaft der Kirche ist die Botschaft Jesu.Darum wird Jesus sogar selbst zum wichtigen Teil­inhalt der kirchlichen Botschaft, da er als Übermittler seiner Botschaft auch beispielgebend ist für ein Leben im Einklang mit dieser Botschaft.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Für diese Aufgabe der Kirche muss der Mensch ganz in den Mittelpunkt gerückt werden. Es geht nicht darum, die Menschen zu erziehen, damit sie den Maßstäben und Lehren der Kirche entsprechen; vielmehr sollte die Kirche den Bedürfnissen, Nöten, Fragen und Erfahrungen der Menschen entsprechen. Die Aufgabe der Kirche muss beim Menschen ansetzen. Nicht der Mensch ist für die Kirche da, sondern die Kirche muss für den Menschen da sein.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Angesichts dieser zentralen Aufgabe ergibt sich aber die Frage, wie in Zukunft mit dem Lehrgebäude der Kirche umzugehen sei. Die Kirche hat sich bewusst zu machen, dass sich die kirchlichen Lehren dogmengeschichtlich entwickelt haben. Aus dieser Erkenntnis ist zu folgern, dass die kirchlichen Dogmen zeitbedingt sind und für die heutige Zeit ganz neu gedeutet werden müssen, will man ihre „Wahrheiten“ bewahren. Diesbezüglich hat die Kirche auch einen pädagogischen Auftrag zu erfüllen, damit heutige Christen das Gewordensein christlicher Lehren erkennen und entsprechend einzuordnen wissen. Das ist aber eine sekundäre Aufgabe, die vornehmlich den Sinn hat, das eigentliche, ursprüngliche Evangelium, wie Jesus es zu seiner Zeit predigte, immer wieder ins Bewusstsein zu bringen. Dieses ursprüngliche Evangelium zu bezeugen, ist also die erste und vorrangige Aufgabe der Kirche. Alle anderen Aufgaben sind dieser nachgeordnet.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Diakonia
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Die Aufgabe der Kirche erschöpft sich nicht allein in der Verkündigung, im Zeugnisablegen, in der
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           martyría
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            . Gewiss, es geht wesentlich darum, Menschen Hoffnung zu verkündigen und Heil zu vermitteln. Aber die Kirche hat auch einen Auftrag zum ganz praktischen Dienst zu erfüllen. „Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan“, heißt es in Matthäus 25; ein Ausspruch, der sich auf den Dienst an den Kranken, Hungrigen, Dürstenden, Obdachlosen und Fremden bezieht. Jesu Aufruf zu Gerechtigkeit, Barmherzigkeit, Frieden, Freiheit usw. muss umgemünzt werden in den mitmenschlichen Dienst an notleidenden und in Unfreiheit lebenden Menschen. Viele Menschen leiden an äußeren und inneren Zwängen, die sie daran hindern, wirklich frei zu sein und die Fülle des Lebens zu erfahren. Die Kirche ist darum zum Dienst, zur
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           diakonía
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           , berufen; zum Dienst an den Menschen im Allgemeinen, aber vor allem zum Liebesdienst an den Schwachen, Armen, Ausgegrenzten, an den Kranken und Depressiven, den Blinden und Behinderten, den Gefangenen und Gefolterten, den Unterdrückten und zu Unrecht Leidenden, den Schuldbeladenen und Verurteilten, den Orientierungslosen und denen, deren Leben sinnlos erscheint. Jesus selbst verstand sich ja nicht nur als Prediger und Verkündiger, sondern auch – und in erster Linie – als Arzt und Heiler, als Seelsorger und Therapeut. Die Aufforderung an den Gichtkranken, „Steh auf, nimm dein Bett und geh heim!“ (Mk 2,11 par.), gehörte ebenso zum Repertoire seines Dienstes wie der Ausspruch: „Deine Sünden sind dir vergeben“ (Mk 2,5). Körperliche und seelische Heilungen wurden von ihm berichtet. Jesus wollte die Menschen an Leib und Seele heilen und zu einem friedlichen, heilsamen und befreienden Miteinander ermutigen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Mit seinem Gleichnis vom barmherzigen Samariter exemplifizierte Jesus diesen praktischen Dienst an in Not geratenen Menschen. Ist ein Mensch in einer Notlage, sollte ihm geholfen werden. Um es mit Jakobus zu sagen: „Wenn ein Bruder oder eine Schwester nackt ist und Mangel hat an täglicher Nahrung und jemand unter euch spricht zu ihnen: Geht hin in Frieden, wärmt euch und sättigt euch!, ihr gebt ihnen aber nicht, was der Leib nötig hat – was hilft ihnen das?“ (Jak 2,15 f.) Dem Dienst an den Notleidenden gilt höchste Priorität. Wer meint, die kirchliche Aufgabe beschränke sich allein auf die Verkündigung, auf das Zeugnisablegen, hat das Evangelium, wie Jesus es predigte und praktizierte, nicht ganz verstanden. Das Evangelium ist nur dann eine gute Botschaft, wenn dem Wort die Tat folgt oder besser noch: wenn die Tat dem Wort vorausgeht. Jesu Seligpreisungen wie „Selig seid ihr, die ihr jetzt hungert“ oder „Selig seid ihr, die ihr jetzt weint“, wurden begleitet von dem Versprechen „denn ihr sollt satt werden“ und „denn ihr werdet lachen“. Auf die Ankündigung der „Glückseligkeit“ (griech.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           makários
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            ) sollte die Verwirklichung der Ankündigung folgen. Was brauchen Menschen, um froh und glücklich zu werden? Antwort: die Zuwendung ihrer Mitmenschen! Die Hoffnung, die durch die Verkündigung geweckt wird, sollte nicht enttäuscht werden. Hoffnung ist nicht nur ein Wort; sie erwartet entsprechende Taten. Kirche soll Hoffnung
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           geben
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           . Wort und Tat gehören zusammen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Über viele Jahrhunderte haben Christen diesen engen Zusammenhang zwischen
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           martyría
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            und
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            diakonía
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           nicht ausreichend gewürdigt und verstanden, obwohl man aus dem Neuen Testament den Auftrag zur diakonía leicht herauslesen konnte. Als es unter den gläubigen Christen der frühen Gemeinde eine Unterversorgung von Witwen gab, beschlossen die Jünger, Diakone einzusetzen, die sich vorwiegend um das leibliche Wohl der notleidenden Gemeindeglieder kümmern sollten (Apg 6,1-7). Paulus zufolge kommt es auf den Glauben an, „der durch die Liebe tätig ist“ (Gal 5,6). In der Alten Kirche und im Mittelalter waren es vor allem die freien Orden, die sich dem Dienst an ihren bedürftigen Mitmenschen verschrieben. Für Martin Luther floss der Dienst am Nächsten aus dem Glauben an die Rechtfertigung (Vergebung): „Sieh, so fließt aus dem Glauben die Liebe und die Lust zu Gott und aus der Liebe ein freies, williges, fröhliches Leben, dem Nächsten umsonst zu dienen.“
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="null" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [3]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Auch der Pietismus des 17. bis 19. Jahrhunderts widmete sich den diakonischen Diensten (August Hermann Francke, Johann Friedrich Oberlin, Friedrich von Bodenschwingh u.a.).  Mit der „Inneren Mission“ von Johann Hinrich Wichern hat die Evangelische Kirche des 19. Jahrhunderts diesen diakonischen Dienst in eine moderne Form gegossen. Daraus entstand das Diakonische Werk, dem katholischerseits die „Caritas“ entspricht. Diakonische und karitative Dienste gehören seither – zu Recht! – zum festen Bestandteil des kirchlichen Auftrags: Krankenhäuser, Behinderteneinrichtungen, Waisenheime, Stadtmissionen, Kindergärten, Senioren- und Pflegeheime, Katas­trophenhilfe, Entwicklungshilfe, Essen auf Rädern, therapeutische Beratungsstellen usw. Sie alle machen den diakonischen Dienst der Kirche(n) aus, ohne den Kirche nicht Kirche sein kann.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Aber zum Dienst an den Menschen gehören nicht nur die diako­nischen Gesundheitsdienste, Pflegedienste, Erziehungsdienste usw., sondern auch das Nachdenken darüber, wie wir gesellschaftliche Strukturen und In­stitutionen schaffen können, die geeignet sind, systemische Armut und Ausgrenzung, Ungleichheit und Ungerechtigkeit zu mildern und zu verhindern. Dies erfordert mehr als karitative Einrichtungen. Nötig sind politisches Bewusstsein und gesellschaftliches Handeln. Es war erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts und dann verstärkt im 20. Jahrhundert, als die Kirchen erkannten, dass es nicht reicht, diakonische Dienste wie Blindenheime und Waisenheime zu betreiben. Es galt auch, ungerechte Strukturen, ungleiche Chancen und unterdrückerische Systeme auszugleichen und abzuschaffen. Es muss der kirchlichen Diakonie nicht nur um Almosen für die Armen und Unterdrückten zu tun sein, sondern auch um die Schaffung gerechter gesellschaftlicher Verhältnisse und um Chancengleichheit für alle. Das aber erfordert gesellschaftliches Engagement, politische Lobbyarbeit und sozialethisches Denken und Handeln. Die evangelische Sozialethik und die katholische Soziallehre dienen dem Zweck, nicht nur ein Bewusstsein für Strukturveränderungen zu schaffen, sondern diese mit allen der Kirche zur Verfügung stehenden ekklesiologischen, gesellschaftlichen und politischen Mitteln einzufordern und zu verwirklichen. Dabei muss die Kirche bei sich selbst beginnen, um in ihren eigenen Einrichtungen und Institutionen Gerechtigkeit und Chancengleichheit herzuzustellen. Sie wird sich aber auch – etwa durch Erklärungen und Denkschriften – an die Öffentlichkeit und an die Politik wenden, um zur Verwirklichung gerechter Verhältnisse zu ermutigen und zu ermahnen. Es muss der Kirche um die Vermenschlichung der ganzen Gesellschaft im Sinne des „Reiches Gottes“ gehen. Die christliche Hoffnung gilt nicht nur dem Einzelnen, sondern der Gesellschaft als Ganzes. Dass die Kirche hier allerdings nur eine unterstützende Rolle spielen kann, ist auch klar. Denn es gilt heute als die ureigene Aufgabe von Politik, sozialökonomische Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten durch entsprechende Gesetzgebungen und politisches Handeln auszumerzen. Kirchen können aber die
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            ethischen Rahmenbedingungen abstecken und moralische Ziele
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           vorgeben.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
             
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Koinonia
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Christsein ist nur im Miteinander, nur in Gemeinschaft (griech.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           koinonía
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            ) möglich. Mit dem griechischen Wort
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            koinonía
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            (lat.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           communio
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            ) wurde die „Gemeinschaft“ der Nachfolger Jesu zum Ausdruck gebracht, von denen es hieß: „Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und Gebet.“ (Apg 2,42) Die Botschaft Jesu verband seine gläubigen Nachfolger zu einer Gemeinschaft des Betens und des Brotteilens. Diese
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            koinonía
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            bezog sich nicht nur auf die Gemeinschaft der Nachfolger Jesu miteinander und untereinander, sondern zugleich auch auf ihre geistige Verbundenheit mit Jesus Christus, ihrem Herrn (1Kor 1,9). Es war eine
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            koinonía
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            des Geistes (Phil 2,1) und eine „Gemeinschaft am Evangelium“ (Phil 1,5), aber auch eine „Gemeinschaft des Dienstes“ (einer
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            koinonía
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            der
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           diakonía
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            , siehe 2Kor 8,4). Das Verbindende dieser christlichen Gemeinschaft war das von Jesus verkündigte und von den Jüngern Jesu weitergetragene Evangelium von der Gerechtigkeit und Barmherzigkeit. Es war darum eine Gemeinschaft des Heils und der Hoffnung (Röm 5,2-5; 8,24; 15,13). Die
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            koinonía
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            der Gläubigen war zugleich auch eine Teilhabe und „Gemeinschaft an den Leiden“ Jesu (Phil 3,10), denn auch die frühen Christen mussten – wie Paulus, Petrus und viele andere – wegen ihrer Überzeugungen großes Leid erdulden. Darum ist diese
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            koinonía
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            auch eine Gemeinschaft mit dem Blut und dem Leib Christi (1Kor 10,16). Die christliche
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            koinonía
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           ist eine Gemeinschaft mit Gott, mit Christus, mit den Apos­teln und mit allen Gläubigen (1Joh 1,3-7). 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Zwar wird sich die Kirche auch – wie oben unter
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            diakonía
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            gesehen – für das Wohl der ganzen Gesellschaft einsetzen: für Gerechtigkeit und Barmherzigkeit, für Frieden und Freiheit, für das Wohlergehen aller Menschen. Aber die Kirche setzt sich zuerst einmal für die ein, die zur Gemeinschaft Jesu gehören; für die, die sich durch Jesus selbst beauftragt wissen, seine Botschaft in die Welt zu tragen, um die Welt besser zu machen. Dazu bedürfen sie der geistigen Zurüstung, der gegenseitigen Stärkung und Ermutigung und der Gemeinschaft miteinander und untereinander. Ohne Gemeinschaft kann es kein wirkliches Christsein geben. Ohne gemeinschaftliche Zurüstung kann die Botschaft Jesu, die ja die Botschaft der Kirche ist, nicht weitergetragen und weiterverbreitet werden. Das individuelle Ja für die Nachfolge Jesu verbleibt nicht im Privaten. Nachfolger Jesu kann man nicht im Alleingang sein, sondern nur in Gemeinschaft. Jesus war der Rabbi einer Jüngerschaft. Und die Jünger scharten weitere Jünger und Nachfolger um sich. Die
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            koinonía
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            ermutigt zur Nachfolge. Die Kirche will Menschen in die Nachfolge Jesu rufen, sie in ihrer Nachfolge (der Verkündigung und des Dienstes Jesu) bestärken und ihr dafür Kraft, Sinn und Ziel verleihen. Aber letztlich ist die
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            koinonía
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            nicht bloßer Selbstzweck, sondern dient dem größeren Ziel, die ganze Gesellschaft menschlicher, gemeinschaftlicher, brüderlicher, gerechter, barmherziger und liebevoller zu machen. Auch die
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            koinonía
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            zielt letztlich auf alle Menschen ab, für welche die Kirche da zu sein hat. Die
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            koinonía
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           ist gewiss eine der ureigensten Aufgaben der Kirche.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Liturgia
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Zu den Aufgaben der Kirche gehört auch die Liturgie. Das Wort „Liturgie“ (griech.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           leiturgía
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            , ausgesprochen:
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           liturgía
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            ) bezeichnet meist den gottesdienstlichen Ablauf in einem Tempel, einer Synagoge oder einer Kirche. Als der jüdische Priester Zacharias, Vater von Johannes dem Täufer, seinen Tempeldienst verrichtete, umschreibt Lukas diesen Priesterdienst mit dem Wort
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            leiturgía
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            (Lk 1,23). Der Tempeldienst des jüdischen Hohenpriesters in Jerusalem wurde ebenso mit dem Wort
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            leiturgía
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            belegt wie der symbolische Dienst Christi als Hoherpriester im himmlischen Heiligtum (Hebr 9,21 u. 8,6). Mit der Liturgie meinen wir heute die Gesamtheit eines Gottesdienstes, der unter der Leitung eines Priesters, Rabbiners oder Pfarrers vollzogen wird. Dieser Dienst umfasst das gesprochene Wort ebenso wie sämtliche Rituale und Zeremonien, die den Ablauf des Gottesdienstes ausmachen. Zu diesen Ritualen gehören Gebete, Lieder, Segnungen sowie auch die christliche Abendmahlsfeier (Eucharistie), bei der den Gläubigen Brot und Wein dargereicht werden, die für das Blut und den Leib Christi stehen und sich auf dessen Tod beziehen, mit dem er seine gute Hoffnungsbotschaft von der Gerechtigkeit und Barmherzigkeit
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           besiegelte
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           . Indem er für diese Botschaft lieber den Tod zu erleiden bereit war, als ihre Wahrheit zu verleugnen, wurde seinem Leben und Wirken gleichsam das „Siegel der Propheten“ aufgesetzt, wie es einst der Kirchenvater Tertullian ausdrückte:
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            „Und es offenbarte sich die ewige Gerechtigkeit, es wurde gesalbt der Heilige der Heiligen, d.i. Christus, es wurde
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           versiegelt die Vision und Prophetie
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            und nachgelassen die Sünden, welche durch den Glauben an den Namen Christi bei allen, die auf ihn vertrauen, abgewaschen werden. … Da also die Prophetie durch sein Erscheinen erfüllt wurde, deshalb ist der Ausdruck gebraucht, die Vision und Prophetie werde versiegelt, weil er selber gleichsam das
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Siegel der Propheten
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            ist, indem er alles zur Erfüllung bringt, was sie früher … verkündigt hatten.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           “
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="null" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [4]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Eucharistiefeier steht für die Erfüllung der prophetischen Botschaft in Jesus Christus, aber auch für die Gemeinschaft derer, die sich im Rahmen der Liturgie unter dem Namen und Siegel Christi versammeln und zur Evangeliumsbotschaft Jesu von der Gerechtigkeit und Barmherzigkeit bekennen. Liturgie und Rituale sollen diese Botschaft in Herz und Sinn der Gläubigen verankern. Spricht die Wortverkündigung vor allem den Geist und die Ratio an, so sollen die in der Verkündigung vermittelten Wahrheiten durch die Liturgie tief in die Seele, ins Gemüt und ins Herz der Gläubigen eingraviert werden, damit die jesuanische Botschaft so verinnerlicht wird, dass sie in Fleisch und Blut übergeht und im Alltag auch nach außen in die nichtkirchliche Welt hinausgetragen wird.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Zur christlichen
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Liturgie
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           gehören nicht nur die Sonntagsgottesdienste, sondern auch solche liturgischen Dienste und Kasualien wie Taufe, Heirat oder Beerdigung, die der religiös-rituellen Begleitung bedürfen. Diese Dienste sind Knotenpunkte des menschlichen Lebens, an denen sich die Gläubigen ihrer Zugehörigkeit zur christlichen Gemeinschaft und kirchlichen Beauftragung vergewissern. Bei diesen Diensten wird es in Zukunft aber nicht bleiben dürfen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Der Religionspädagoge Joachim Kunstmann hat beklagt, dass die derzeitige Krise der Kirche sich so sehr zugespitzt hat, dass man von einem Sinken des Kirchenschiffes sprechen kann. Dies sei die Folge einer misslungenen Transformation der Kirche, um den Bedürfnissen des modernen Menschen zu entsprechen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="null" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [5]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Die Kirche habe sich zu sehr als Selbstzweck verstanden, statt sich im Dienst am Menschen zu verstehen. Die heutige Kirche sei immer noch rückwärtsorientiert und entspräche nicht den Erfordernissen der Moderne. „So kommt es, dass auf dem sinkenden Schiff niemand an eine Generalsanierung denkt, oder daran, einen Hafen aufzusuchen, oder wenigstens einmal die Boote ins Wasser zu lassen“, die Rettung versprechen könnten.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="null" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [6]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Der Kirche dürfe es nicht um sich selbst, um ihre Lehre oder ihre Ethik gehen. Es dürfe nur um den Menschen gehen. Es müsse um Themen gehen wie: Angst und Vertrauen, Arbeit und Muße, Sucht und Maß, um das, was den Menschen zum Menschen macht, um Freiheit und Verantwortung, Freude und Lebenslust, Freundschaft und Glück, Gefühle und Affekte, Heil und Heilung, Identität und Heimat, Fremdheit und Toleranz, Leid und Liebe, Macht und Ohnmacht, um Mystik und Mythos, Sinn des Lebens und Spiritualität, Vernunft und Wahrheit usw. – Um all diesen menschlichen Bedürfnissen und Suchbewegungen zu entsprechen, bedarf es neuer Beiboote der
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           diakonía
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            , der
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            koinonía
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            und der
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           leiturgía
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           , mittels derer es gilt, die heutigen Menschen zu erreichen. Letztlich müsse es aber um eine Generalsanierung der ganzen Kirche, des ganzen Kirchenschiffes, gehen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Wie die
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            koinonía
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            ist auch die leiturgía nicht Selbstzweck, sondern dient letztlich dem höheren Ziel, die Botschaft von der Gerechtigkeit und Barmherzigkeit als
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            martyría
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            zu verkündigen und in der
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            diakonía
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           umzusetzen, damit die Menschen und die Welt im Sinne des jesuanischen Evangeliums verändert und verwandelt werden.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Diese vier Grunddienste (oder Grundzüge) der Kirche sind ­hehre Aufgaben, die immer wieder im kirchlichen Alltag in handfeste Dienstleistungen heruntergebrochen werden sollten. Die nachfolgende Liste (die nicht den Anspruch auf Vollständigkeit erhebt) soll die oben bereits ausgeführten Dienste ergänzen bzw. konkretisieren:
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Konkrete Aufgaben der Kirche
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;ul&gt;&#xD;
    &lt;li&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
             Die Botschaft Jesu in ihren vielfältigen Einzelaspekten verkündigen: Gerechtigkeit, Barmherzigkeit, Frie­den, Freiheit, Fairness, Solidarität usw.;
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/li&gt;&#xD;
    &lt;li&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Körperliche und seelische Heilung fördern;
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/li&gt;&#xD;
    &lt;li&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Die Bedürfnisse der Menschen wahrnehmen und einschlägige Angebote offerieren;
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/li&gt;&#xD;
    &lt;li&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Über eine gesunde Lebenseinstel­lung aufklären und wie man persönliches Glück erfahren kann;
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/li&gt;&#xD;
    &lt;li&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Ein auf der Botschaft Jesu basierendes ethisches Wertesystem propagieren und ethische Leitlinien vermitteln;
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/li&gt;&#xD;
    &lt;li&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Über den Sinn der menschlichen Existenz nachdenken und Lebenssinn vermitteln;
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/li&gt;&#xD;
    &lt;li&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Ein christliches Identitätsverständnis stiften;
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/li&gt;&#xD;
    &lt;li&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Die Bildung der Bevölkerung im Allgemeinen und der Kirchenmitglieder im Besonderen fördern;
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/li&gt;&#xD;
    &lt;li&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Die Bibel im Sinne Jesu auslegen und den Wert biblischer Texte vermitteln;
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/li&gt;&#xD;
    &lt;li&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Ein Verständnis von Dogmatik und dogmatischer Entwicklung vermitteln, um deren Stellenwert besser einordnen zu können;
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/li&gt;&#xD;
    &lt;li&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Kirchengeschichte, Kirchenkunde und Religionskunde vermitteln;
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/li&gt;&#xD;
    &lt;li&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Verständnis für ein modernes Verhältnis von Glauben und Wissenschaft vermitteln;
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/li&gt;&#xD;
    &lt;li&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Sich für die Aussöhnung unter den Religionen einsetzen: Gemeinsamkeiten hervorheben und Unterschiede im Dialog herausarbeiten;
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/li&gt;&#xD;
    &lt;li&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Über politische Kultur und De­mo­kratieverständnis nachdenken und politische Verantwortung aus dem Bewusstsein christlicher Voraussetzungen vermitteln;
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/li&gt;&#xD;
    &lt;li&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Gesellschaftliche Identitäten würdigen und für Annäherungen sorgen;
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/li&gt;&#xD;
    &lt;li&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Ein Bewusstsein für Gleichheit, Gleichberechtigung, Integration, Freiheit, Frieden usw. schaffen und sich für soziale Gerechtigkeit einsetzen;
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/li&gt;&#xD;
    &lt;li&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Junge Menschen auf den Ehestand und die Kindererziehung vorbereiten; Eheberatung und Erziehungsberatung anbieten;
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/li&gt;&#xD;
    &lt;li&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Über den Umgang mit dem Sterben und dem Tod aufklären;
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/li&gt;&#xD;
    &lt;li&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Über den Umgang mit Leid, Unglück und Verlust aufklären;
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/li&gt;&#xD;
    &lt;li&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Über das Prinzip Hoffnung in allen seinen Facetten nachdenken;
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/li&gt;&#xD;
    &lt;li&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Über Lebensziele und Berufs­chancen aufklären;
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/li&gt;&#xD;
    &lt;li&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Über Umweltschutz, Tierschutz und Klimaschutz aufklären;
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/li&gt;&#xD;
    &lt;li&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Über den Nord-Süd-Konflikt und die Entwicklungszusammenarbeit informieren und für die Förderung der Armen und Benachteiligten eintreten;
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/li&gt;&#xD;
    &lt;li&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Über die Bedeutung von Ritual, Kultus und Liturgie aufklären;
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/li&gt;&#xD;
    &lt;li&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Über christliche Symbolik und ihre Bedeutung und Funktion aufklären;
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/li&gt;&#xD;
    &lt;li&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Musik im Allgemeinen und Kirchenmusik im Besonderen pflegen.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/li&gt;&#xD;
  &lt;/ul&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Schluss
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Der Kirche wird es vor allem um die Verkündigung und die praktische Anwendung desjenigen Evangeliums gehen müssen, das Jesus selbst gepredigt und gelebt hat. Gegenstand der kirchlichen Botschaft  muss also das Evangelium von Jesus Christus in seiner bib­lischen Bezeugung sein. Obwohl die Kirche die Vision von einer gerechteren Welt („Reich Gottes“) vor Augen hat und
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            allen
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Menschen ein Sinnangebot machen will, zielt die Evangeliumsverkündigung und die damit verbundene diakonische Hinwendung vor allem auf die Armen und Ausgegrenzten, die Bedürftigen und Behinderten sowie auf alle diejenigen ab, die an Leib oder Seele leiden und gesunden möchten. Insgesamt hat sich die Kirche als eine
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Glaubens-, Hoffnungs- und Handlungsgemeinschaft
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           in dieser Welt zu bewähren. Die Kirche wird sich als Katalysator für die Verwirklichung des Gottesreiches in dieser Welt verstehen, um den göttlichen Prinzipien der Liebe und Gerechtigkeit, der Freiheit und des Friedens, der Menschlichkeit und Uneigennützigkeit zum Durchbruch zu verhelfen. □
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;a href="null" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [1]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
               Siehe Artikel „Kirche“ in: Der Neue Pauly. Enzyklopädie der Antike, WBG: Darmstadt 2012, Bd. VI, S. 474; vgl. auch den Artikel „church” in: Online Etymology Dictionary (Stand 2.5.2021). 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;a href="null" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [2]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
               Biblische Hinweise für diese Reich-Gottes-Prinzipien finden wir u.a. hier: Mt 6,33; Röm 14,17 (Gerechtigkeit); 1Kor 6,9 f. (Ungerechtigkeit, Unzucht, Ehebruch, sexuelle Gewalt, Habgier, Alkoholsucht etc.); Lk 12,13-21 (Habgier); Lk 4,18 f. (Freiheit); Mt 7,12; Mt 20,1-16; Lk 3,13 f.; Lk 6,38 (Fairness); Lk 12,58 f. (friedliche Konfliktlösungen); Mt 5,44-48; Lk 6,27-35 (Friedfertigkeit, Feindesliebe); Mt 23,23; Mt 18,23-34; Lk 17,3 (Barmherzigkeit und Vergebung); Apg 6,1-3 (Armenfürsorge); Apg 11,27-30 (Nothilfe). 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;a href="null" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [3]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
               Martin Luther, Von der Freiheit eines Christenmenschen, Kap. 26 (zu Gal 5,6). 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;a href="null" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [4]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
               Tertullian, Adversus Iudaeos – Gegen die Juden, Lateinisch-Deutsch (Fontes Christiani, Bd. 75), Turnhout 2007, Kap. 8 (Hervorhebung durch mich). 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;a href="null" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [5]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
                Vgl.:
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="http://www.joachim-kunstmann.de/veroeffentlichungen/kirchen-krise" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           http://www.joachim-kunstmann.de/veroeffentlichungen/kirchen-krise
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            (abgerufen am 5.11.2023).
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;a href="null" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           [6]
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
               Ebd.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
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